''Zu viel Gier, zu viel Konsumdenken''

Präsident der United Church of Christ: Kirchen haben viel Geld an der Börse verloren

"Bangster" suchten ihren Vorteil, lösten die Wirtschaftskrise aus: John H. Thomas, General Minister der UCC in den USA.

(ekir.de) Der Banken- und Finanzsektor in den USA ist von einer „Kultur der Gier, des Konsumdenkens und des persönlichen Vorteils“ geprägt, kritisiert der Präsident der United Church of Christ (UCC), John H. Thomas, exklusiv in der August-Ausgabe chrismon rheinland.

Das habe zum Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise beigetragen. Nötig seien dagegen Besonnenheit, Sparsamkeit und soziale Verantwortung, unterstreicht der scheidende Leitende Geistliche der UCC auf die Frage, ob „Bangster“, also Gangster im Bankgewerbe, schuld an der Wirtschaftskrise sind. Neben vielen „anständigen“ Leuten hätten andere Banker vorsätzlich ihren Vorteil gesucht, andere betrogen und verdienten deshalb „unseren Tadel“, so Thomas in chrismon plus rheinland über die Krise, die ihren Anfang bei den US-Banken nahm.

Sogar etliche Kirchen haben bedeutende Summen an der Börse angelegt und dramatische Wertverluste erlitten, so Thomas in dem ansonsten als ekir.de-Video (auf YouTube >>>) vorliegenden Gespräch. Die steigenden Arbeitslosenzahlen spüren die Kirchengemeinden, deren Mitglieder weniger Geld haben, und die zugleich Hilfe in Form von Suppenküchen und Obdach erbringen. „Die Ressourcen sinken, der Bedarf steigt.“

Die Kirchengemeinden erlebten eine Art leise, spirituelle Krise, so Thomas. „Die Pastoren setzen in ihren Predigten andere Akzente. In den Bibelstunden geht es nun eher um die Bedeutung des Glaubens, um Fragen der Sicherheit und des Trostes.“ Wahre Sicherheit, betont Thomas, „erwächst allein aus dem Glauben an Gott durch Jesus Christus. Hoffnung kommt durch Christus, nicht davon, wie viel Geld auf unserem Bankkonto ist.“

Die UCC steht in Kirchengemeinschaft mit der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). John H. Thomas, der turnusgemäß Ende September aus dem Amt scheidet, wird mit Geoffrey Black den ersten schwarzen UCC-Präsidenten zum Nachfolger haben.

Quelle: ekir.de 06.08.2009
http://www.ekir.de/ekir/ekir_54793.php

 

 

 

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