
Geschäftsstelle des
Reformierten Bundes
Calvin-Zentrum
Knochenhauerstraße 42
D-30159 Hannover
tel.: +49-511-47 399 374
fax: +49-511-47 399 428
e-mail: info@reformierter-bund.de
url: www.reformierter-bund.de
Öffnungszeiten:
Mo - Do: 8-13 Uhr
Aktuelle Termine
7. bis 9. März 2027, Hannover
15. internationale Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus (bisher: Emder Tagung)
Die Geschichte des reformierten Christentums ist von normativen Vorstellungen zu Geschlecht, Ehe, Familie und Sexualität geprägt. Diese Ordnungen wirkten nicht nur regulierend auf individuelles Verhalten, sondern strukturierten kirchliche Praxis, theologische Deutungen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse weit über den kirchlichen Raum hinaus. Die Tagung widmet sich der historischen Analyse von Geschlechterordnungen und Sexualitätskonzepten im reformierten Kontext vom 16. Jahrhundert bis in die Moderne.
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach theologischen Begründungen, kirchlichen Normierungspraktiken und sozialen Konsequenzen ebenso wie nach Brüchen, Ambivalenzen und Wandel. Untersucht werden unter anderem Diskurse zu Ehe und Moral, Körper und Sexualität, Männlichkeit und Weiblichkeit sowie die Rolle kirchlicher Institutionen in der Durchsetzung oder Infragestellung bestehender Ordnungen. Ziel der Tagung ist es, unterschiedliche historische Perspektiven und methodische Zugänge zusammenzuführen und die reformierte Christentumsgeschichte als einen zentralen Ort der Aushandlung von Geschlecht und Sexualität sichtbar zu machen.
Neben den Hauptvorträgen sind am Montag, 8. März 2027, im Programm Kurzvorträge eingeplant, für die wir über diesen Call for Papers um Beiträge bitten. Bei der Auswahl haben diejenigen Beiträge Vorrang, die sich am Tagungsthema (s.o.) orientieren und sich ihm zuordnen lassen.
Bitte senden Sie Ihren Themenvorschlag bis zum 31. Oktober 2026 an Prof. Dr. Nicola Stricker (nicola.stricker@ekir.de). Das Zeitfenster für die parallelen Kurzvorträge beträgt jeweils 35 min, so dass für Ihren Vortrag ca. 20-25 min bleiben, damit noch Zeit für Rückfragen bleibt. Sie erhalten spätestens im Januar 2027 Bescheid, ob Ihr Vorschlag für die Tagung angenommen wurde. Eine Mitgliedschaft in der Gesellschaft für die Geschichte des reformierten Protestantismus e.V. ist nicht Voraussetzung für die Annahme. Eine Erstattung der Übernachtungskosten ist leider nicht möglich.
''Unzerstörbare Menschenwürde'': Die Hexenprozesse und die Kirchen
bis zum 30. September 2012: Ausstellung in Schieder
Die Künstlerin erläuterte anlässlich der Ausstellungseröffnung, dass ihre teils expressionistischen, teils abstrakten Bilder Frauen zeigen, die Leid und Unrecht erfahren haben. Während in den sehr farbkräftigen Werken der erfahrene Schmerz ganz offenkundig zu Tage tritt, sollen die anderen, fast einfarbig und sehr zurückhaltend gemalten Bilder die Aufmerksamkeit auf die „stillen Schreie des Leids“ lenken.
Auf einem der Portraits steht „Vergiss mein nicht“. Angelika Ehrhardt-Marschall: „Damit bitte ich die Ausstellungsbesucher, ein weißes, geknotetes Taschentuch als Symbol des Erinnerns mitzubringen und es vor dem Bild abzulegen.“ Aus den Tüchern will sie nach Beendigung der Ausstellung ein weiteres Kunstobjekt formen.
Die Ausstellung wurde mit einem Vortrag von Pfarrer i.R. Hartmut Hegeler (Unna) über „Die Hexenprozesse und die Kirchen“ eröffnet.
Er führte aus, dass während der Hexenverfolgungen in Europa zwischen 1450 und 1782 etwa 60.000 Menschen hingerichtet worden sind, die meisten davon (etwa 25.000) in Deutschland. Bis heute habe es für die Opfer der Hexenprozesse keine öffentliche Rehabilitation gegeben. An den meisten Orten seien die Leiden der als Hexen angeklagten Frauen, Männer und Kinder in Vergessenheit geraten. Wenn man ihr Schicksal dem Dunkel der Vergangenheit entreiße, gebe man gleichzeitig Anstöße für ein Engagement gegen Gewalt in der Gegenwart. Hartmut Hegeler: „Folter ist bis heute in vielen Ländern der Welt ein menschenverachtendes Instrument der Unterdrückung. Damals wie heute werden in Notzeiten Sündenböcke gesucht und gefunden.“
Die landeskirchliche Bildungsreferentin Monika Korbach und Pfarrer i.R. Martin Hankemeier als Organisatoren der Ausstellungseröffnung machten aufmerksam auf die Blomberger Erklärung „Unzerstörbare Menschenwürde“. Die u.a. von Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann und dem katholischen Dechanten Klaus Fussy im Mai 2012 unterzeichnete Erklärung verknüpfe ihren theologischen Ansatz mit einem ehrenden Gedenken an die „Opfer eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit und des Missbrauchs des christlichen Glaubens“. Sie spanne den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und fordere, Folter und Todesstrafe in jedem Land abzuschaffen sowie für die Verwirklichung der Menschenrechte einzutreten.
Pressemeldung der Lippischen Landeskirche, 29. August 2012
„Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn“ - Gabriel Marcel.
