Flüchtlinge brauchen mehr Hilfe

Diakonie Katastrohenhilfe bittet um Unterstützung

Flüchtlinge im Nordirak werden von REACH, der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, versorgt.

Die Lage der von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) Vertriebenen ist prekär. Um der IS und kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak und in Syrien zu entkommen, sind Millionen Menschen im Nahen Osten auf der Flucht.

Während sich IS und kurdische Kämpfer mit Luftunterstützung von USA, Saudi-Arabien und weiteren Staaten weiter Kämpfe liefern, während Syrien zusehends destabilisiert wird durch die gewaltsamen Auseinandersetzungen, versuchen Hilfsorganisationen aus aller Welt das Leid der Flüchtlinge zu lindern, unter ihnen auch die Diakonie Katastrophenhilfe. Sie leistet Hilfe im Irak, in Syrien und in den Anrainerstaaten Türkei, Libanon und Jordanien. Um den Flüchtlingsfamilien in ihrer Not besser helfen zu können, ruft die Diakonie Katastrophenhilfe dringend zu Spenden auf. Die Sicherheitslage im gesamten Nahen Osten ist zunehmend bedroht, heißt es bei der Diakonie Katastrophenhilfe.

Syrien und Nachbarländer

Der andauernde Krieg in Syrien treibt Menschen in die Flucht, rund drei Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflohen. Dort sind sie auf dringende humanitäre Hilfe angewiesen, vor allem der große Teil der Flüchtlingsfamilien, die nicht in Camps untergebracht ist, sondern u.a. in Zelten, Rohbauten oder Garagen unterkommt. Nahrung, Kleidung, Heizmaterial tut hier not. Außerdem finden die Menschen – nach Traumatisierungen durch Krieg und Flucht – psychosoziale Unterstützung.

In Jordanien sind rund 600.000 syrische Flüchtlinge gelandet, im Libanon mehr als eine Million, in der Türkei rund 800.000. Nach dem Einzug der IS-Milizen in den Norden Syriens und der dadurch noch einmal verstärkten Destabilisierung Syriens haben auch die Fluchtbewegungen im Land selbst noch einmal zugenommen. Durch einen Partner in Syrien gelingt es der Diakonie Katastrophenhilfe, auch im Land humanitäre Nothilfe zu leisten.

Irak

Verstärkte Kämpfe und massenhafte Fluchtbewegungen gibt es im Irak. Im Nordirak gilt der Zuwachs als extrem. Rund 220.000 syrische Flüchtlinge sind im Land. Hinzu kommen mehr als eine Million Menschen, die durch den Vormarsch der IS innerhalb des Iraks vertrieben sind. Hauptaktivität der Diakonie Katastrophenhilfe ist die Überlebenssicherung. So werden Nahrungsmittelpakete ausgegeben, sie enthalten u.a. Reis, Bulgur, Pflanzenöl, Bohnen, Linsen, Salz und Zucker. Verteilt werden außerdem Hygienesets mit Zahnbürsten, Shampoo, Watte, schließlich bekommen die Flüchtlingsfamilien „Non-Food-Items“ wie Wasserkanister, Decken, Matratzen, Tassen.

Zusammen mit dem lokalen Partner REACH (Rehabilitation, Education and Community’s Health) baut die Diakonie Katastrophenhilfe zwei Gemeindezentren auf – schützende Räume, in denen Flüchtlinge psychosoziale Hilfe finden, oder beispielsweise auch einen Sprachkurs.

Drohende Katastrophe im Winter

Nach dem Arabischen Frühling 2010 im Nahen Osten und dem Abzug der US-Armee 2011 aus dem Irak war die Hoffnung in der Region auf bessere Verhältnisse riesig. Das entstandene Machtvakuum jetzt nutzt die IS und versucht, im Nahen Osten ein Kalifat zu errichten. Zum ersten Mal in Erscheinung trat IS im syrischen Bürgerkrieg, wo die IS-Anhänger nicht nur gegen die syrischen Truppen, sondern auch gegen die Rebellen kämpfen und somit eine dritte Macht darstellen. Im Laufe der Zeit gewann IS weitere Teile in Syrien und im Irak hinzu. Die irakische Armee kämpft zusammen mit der Autonomen Region Kurdistan und Ländern wie USA, Saudi-Arabien und Großbritannien gegen die Ausbreitung der IS.

"Wenn nicht schnell etwas geschieht, werden Tausende diesen Winter nicht überleben. Das wäre eine Katastrophe – und eine Beschämung der Weltgemeinschaft.", warnte der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, in der WELT. Zu den rund drei Millionen syrischen Flüchtlingen in den Nachbarländern kommt eine Dunkelziffer hinzu: Laut UNHCR leben nur etwa 15 Prozent der Flüchtlinge in offiziellen Camps. In der Türkei, deren neuer Regierungschef Ahmet Davutoğlu die IS laut WELT nur als reaktionär einstufte und sein Land noch im November 2013 Waffen an IS liefern ließ, suchen täglich neue Flüchtlingsfamilien Zuflucht. 

Quelle: ekir.de / rd, neu, Fotos: diakonie-katastrophenhilfe.de / 09.10.2014

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