Aktuelle Termine


Christliche Hoffnung im Horizont der Reformierten Theologie
21. – 26. August 2016, Reformierten Sommeruniversität, Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eine Verantaltung der Johannes a Lasco Bibliothek Emden, des Seminars für Reformierte Theologie der Universität Münster, und der Theologischen Universität Apeldoorn


Hoffnungszeichen in Syrien - Evangelische Christen berichten
Donnerstag 25. August um 19.30 Uhr in Hannover
Es berichten Pfarrer Mofid Karajili aus Homs (Syrien), Generalsekretär Josef und Direktorin Najla Kassab von der National Evangelical Synod in Syria and Lebanon (NESSL) aus Beirut (Libanon).


Christus und das Alte Testament
26. bis 28. August: Bibelkongress in der Woltersburger Mühle, Uelzen
mit Magdalene Frettlöh, Frank Crüsemann, Jürgen Ebach, Rinse Reeling-Brouwer, Klara Butting, Dirk-Jan Döhling, Egbert Ballhorn


Der Syrien-Krieg und die Presbyterianische Synode von Syrien und des Libanons - Berichte aus Beirut und Aleppo
Kirchenvertreter aus Syrien und Libanon zu Gast im Gottesdienst in Leer
Die Evangelisch-reformierten Gemeinde Leer feiert am kommenden Sonntag, 28. August, ihren Gottesdienst mit Gästen aus der Krisenregion Nahost. Die Predigt hält die libanesische Theologin Najla Kassab zum Thema Frieden. Sie ist Direktorin der Bildungsabteilung der Evangelischen Kirche in Syrien und des Libanon mit Sitz in Beirut.


Das Alte Testament lesen
1. September 2016
Vortrag und Gespräch mit Landessuperintendent Dietmar Arends im Haus Münsterberg


Gott im Angesicht der anderen entdecken
3. September in Hannover
Studientagung mit Rev Bev Thomas, Birmingham UK
zum rassismuskritischen Lernen


Renaissance-Humanismus, Bibel und Reformbewegungen des 15. und 16. Jhds. und ihre Bedeutung für das Werden der Reformation
14. bis 16. September 2016: Internationale Konferenz in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Internationale Tagung der Johannes a Lasco Bibliothek, Emden zum Jubiläum des Novum Instrumentum 1516-2016 von Erasmus von Rotterdam.
Organisiert im Rahmen des RefoRC-Programms


Gottesdienstbausteine Faire Woche und Erntedank 2016
Bausteine für Gottesdienste und Andachten in der Woche vom 16. bis 20. September
Zum Download auf brot-fuer-die-welt.de


350 Jahre Evangelisch-reformierte Gemeinde Lübeck
18. September, 14 Uhr: Festgottesdienst
Predigt: Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher, Evangelisch-Reformierte Kirche
Musik: Kantate von Felix Mendelssohn-Bartholdy, vorgetragen vom Kammerchor der Musikschule der Gemeinnützigen


Interkulturelle Woche 2016: Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt
25. September bis 1. Oktober 2016
Kirchen veröffentlichen Gemeinsames Wort zur Interkulturellen Woche 2016


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75 Jahre Barmer Bekenntnis: Engagement aus der Mitte des Glaubens heraus

Präses Buß: Das Barmer Bekenntnis weist den Weg für eine kritische evangelische Einmischung in die Gesellschaft

Die Referenten des Symposiums (von links) mit Präses Alfred Buß (2. von rechts): Prof. Dr. Bernd Hey, Prof. Dr. Matthias Benad, Oberkirchenrat i.R. Dr. Martin Stiewe und Dr. Jens Murken, Leiter des Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Schwerte/Westfalen. Vor 75 Jahren erklärte eine Versammlung evangelischer Christen in Wuppertal-Barmen, dass die Kirche außer Jesus Christus „keine besonderen, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestatteten Führer” brauche. Das war mutig, ein Jahr nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland unter großem Jubel die Macht übernommen hatten. Was bedeutet dieses Barmer Bekenntnis von 1934 heute? Es weist den Weg zu einem demokratischen Verständnis des Staates und für eine kritische evangelische Einmischung in die Gesellschaft, erklärte Präses Alfred Buß am Montag (8.6.) in Schwerte-Villigst.

Das sei um so erstaunlicher, als in Barmen „keine Versammlung von Demokraten” zusammengekommen war, so der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen. Buß: „Ausgangspunkt war die Mitte des Glaubens.” 1934 stand die evangelische Kirche vor einer Spaltung. Die Gruppe der sogenannten Deutschen Christen feierte Hitler als Erlösung für Deutschland. Dem widersprach die Bekennende Kirche entschieden.

Barmen: Jesus Christus ist das eine Wort Gottes
In Barmen fand dieser Widerspruch seinen Ausdruck. Der Widerspruch gegen die Nazi-Ideologie, die auch Christen infiziert hatte, entsprang also nicht politischer Einsicht, sondern der evangelischen Überzeugung: „Jesus Christus ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir zu vertrauen und zu gehorchen haben.” So formuliert es die erste der sechs Barmer Thesen, und dabei, so Präses Buß, ist die Reihenfolge wichtig: hören, vertrauen, gehorchen. „Nicht die ethische Forderung steht an erster Stelle, sondern das Hören: Im verwirrenden Stimmengewirr der Zeit gilt es, mit offenen Sinnen die unverwechselbare Stimme Christi zu vernehmen.”

Die zweite These hält fest: „Es gibt keine Lebensbereiche, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären.” Der westfälische Präses unterstreicht die Rolle des Staates, die dem zugrunde liegt: Der Staat hat, so formulierte man 1934 in Barmen, „nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens für Recht und Frieden zu sorgen”. Alfred Buß: „Dies ist ein funktionales Staatsverständnis. Der Staat ist keine Obrigkeit, die weiß, was am besten für die Bürger ist – er hat sein Existenzrecht darin, und nur darin, dass er für Recht und Frieden sorgt.”

Buß: Wir haben uns als Kirche einzumischen
Evangelische Christen, die durchaus obrigkeitsstaatlich dachten und deutschnational eingestellt waren, eröffneten in Barmen ein demokratisches Staatsverständnis. Die Lehre und bleibende Verpflichtung des Barmer Bekenntnisses beschreibt Buß so: „Bereiche des öffentlichen Lebens dürfen nicht einer vermeintlichen Eigengesetzlichkeit überlassen werden. Die Ziele des Einsatzes deutscher Soldaten in Afghanistan, Klimagerechtigkeit, Bleiberecht für Flüchtlinge, Teilhabe an Bildung für alle, Kinderarmut oder die Gestaltung einer Sozialen Marktwirtschaft, die wirklich Lehren aus dem Finanzdesaster zieht, sind deshalb Beispiele aktueller Themen, bei denen wir uns als Kirche heute einzumischen haben.”

In einer Fachtagung der westfälischen Kirche beschäftigten sich rund 50 Teilnehmer mit dem Barmer Bekenntnis und dem westfälischen Theologen Hans Thimme (1909-2006), der 1934 an dem Dokument mitgearbeitet hatte. Thimme, 1969 bis 1977 Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, sah Barmen als „Grundlage meiner ganzen theologischen und kirchlichen Existenz im leitenden Dienst”. Am 6. Juni wäre er hundert Jahre alt geworden.

Zum Hören: Warum ist die Barmer Theologische Erklärung nach 75 Jahren noch aktuell? ekvw.de hat bei Präses Alfred Buß nachgefragt (mp3):
http://www.ekvw.de/fileadmin/sites/ekvw/Dokumente/audio/barmen_praeses_buss_20090608.mp3

URL der Nachricht: http://www.ekvw.de/Nachrichten.153+M55d7ed02ca3.0.html


Pressemeldung der EKvW, 9. Juni 2009
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Infos und Materialien zum ''Barmer Bekenntnis'' auf einen Blick