Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 43

1. O judge me, God of my salvation, / Plead Thou my cause, defending me / Against a cruel, ungodly nation; / From a deceitful generation / O save Thou me and set me free, / That I may honor Thee.

2. Thou art my stronghold from oppression, / O why then hast Thou cast me off? / Why let my foes with their aggression / Cause me such mourning and depression? / See how they gather round to scoff / And at my woes to laugh.

3. Send forth, O LORD of my salvation, / Thy light and truth to be my guide; / O let their rays, in my privation, / Lead me unto Thy habitation, / Where ‘neath Thy wing I’ll be supplied / With grace Thou wilt provide.

4. Then, at Thy sacred altar bending, / My heart to God in prayer I’ll raise. / With harp and voice, in worship blending, / Thy courts resound; while Psalms, ascending / To God my highest joy, bring praise / For all His wondrous ways.

5. My soul, why are you sad and grieving, / Why so oppressed with anxious care? / Hope yet in God, His Word believing; / For, light and joy from Him receiving, / I’ll praise His Name again and laud / My Helper and my God.
William Kuipers, 1931, et alv 


Audio-File: Genevan Psalter, Owens, Michael E.
Psalm 128

1. So wird es stets geschehen: / Wer an den HERRN sich hält, / dem wird es wohl ergehen, / weil Gott dein Tun gefällt. / Du siehts, wie reicher Segen / auf deinem Leben ruht. / Gott ist mit deinen Wegen: / Wohl dir, du hast es gut!

2. Der HERR gibt deinem Leben / Gelingen und Gedeihn, / lässt Freunde dich umgeben, / du muss nicht einsam sein. / Er stellt an deine Seite / den Menschen, der dich liebt, / und Kinder, dir zur Freude, / weil er so gerne gibt.

3. Bis in die fernsten Zeiten / wird dich von Zion aus / die Huld des HERRN geleiten, / dich und dein ganzes Haus. / Gott hat dir Glück beschieden, / aus Zion scheint es hell, / ja, über dir sei Frieden / und über Israel.
Melodie: 1543 / Genf 1551 / Text: Alfred Rauhaus 1992


Audio-File: Chormusik zum Genfer Psalter
Psalm 58

1. Ihr Mächtigen, nach Gottes Willen / die Hüter der Gerechtigkeit, / bestellt, den Erdkreis allezeit / mit Recht und Frieden zu erfüllen: / Wenn ihr die Stimme hebt und sprecht, / ist, was ihr sagt, dann wirklich Recht?

2. Und wenn ihr wägt mit euren Händen / was Wahrheit und was Lüge sei, / dann sprecht ihr doch den Bösen frei / und wollt das Unrecht nicht beenden, / weil euer Herz die Schlechtigkeit / mehr liebt als die Gerechtigkeit.

3. Die Bösen gehn, seit sie geboren / vom ersten Tag, von Anfang an / beherzt auf ihrer falschen Bahn. / Wer auf sie trifft, der ist verloren. / Ihr Gift bringt um, und niemals hört / die Schlange, wenn man sie beschwört.

4. Errett uns, Gott! Du musst verschließen / der Bösen Rachen, der uns droht. / Ach hilf uns, HERR, aus unsrer Not! / Lass sie wie Wasser schnell verfließen. / Lass sie vergehen wie das Gras, / wie Dornen, die das Feuer fraß.

5. Wie wird sich der Gerechte freuen, / wenn er erlebt, dass Gottes Kraft / Gerechtigkeit auf Erden schafft. / Dann sagen alle: Den Getreuen / belohnt der HERR, der in der Welt / durch seine Macht das Recht erhält.
Melodie: Genf 1562 / Text: Alfred Rauaus 1991 


Audio-File: Dick Sanderman
Psalm 18

1. HERR, meine Stärke, dich will ich erheben, / mein Fels, mein Hort, der Zuflucht mir gegeben. / Mein Schirmer und mein Schild warst du, o Gott, / bei dir fand Rettung ich in meiner Not. / Als hoch mein Haupt des Todes Flut bedecket, / die Ströme des Verderbens mich erschrecket, / in meiner Not schrie ich, o HERR, zu dir, / da hörtest du und wandtest dich zu mir.

2. Die Erde bebte und die Berge wankten, / erzitterten vor seinem Zorn und schwankten. / Ja, Rauch und Feuer gingen von ihm aus. / Mit Finsternis und großen Sturmes Braus / erschien der HERR, vor seinem Schelten flohen / die Fluten, die sein Schöpfungswerk bedrohen. / Aus tiefen Wassern zog mich seine Hand, / dass Rettung ich vor meinen Hassern fand.

3. Der HERR hat mir getan nach meinen Taten. / Ich wandelte den Weg, den er geraten. / Von meinem Gott fiel ich nicht treulos ab. / Sein heilig Recht ich stets vor Augen hab. / Du, HERR, beweist den Treuen deine Treue, / dass deine Huld die Lauteren erfreue. / Den Armen hilfst du. Hochmut stürzet schnell. / Du bist mein Licht, du machst mein Dunkel hell.

4. Mit dir kann ich der Feinde Schar bezwingen, / mit meinem Gott auch über Mauern springen. / Vollkommen ist sein Weg, sein Wort ist wahr. / Er ist ein Schild, schützt mich in der Gefahr. / Denn wer ist Gott, wenn nicht der HERR alleine? / Und welche Macht erhält so wie die seine? / Er gürtete mit Kraft mich allezeit. / Er führte mich zum Sieg in jedem Streit.

5. Er macht mich schnell und führt mich auf die Höhen. / Er machte mich geschickt und ließ mich sehen, / wie seine Huld auf weiten Raum mich stellt / und seine Kraft die Feinde niederfällt. / Sie konnten nicht vor meiner Hand bestehen. / Ich ließ wie Staub im Winde sie verwehen. / Dein Beistand hat Errettung mir gebracht / von ihrer Wut und großen Übermacht.

6. Du setztest mich zu vieler Völker König / und machtest mir die Fürsten untertänig, / hobst mich empor durch deine starke Hand. / Ich preise dich, bei dem ich Rettung fand. / Dich, HERR mein Heil, will ewiglich ich loben. / Dein Name sei für immer hoch erhoben. / Ja, Hilfe ward stets Davids Haus zuteil. / Durch deine Huld fand dein Gesalbter Heil.
Melodie: 1543 / Genf 1551 / Text: Alfred Rauaus 1990 


Audio-File: Dick Sanderman
Psalm 5

1. HERR, du wirst merken auf mein Flehen. / Am Morgen schau ich aus nach dir. / Mein Gott, als Tröster zeig dich mir. / Ich weiß doch: Wer dein Recht will schmähen, / kann nicht bestehen.

2. Ich will voll Dank dein Haus betreten, / dein Wort ermutigt mich dazu. / In deinem Tempel find ich Ruh, / um deinen Namen anzubeten, / den hoch erhöhten.

3. HERR, deinem Wort will ich mich fügen. / Mach eben vor mir deine Bahn / und zeig mir, wo ich gehen kann. / Der Feind will gern dein Recht verbiegen / und mich betrügen.

4. Lass büßen ihn nach deinem Willen, / sein böses Treiben bring zu Fall / und tilg den Frevel überall. / Den Sturm des Unrechts wirst du stillen, / dein Wort erfüllen.

5. Ich weiß, du wirst mit deinem Segen / ein Schild sein dem, der dir vertraut, / lässt jauchzen den, der auf dich baut, / kommst ihm auf allen seinen Wegen / gnädig entgegen. / Melodie: Straßburg-Genf 1542 / Text: Walter Herrenbrück 1991


Audio-File: Dick Sandermann
Psalm 36

1. Der Böse redet stolz sich ein, / dass Gottesfurcht sei Wahn und Schein, / dass Gott darauf nicht achtet. / Dann rühmt er, dann gefällt er sich, / wenn er geheim und öffentlich / nach Freveltaten trachtet. / Sein Denken ist Vermessenheit, / sein Wort und Tat Gottlosigkeit, / und nimmer sinnt er Gutes. / Des Nachts erdenkt er seinen Plan, / schafft sich am Tage freie Bahn, / wirkt Unheil frohen Mutes. 

2. HERR, deine Güt und Wahrheit steht, / so hoch und weit der Himmel geht, / dein Recht steht ohne Wanken. / Ist dein Gericht ein Abgrund mir, / so müssen Mensch und Vieh doch dir / für deine Hilfe danken. / Wie teur ist deine Güte! Du, / du gibst den Menschenkindern Ruh / in deiner Flügel Schatten, / wo du aus Freudenströmen tränkst, / die Güter deines Hauses schenkst / und hoch erquickst die Matten. 

3. Bei dir fließt unser Lebensquell, / in deinem Lichte sehn wir hell, / wir können sonst nicht sehen. / Lass über deiner Kinder Schar / dein Recht und Gnade immerdar / als Schild und Sonne stehen. / Kein stolzer Fuß zertrete mich, / nie rühm die Hand des Frevlers sich, / dass sie mich stoß darnieder. / Die Bösen stürzt ihr böser Sinn, / seht, die Verbrecher sinken hin / und kehren nimmer wieder. 
Melodie: 1543 / Genf 1551 / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Audio-File: Chormusik zum Genfer Psalter
Psalm 99

1. Gott, der HERR regiert. Ihm allein gebührt / Ehre, Macht und Reich. Völker, bücket euch, / bücket euch vor ihm auf den Cherubim! / Seht, die Erde bebet, wenn er sich erhebet! 

2. Gott allein ist groß, herrlich Zions Los. / Aller Völker Macht bei ihm nichts geacht’t, / alles bückt sich hier. Jeder huldge dir, / preise deinen Namen hoch und heilig. Amen. 

3. Seht die Majestät unsers Königs, seht, / wo ist wohl ein Reich seinem Reiche gleich? / Weil er liebt das Recht, liebt es Herr und Knecht. / Er hat Licht und Leben seinem Volk gegeben. 

4. Kommt, erhebet gern unsern Gott und HERRN! / Werft euch vor ihm hin und anbetet ihn, / wo sein Schemel steht und er sich erhöht. / Preiset seinen Namen hoch und heilig. Amen. 

5. Auf, erhebet gern unsem Gott und HERRN! / Fallet vor ihm hin und anbetet ihn! / Der uns nahe wohnt, noch den Sucher lohnt. / Er, der HERR, ist heilig. Unser Gott ist heilig.  
Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Audio-File: Dick Sanderman
Psalm 108

1. My heart is steadfast, O my God, / And I will sing unto Thy laud, / Yes, I will make a melody / And give my thanks, O LORD, to Thee. / Awake, O harp and lyre, a wake! / For I will urge the dawn to break. / I’ll sing Thy glory to the nations, / Thy praise among their populations. / Great is, O God, Thy steadfast love / Right to the heavens and above; / Thy faithfulness soars to the skies. / Let over earth Thy glory rise; / Let, reaching to the clouds, Thy praise / Transcend our earthly human ways. / Now rescue Thy beloved nation. / O God, reply! Send us salvation! 

2. The LORD spoke in His holiness / And gave these steadfast promises: / “Shechem and Succoth I’ll subdue, / Moab and Edom conquer too. / Manasseh’s tribe belongs to me, / While Ephraim shall my helmet be, / And Judah is my scepter glorious; / In Palestine I’ll be victorious.” 

3. Who will to me the stronghold show / And help me into Edom go? / Are we cast off because of sin? / When wilt Thou lead our host again? / LORD, guide us as none other can, / For worthless is the aid of man. / With God we’ll rise to bold endeavor, / For He will crush our foes forever.
Text: Dewey Westra, 1961, & William Helder, 1972


Audio-File: Genevan Psalter, Owens, Michael E.
Psalm 67

1. HERR, unser Gott, auf den wir trauen, / entzieh uns deine Güte nicht, / lass auf uns her dein Antlitz schauen, / erleuchte, tröst uns durch dein Licht, / dass durch uns auf Erden / mög verbreitet werden / was dein Arm getan! / Gott gibt Heil und Freuden. / Sähn doch alle Heiden, / was Gott geben kann! 

2. Dich werden, Gott, die Völker loben, / von allen wirst du einst erhöht, / ja, du allein wirst hoch erhoben / in deines Namen Majestät. / Alle sehn entzücket, / wie dein Heil beglücket / jedes Volk und Land. / Ja, wo du regierest, / Menschen richtest, führest, / wird dein Heil erkannt. 

3. Dich werden, Gott, die Völker loben, / von allen wirst du einst erhöht. / Ja, du allein wirst hoch erhoben / in deines Namens Majestät. / Gottes Erde gibet, / weil er Menschen liebet, / Brot, das uns erhält. / Er kommt uns mit Segen / überall entgegen. / Fürcht ihn, alle Welt!
Melodie: 1543 / Genf 1551 / Text: Matthias Jorissen 1793


Audio-File: Dick Sanderman
Psalm 105

1. O thank the LORD with great rejoicing, / His deeds among the peoples voicing! / Praise Him, His wondrous works proclaim / And glory in His holy Name. / Let those who seek Him praise the LORD, / Their hearts exulting in His word. 

2. Turn to the LORD, who fails us never, / And seek His face, His strength, forever. / Recall the wonders He has wrought, / The righteous judgments He has taught. / Remember these, you chosen ones, / O Abraham’s offspring, Jacob’s sons! 

3. He is the LORD, our God unfailing, / His judgments everywhere prevailing. / He will remember and uphold / His covenant made in days of old. / The steadfast words He did command / A thousand generations stand. 

4. Firm stands His word to Abraham spoken, / His oath to Isaac, never broken. / His everlasting covenant / With Israel God will not recant. / He said, “To you this land I give, / That as My heirs you there may live.” 

5. When few in number and neglected / They by the nations were rejected, / And when they wandered far and wide, / The LORD remained their faithful Guide. / So none His people could oppress; / Kings could not curse when God did bless. 

6. He said, “Touch not whom I anointed, / Nor harm the prophets I appointed.” / When famine came on God’s command / And hunger ravaged Canaan’s land / In breaking every staff of bread, / The LORD had sent a man ahead. 

7. Sold as a slave and torn by anguish / Did Joseph far in Egypt languish; / Forgotten and with irons chained, / There in a prison he remained / Until the king about him knew, / And then the LORD’s word proved him true. 
Text: W. van der Kamp, 1972; rev.


Audio-File: Genevan Psalter, Owens, Michael E.
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