Bibel
Durchgehende Lesung biblischer Bücher
Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament.
Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0
Rut 3
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
1 Und Noomi, ihre Schwiegermutter, sagte zu ihr: Meine Tochter, sollte ich dir nicht ein Zuhause suchen, in dem es dir gut geht? 2 Und ist denn nun nicht Boas, mit dessen jungen Frauen du zusammen warst, unser Verwandter? Sieh, heute Nacht worfelt er die Gerste auf der Tenne. 3 Du aber sollst dich baden und salben und dir deinen Mantel umhängen und hinunter zur Tenne gehen. Gib dich dem Mann nicht zu erkennen, bis er fertig ist mit dem Essen und Trinken. 4 Und wenn er sich schlafen legt, sollst du dir den Ort merken, wo er sich niederlegt. Dann geh hin und decke seine Füsse auf und leg dich nieder, und er wird dich wissen lassen, was du tun sollst. 5 Und sie sagte zu ihr: Alles, was du sagst, will ich tun. 6 Und sie ging hinunter zur Tenne und machte alles so, wie ihre Schwiegermutter es ihr geboten hatte. 7 Und Boas ass und trank, und sein Herz war guter Dinge. Und er ging, um sich am Rand des Getreidehaufens schlafen zu legen. Und sie kam heimlich und deckte seine Füsse auf und legte sich nieder. 8 Und mitten in der Nacht erschrak der Mann und griff um sich, und sieh, da lag eine Frau an seinen Füssen. 9 Und er sagte: Wer bist du? Und sie sagte: Ich bin Rut, deine Magd. Breite den Saum deines Gewands über deine Magd, denn du bist ein Löser. 10 Da sprach er: Gesegnet bist du vom HERRN, meine Tochter. Du hast jetzt noch schöner als zuvor gezeigt, wie gut du bist, da du den jungen Kerlen, ob arm oder reich, nicht nachläufst. 11 Und nun fürchte dich nicht, meine Tochter. Alles, was du sagst, will ich für dich tun, denn in jedem Tor meines Volks weiss man, dass du eine tüchtige Frau bist. 12 Und nun ist es zwar wahr, dass ich ein Löser bin, es gibt aber einen Löser, der noch näher verwandt ist als ich. 13 Bleib über Nacht, und am Morgen, wenn er dich lösen will, gut, so soll er lösen. Wenn er dich aber nicht lösen will, so werde ich dich lösen, so wahr der HERR lebt. Bleib liegen bis zum Morgen. 14 Und sie schlief an seinen Füssen bis zum Morgen. Dann stand sie auf, noch ehe einer den anderen erkennen konnte. Und er sagte: Es soll nicht bekannt werden, dass die Frau auf die Tenne gekommen ist. 15 Und er sagte: Gib mir den Überwurf, den du trägst, und halte ihn fest. Und sie hielt ihn fest, und er mass sechs Mass Gerste ab und lud es ihr auf. Dann ging er in die Stadt, 16 sie aber kam zu ihrer Schwiegermutter. Und diese fragte: Wie steht es mit dir, meine Tochter? Und sie berichtete ihr alles, was der Mann für sie getan hatte. 17 Und sie sagte: Diese sechs Mass Gerste hat er mir gegeben, denn er hat gesagt: Du sollst nicht mit leeren Händen zu deiner Schwiegermutter kommen. 18 Und sie sagte: Bleib, meine Tochter, bis du weisst, wie die Sache ausgeht. Denn der Mann wird nicht ruhen, es sei denn, er habe die Sache schon heute zu Ende geführt.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Sach 7,7-14
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
7 Sind das nicht die Worte, die der HERR ausgerufen hat durch die früheren Propheten, als Jerusalem bewohnt und ohne Sorge war mit seinen Städten ringsum und als der Negev und die Schefela bewohnt waren? 8 Und das Wort des HERRN erging an Sacharja: 9 So spricht der HERR der Heerscharen: Fällt gerechte Urteile und übt Gnade und Barmherzigkeit, ein jeder gegenüber seinem Bruder! 10 Und unterdrückt nicht die Witwe und die Waise, den Fremden und den Armen. Und keiner ersinne in seinem Herzen Unheil gegen seinen Bruder. 11 Sie aber haben sich geweigert, darauf zu achten, und störrisch haben sie mit der Schulter gezuckt, und ihre Ohren haben sie schwerhörig gemacht, um nicht hören zu müssen. 12 Und ihr Herz haben sie zu Diamant gemacht, um die Weisung nicht hören zu müssen und die Worte, die der HERR der Heerscharen durch seinen Geist gesandt hat, durch die früheren Propheten. Da ging grosser Zorn aus vom HERRN der Heerscharen. 13 Und so, wie er gerufen hat und sie nicht gehört haben, so werden sie rufen, und ich werde nicht hören!, spricht der HERR der Heerscharen. 14 Und im Sturm wirble ich sie in alle möglichen Nationen, die sie nicht kennen, und hinter ihnen wird das Land verwüstet, so dass niemand hindurchzieht und niemand mehr dort wohnt: Ein wunderbares Land haben sie zur Wüstenei gemacht!
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Röm 14,10-13
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
10 Du aber, was richtest du deinen Bruder? Und du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes treten müssen. 11 Denn es steht geschrieben: So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich beugen jedes Knie, und jede Zunge wird sich zu Gott bekennen. 12 Es wird also jeder von uns für sich selbst Rechenschaft ablegen müssen vor Gott. 13 Wir wollen einander also nicht mehr richten! Achtet vielmehr darauf, dem Bruder keinen Anstoss zu geben und ihn nicht zu verführen.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Psalm 42
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
1 Für den Chormeister. Ein Weisheitslied der Korachiter. 2 Wie die Hindin lechzt an versiegten Bächen, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. 3 Meine Seele dürstet nach Gott, dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Angesicht schauen? 4 Meine Tränen sind mein Brot bei Tag und bei Nacht, denn allezeit sagen sie zu mir: Wo ist dein Gott? 5 Daran will ich denken und mich in meiner Seele erinnern, dass ich einherging in dichtem Gedränge, mit ihnen ging zum Haus Gottes mit lautem Jubel und Dank in feiernder Menge. 6 Was bist du so gebeugt, meine Seele, und so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn wieder preisen, ihn, meine Hilfe und meinen Gott. 7 Meine Seele ist gebeugt in mir, darum gedenke ich deiner vom Land des Jordan und vom Hermon her, vom Berg Mizar. 8 Flut ruft zur Flut beim Tosen deiner Wasserfälle, alle deine Brandungen und Wogen gehen über mich hin. 9 Am Tag erweist der HERR seine Gnade, und des Nachts ist sein Lied bei mir, ein Gebet zum Gott meines Lebens. 10 Ich spreche zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich trauernd umhergehen, bedrängt vom Feind? 11 Wie Mord ist es in meinen Gebeinen, wenn meine Gegner mich verhöhnen, da sie allezeit zu mir sagen: Wo ist dein Gott? 12 Was bist du so gebeugt, meine Seele, und so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn wieder preisen, ihn, meine Hilfe und meinen Gott.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Gal 6,2
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
2 Tragt einer des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Joh 8,3-11
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
3 Da bringen die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden ist, stellen sie in die Mitte 4 und sagen zu ihm: Meister, diese Frau ist beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt worden. 5 Im Gesetz aber hat Mose uns vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Du nun, was sagst du dazu? 6 Dies sagten sie, um ihn auf die Probe zu stellen, damit sie einen Grund hätten, ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie immer wieder fragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie! 8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. 9 Sie aber hörten es und entfernten sich, einer nach dem anderen, die Ältesten voran, und er blieb allein zurück mit der Frau, die in der Mitte stand. 10 Jesus aber richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat keiner dich verurteilt? 11 Sie sagte: Keiner, Herr. Da sprach Jesus: Auch ich verurteile dich nicht. Geh, und sündige von jetzt an nicht mehr!
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Dtn 5,6-11
6 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus einem Sklavenhaus. 7 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 8 Du sollst dir kein Gottesbild machen, keinerlei Abbild von etwas, was oben im Himmel, was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. 9 Du sollst dich nicht niederwerfen vor ihnen und ihnen nicht dienen, denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Vorfahren heimsucht an den Nachkommen bis in die dritte und vierte Generation, bei denen, die mich hassen, 10 der aber Gnade erweist tausenden, bei denen, die mich lieben und meine Gebote halten.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
6 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus einem Sklavenhaus. 7 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 8 Du sollst dir kein Gottesbild machen, keinerlei Abbild von etwas, was oben im Himmel, was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. 9 Du sollst dich nicht niederwerfen vor ihnen und ihnen nicht dienen, denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Vorfahren heimsucht an den Nachkommen bis in die dritte und vierte Generation, bei denen, die mich hassen, 10 der aber Gnade erweist tausenden, bei denen, die mich lieben und meine Gebote halten.
11 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Psalm 103
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
1 Von David. Lobe den HERRN, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen. 2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. 3 Der all deine Schuld vergibt und alle deine Krankheiten heilt, 4 der dein Leben aus der Grube erlöst, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen, 5 der dich mit Gutem sättigt dein Leben lang. Dem Adler gleich erneuert sich deine Jugend. 6 Taten der Gerechtigkeit vollbringt der HERR und Recht für alle Unterdrückten. 7 Seine Wege hat er Mose kundgetan, den Israeliten seine Taten. 8 Barmherzig und gnädig ist der HERR, langmütig und reich an Güte. 9 Nicht für immer klagt er an, und nicht ewig verharrt er im Zorn. 10 Nicht nach unseren Sünden handelt er an uns, und er vergilt uns nicht nach unserer Schuld. 11 So hoch der Himmel über der Erde, so mächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten. 12 So fern der Aufgang ist vom Untergang, so fern lässt er unsere Verfehlungen von uns sein. 13 Wie ein Vater sich der Kinder erbarmt, so erbarmt der HERR sich derer, die ihn fürchten. 14 Denn er weiss, welch ein Gebilde wir sind, bedenkt, dass wir Staub sind. 15 Des Menschen Tage sind wie Gras, er blüht wie eine Blume des Feldes: 16 Wenn der Wind darüber fährt, ist er dahin, und seine Stätte weiss nicht mehr von ihm. 17 Aber die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit über Kindeskindern, 18 über denen, die seinen Bund halten und seiner Gebote gedenken in der Tat. 19 Der HERR hat im Himmel seinen Thron errichtet, und sein Königtum herrscht über das All. 20 Lobt den HERRN, ihr seine Boten, ihr starken Helden, die ihr sein Wort vollbringt, gehorsam seinem gebietenden Wort. 21 Lobt den HERRN, all seine Heerscharen, ihr seine Diener, die ihr seinen Willen tut. 22 Lobt den HERRN, all seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den HERRN, meine Seele.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
Jes 44, 21-23
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
21 Denk daran, Jakob, Israel, denn du bist mein Diener! Ich habe dich gebildet, mein Diener bist du. Israel, vergiss mich nicht. 22 Wie eine Wolke habe ich deine Vergehen weggewischt und deine Sünden wie Gewölk. Kehr zurück zu mir, denn ich habe dich erlöst. 23 Juble, Himmel, denn der HERR hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und jeder Baum darin! Denn der HERR hat Jakob erlöst, und in Israel verherrlicht er sich.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
1 Tim 1, 12-17
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
12 Ich danke dem, der mich ermächtigt hat, Christus Jesus, unserem Herrn, dafür, dass er mir sein Vertrauen geschenkt und mich in seinen Dienst gestellt hat, 13 mich, der ich zuvor ein Gotteslästerer war und andere verfolgte und misshandelte. Doch ich habe Erbarmen gefunden, weil mir, da ich noch im Unglauben war, nicht bewusst war, was ich tat. 14 Überreich aber zeigte sich die Gnade unseres Herrn und mit ihr Glaube und Liebe in Christus Jesus. 15 Zuverlässig ist das Wort und würdig, vorbehaltlos angenommen zu werden: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten - unter ihnen bin ich der erste. 16 Doch eben darum habe ich Erbarmen gefunden: An mir als Erstem sollte Christus Jesus die ganze Fülle seiner Geduld zeigen, beispielhaft für alle, die künftig an ihn glauben und so ewiges Leben finden. 17 Ehre und Herrlichkeit sei dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren und einzigen Gott, in alle Ewigkeit, Amen.
Züricher Bibel (TVZ-Verlag)
