Besuch bei den älteren Geschwistern

Präses Annette Kurschus im Syrisch-Orthodoxen Kloster Warburg

Präses Kurschus bei den älteren Geschwistern

»Sie sind unsere älteren Geschwister im Glauben – durch Sie kommen wir unseren Ursprüngen näher«, sagte Präses Annette Kurschus zu Erzbischof Mor Philoxenos Mattias Nayis bei ihrem Besuch im Syrisch-Orthodoxen Kloster in Warburg.

Einen Eindruck von diesen Ursprüngen bekamen die Besucher bei einem gemeinsamen Gottesdienst nach syrisch-orthodoxer Liturgie: Die orientalischen Sprechgesänge waren für Protestanten eher ungewohnt. Erstmals war die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) zu Gast in der Zentrale der 100.000 aramäischen Christen in Deutschland

Es lag nahe, dass der Krieg in Syrien mit seinen schrecklichen Folgen ein wichtiges Gesprächsthema war. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche hat in Deutschland einen Flüchtlingsrat eingerichtet, der den Verfolgten und vom Krieg betroffenen Christen – 5000 Familien - in Syrien hilft. Sie sind immer wieder von Terroranschläge des „IS“ und neuerdings auch durch Kurden betroffen. So starben in der Stadt Kamisli an der syrisch-türkischen Grenze in den vergangenen Wochen über 15 Menschen. Der Flüchtlingsrat hilft auch den syrischen Flüchtlingen in Deutschland, hauptsächlich durch das Netzwerk seiner Gemeinden, die sich um Glaubensgeschwister kümmern. Immer wieder kommen auch einzelne Familien im Warburger Kloster unter. Bischof Nayis dankte der Evangelischen Kirche von Westfalen für die Unterstützung bei der Renovierung des Gebäudes, das die aramäischen Christen 1996 übernommen und mit großem, vielfach ehrenamtlichen Einsatz hergerichtet haben.

Seit 15 Jahren gibt es in Nordrhein-Westfalen syrisch-orthodoxen Religionsunterricht. 21 Lehrer unterrichten rund 2.500 Schülerinnen und Schüler an über hundert öffentlichen Schulen, wie Adnan Mermertas berichtete, einer der Koordinatoren dieser Arbeit. Sein Kollege Augin Yalcin stellte die religionspädagogischen Bücher und Arbeitshefte vor und überreichte sie Präses Kurschus als Geschenk. »Unser Religionsunterricht ist wichtig für die eigene Identität, aber ebenso für die Integration«, betonte Mermertas. Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller sagte: »Dieses Arbeitsfeld mit anerkanntem Lehrplan und ausgezeichnetem didaktischem Material zeigt eindrucksvoll, wie Ihre Kirche hier angekommen ist.« Eine verstärkte Kooperation mit dem evangelischen Religionsunterricht wurde verabredet.

Pressemeldung der EKvW, 26. Januar 2016

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