Gebet
8. November 2026
Gott, / wie sollen wir bestehen, / wenn du kommst, / über uns zu richten. // Wir denken heute zurück an das Unheil der Kriege, / die von unserem Volk ausgegangen sind, / an das zerstörte Glück / und das zerstörte Leben / so vieler Menschen. // Wir versuchen, / der Schuld unseres Volkes standzuhalten, / sie nicht zu verharmlosen, / sie nicht wegzureden, / aber wir trauern auch um unsere Gefallenen / und um die Opfer der Bombennächte. // Gott, / du bist ein Gott des Friedens, / wir bitten dich: / richte uns mit Barmherzigkeit. / Lass Versöhnung wachsen, / wo Feindschaft war / und Trost einkehren, / wo Menschen noch leiden. // Breite den schönen Glanz deines Friedens aus / über Zion / und über allen Völkern der Welt. // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick
NOVEMBER. Kälte und lange Dunkelheit. Kälte, Abschied und Verlust. Kaum gute Aussichten, wenig Ermutigendes. Und das nicht nur in der Natur. Novembergedanken machen sich breit.// Novembermorgen. Die Landschaft in den herrlichsten Herbstfarben und im strahlenden Licht. Und ich weiß doch, dass das Grün der Bäume noch da ist und nur darauf wartet, als das allerschönste Grün wieder hervorzubrechen.//
Ewiger, Herr meines Lebens, gib mir andere Gedanken, gerade jetzt im November. Welche an deine Treue, dein Licht, deine Wärme und deine vielen Farben für das Leben. Lass mich nicht übersehen, was auch da ist, gerade in diesen Wochen. Neue Aufbrüche gegen Aussichtslosigkeiten, die so sehr fest zu stehen schienen, zu Gerechtigkeit und Recht an vielen Orten. Gehör und Solidarität und Fairness. Neue Wege und neue Farben.//
Und wenn's sein kann, gib es doch auch in mein Leben. Licht und Treue und neue Farben von deinem Licht und deiner Treue. Mut zum Zuhören und zur Solidarität, die auch nicht nur bei Gedanken bleibt. Dass es anderen leichter wird und du, der Ewige, geehrt, auch in diesem November.
Durch Jesus Christus. Amen.
Stefan Maser
6. November 2026
Ewiger und barmherziger Gott, / du hast uns dein Gesetz gegeben / und dein Gebot, / aber auch ein Gewissen und ein Gemüt, / Empfindung und eine Seele. / Du hast uns so ausgestattet, / dass wir die Nächsten derer werden, / die du uns an den Weg legst. / Dafür danken wir dir / und bitten dich, / dass wir auch so tun, wie wir tun können. // Nimm uns die Eile, / mit der wir durchs Leben hechten. / Dreh uns die Köpfe auf unseren Wegen, / damit wir die an der Seite sehen. // Errege uns das Mitleid, / wenn wir lieber unempfindlich bleiben wollen, / und fall uns ins Gewissen, / wenn wir uns hartherzig geben wollen. // Erbarme dich der Verbitterten und der Verwirrten / und auch der Sturen und Stolzen, / die immer meinen, / alles alleine machen zu können. // Amen
Jürgen Kaiser
5. November 2026
Du lieber liebender Gott. / Lass mich heute die Glücksmomente des Tages bewahren, / die in meinem Alltag aufblitzen. / Lass mich dankbar sein für die Menschen um mich. / Lass mich nicht für selbstverständlich halten, / wie gut es mir geht. / Gib mir ein dankbares und hilfsbereites Herz. / AMEN
Gudrun Kuhn
4. November 2026
Barmherziger Gott, / so wie du für alle Menschen da bist – / die Kinder und die Erwachsenen, / die Alten, / die Fröhlichen, / die Einsamen, / die Kranken, / die Übermütigen, / die Schüchternen – / so wollen wir füreinander da sein. // So wie du Frieden und Gerechtigkeit schenkst, / wollen wir uns für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. // So wie du Vergebung und Versöhnung bewirkst, / wollen wir einander vergeben und uns versöhnen. // Und wir bitten dich um deine Kraft, / wo wir alleine dazu zu schwach sind. // Amen
Meike Waechter
3. November 2026
Großer, unbegreiflicher Gott / um Jesu willen auch für uns Vater und Mutter im Himmel. // durch dich ist alles, was ist: / der Himmel und die Erde, / Berge, Flüsse und die Seen, die Täler und Höhn, / Sonne, Wolken und das Meer, / der Rhythmus der Jahreszeiten, Abend und Morgen. //
In unserer, vordergründig, so heillosen Welt, suchen wir deine heilsame Nähe / und vertrauen auf deine immer noch schaffende Kraft. // Gieß deinen Geist aus, HERR / und erlöse uns von dem, was uns fesseln will, / schaffe Lebensmut allen, die erstarren in ihrer Angst, / den Niedergeschlagenen schaff neue Hoffnung, / den Verschuldeten Freiheit / und Glauben allen, die sich nach Glauben sehnen. // Gieß deinen Geist aus, HERR / und gib den Verstummten ein Wort, / ein Wort der Liebe für die Liebenden, / ein Wort der Wahrheit für die, die auf der Suche danach sind. // Gieß deinen Geist aus, HERR / und gib Kraft, dem Kraftlosen, / hilf dem, der nicht mehr stehen kann wieder auf die Füße / und der, die nicht mehr gehen kann, den nächsten Schritt zu tun / und denen, die den Weg nicht wissen, hilf den Weg zu finden, den zu zeigst. //
In der Tiefe willst du uns Nahe sein, heilsam nahe. / In all den geringen Dingen, in all dem Jammer, der uns gefangen hält, / in all den dunklen Erfahrungen. // Komm Gott Schöpfer, Heiliger Geist. / Trotz allem, was dem im Wege steht, vertrauen wir darauf, dass du es gut mit uns meinst. / trotzdem bleiben wir bei Dir. / Du nimmst uns an deine Hand und führst uns auf die Wege, die ins Leben führen. // Amen
Gerhard von der Heyden
2. November 2026
Zu dir, / HERR, / trage ich, / was mir auf der Seele liegt. / Die Unordnung meiner Existenz, / das Durcheinander meiner Gedanken. / Wie soll ich Wege finden, / wenn ich das Ziel aus den Augen verloren haben, / nicht mehr beschreiben kann, / wohin ich denn unterwegs bin. // Zu dir, / HERR, / flüchte ich mich, / weil du schon immer den Sündern den Weg gezeigt hast, / den Armen geholfen hast zu tun was recht ist / und Unterdrückte auf den Weg in die Freiheit geführt hast. // Bei dir, / HERR, / will ich zur Ruhe kommen. / Orientierung suchen. / Nach deinem Willen fragen. / Was erwartest du von mir? / Wenn der Boden unter den eigenen Füßen nicht mehr trägt, / wenn Menschen in der Nähe abgeholt werden / und Abschiebung droht, / wenn hochgerüstete Armeen in Kampfbereitschaft versetzt werden? / Und die verfasste Kirche mit sich selbst beschäftigt ist? // Bei dir, / HERR, / suche ich Zuflucht. / Behüte mich in meinem Tun. / Weise mir, HERR, deinen Weg. / Denn ich hoffe auf dich. / Amen.
Gerhard von der Heyden