Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Gott – du Wort, das lebt und spricht, / Komm durchs Buch der Bücher, / das in allen Sprachen Hoffnung in die Welt bringt. // Hilf uns, nie mit Fragen aufzuhören, / gerade wenn das Verstehen schwer fällt. / Hilf uns, immer wieder Antworten zu versuchen, / gerade wenn uns die Worte fehlen. // Gott – du Wort, das lebt und spricht, / lass auch uns dein Brief sein, / der in vielen Zeichen deiner Liebe Raum gibt. // Hilf, deine Nachrichten an andere weiterzugeben, / auch wenn wir nicht alle Zweifel ausräumen können. / Nicht die eigenen und nicht die fremden. / Hilf, im Einklang mit dem zu leben, / von dem wir sprechen. // Gott – du Wort, das lebt und spricht, / schreib ins Buch des Lebens / ein mit deiner Handschrift unser aller Namen. // Gott – du Wort, das übertönt wird / von so viel Leid und Unrecht weltweit. / Lass uns Orte und Ziele finden / für Solidarität und Hoffnungsarbeit, / damit unser Glaube nicht zur hohlen Phrase wird. / AMEN
Gudrun Kuhn
Gott / Wir danken Dir, dass wir Zuflucht nehmen dürfen zum Gebet / und bringen vor Dich unsere Ratlosigkeit und unseren Kummer. / Wir flehen zu Dir. / Denn wir wissen: Du, Herr, hast selbst in Händen / die ganze weite Welt, / kannst Menschenherzen wenden, / wie dir es wohlgefällt. // Ja, Herzen zu wenden – wie notwendig! / Wir sind entsetzt über Besessenheiten und die große Macht der Lügengeister. / Und wir seufzen zu Dir. / Seufzen um der Elenden willen. / Um der Menschen in den Kriegsgebieten willen. / Der Verletzten, Verschleppten und Versklavten willen. / Aber wir wollen nicht nur Zuschauer des Bösen sein. / Darum seufzen wir und setzten unser Vertrauen darauf, / dass Du unser Seufzen hörst. //
Und gewiss: In unserer Welt voller Licht und Schatten freuen wir uns auch. / Wir freuen uns über junge Menschen, / die wir groß werden sehen. / Freuen uns über Kolleginnen und Kollegen, über Freunde und Partner, die uns guttun. / Freuen uns über manches Gelingen. / Manchen Geburtstag, den es zu feiern gilt. / In unserer dunklen Welt gibt es Lichtblicke. / Der Sonnenschein der letzten Tage war ein solcher Lichtblick. / Als allerletzter Gruß des Sommers tat er uns gut. / Und auch die Ergebnisse der Wahlen in Serbien und Brasilien sind Lichtblicke. / Und wir bitten Dich, dass auf das Aufatmen kein böses Erwachen folgt. //
Wechselnde Pfade / Schatten und Licht. / Vieles ist in uns. Auch Verzagtheit und Verwunderung. Dass unsere offene Gesellschaft ihren Feinden zu viel Raum lässt. Dass inzwischen „schick“ ist, was man im Mittelalter Aufruhr nannte. / Dass der Protest oft kein Maß kennt. / Dass in den Köpfen vieler immer nur „die anderen“ schuld sind. //
Und wir spüren auch, / dass das Wissen um Dich immer mehr abnimmt. / Dass das Wissen um Dich fast ganz zugedeckt ist, / so wie Halloween den Reformationstag fast ganz zudeckt. //
Hilf uns vorzuleben, was der Glaube an Dich uns schenkt: / Stärke und Geduld. / Demut und Trost. / Freispruch, / Neu-Anfangen-Dürfen und Hoffnung über den Tod hinaus. / Ach, es fällt uns so vieles ein, womit Du uns reich machst. //
So lass uns weiterhin das Glück der Lebenszeit / in Deiner Furcht genießen. / Und gib, dass viele das mit uns zusammen ebenso tun. // Amen.
Klaus Bröhenhorst
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Jürgen Kaiser
Georg Rieger
HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels / und um Jesus Christus willen auch für uns Vater und Mutter im Himmel. // wir stehen vor Dir, weil wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, / dass Du den Chaosmächten Einhalt gebieten kannst. / weil wir darauf vertrauen, dass Du deine Welt nicht preisgibst. / Auch wenn das, was uns vor Augen steht, anderes nahelegt. // Der mächtige Mann im Kreml hinterlässt verbrannte, / auf lange Zeit unbewohnbare Erde. / Und keiner in Sicht, der ihn aufhalten könnte. / Mächtige Männer in den USA, der eine irrlichternd, / andere verfügen über soviel Kapital und Technologie, / dass einem Angst und Bange werden kann. / Der Krieg im Nahen Osten und das Leiden im Sudan. // Was könnten wir anderes tun, als Dir in den Ohren zu liegen? / Dir das vor die Füße zu legen, was schon zum Himmel schreit. / Unsere Macht ist zu klein.//
HERR, erbarme dich! // Aber das, an was Du uns heute erinnert hast, wollen wir tun: / Wohnraum schaffen, für Saat und Ernte sorgen, / für Kinderlachen und das Leben feiern. / Lebensraum gestalten, der Stadt Bestes suchen. / Danken für das, was so gut funktioniert: / für Feuerwehr und Rettungsdienste, / die Müllabfuhr und die Straßenreinigung, / für den Bäcker und die Bäuerin und so vieles mehr. // Gieß deinen Geist aus HERR, / damit Zuversicht wächst und Ideen sprudeln, / wie wir der Stadt Bestes suchen können / und das auch für unser Land / und vor allem für die jungen Leute, die um ihre Zukunft bangen. / Damit wir das als notwendig erkannte ins Tun übersetzen. / Weil sich nur so Frieden stiften lässt, / weil nur so Hass und Gewalt der Raum genommen wird / für deren zerstörerisches handeln. / Gieß deinen Geist auf uns aus, HERR. //
so lange es Saat gibt und Ernte und / Herbstgewitter über Dächern, Schneegestöber voller Zorn, / Frühjahrssturm im Laub vom Vorjahr und Sommerwind in reifem Korn, / und Abend und Morgen, Werktage und Sonntage, / so lange vertrauen wir darauf, dass du regierst. / Mach es uns bitte nicht zu schwer. / Amen
Gerhard von der Heyden
Georg Rieger
Hallo Gott,
wir sind’s,
die oft genug schwach sind.
Wir, die nicht mehr können, nicht mehr wollen.
Wir, die keinen Ausblick sehen oder das Ziel aus den Augen verloren haben.
Wir wissen das. Du weißt das, Gott.
Wir machen uns Druck oder ducken uns weg.
Mit unserer Hoffnung ist kein Staat zu machen.
Wir geben uns so leicht auf oder geschlagen,
trauen weder uns noch dir etwas zu.
Gott, bitte ändere DAS in uns.
Gib uns Mut, Gott,
denn wir können mehr als wir meinen.
Mach uns stark, damit wir dir und uns vertrauen.
Hilf uns, so dass unsere Gedanken umpolen auf Zuversicht.
Nicht die Flinte ins Korn und mattes Gemüt, sondern Vertrauen, DASS es geht.
Lass uns sehen und hören, was DA ist.
Lass uns sehen und hören, dass du DA bist.
Lass uns in deinem Geist miteinander leben,
als Glaubende, als Liebende, als Hoffende.
So, dass wir deinem Name alle Ehre machen.
Amen.
Selma Dorn
Lebendiger und wahrhaftiger Gott, / wir kommen zu Dir mit unseren Fragen, / unseren Zweifeln und unserer Sehnsucht nach Wahrheit. / Denn wir leben in einer Welt, / in der mit Worten und Nachrichten gespielt wird. //
Wir wissen, / dass Worte eine enorme Kraft haben. / Sie können Welten verändern / zum Guten wie zum Schlechten. / Worte können uns täuschen, / aber Worte können auch eine Hoffnung säen, / die stärker ist als die nackte, bittere Realität um uns herum. //
Wir bitten dich: / Schärfe unseren Verstand für den kritischen Umgang mit dem, / was uns in der Welt erzählt wird. / Öffne unsere Herzen für die schöpferische Kraft des Glaubens. / Lass uns nicht resignieren vor der sichtbaren Not der Welt, / sondern feststehen in der Hoffnung, / die du uns schenkst. //
Dies bitten wir umso mehr, / als wir merken, / wie brüchig unsere digitale Welt geworden ist: / Internet-Server werden gehackt; / noch herrscht Schadenfreude, / doch wann erwischt es uns? / Sicherheitslücken legen Websiten lahm; / noch lässt sich das beheben, / doch was ist, / wenn die KI angreift? / Und Satellitensignale werden gedrosselt; / noch sind wir nicht betroffen, / doch was ist mit den Menschen in Kiew, / die jetzt zu spät vor Raketen gewarnt werden? //
Barmherziger Gott, / dieser Wahnsinn lässt sich kaum aushalten. / Wohin steuern wir gerade? / Hilf uns, / hier klar zu sehen, / und schenke uns inmitten dieses Sturms deinen Frieden. / Lass uns nicht ohnmächtig erstarren vor der Macht der Technik / oder der Kälte des Krieges. / Sondern erinnere uns daran, / dass du der Grund bist, / der uns hält, / wenn alle Netze reißen. //
Wir bitten dich für die Menschen in Kiew, / in der Ukraine und überall dort, / wo Angst und Bedrohung den Alltag beherrschen: / Sei du ihr Schutz, / sei du ihr Licht in der Dunkelheit / und wecke in den Mächtigen dieser Erde den Willen, / gegenzusteuern gegen den Wahnsinn dieser Welt. // Amen.
Achim Detmers
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott, / dein Wort durchdringt / den Panzer, / mit dem wir unsere Seele schützen / vor dem Schmerz / zu großer Hoffnung / und zu großer Liebe. // Du öffnest / den Schleier / aus Trauer und Wut, / der sich auf unsere Augen gelegt hat / und uns den Blick trübt / für alles Neue. // Du rührst / an unsere vergrabene Sehnsucht, / dass sich Tränen in Lachen, / Kummer in Freude / und Tod in Leben / verwandeln mögen. // Und was du versprichst, Gott, / das ist wahr! // Lass uns fassen, / was wir hören / und hoffen, / was noch wie ein Traum erscheint. / Herr, unser Gott, erbarme dich unser! // Amen
Sylvia Bukowski
Meike Waechter
Georg Rieger
Jürgen Kaiser
Sylvia Bukowski
Gott!
Ich möchte lernen
von Deiner Sanftmut,
von Deiner Barmherzigkeit,
von Deiner Güte.
Ich möchte daraus leben,
dass Du mich liebst!
Doch in mir wühlen
Unverständnis und Selbstbehauptung,
Ignoranz und Bequemlichkeit
und allzu oft auch Gefühle,
die ich mir selbst nicht eingestehen mag.
Ich laufe mit dem Schritt der Zeit,
bin selbst gefordert
und fordere andere.
Ungeliebt. Lieblos.
Und dann höre ich:
„Ich schaff’s nicht mehr!
Es ist zu viel!
Zu viel an achtloser Härte,
Unbarmherzigkeit,
Gnadenlosigkeit.
Zu wenig Respekt.“
Und ich sehe Menschen,
überall,
gezeichnet von Lieblosigkeit.
Und ich selbst?
Ich möchte lernen.
Und Dein Wort, Gott, immer wieder neu hören
und weitersagen.
Ich möchte Liebe üben.
Liebe erspüren, sie annehmen und ihr vertrauen können.
Und Liebe geben
in Dankbarkeit aus gefüllten Schalen.
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Gudrun Kuhn
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Meike Waechter
Kathrin Rehmat
Georg Rieger
Sylvia Bukowski
Darum bitten wir Dich: / Schenke allen, / die politische Macht ausüben, / den Mut zu Ehrlichkeit und Anstand. / Gib ihnen die Einsicht, / dass Freiheit ohne Verantwortung für den Nächsten verkümmert, / und schenke ihnen die Kraft, / Entscheidungen zum Wohl des ganzen Volkes zu treffen. //
Wir bitten dich für unsere Erde und das Klima. / Schenke uns die die Bereitschaft zu verzichten, / um mit den Ressourcen deiner Schöpfung achtsam umzugehen. / Hilf, / dass auch unsere Kinder und Nachkommen eine Lebensgrundlage vorfinden. //
Wir bitten Dich für die Menschen, / die jeden Tag hart arbeiten – / in den Supermärkten, in der Pflege, in der Reinigung –, / oft für wenig Geld. / Wir bitten dich für alle, / die in Armut leben oder sich abgehängt fühlen. / Lass uns eine Gesellschaft werden, / in der die Starken ihre Verpflichtung für die Schwachen übernehmen. //
Wir bitten Dich, / behüte unsere Demokratie vor Spaltung, / Hetze und einfachen Wahrheiten. / Stärke in uns das Bewusstsein für die Würde jedes einzelnen Menschen, / für Gleichberechtigung, / Meinungsfreiheit und die Vielfalt des Lebens. //
Wir bitten Dich, / hilf uns als Christenmenschen, / Werte wie Barmherzigkeit, / Mäßigung und Zivilcourage vorzuleben. / Lass uns Menschen der Versöhnung und Hoffnung sein, / wo andere Halt und Zuversicht finden. //
Barmherziger Gott, / du begleitest uns durch alle Zeiten und Wandel. / Nimm unsere Sorgen und Hoffnungen an und führe uns auf dem Weg des Friedens. / Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. / Amen.
Achim Detmers, Hannover
Jürgen Kaiser
Gerhard von der Heyden
