Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)
Das Nebeneinander der Konfessionen erhalten
Die südlichere der beiden hessischen evangelischen Landeskirchen ist eine, in der die lutherische, reformierte und unierte Tradition nebeneinander existieren.

Unterschiedliche Arten des Lebens und Glaubens sind vereint
Während sich das Gebiet von Hessen-Darmstadt nach der Wittenberger Reformation Martin Luther und Philipp Melanchthon anschloss, orientierten sich die Gemeinden in Nassau eher an der schweizerischen und niederländischen Reformation nach Ulrich Zwingli und Johannes Calvin. Im Zuge der Kirchenunionen im 19. Jahrhundert öffneten sich einzelne Gemeinden konfessionell. Die meisten lutherischen und reformierten Gemeinden haben aber bis heute ihr Bekenntnis behalten. "So ist eine Kirche entstanden, in der sehr unterschiedliche Arten des Lebens und des Glaubens nebeneinander und miteinander existieren."

Geteilte Macht
Aus den Erfahrungen der NS-Zeit hat die verfassunggebende Synode der EKHN im Jahre 1947 darauf verzichtet, an die Spitze dieser Kirche einen Bischof mit weitreichenden Vollmachten zu stellen. Die geistliche Leitung teilen sich die sechs Pröpstinnen und Pröpste, der Kirchenpräsident und sein Stellvertreter. Der Grundgedanke war: Ein Gremium wird sich nicht so leicht falschen Autoritäten unterordnen, wie es seinerzeit vielen Bischöfen unter den Nationalsozialisten widerfahren war.


Lippische Landeskirche

Logo der Lippischen Landeskirche

ca. 200.000 Mitglieder
69 Gemeinden (davon 11 lutherisch)

Die Lippische Landeskirche ist eine überwiegend reformierte Kirche. Zu ihr gehören aber auch die evangelisch-lutherischen Gemeinden in ihrem Gebiet, das heute weitgehend mit dem Kreis Lippe (NRW) identisch ist.

Unter den 23 Gliedkirchen der EKD ist die LLK mit ihren ca. 200 000 Mitgliedern in 69 Gemeinden (davon 10 lutherische Ortsgemeinden, 1 "evangelisch") eine der kleineren Kirchen.

Erste reformatorische Anfänge gab es in der Grafschaft Lippe schon in den 1520er Jahren, in der Stadt Lemgo wurde 1533 die erste lutherische Kirchenordnung eingeführt. Anfangs erfolgten diese Aufbrüche allerdings noch gegen den Landesherrn. Graf Simon V. blieb bis zu seinem Tod altgläubig. Erst unter seinem Sohn Bernhard VIII. ging das gesamte Land zum lutherischen Bekenntnis über.

Dessen Sohn Simon VI. (1554-1613) schließlich führte die reformierte Ausprägung der Reformation ein und allgemein wird 1605 (erste Feier des Abendmahls nach reformiertem Ritus in der Detmolder Marktkirche) als Jahr des Übergangs der Grafschaft zum reformierten Bekenntnis angegeben. Die Stadt Lemgo blieb jedoch weiter lutherisch.

So gab es in Lippe immer ein Nebeneinander von reformierten und lutherischen Gemeinden. Der 1878 gegründeten Landessynode traten letztere 1882 bei und bilden seitdem eine eigene lutherische „Klasse“ (entspricht den Kirchenkreisen anderer Landeskirchen) neben den regional organisierten reformierten Klassen (heute sind dies sieben: Bad Salzuflen, Blomberg, Bösingfeld, Brake, Detmold, Horn (bis Juni 2011) und Lage).

1973 war die LLK die weltweit erste Kirche, die die Leuenberger Konkordie unterzeichnet hat.

Gemeinschaft über die Landes- und Kirchengrenzen hinweg

Seit dem Jahre 1973 stehen die evangelisch - reformierten Gemeinden aus Ostwestfalen und dem südwestlichen Niedersachsen in einem engen Austausch.
 

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