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Weihnachten: Spürste noch wat?

Fragt Kirchenpräsident Martin Heimbucher

Für viele nur schemenhaft wahrnehmbar: Zeichen der Liebe, die Grundgedanken von Weihnachten (Symbolbild) © Pixabay

Oh du stressige Weihnachtszeit: Zwischen Festessen und Bescherung geht das Gespür für die Idee von Weihnachten oft verloren.

„Und, wie isset – spürste noch wat?“ Ein Berliner fragt einen Berliner.

Harald Juhnke war’s. Der Entertainer fragte den Chansonier Klaus Hoffmann: „Und, Klaus, wie isset, wennze deene Lieder singst, spürste noch wat?“

Das kann man sich als Pastor schon auch mal fragen. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Aber da besonders. „Spürst du noch was?“ Auch beim dritten „O du fröhliche“ am Heiligen Abend? Beim Gitarrenspiel neben dem Christbaum im Altenheim? Bei dem Stress, die familiären Verpflichtungen auf die Reihe zu bringen?

„Spürst du noch was?“ An Weihnachten kommt Gott in einem Kind zur Welt, um genau diese Frage an uns zu richten: Erinnerst du dich noch an den Tag, als dir selber einmal ein Neugeborenes in den Arm gelegt wurde? Als sofort dein Beschützerinstinkt wach war. Und deine Sorge: Was braucht dieses Kind, um ins Leben zu finden, welche spürbaren Zeichen der Liebe? Und deine Ahnung: Ja, genau so ein Kind bin ich selber einmal gewesen. Hilflos. Ganz und gar angewiesen auf das Wohlwollen jener Hände, die mich tragen.

Gott kommt als ein neugeborenes Kind in diese Welt, um solches Mitgefühl in uns zu wecken. Gott wird Mensch, auf dass wir alle zu Menschen werden. Menschen, die noch spüren, was es heißt, ein Mensch zu sein. Gott rührt uns tief an, indem er als ein Kind in die Welt kommt und unsere Liebe weckt.

Und manchmal spricht Gott sogar Berlinerisch. Wenn uns einer von der Seite antippt und fragt: „Und, wie isset – spürste noch wat?“


Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher
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