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Liebe? Üben! - Predigt über 1Kor 13,5

von Pfarrer Holger Pyka im ''einfachen Gottesdienst'', Antoniterkirche Köln

©Foto 8bearb.): Andreas Olbrich

"Es geht nicht um die Hochzeit, es geht nicht nur, wenn überhaupt, um romantische Liebe, es geht um mehr als Zwei. Das muss ich mir neu klarmachen, meine Bibel nehmen und das Konfetti und den Puderzucker rausschütteln, die sich mit der Zeit zwischen den Seiten angesammelt haben. Und einen Schritt zurückgehen, um das größere Bild vor Augen zu bekommen..."

Liebe? Üben! - Predigt über 1Kor 13,5 (PDF)

Die Liebe ist nicht taktlos...

Sie sucht nicht das ihre...

Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen...

Sie rechnet das Böse nicht an...

Liebe Gemeinde,  

„Liebe“ also. Legen wir die Karten auf den Tisch: Als ich gelesen habe, dass in dieser Predigtreihe 1. Korinther 13 dran sein würde, habe ich erst einmal geseufzt. Schon wieder. Es ist Mai, die Hochsaison für kirchliche Trauungen beginnt und damit auch die Hochkonjunktur dieses Textes, der in fast jeder Trauung vorkommt und den gerade kirchenferne Brautpaare oft schätzen, weil er so schön ist – und weil scheinbar so wenig spezifisch Christliches darin vorkommt und man ihm noch eine ganze Reihe anderer sentimentaler Allgemeinplätze beifügen kann.
Besonders schwer fiel mir unter anderem immer der Vers, der für heute vorgegeben ist. „Sie ist nicht taktlos… sie sucht nicht das ihre… sie lässt sich nicht zum Zorn reizen… sie rechnet das Böse nicht an…“ Wenn solche Sätze als Durchhalteparole für Opfer häuslicher Gewalt ausgegeben und sicherlich auch zum Teil verstanden werden, dann ist das nicht weniger als der Humus, auf dem Neurosen blühen.

Allerdings: So meint Paulus das Ganze nicht, er schreibt von „der Liebe“, nicht von „den Liebenden“ – auch, wenn die Grenzen gerade im Freudentaumel vor der Hochzeit zu verschwimmen scheinen. Und Paulus hat diese Verse auch nicht für eine Trauung geschrieben. Was Paulus über die Ehe zu sagen hatte, das hat er ein paar Kapitel (1Kor 7) vorher getan, in notorisch unsentimentaler Manier: „Wer gar nicht voneinander lassen kann, der soll eben heiraten. Ich wünschte freilich, mehr Menschen wären (unverheiratet) wie ich, aber wenn es denn sein muss...“ Und es ist eigentlich paradox, dass ausgerechnet Paulus als eingefleischter Junggeselle so oft und gern auf die Hochzeit zitiert wird, während gleichzeitig den katholischen Kollegen oft jede Kompetenz in Sachen Beziehungen abgesprochen und ihnen vorgeworfen wird, sie würden wie die Blinden von der Farbe reden.

Es geht nicht um die Hochzeit, es geht nicht nur, wenn überhaupt, um romantische Liebe, es geht um mehr als Zwei. Das muss ich mir neu klarmachen, meine Bibel nehmen und das Konfetti und den Puderzucker rausschütteln, die sich mit der Zeit zwischen den Seiten angesammelt haben. Und einen Schritt zurückgehen, um das größere Bild vor Augen zu bekommen – es geht um mehr als zwei, es geht Paulus um die Gemeinde, um Menschen, die gemeinsam Christinnen und Christen sein wollen, und zwar zunächst einmal, ganz konkret in der antiken Hafenstadt Korinth am Peloponnes: Einer Gemeinde zwischen zwei Häfen in einer pulsierenden Metropole, in der es Probleme gibt. Probleme, weil Menschen unterschiedlich sind und bleiben: Da klafft die Schere zwischen arm und reich auseinander, da machen die Einen religiöse Erfahrungen, die sie glauben lassen, sie seien frömmer, christlicher, ernsthafter als die Anderen, die nicht so enthusiastisch sind, nicht so glänzende mitreißende Begabungen vorweisen können.

Dieser Gemeinde schreibt Paulus einen langen Brief mit viel Konkretem, aber auch mit viel Grundsätzlichem. Und in dem Abschnitt, den wir in diesem Jahr hier im „einfachen Gottesdienst“ auslegen, schreibt er nicht vor, sondern er beschreibt. Vorschreiben kann er in diesem Kapitel vielleicht gar nichts, denn Liebe lässt sich nicht machen – das wissen wir wahrscheinlich alle aus der einen oder anderen schmerzlichen Erfahrung.
Liebe lässt sich nicht machen, aber sie lässt sich „üben“. „Liebe üben“ überhaupt ist ein schöner Ausdruck für das, wozu dieses viel besungene Hohelied uns anreizen kann, und zwar in mehrfacher Hinsicht: 

Im Sinne von „ausüben“ – denn Liebe meint, zumal im biblischen Sprachgebrauch, mehr als das warme Gefühl, mehr als ein klopfendes Herz und flatternde Schmetterlinge: Liebe zeigt sich und besteht im handfesten Tun, das den Anderen ins Recht setzt und eine Beziehung auf Augenhöhe ermöglicht. Deswegen schreibt etwa Paulus im Brief an die Thessalonicher von der „Arbeit der Liebe“ (1Thess 1,3). 

„Liebe üben“, das heißt auch, dass solches Handeln trainiert, "eingeübt" werden kann und muss. 

Und schließlich schwingt beim „Üben“ ja auch das Wissen darum mit, dass die Perfektion noch nicht erreicht ist, wahrscheinlich, wenn wir Paulus beim Wort nehmen, in diesem Leben gar nicht erreicht werden kann. Und vielleicht spricht Paulus deswegen auch in dem Vers, um den es heute geht, in negativen Definitionen von der Liebe, weil seinen Hörerinnen und Hörern, seinen Leserinnen und Lesern Erfahrungen von dem, was Liebe nicht ist, womöglich näher liegen…

Sie ist nicht taktlos.

Das klingt zunächst schwer nach bürgerlichem Anstand, nach einem Korsett von Konventionen, die Gefühl und Herzlichkeit einzwängen, nach einer Fassade, die es zu polieren gilt. Liebe ist nicht taktlos, so übersetzt man neuerdings in Zürich und Genf, sie tanzt nicht aus der Reihe, hält sich an das vorgegebene Metrum und die wohltemperierte Stimmung eingängiger Konsensmusik. Sie ist nicht „ungehörig“, mahnte Luther, weiß also, was sich gehört, wo die Grenzen des gemeinhin Akzeptablen liegen. Luther selbst müsste sich dann sehr selbstkritisch vom Handeln aus Liebe ausgenommen haben, ebenso Jesus selbst: Mit korrupten Beamten und Prostituierten verkehren, das einträgliche  Tagesgeschäft im Tempel stören – taktvoll war das nicht in den Augen der Mehrheit, und ist es bis heute nicht in den Köpfen derer, die aus dem Evangelium eine rein innerliche Geistes- und Herzensangelegenheit machen wollen. Das kann es also nicht sein.  

Mit „guten Umgangsformen“ hat es allerdings schon zu tun: Meine Tante in Schweden, die sehr viel Wert auf gute Manieren legt, hat mir mal erklärt: Gute Umgangsformen sind keine Verhaltenscodices, die irgendeine äußerliche Norm absichern, sondern sind erprobte Handlungsweisen, die dabei helfen, mein Gegenüber in jeder Situation mit Respekt zu behandeln und seine, also des anderen Würde zu wahren. Das Wort, das Paulus hier benutzt, taucht nur ein Kapitel vorher schon einmal auf, und zwar dort, wo er die Menschen in der Gemeinde mit den Teilen eines lebendigen Organismus vergleicht. Da heißt es: „Diejenigen Glieder, die uns am wenigsten ehrenwert erscheinen, umgürten wir mit umso größerer Ehre.“

Ein Beispiel dafür, wie auf eine solche Art Liebe geübt wird, finde ich ganz am Anfang der Bibel, nach der Sintflut (Gen 9,20-23): Noah liegt nackt und besoffen im Zelt, und seine Söhne Ham und Jafet gehen leise und behutsam und ohne den Blick zu heben in sein Zelt und decken seine Blöße zu und schützen ihn vor neugierigen Augen. 

Nicht immer werden solche liebevollen Umgangsformen darin bestehen, dass man die Decke der Scham und des Schweigens über anderen ausbreitet.

Ich denke da an die Menschen,  die Sonderlinge und die verschrobenen Gestalten, die von den Meisten nur mit schälen Blicken bedacht werden und die immer mal wieder auch bei uns in der Kirche auftauchen. Ich stelle mir vor, dass in der Gemeinde diejenigen, die am Maßstab der Mehrheit scheitern, nicht nur einen versteckten Gnadenplatz unterm Tisch bekommen, wo sie sich an die Brotkrumen, die andere fallen lassen, halten können. Sondern dass sie als ernsthafte, wertvolle Gesprächspartner und gleichberechtigte Mitglieder behandelt werden. 

Die Volxbibel, eine nicht ganz zu Unrecht an mancher Stelle kritisierte umgangssprachliche Bibelübertragung aus dem Umfeld der Jesus Freaks,  übersetzt unseren Vers sehr handfest, und deswegen treffend: „Liebe will Leute nie fertigmachen.“ Und ich überlasse es Ihnen und Ihrer Fantasie, wie es aussehen könnte, wenn Gemeinden und Kirchen sich in ihrem Umgang mit Schuld, Scham, Schande, mit Andersartigkeit und Richtungsstreits davon leiten ließen.

Die Liebe sucht nicht das ihre.

So heißt es weiter in unserem Vers. Damit ist nicht gesagt: Sie sucht nicht. Natürlich ist und bleibt auch die Liebe eine tastende Suchbewegung. Die wird aber vor allem dort fündig und segensreich, wenn der Blick nicht gesenkt und am eigenen Leib und der eigenen Befindlichkeit kleben bleibt. Die besorgte Nabelschau, die wir so oft und gern betreiben, auch und nicht zuletzt in der Kirche, führt nämlich zu den Haltungsschäden, die zunächst Augustin, dann Luther mit scharfem Blick als die des sündigen, in sich selbst verkrümmten Menschen diagnostiziert haben. Die Liebe, die nicht das ihre sucht, macht dagegen den Rücken gerade und den Blick frei auf das, was um uns herum geschieht.

Natürlich kann man diesen Satz missbrauchen. Natürlich kann man damit einen Kult der Selbsthingabe und Aufopferung schaffen, der entsprechend veranlagte, liebevolle Menschen in den Burn Out treibt. „Sorgen Sie für sich selbst“, ist ein Ratschlag, der deswegen bei Fortbildungen, Retraits und Therapiesitzungen oft und mit Recht denjenigen gegeben wird, die sich in sozial ausbeuterischen Milieus den Rücken krumm und die Seele wund geackert haben. 

Damit aber verliert dieser Satz nicht an Bedeutung und auch nicht an Aktualität – machen Sie in der Gemeinde mal eine Sitzung mit, in der Budgets verteilt werden. Oder lesen Sie Reformprogrammschriften, mit denen gerade die Evangelische Kirche sich in jüngster Zeit immer wieder gern aufplustert. Oder gehen sie meinentwegen einfach mal an einem Nachmittag hier über die Schildergasse. Sie werden hier wie dort viele Exemplare des homo incurvatus in se, des in sich selbst verkrümmten Menschen in seinem natürlichen Lebensraum sehen. Dazu müssen Sie allerdings selbst den Blick nach vorn richten…

Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen.

Das klingt zunächst wie die Konsequenz aus den beiden vorigen Halbversen, oder nach einer Variation des bereits Bekannten: Die Liebe lässt sich nicht zum Zorn reizen. Das hat natürlich etwas mit guten Umgangsformen zu tun, denn es gibt die Art von Zorn, die lieblos ist, die aus dem Affekt heraus poltert und scheppernd wie Erz und blechern und schrill wie Schlagwerk andere Menschen runtermacht, fertig macht und sie entmenschlicht. Das hat auch was mit der neurotischen Sorge um sich selbst zu tun, denn es gibt auch diese Art Entrüstung, die lautstark und nach allen Seiten hin Schelte über die Politiker, die Gesellschaft, die Zustände austeilt. Eine Empörung, die nichts kostet und vor allem dem Zweck dient, sich und anderen zu beweisen, dass man selbst auf der moralisch richtigen Seite steht.
Vor diesem Hintergrund kann ich den Vers verstehen, oder andere Sprüche (17,14) der Bibel, die uns mahnen: Lass ab vom Streit, ehe er losbricht!

Es gibt allerdings eine Spur in der Bibel, die im Judentum aufgenommen wird, im Christentum aber im Dienste einer frömmelnden Appeasementtheologie, die Zorn und Klage, Ärger und Aggression kriminalisiert, unter den Teppich gekehrt worden ist, die daran erinnert, dass es natürlich berechtigten Zorn, begründete Wut über verbrecherisches und ungerechtes Verhalten gibt. Vielleicht haben Sie die Lesung (1Sam 1,11-6) noch im Ohr: Ein kriegerischer König (bezeichnender Weise mit Namen Nachasch, sprich Schlange - nomen est also doch omen) nutzt seine militärische Überlegenheit auf eine besonders schäbige Art und Weise aus: Er belagert eine Stadt, und deren Einwohner bieten ihm angesichts der aussichtslosen Lage die Kapitulation an. Nachasch willigt ein, allerdings unter der Bedingung, dass er jedem von [ihnen] das rechte Auge ausstechen und damit Schande bringen kann über ganz Israel. Die Nachricht über diese Demütigung eines unterlegenen Gegners durch sadistische Gewalt an der Zivilbevölkerung erreicht den späteren König Saul, und in der Bibel steht an dieser Stelle der denkwürdige Satz: Und als Saul diese Worte hörte, durchdrang ihn der Geist Gottes, und sein Zorn entbrannte heftig.

Saul wird wütend und zwar, das finde ich das Bemerkenswerte, nicht bereits, nachdem er von der Kriegstreiberei gehört hat, sondern nachdem ihn der Geist Gottes durchdrungen hat. Das macht seine Wut zu mehr als einer verständlichen Reaktion, das macht sie zu einem Geschenk, einer Gabe, einer Berufung. Das rechtfertigt in keinster Weise die religiös motivierte Gewalt, die in den letzten Jahren von muslimischen Selbstmordattentätern medienwirksam inszeniert und von westlichen Medien dankbar und sensationsgierig ausgeschlachtet wurde, die es aber in allen Religionen, Gott sei es geklagt, gab und gibt. Jaron Engelmayer, der Rabbiner unserer hiesigen jüdischen Gemeinde, nennt hier ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Religiös motivierter Zorn ist immer dann falsch, wenn er für Gott und für einen selbst brennt und sich gleichzeitig gegen die Menschen und gegen den Frieden richtet.
Aber auch hier gilt: Die in tiefer Lieblosigkeit wurzelnde Möglichkeit des Missbrauchs ändert nichts daran, dass Menschen und Gemeinden, die von der Liebe getrieben sind und sich nicht unnötig zum Zorn reizen lassen, alles andere als lethargisch und unbeeindruckt von dem, was um sie herum passiert, leben.

Schließlich:

Die Liebe rechnet das Böse nicht an.

Zunächst einmal: Sie rechnet nicht. Das ist heute vielleicht schon das eigentlich Skandalöse an dem Satz in einer Gesellschaft, die in einer bislang nicht bekannten Weise alle Lebensbereiche dem Diktat der Ökonomisierung unterwirft und in logischer Konsequenz auch im Zwischenmenschlichen fragt, ob es sich denn rechnet, die taxiert, taktiert und kalkuliert. Die Liebe rechnet nicht, und sie rechnet das Böse nicht an. Gott sei Dank, kann man da nur sagen: Es ist eine Grundeinsicht der Bibel und ein Eindruck, dessen man sich nicht erwehren kann, wenn man mit ein bisschen Selbstkritik und offenen Augen durch die Welt geht, dass wir Menschen in Sachen Liebe und Gerechtigkeit immer mehr rote als schwarze Zahlen schreiben. Wer hier das Böse anrechnet, Dossiers über seine Mitmenschen führt, in denen minutiös aufgelistet ist, was sie uns schuldig geblieben sind – und in aller Regel sind wir ja besonders strenge Buchhalter und Buchhalterinnen, was die Soll-Seite angeht -  befeuert einen Kreislauf des Aufrechnens und Abrechnens, der zu einem Strudel von Gewalt und Gegengewalt wird, der alles in die Tiefe reißt. Die Liebe, die das Böse nicht anrechnet, ist der Notausgang aus diesem Teufelskreis, ist der Strich, der durch die Auf- und Abrechnung gezogen wird. 

Das Vorbild für solche Liebe ist für Paulus hier (wie auch in den anderen Versen) das Handeln Gottes im Christus Jesus. Im Kolosserbrief (2,14) heißt es, ganz im Geiste dieser Verse: „Zerrissen hat er den Schuldschein, der aufgrund der Vereinbarungen gegen uns sprach und uns belastete. Er hat ihn aus dem Weg geräumt, indem er ihn ans Kreuz heftete.“ Wenn hier das Kreuz als Tief- und gleichzeitig Wendepunkt menschlicher Gewalt- und Schuldgeschichten in den Blick kommt, dann wird deutlich: Es geht auch hier nicht um Sentimentalitäten. Es geht nicht darum, das Böse nicht beim Namen zu nennen. Es geht auch nicht darum, in falsch verstandener Demut und Selbstentsagung alles Mögliche hinzunehmen oder in postmoderner Laissez-faire-Lethargie unter dem Hinweis, dass alles ja nun zwei Seiten hat, gerade das strukturell Böse und Ungerechte zu verfestigen.
Es geht um die Herausforderung, unter die Soll-Seite einen Schlussstrich zu ziehen, den Taschenrechner zuzuklappen, den Rotstift aus der Hand zu legen. Auch diese Spielart, diese Begleiterscheinung von Liebe kann und will geübt sein, indem ich zunächst mir selbst immer wieder klar mache und sagen lasse, dass auch ich überhaupt nur aus der Vergebung heraus lebe. Denn nur durch Vergebung wird Schuld aufgehoben und nichtig, dadurch wird meine Soll-Seite getilgt - nicht dadurch, dass ich durch hektisches Getue meine Haben-Seite aufpoliere, oder aber möglichst viel Belastendes über andere anrechne, das mich entlasten soll.

Liebe Gemeinde, auf dem Umweg über die Schildergasse ist für mich 1Kor 13 dann doch wieder ein akzeptabler, sogar sehr angemessener Trautext geworden. Eben weil er mehr und anderes bietet als romantische Sentimentalität. Die hat ihre Berechtigung und ihren Platz im Leben. Aber die Liebe, die Paulus hier beschreibt, bietet Perspektiven, die dann greifen, wenn die Anfangseuphorie verflogen und der Alltag eingekehrt ist, in Liebesbeziehungen oder all den anderen Projekten, bei denen Menschen das Leben in Gemeinschaft wagen. Und so wünsche ich uns allen, dass wir an den Rändern unserer vielen verschiedenen und manchmal verschlungenen Wege, und an dem großen Weg, auf den alle Welt sich zubewegt und auf dem Gott selbst uns entgegen kommt, die Gelegenheiten wahrnehmen, Liebe zu üben, auf dass wir immer geübter werden im undramatischen, liebevollen Handeln und im Tun des Gerechten. 

Herr, uns bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei.

Lass das letzte immer größer in uns werden.

Amen.

Pfarrer Holger Pyka, Köln, Mai 2013

Linktipp der Redaktion für alle, die mehr Worte dieser Art suchen:

http://kirchengeschichten.blogspot.de

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