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Beim Wort genommen - gerechter Sprachgebrauch im Gottesdienst

Eine Handreichung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR)

Sie gibt Anregungen zu einer Sprache im Gottesdienst, die Männern wie Frauen gerecht wird. Die von der Kirchenleitung angenommene Praxishilfe enthält Erläuterungen in sieben Punkten sowie eine kleine Auswahl von Beispiel-Texten, darunter ein Kollektengebet, ein "Glaubenszeugnis" und Fürbitten. "Gott, du bist uns Mutter und Vater zugleich", heißt es in einem der Gebete.

Die Handreichung, die nach kritischen Rückmeldungen in zweiter, veränderter Auflage erscheint, hatte ihren Anstoß von der Ökumenischen Dekade "Kirchen in Solidarität mit den Frauen - Überwindung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen" (1988-1998) erhalten, erinnerte Oberkirchenrat Jürgen Dembek heute. Bei der Vorstellung der Praxishilfe, die in einer Auflage von 4000 Exemplaren erscheint, betonte er weiter, dass die Kirchenleitung dann aufgrund der synodalen Debatte zur Dekade den Auftrag für die Handreichung gegeben hatte.

Die Rückmeldungen auf die erste Auflage fasste Dembek so zusammen: "Einige fühlten sich bestätigt, einige zum Nachdenken angeregt und einige liefen Sturm." Was die Nutzung der Praxishilfe angeht, wies der Leiter der Abteilung I im Landeskirchenamt darauf hin, dass das liturgische Recht bei den Presbyterien liegt. Sprich: Nur bei Einverständnis des Leitungsgremiums sind die Anregungen im Gemeindegottesdienst umsetzbar.

Zur "Bibel in gerechter Sprache" habe "Beim Wort genommen" Berührungspunkte, so Dembek. In der EKiR werde die Bibel in gerechter Sprache "eher zurückhaltend" im Gottesdienst gebraucht.

Noch ein Wort zu den liturgischen Texten: Anders als in der ersten Auflage, in der Beispiele aus Büchern entnommen wurden, sind nun Texte aus den Arbeitshilfen zum Mirjam-Sonntag entnommen. Sie seien "verhaltener", so Dembek, dafür aber aus der Gottesdienstpraxis. Der Mirjam-Sonntag wird in der rheinischen Kirche einmal im Jahr gefeiert - als Sonntag der Solidarität der Kirche mit den Frauen.

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