Bibel
Durchgehende Lesung biblischer Bücher
Matthäus 27,27-32
Dann brachten ihn Pilatus’ Soldaten zum Palast des Statthalters, wo auch die Kasernen waren und zogen und zogen dort die ganze Mannschaft zusammen: Denn sie wollten ihn quälen. Sie nahmen ihm die Kleider weg, hingen ihm einen ihrer roten Mäntel um, setzten ihm einen Dornenkranz auf – geflochten aus Distelgestrüpp –, legten einen Rohrstock in seine Rechte, fielen vor ihm auf die Knie und verspotteten ihn: «Heil dir», riefen sie lachend, «König der Juden.» Dann spuckten sie ihn an, nahmen ihm den Stock aus der Hand, schlugen ihn damit auf den Kopf. Schliesslich zogen sie ihm den Soldatenmantel wieder aus, gaben ihm die eigenen Kleider zurück und führten ihn hinaus zur Kreuzigungsstätte. Auf dem Marsch dorthin kam ihnen ein Mann aus Kyrene, mit Namen Simon, in den Weg: Den zwangen sie – denn sie waren die Herren im Land –, das Kreuz aufzuheben und es für Jesus zu tragen.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 27,24-26
Als Pilatus sah, dass er nichts mehr ausrichten konnte – der Lärm schwoll immer mehr an, und die Unruhe wuchs –, nahm er Wasser, wusch im Angesicht des Volkes seine Hände und sagte: «Kein Blut ist an ihnen, von diesem Mann! Ihr aber: Seht nun selber zu!» Da antwortete ihm das ganze Volk, und alle sagten: «Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!» Darauf gab er ihnen Barrabas frei, Jesus aber liess er peitschen und zur Kreuzigung führen.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 27,15-23
Der Statthalter hatte die Gewohnheit, jeweils zum Passahfest einen Gefangenen zu begnadigen, den sich das Volk aussuchen durfte. Und da in diesen Tagen ein Mann mit Namen Barrabas im Gefängnis war, den jedermann kannte, rief Pilatus das Volk zusammen und fragte: «Wen soll ich euch freilassen: Barrabas oder Jesus, der der ‘Messias’ genannt wird?» Denn er wusste, dass sie Jesus nur aus Hass und Missgunst ausgeliefert hatten. Während Pilatus, auf dem Stuhl des Richters, mit der Verhandlung begann, schickte seine Frau einen Boten zu ihm, um ihn zu warnen: «Fass diesen Menschen nicht an, er ist schuldlos. Ich habe heute Nacht um seinetwillen im Traum viel gelitten.» Aber die Grossen Priester und Mächtigen überredeten das Volk: «Fordert, dass er Barrabas freigibt und Jesus hinrichten lässt!». Und als der Statthalter fragte: «Welchen von den beiden soll ich begnadigen?», riefen sie «Barrabas!» Pilatus fragte: «Und Jesus, der ‘Der Messias’ genannt wird – wohin mit ihm?» Da schrien sie alle: «Ans Kreuz!» Pilatus fragte: «Warum? Was hat er Böses getan?» Da riefen sie noch lauter und brüllten: «Ans Kreuz!»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 27,11-14
Jesus aber wurde zum Statthalter gebracht, und als er vor ihm stand, fragte Pilatus ihn: «Du da! Bist du der König der Juden?» Jesus antwortete ihm: «Du sagst es.» Dann schwieg er, und als die Grossen Priester und Mächtigen ihn beschuldigten, entgegnete er ihnen nicht. Da fragte Pilatus: «Hörst du nicht, was hier gegen dich spricht?» Aber so sehr es den Statthalter auch wunderte – Jesus schwieg und sagte kein einziges Wort mehr zu ihm.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 27,9-10
So ist das Wort in Erfüllung gegangen, das der Prophet Jeremias gesagt hat: Sie haben dreissig Silberstücke genommen, / den Kaufpreis für einen – / einen Mann? / einen Acker? – , / der abgeschätzt wurde / nach seinem Wert / von Israels Söhnen / und gaben sie hin, / die Silberstücke, / für den Acker des Töpfers, / wie es der Herr befahl.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 27,3-8
Judas aber, der ihn ausgeliefert hatte, sah nun, dass Jesus verurteilt war, und da packte ihn Reue, und er brachte den Grossen Priestern und Mächtigen die dreissig Silberstücke zurück: «Ich habe Unrecht getan», sagte er, «und einen Menschen ausgeliefert, der unschuldig ist.» Doch sie antworteten ihm: «Was geht das uns an! Dies ist deine Sache: Sieh du nur zu!» Da warf er die Silberstücke in den Tempel und ging fort, irgendwohin, und hängte sich auf. Die Grossen Priester nahmen das Geld, doch weil es Mordlohn war, wollten sie das Silber nicht in den Tempelschatz legen: «Dieses Geld», sagten sie, «ist blutiges Geld», und berieten, was damit zu tun sei. Endlich entschlossen sie sich, von dem Geld den Töpferacker zu kaufen, als einen Begräbnisplatz für die Fremden, und darum heisst dieser Ort bis zum heutigen Tag ‘Blutiger Acker’.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 27,1-2
Als es Morgen wurde, kamen die Grossen Priester und Mächtigen zusammen und beschlossen gemeinsam, Jesus hinrichten zu lassen. Sie liessen ihn binden, führten ihn ab, und übergaben ihn dem Statthalter Pilatus.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 26,69-75
Unterdessen sass Petrus draussen im Hof. Eine Magd kam auf ihn zu und sagte: «Auch du bist mit Jesus, dem Mann aus Galiläa, zusammengewesen.» Doch Petrus stritt es ab, und alle hörten, wie er sagte: «Ich weiss nicht, wovon du redest.» Aber als er hinausging, sah ihn beim Tor eine andere Magd: Die sagte zu den Leuten, die dort herumstanden: «Er ist mit Jesus, dem Mann aus Nazareth, zusammengewesen.» Doch Petrus stritt es zum zweiten Mal ab: «Ich schwöre, dass ich diesen Menschen nicht kenne.» Kurz darauf aber kamen die Leute zu ihm, die am Tor herumstanden, und sagten: «Doch, du gehörst zu ihm: Die Art, wie du redest, verrät dich.» Da begann Petrus zu fluchen und stiess Verwünschungen aus: «Ich sage euch», rief er, «dass ich diesen Menschen nicht kenne.» Doch kaum hatte er geschworen, da krähte der Hahn, und Petrus erinnerte sich, dass Jesus gesagt hatte: «Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen». Und ging hinaus und weinte.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 26,67-68
Dann spuckten sie ihm ins Gesicht, misshandelten ihn, schlugen mit Stöcken auf ihn ein und schrien voll Hohn: «Grosser Prophet und Gesalbter! Verkündige uns: Wer hat dich geschlagen?»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 26,63b-66
Aber der Grosse Priester sagte zu ihm: «Beim lebendigen Gott! Ich beschwöre dich: Sag uns: Bist du der Messias, Gottes Sohn?» Jesus antwortete ihm: «Das hast du gesagt. Ich aber sage euch, ihr werdet sehen: Von nun an sitzt der Menschensohn zur Rechten Gottes, der die Macht hat, und kommt auf den Wolken des Himmels.» Da zerriss der Grosse Priester sein Gewand und sagte: «Nun brauchen wir keine Zeugen mehr: Das war Gotteslästerung! Ihr habt es alle gehört. Sagt, worauf ihr erkennt!» «Schuldig», sagten sie, «er soll sterben!»
Übersetzung Walter Jens 1972
