Die Tür steht offen

Lippe: Nach Sanierung - Kirche zu Bergkirchen wiedereröffnet


Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge, Pfarrerin Cornelia Wentz, Bürgermeister Dirk Tolkemitt und Kantor Rainer Begemann (von links) © Lippe

Vier Wochen lang wurde an dem Gebäude gearbeitet. Nun wurde es mit einem festlichen Gottesdienst wiedereröffnet .

„Porta patet, cor magis – Die Tür steht offen, das Herz noch viel mehr“ lautete das Motto des Festgottesdienstes. Es gelte wieder mit den Augen von Kindern auf die Welt zu blicken und ihre Schönheit neu zu entdecken, so Pfarrerin Cornelia Wentz in ihrer Predigt. Es gehe nicht um eine romantische Verklärung der Natur. Vielmehr schenke die Schöpfung dem Menschen alles, was er zum Leben brauche: ein Zuhause, Nahrung, Kleidung, Wasser und Luft zum Atmen. Den Menschen, die dafür sorgen, dass diese Gaben zur Verfügung stehen, gelte Dank. Landwirte, Waldbauern und Obstplantagenbesitzer leisteten täglich ihren Beitrag zur Versorgung der Gesellschaft und verdienten Wertschätzung.

Die rund 176 Jahre alte Kirche präsentiert sich nach der Sanierung innen wie außen in neuem Glanz. Eine moderne Luftwärmepumpe beheizt nun Kirche und Gemeindehaus. Ein zusätzlicher Ausgang verbessert die Sicherheit, eine neue LED-Beleuchtung sorgt für mehr Helligkeit und eine transparentere Akustik kommt insbesondere den Gottesdiensten und Konzerten zugute. 

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte zuvor 50.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogrammbewilligt. Auch Stiftungsgelder und Spenden trugen zur Finanzierung bei. Eörtliche Handwerksbetriebe arbeiteten daran, das denkmalgeschützte Gebäude in nur vier Monaten für die Zukunft fit zu machen.

„Hier verbindet sich gelebter Glaube untrennbar mit Kultur“, sagte Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge (CDU) in ihrem Grußwort. Die einzigartige Holzarchitektur verleihe dem Raum eine warme Akustik, die Menschen von weit her anziehe. Dirk Tolkemitt, Bürgermeister von Bad Salzuflen, dankte der Gemeinde für ihren Mut, die umfangreiche Renovierung in Angriff zu nehmen.

Der dienstlich verhinderte Bundestagsabgeordnete und Prädikant der Gemeinde Robin Wagener (Bündnis 90/Die Grünen) wandte sich an die Gäste per Videogruß, den er am Rande einer Demonstration in Detmold gegen den Hermanns-Marsch von Neonazis am Tag der Deutschen Einheit aufgenommen hatte. Kirche sei ein Stück Heimat, betonte er. „Heimat entsteht nicht durch eine Horde Neonazis, die von weit her anreisen und einmal jährlich mit aggressiven Parolen zum Hermannsdenkmal marschieren. Heimat entsteht durch Menschen, die sich dauerhaft und ehrenamtlich für ihre Kirchengemeinde engagieren und die Gesellschaft lebenswerter machen.“


Quelle: Lippe