Johannes Calvin zur Jahreslosung 2011

Römer 12,21 - vom Reformator Genfs ausgelegt

"Lass dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."

Übersetzung von Römer 12,20-21 in Calvins Auslegung des Römerbriefes (1539), nach der deutschen Übersetzung von K. Müller, Erlangen:

"20 So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.
21 Lass dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."

Calvin schreibt zu Vers 21:
"Dieser Satz dient nur zur Bestätigung der bisher vorgetragenen Wahrheiten. Denn mit unserem Kampfe wider die Bosheit ist es so bestellt: wenn wir versuchen, sie zurückzugeben, so bekennen wir uns eben damit als von ihr überwunden; vergelten wir dagegen Böses mit Gutem, so beweisen wir damit die unbesiegte Stärke unseres Geistes. Und das ist ohne Zweifel der schönste Sieg, dessen Frucht wir nicht nur im Gemüte spüren, sondern auch thatsächlich sehen werden. Denn wenn Gott es giebt, werden wir mit unserer Geduld einen Erfolg erringen, wie er schöner gar nicht gedacht werden kann. Wer dagegen versucht, Böses mit Bösem zu überwinden, der mag über seinen Feind vielleicht äußerlich einen Sieg davontragen: aber dies wird thatsächlich zu seinem Verderben ausschlagen, denn er ist damit zum Werkzeug des Satans geworden."


bs