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Auf der richtigen Osterspur

Ein Oster(puppen)spiel mit Kurzpredigt von Kerstin Bonk

Living Puppets (R)

Das Brot beim Abendmahl. Das Osterbrot. Das Brot als Symbol für das neue Leben, das aus dem (gestorbenen) Korn geknetet und gebacken wird. Wie gut, dass Gott sich ganz hineingegeben hat in die Welt.

Geschichte Sonntagsschulteam

Max und Mona als Handpuppen
auf dem Abendmahltisch steht das Abendmahl bereit.
Eine Bodenvase mit Getreide, verschiedene Töpfe mit Kornkeimlingen und Sprieslingen

Max: Hallo Mona. Toll, dass du auch da bist. Das finde ich denn richtig lässig.

Mona: Hallo Max! Ja, ich find‘s auch mega, dich zu sehen. Ostern feiern mit vielen zusammen, Kinder und Erwachsene, Grossen und Kleinen, das ist gut.

Max: Ja, find ich auch. Aber sag mal, ist dir auch das Korn da vorne aufgefallen? – Zeigt auf die Bodenvase mit Kornähren- Erst dachte ich, das steht noch vom Erntedank da.

Mona: Ja, komisch. Ostern und Korn??!! Du, das weiss ich nun auch nicht so genau. Wächst das nicht eher im Sommer? Oder?

Max: Ja, schon. Aber vielleicht hat es ja einen Grund, dass das hier steht. Ob es was mit Ostern zu tun hat? Kommt das Korn bei Jesus und den Geschichten über ihn vor? –Überlegt-
Ich glaub, ich habe da eine Idee. Jesu und Korn …. Weihnachten, da war doch Stroh wichtig. In der Krippe hat er doch gelegen, im Stall.

Mona: Ja, stimmt. Ganz nah bei den Tieren war er. Und die Hirten. Ja, da war Korn. Aber wir feiern doch jetzt nicht Weihnachten!
Du, mir fällt da noch was aus der Sonntagsschule ein. Da haben wir mal so einen Familien-Gottesdienst über Brot gemacht. Richtiges Brot haben wir da gebacken.

Max: Ja, stimmt. Und am Schluss haben wir Brötli verteilt. Das hat Spass gemacht.
Hat Jesus nicht gesagt, er ist sowas wie Brot?

Mona: Genau. Weil er so wichtig ist.
Und darum steht hier bestimmt auch Brot auf dem Tisch. Das gibt’s nachher noch für alle. Aber ob das reicht? Naja Osterzmorge ist ja auch noch, mit allem drum und dran. Hmh! – Reibt sich den Bauch!-
Aber du, da war doch auch noch so eine Geschichte, wo ganz viele Leute bei Jesus waren. Und dann hatten die alle Hunger. Und ich glaube, ein Kind hatte Brote. Das war eigentlich viel zu wenig für alle. Aber dann hat‘s doch gereicht. Irgendwie war es dann doch mehr.

Max: Die haben eben geteilt. Das war echt gut. Und alle waren satt und glücklich.
Aber irgendwie ist die Geschichte auch nicht richtig über Ostern. Da muss es doch um was anderes gehen.

Mona: Du Max, schau mal hier stehen so Blumentöpfe. – zeigt auf die Blumentöpfe- Ganz verschiedene. Vielleicht helfen die uns weiter. Und da ist eine kleine Schale, da liegt aber was Komisches drin. Siehst du das?

Max: Oh ja! Du, ich glaube jetzt sind wir auf der richtigen Spur. Osterspur.
Hmh. – nachdenklich - Hier ist also ein Blumentopf mit Erde. Da ist einer mit ein ganz bisschen grün. Und schau hier ist schon richtiges Gras. Wie draussen auf den Wiesen. Da ist das Grün auch wieder viel grüner als im Winter. Das ist ganz frisch hier, ganz neu.

Mona: Ja, ich freu mich immer richtig, wenn ich die ersten Blumen im Garten sehe. Meistens sind es so gelbe, die zuerst wachsen bei uns.

Max: Und hast du diese Schale gehen? Du, ich glaube das sind mal Körner gewesen. Und nun fangen die an zu wachsen. Du schau genau. – begeistert-

Mona: Boah!!!! Schau mal. Da sind kleine Härchen an dem einen Ende. Und am anderen Ende wird’s auch schon grün. Dann ist das eine Ende wohl die Wurzel und das andere wird die Pflanze!

Max: Und die wächst dann und wächst, und wird grösser und dann kommen neue Körner.

Mona: Genau!!! So wie in diesen Töpfen.
Aber bei einem sehe ich nur schwarze Erde. Da ist nichts Grünes, nur Schwarz. Nichts sonst. Traurig! Wenn da nun nichts wächst!
Aber, Moment mal. Da steht ja etwas auf dem Topf drauf. Kannst du das lesen?

Max: Klar! Ich gehe ja schon in die zweite Klasse. Warte mal, ich muss mal nah dran.
Also da steht: „Ein Korn wird in die Erde gelegt. Es stirbt. Es ist tot …  Aber dann: Neues Leben kommt hervor. Etwas Neues wächst: Neuer Halm, neue Ähre, neues Korn. Leben aus dem Tod. Ostern! Jesus ist auferstanden!“ (Steinwede)

Mona: Na klar. So ist das. Erst ist alles dunkel, schwarz, traurig. Und dann wächst neues Leben. Dann geht es doch weiter. Meinst du aus diesem Blumentopf wächst auch noch was Neues?

Max: Bestimmt. Und du, bei Jesus war das ja auch so. Erst war er tot. Da waren die Jünger ganz traurig.

Mona: Bestimmt war es in ihnen ganz schwarz. Schwarz wie die Erde. Wie bei einem Grab auf dem Friedhof.

Max: Aber dann kam Ostern. Ostern ist wie mit diesem Korn. Etwas Neues kommt, neues Leben.

Mona: Du ich glaube jetzt haben wir‘s miteinander geschafft. Nun haben wir doch noch herausgefunden, was das ganz Korn hier macht.

Max: Klar gemeinsam geht’s immer besser! Super, was wir jetzt alles entdeckt haben. Soviel Korn, Stroh und Brot gibt’s in den Geschichten über Jesus.

Mona: Das hätte ich zuerst gar nicht gedacht. Jesus wie ein Korn, erst tot, dann lebendig.

Lied 456, Korn das in die Erde, 1-3


Liebe Gemeinde,

langsam zieht die Wärme in die Küche. Das Holz knistert im Ofen. Bald werden die Flammen zurückgehen und der Ofen heiss genug sein.

Der Holzschuber lehnt griffbereit an der Wand. Mit ihm wird sie ein Brot nach dem anderen in den heissen Holzofen schieben. Schon jetzt kann sie den herrlichen Brotgeruch riechen. Wie gut, wenn das Brot aufgeht, braun und knusprig wird. Wenn die Arbeit aufgeht, wenn das fertige Brot dann auf dem Tisch liegt, duftend, stärkend.  

Jetzt steht sie noch an dem grossem Trog und knetet. Immer wieder drückt sie den Handballen in den warmen Teig, schlägt ihn um, und wiederholt das unzählige Male. Der Teig wandert von der linken in die rechte Hand und wieder zurück.  Solange bis sie zufrieden ist und der Teig glatt und geschmeidig ist.

Wie viel Teig hat sie in ihrem Leben schon so geknetet. Und wie viel Korn ist schon durch ihre Hände gelaufen. Wie viel Kilo Weizen, welche Fülle an Körnern.
Und wie viel hat sie mit hinein geknetet in die Brote. Kraft, Zeit. Ja, auch Liebe und Gedanken, Sorgen und Freude, Mitleid und auch Dank.

Früher, wenn sie am grossen Trog stand und knetete war sie in Gedanken oft bei den Kinder. Dachte an den Schulweg, an all das, was sie an diesem Tag erleben würden. Jetzt sind es oft die Enkel, die ihr beim Kneten in den Sinn kommen.

Oder es sind die Menschen von nebenan. Menschen, die zu ihrem Leben dazugehören. In Gedanken freut sich mit der einen. Mit einer Träne im Augenwinkel denkt sie an das Leid einer Anderen.

Und oft wandern ihre Gedanken auch zu denen, die kein Korn zum Kneten haben, die Hunger leiden. Wenn wieder irgendwo eine Hungerkatastrophe herrscht, Dürre oder Überschwemmung, dann muss sie beim Kneten unweigerlich an die Menschen und ihre Not denken.
Alles knetet sie in den Teig hinein, hinein in die Brote. Sie knetet in der Hoffnung, dass alles, was sie tut, nicht vergeblich ist. Dass es Sinn macht, sich hineinzugeben ins Leben.

Wenn sie dann so ganz allein in der Küche steht und knetet, dann fühlt sie sich gar nicht allein, sondern eingebunden in etwas Grösseres. Dann knetet sie und knetet und freut sich schon an den Duft, der bald aus dem Ofen ziehen wird. Welche Fülle.

Wie gut, dass das Korn gewachsen ist. Dass es nach dem langen harten Winter im dunklen Acker zu keimen begann. Wie schön das Kornfeld im Frühjahr aussah. Die spriessenden grünen Halme, dann das Wachsen und Reifen. Aus jedem Korn neues Korn. 70 bis 80 Körner pro Ähre. Welch eine Fülle, welche Kraft.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt,  bringt es viel Frucht, heisst es im Johannesevangelium.

Ja, so hat sie es erlebt. Nicht nur auf dem Acker draussen.
Auch auf dem Acker ihres Lebens.  Wenn sie sich hineingibt, sich hinein knetet in die Dinge der Welt, dann bleibt sie nicht allein. Dann entsteht daraus neues: Hoffnung, Gemeinschaft, Leben.

Sicher manchmal ist das auch nicht leicht, sich hinein zu geben, sich hinein zu kneten in die Welt. Es gibt Grenzen, sie hat Grenzen, das weiss sie. Auch sie ist nur ein Mensch.

Wie gut, dass Gottes Liebe keine Grenzen kennt. Dass Gott sich ganz hineingegeben hat in die Welt. Dass Gott in seinem Sohn nicht nur ein kurzer Gast war, sondern seine Worte so in diese Welt hinein geknetet hat, dass sie aufgingen, duftend, nährend.
In Worten und Taten hat Jesus Gottes Liebe gelebt. Hat sie konsequent vertreten, Zeichen gesetzt, den Menschen Zeit, Heilung, Zuwendung schenkt.

Und schliesslich hat er sein Leben hineingegeben in die Welt. Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt,  bringt es viel Frucht, heisst es.

Viel Frucht, nicht allein für sich. Darum ging es ihm. Viel Frucht bringen. Nicht nur kurzzeitig, nicht nur von der Hand in den Mund, sondern für immer. Frucht bringen und Menschen Brot geben, das sie nie mehr hungern lässt. Brot, das Leib und Seele satt macht. Brot geben, das alles Dunkle überwindet, sogar den Tod. Brot geben, das Hoffnung schenkt, Lebensfülle, die keine Grenzen kennt. Liebe, die wie Weizen wächst, weitergeht, zu Brot des Lebens wird, das nährt, sogar den Tod überwindet.

Heute feiern wir das: Die grenzenlose Liebe Gottes: Ostern – Auferstehung- Neues Leben. Und wir feiern es mit dem Bild vom Weizenkorn.

Ein Bischof aus dem 5. JH hat das einmal geraten: „Gehe beim Samenkorn in die Schule. Pflichte doch den Elemente bei, die dir ständig die Auferstehung predigen.“ Das haben wir heute gemacht. Und davon haben wir gesungen: Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.
Korn, grünen Halmen, Ähren, all das kam vor.

Und all das dürfen Sie mitnehmen. Als Bild und auch konkret. Alle bekommen am Schluss ein Säckchen mit Weizenkörnern. Zu Hause kann man es aussäen und beim Samenkorn in die Schule gehen. Man kann sich das Bild aus dem Johev. noch einmal vor Augen zu führen. Der Fülle und dem Leben nachspüren.

„Ein Korn wird in die Erde gelegt. Es stirbt. Es ist tot. Aber dann: Neues Leben wächst hervor. Etwas Neues wächst: Neuer Halm, neue Ähre, neues Korn. Leben aus dem Tod. Ostern: Christus ist auferstanden.“ (Steinwede)

Und später gibt es auch noch Brot. Abendmahlbrot. Brot des Lebens. Brot als Zeichen seiner Liebe. Brot das uns zeigt, dass er seine Liebe in unsere Welt hinein geknetet hat. Brot, das uns zeigt, dass Gott sich selbst in unser Leben hineingeknetet hat, seine guten Gedanken an uns, sein Mitleiden und sein Mitgehen.

Mit dem Abendmahlbrot kosten wir von seiner Botschaft. Eine Botschaft, aus der wir jeden Tag leben. Eine Botschaft, die wir selbst weitergeben, hineinkneten in die Welt, hineinkneten in unser Leben, in unsere Taten, hineinkneten in unsere Worte und Gedanken. Hineinkneten in unser Umfeld, so dass wir mit unserem Leben die Liebe weitergeben. Dass die Liebe wächst wie Weizen, grünt und viel Frucht bringt.

Mittlerweile ist der Ofen heiss genug. Sie schiebt die Brote eines nach dem anderen in den Ofen. Bald schon zieht der Duft des frischen Brotes durch die ganze Wohnung. Als sie später die schweren Brotlaibe aus dem Ofen zieht, erfüllt es sie mit Freude. Wunderbar, diese Fülle, alles aufgegangen.

Als die Brote abgekühlt sind, nimmt sie zwei. Sie weiss schon, wem sie sie bringen wird. Das Brot und all das, was sie hineingeknetet hat.
Liebe wächst. Ostern. Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

Amen

 


Kerstin Bonk, Reigoldswil (CH)

Homepage der Gemeinde in Regoldswil

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