Chronik

Weltgeschehen und reformierte Gedenktage

Die Chronik bietet Ge­denk­tage aus der reformierten Kir­chen- und Kulturge­schichte sowie Persönlichkeiten oder Er­eig­nisse mit runden Ge­burts­tagen, viele ausdrücklich reformiert, andere mit Nähe zur reformierten Welt. Lizenz: CC-BY-SA 4.0.

13.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

13. August 1727 – Aufbruch in Herrnhut

Am 13. August 1727 erlebte die Gemeinschaft in Herrnhut eine tiefgreifende geistliche Erneuerung. Unter der Leitung von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf fanden Christen unterschiedlicher Herkunft zu neuer Einheit im Glauben. Aus diesem Aufbruch entstand die Herrnhuter Brüdergemeine, deren weltweite Missionsarbeit bis heute nachwirkt

12.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

12.8.1584 - Hohe Schule Herborn

1559 hat Calvin in Genf die Académie gegründet. Sie ist Vorbild vieler Akademien in reformierten Gebieten geworden. Im deutschen Sprachraum heisst sie Hohe Schule. Vor fünf Jahren ist das reformierte Bekenntnis eingeführt worden. Heute stiftet Graf Johann VI. von Nassau die Johannea. Sie hat eine theologische, juristische, medizi­ni­sche und philosophische Fakultät. Ihre Blütezeit wird sie mit den Professoren Pis­ca­tor, Olevian und Althusius sowie den Studenten Molnár aus Ungarn und Comenius aus Böhmen erleben. Der Zürcher Drucker Corvinus wird 900 Schriften vervielfäl­ti­gen. Die Bundestheologie wird ihre Spezialität sein.

11.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

11.8.1817 - Nassauische Union

Erst seit einem Jahr gibt es das Herzogtum Nassau mit der Hauptstadt Wiesbaden. Es ist aus 39 Territorien mit Lutheranern und Reformierten gebildet worden. Der Lan­desherr hat die erste Generalsynode nach Idstein im Taunus einberufen, um aus Grün­den der Staatsraison Verwaltung, Schule und Kultus zu vereinheitlichen. Heute verfügt er das erste Unionsdekret. Ihm werden ähnliche Dekrete noch in diesem Jahr in Preussen, im nächsten in Hanau und Fulda sowie in der Pfalz, in drei Jahren in Waldeck und Pyrmont und Anhalt, in vier in Baden und in fünf in Rheinhessen folgen.

7.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

7.8.1560 - Confessio Scotica

Seit einer Woche tagt in Edinburgh das schottische Parlament. Ein Kreis um den schot­tischen Reformator John Knox, der im Mai vor einem Jahr aus Genf zurück­ge­kehrt ist, hat ihm eine Petition zur Abschaffung römischer Irrlehren vorgelegt. Darauf­hin hat es den Auftrag erhalten, in vier Tagen eine Zusammenfassung der reformier­ten Lehre zu präsentieren. Heute liegt sie vor und wird mit grosser Mehrheit ange­nom­men. Bald danach werden die römische Messe und die päpstliche Jurisdiktion auf schottischem Boden verboten.

4.8.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

Am 4. August 1427 scheiterte bei Mies (heute Stříbro in Tschechien) der vierte Kreuzzug gegen die Hussiten. Die Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus verteidigten erfolgreich ihre Gemeinden und ihren Glauben gegen ein großes katholisches Heer. Die Niederlage der Kreuzritter zeigte, dass die Forderung nach kirchlicher Erneuerung nicht mehr mit Gewalt unterdrückt werden konnte. Die Hussiten gelten als wichtige Vorläufer der Reformation des 16. Jahrhunderts

2.8.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

Am 2. August 1552 wurde der Passauer Vertrag zwischen König Ferdinand I. und den evangelischen Reichsständen geschlossen. Darin gewährte König Ferdinand I. den evangelischen Reichsständen weitreichende Religionsfreiheit und bereitete die Freilassung des gefangenen Landgrafen Philipp von Hessen vor.  Der Passauer Vertrag bereitete den Augsburger Religionsfrieden von 1555 vor und schuf Voraussetzungen dafür, dass sich die evangelischen Kirchen im Reich weiterentwickeln konnten. Auch wenn die Reformierten erst 1648 im Westfälischen Frieden reichsrechtlich anerkannt wurden, markiert der Vertrag einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu religiöser Duldung und Gewissensfreiheit

1.8.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

1.8.1559 - Institutio Christianae Religionis

Seit der Erstausgabe von 1536 hat Jean Calvin unermüdlich an seiner Darstellung des reformierten Glaubens gearbeitet. Heute setzt er mit dem Vorwort den Schluss­punkt. Sie wird die grösste Dogmatik der reformatorischen Epoche bleiben und zur weltweit nachhaltigsten Dogmatik des Protestantismus werden. Bereits ihr erster Satz ist reformiertes Urgestein: All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient und wahr und zuverlässig ist, umfasst im Grunde eigentlich zweier­lei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis.

27.7.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

27. Juni 1556 – Die Stratford-Märtyrer

Am 27. Juni 1556 wurden bei London dreizehn Protestanten, die sogenannten Stratford-Märtyrer, wegen ihres evangelischen Glaubens auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Die Verfolgungen fanden während der Regierungszeit der katholischen Königin Maria I. von England statt. Das Schicksal dieser Männer und Frauen zeigt, wie hoch der Preis war, den viele Menschen in der Reformationszeit für ihr Bekenntnis zahlten. Ihr Zeugnis stärkte die protestantische Bewegung in England nachhaltig.

26.7.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

26.7.1581 - Plakkaat van Verlatinghe

1477 sind alle siebzehn Provinzen der burgundischen Niederlande an das Haus Habs­­burg gefallen. Unter König Philipp II., dem spanischen Habsburger, ist es seit 1566 zu erheblichen Spannungen zwischen reformierten Nordprovinzen und katholi­schen Südprovinzen gekommen. Vor zwei Jahren hat sich die Union von Arras zum katholischen Spanien bekannt, worauf sich die sieben reformierten Provinzen Hol­land, Zeeland, Utrecht, Gelderland, Overijssel, Groningen und Friesland in der Ut­rech­ter Union vereinigt haben. Heute sind die reformierten Niederlanden in Den Haag versammelt, um sich offiziell von Philipp II. abzuwenden, die Republik aus­zu­rufen und sich ein Parlament, den Staten-Generaal, zu geben.

25.7.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

25.7.1593 - Henri IV

Seine Grossmutter ist Marguerite d’Angoulême, die reformierte Prominenz bei sich ver­steckt hat, seine Mutter Jeanne d’Albret, die als Königin von Navarra 1561 die Re­formation eingeführt hat. Er ist katholisch getauft und reformiert erzogen worden. 1572-76 hat er sich gezwungenermassen katholisieren lassen, seither in den Huge­not­tenkriegen aber wieder die reformierte Partei unterstützt. Heute konvertiert er offi­ziell zur katholischen Kirche, um die Krone erben und nach acht Hugenottenkriegen Frankreich befrieden zu können, eine politische Entscheidung. Im nächsten Februar wird er zum König gesalbt werden und nach vier Jahren das Toleranzedikt von Nantes erlassen. Paris ist eine Messe wert, ist sein Spruch des Tages.

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