Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror

Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012


Foto: Ruinenlandschaft mit zerstörter Wandlaterne, nach 17. September 1945; Quelle: Deutsche Fotothek, Richard Peter (1895–1977).

Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Junkermann hat gemeinsam mit den anderen evangelischen und katholischen Bischöfen im Freistaat Sachsen einen Aufruf mit nachfolgendem Wortlaut unterzeichnet:

"Die Aufmärsche der Neonazis anlässlich der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 haben sich in den letzten Jahren zum größten, regelmäßig stattfindenden Treffen von Alt- und Neonazis in Europa entwickelt. Gerade als Christen sind wir aufgefordert, uns dieser menschenverachtenden und menschenfeindlichen Ideologie entgegenzustellen. Sie leugnet die Schuld des deutschen Volkes. Sie verbreitet Feindschaft gegenüber dem Gottesvolk Israel. Sie verherrlicht Gewalt bis hin zum Terrorismus.

Wir laden alle Menschen ein, sich am 13. und 18. Februar 2012 an den vielfältigen gewaltlosen Aktivitäten von Kirchen und Christen zu beteiligen. Mit Gottesdiensten, Andachten, Friedensgebeten, Bittgängen und Mahnwachen soll der Opfer der Bombardierung Dresdens gedacht und daran erinnert werden, dass die Bombardierung Dresdens Teil des Krieges war, der von dem nationalsozialistischen Regime in Deutschland ausging. Das Gedenken macht deutlich, wohin es führt, wenn dieser Ideologie nicht rechtzeitig gewehrt wird.

Wir laden auch ein, sich an der Menschenkette durch Dresden unter dem Motto 'Mut Respekt und Toleranz - Dresden bekennt Farbe' am 13. Februar und an der Kundgebung auf dem Schlossplatz am 18. Februar zu beteiligen.

Angesichts der in den letzten Monaten bekannt gewordenen Mordserie der Terrorzelle ,Nationalsozialistischer Untergrund’ (NSU) ist es in diesem Jahr besonders wichtig, dass viele Menschen über die Grenzen der Stadt hinaus ein deutlich sichtbares Zeichen gegen rechten Terror und menschenfeindliche Einstellungen setzen."

Neben Ilse Junkermann haben unterzeichnet: Landesbischof Jochen Bohl, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens; Bischof Dr. Markus Dröge, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz; Bischof Dr. Gerhard Feige, Bistum Magdeburg; Bischof Wolfgang Ipolt, Bistum Görlitz; Bischof Joachim Reinelt, Bistum Dresden-Meißen.


Pressemitteilung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), 1. Februar 2012
Politiker, Bischöfe, Theologen und kirchlich Engagierte rufen zur Beteiligung an Blockaden gegen Neonaziaufmärsche in Dresden auf

Unter dem Motto „Nächstenliebe verlangt Klarheit – Kein Naziaufmarsch, nirgendwo“ ruft ein breites Bündnis von mehr als 50 PolitikerInnen, BischöfInnen, PfarrerInnen, TheologInnen, EKD-Synodalen und kirchlich Engagierten zu einer Teilnahme an den Protesten gegen den Neonaziaufmarsch im Februar 2012 in Dresden auf.