Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Meike Waechter
Ja, Gott - / „Wir wollen alle fröhlich sein / in dieser österlichen Zeit.“ / Doch wie soll uns das gelingen? // Manche blicken voller Sorgen in ihren Geldbeutel, / weil sie vom Auto abhängig sind, um in die Arbeit fahren zu können. / Und weil die Nahrungsmittel immer teurer werden. // Manche bangen um Angehörige im Ausland. / Manche können die Berichte vom Leid der Menschen / in der Ukraine und im Nahen Osten kaum mehr ertragen. / Manche fürchten um den Fortbestand der Demokratie. // Wie können wir da fröhlich sein? / Dabei hatten wir doch früher auf die Osterbotschaft vertraut? / Sieg des Lebens über den Tod. / Hoffnung für Frieden und Gerechtigkeit / im Himmel und auf Erden ... // Ach Gott – reiß uns aus den Ängsten! / Heile unsere Erschöpfung! / Lass uns miteinander und füreinander Vertrauen und Zuversicht finden! // AMEN
Gudrun Kuhn
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wir sollen nicht Thermometer sein, sondern Thermostat. / Hat Martin Luther King gesagt. / Aber wir sind nur Thermometer. / Wir reagieren. // Wir erleben, wie die Welt aufgeheizt wird. / Durch Wirrköpfe, Kriegstreiber und Lügner an den Hebeln der Macht. / Durch Kurzsichtigkeiten, Ausbeutung und Gier. / Durch Aufgeregtheiten und Empörungen, / die unsere Seelen mit Nichtigkeiten und Belanglosigkeiten beschäftigen. / Durch das Verschwinden der Ehrfurcht vor dem Leben. //
Wir reagieren. / Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Da helfen keine Analysen und keine Kommentare. / Da scheint auch das Wissen um Dich nichts auszurichten. / Wir beraten, appellieren, tagen, / zeigen uns als Menschen guten Willens. / Aber wir beschäftigen uns in all dem nur mit uns selbst / und erweisen uns als zu schwach für die, / die nach Weisung, Führung und Lösung
verlangen. //
Schlimm, wie sehr uns die Vollmacht ausgegangen ist. / Als Kirche. Und in der Gesellschaft erst recht. / Schlimm, wie sehr es unsere Politiker nicht schaffen, / längst fällige Entscheidungen zu treffen. / Warum nur diese Ängstlichkeit, / diese Mutlosigkeit und dieses Verquatschen von fast allem? / Man kann es nicht mehr hören. / Es tut den Ohren weh. / Und dem Kopf auch. Was bremst da so sehr? / Warum wird Verantwortung dauernd abgeschoben? / Fehlt da das Vertrauen auf Dich? / Ja, vermutlich fehlt es. / Und der Geist fehlt. / Und auch der Glaube. //
Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Um den Mond herumfliegen – kein Problem. / Aber einen gestrandeten Wal ins tiefe Meer ziehen – unmöglich. / Eine Weltmeisterschaft in drei Ländern – kein Problem. / Aber die Zuwanderung so regeln, dass sie bereichert - unmöglich. / Hochsicherheits-spiele polizeilich absichern - kein Problem. / Aber Polizisten, Sanitäter, Zugpersonal und Rettungskräfte vor Übergriffen schützen – unmöglich. / Es ist zum Heulen. //
Warum hat sich alles nur so sehr verschoben? / Zum Bösen hin verschoben? / Zum Unfrieden? / Beten wir die falschen Götter an? / Wir bekennen Dir, Herr, unsere Ohnmacht. // Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Das ist unsere Klage. / Unsere Klage vor Dich bringen, das ist das, was wir können. // Amen.
Klaus Bröhenhorst
Georg Rieger
Gott, was immer uns bewegt, / im Auf und Ab der Welt - / auf dich vertrauen wir / und bitten dich um alles, was wir brauchen, / für die,
die krank sind und im Sterben liegen, / lass sie Geborgenheit erfahren; / wir bitten dich: erhöre uns! // für die, / die leiden, wie die Welt / und wie das Leben ist, / lass sie vertrauen, dass du hilfst; / wir bitten dich: erhöre uns! // für die, / die auf der Flucht sind / vor den Kriegen, / vor den Katastrophen dieser Welt, / lass sie Zuflucht finden; / wir bitten dich: erhöre uns! // für die, / die zu bestimmen haben / in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, / lenke du ihr Herz und ihren Sinn; / wir bitten dich: erhöre uns! // Gott, wir danken dir, / dass du uns hörst / und gibst, was wir brauchen, / durch Christus Jesus. // Amen.
Walter Wickihalder
Vater, Mutter, unser, / Gegenwart und himmlische Energie, / in uns und um uns. // Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass wir es für selbstverständlich hielten: / der Strom kommt aus der Steckdose, das Gas strömt aus der Leitung und der Sprit in den Tank. / die Sonne bringt Licht für das Wachstum in Wald und Feld, der Landregen feuchtet den Boden. //
Nichts ist selbstverständlich, alles empfangen wir aus deiner Hand. / wenn Du deinen Geist von uns nimmst, tauchen die bösen Geister auf / und es wird dunkel. stockdunkel. / Sturm und Wassermassen nehmen Häuser und Autos mit, / vernichten Existenzen, bringen Menschen ums Leben. // wir bitten dich: / erfülle die Welt mit Heilkraft / lass Liebe in die Herzen sickern. / sättige uns / mit Brot und Sinn. // Amen
Gerhard von der Heyden
Gerechter Gott – so rühmen dich Psalmen und Lieder, so möchten auch wir dich rühmen. //
Aber noch bist du nicht gekommen, / zwischen Recht und Unrecht zu schlichten, / noch hören wir täglich etwas über Gewalt, über Rechtlosigkeit von politischen Gefangenen, / über Unterdrückung von Schwachen, / noch müssen wir uns täglich sagen, / dass wir selber nicht genug tun, um deine Rechte siegen zu lassen. //
Wunder wirkender Gott – / so rühmen dich Psalmen und Lieder, so möchten auch wir dich rühmen. / Aber noch ist der Kreis der Erde kein Eden geworden. / Nein, das Weltmeer, die Ströme und die Berge haben keinen Grund zum Jubeln. / Sie warten auf das Wunder, dass wir umdenken / und sie nicht länger eigennützig zerstören. / Und viele von uns warten vergeblich auf ein Wunder: / in schwerer Krankheit, nach einer zerbrochenen Beziehung, in Einsamkeit. //
Barmherziger Gott – so rühmen dich Psalmen und Lieder, so möchten auch wir dich rühmen. / Schenke uns die Zuversicht, dass du uns auch dann auf deinen Armen trägst, / wenn wir uns ganz ratlos und verlassen fühlen. / Gib uns Kraft und Mut, dort aufzustehen, wo Unrecht geschieht, / wo Menschen gering geachtet werden, wo Rücksichtslosigkeit herrscht. / AMEN
Gudrun Kuhn
Im Morgengrauen meiner Gedanken suche ich dich, / aber ich finde dich nicht. / Ratlos stehe ich am Ort des Versagens, am Ort meiner Ohnmacht und Trauer. / Ich weiss nicht weiter. // Die Vergangenheit haftet an mir, zieht mich hinunter. / Ja, ich selber bin in diesem Grab gefangen. / Mein Verlangen nach Leben ist nicht stark genug. / Es vermag nicht den schweren Stein zu wälzen, der mich vom Leben trennt. //
Doch ohne dass ich selber irgendetwas tue, / beginnt sich der Stein zu lösen. Er wird von aussen zur Seite gerollt. / Das Licht des neuen Tages strömt hinein. / Du lässt mich aus dem Grab steigen und ins neue Leben hineintreten, wie neu geboren. / Ich danke dir, Herr Jesus Christus, dass du meine Schuld und mein Verzagen überwunden hast. / Wie ein älterer Bruder nimmst du mich an der Hand und sagst: / „Ich lebe und du sollst auch leben!“
Catherine MacMillan
Gott, / schreib uns die Freude dieses Tages / ins Herz, / damit sie nicht verfliegt, / wenn wir zurückkehren in unsern Alltag // Gott, / präge uns ein, / dass du den Tod überwunden hast, / damit wir nicht in Trauer versinken, / wenn wir begraben müssen, / die wir lieben. // Gott, / spiel uns ins Ohr / das Lied vom Leben / das du neu erschließt, / damit wir Hoffnung ausbreiten / wenn wir Verzweifelten begegnen. // O Herr, hilf, lass wohlgelingen, / dass das Licht des Ostermorgens / die Schatten der Sinnlosigkeit vertreibt. / Amen
Sylvia Bukowski
Gott, unser Retter!
Die Zeit zwischen dem Tod von Jesus und seiner Auferstehung gibt uns Gelegenheit, um uns klarzumachen, wie nötig wir deine Versöhnung haben.
Was wir täglich hören und sehen macht uns fassungslos und wütend, leider auch immer unversöhnlicher mit Menschen, deren Beweggründe wir nicht nachvollziehen können.
Gib uns Zeichen der Versöhnung! Jesus hat durch seinen Tod deutlich gemacht hat, wie anders wir leben könnten. Lass uns die Momente nicht verpassen, in denen wir das entdecken können.
Und versöhne uns mit dir, mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst so dass wir die Kraft schöpfen, die es braucht, das neue Leben zu leben, das du uns geschenkt hast. Amen
Georg Rieger, Nürnberg
Annegret Lambers
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Meike Waechter
Jürgen Kaiser
Barmherziger Gott, / wir kennen Menschen, / die den Boden verlieren unter den Füßen, / denen so ist, / als würden sie / immer nur fallen, / in einen Abgrund / ohne Ende. // Wir ahnen, / was sie mit Worten / nicht ausdrücken können: / ihre Verzweiflung, / aber auch den Kampf um Hoffnung, / und mitten in der Düsternis ihrer Seele / die Sehnsucht nach der Buntheit des Lebens. // Gott, manchmal geht es uns ganz ähnlich, / weil auch wir manchmal irre werden / an der Normalität des Schrecklichen. / Wir bitten dich Gott, / sei nicht fern mit deiner Hilfe!
Sylvia Bukowski
Simon Froben, Bayreuth
Barmherziger Gott, / um deines Sohnes, des Christus Jesus willen / bist du auch uns Vater und Mutter im Himmel. // Ohne deine heilsame Nähe, / wäre unsere Welt und alles um uns her, wüst und leer, / beherrscht von Willkür, Gewalttat und Rücksichtslosigkeit. // Du stellst deine Engel um uns auf, / Engel, die häufig ganz menschliche Gestalt haben. / Du schaffst uns Raum, / an deiner Hand gehen wir in die Freiheit und nicht in den Tod. // In dir sein, HERR ist das Ganze, das Vollkommene, / das Heilende. / Die leiblichen Augen schließen / und die Augen des Herzens öffnen / und eintauchen in deine Gegenwart. // Wir brauchen dir nicht zu sagen, was uns schmerzt, / wir müssen dir nicht aufzählen, was in deiner Welt geschieht / und wozu wir deine Hilfe brauchen. / Das weißt du alles. // Wir möchten schweigen / und aufmerksam sein für dein heilsames Wort / das Du für uns hast. // Amen
Gerhard von der Heyden
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
O Gott – du Gärtnerin aus Liebe // Gepflanzt hast du uns Menschen „in deinen Vorhöfen“, / wo wir „noch im Alter saftig und frisch“ bleiben, / gepflanzt „an den Wasserbächen“, / wo die „Blätter nicht verwelken“. / So singt es aus den Psalmen. / Und ich missmutiges Wesen / sollte Kopf und Hände hängen lassen, / weil um mich nur Wüste und Dürre ist. / Die Weltwirklichkeit ohne Hoffnung auf Frühling. // O Gott – du Gärtnerin aus Liebe / Gieß mich eifrig mit deinem Lebenswasser / Dünge mich mit deinem Geist / Vertreibe das Ungeziefer der nagenden Fragen. // Lass mich wachsen / durch die harte Erdkruste hindurch / wie meine tapferen Krokusse im Garten. // Amen
Gudrun Kuhn
Lieber Gott, / wir möchten dir für unser täglich Brot und unsere Welt danken, / die du erschaffen hast. / Wir danken dir, für die vielfältige Natur, für unsere Familien und Freunde. // Wir erkennen, dass die Welt nicht ganz so ist, / wie du es gewollt hast. / Wir sehen die Ungerechtigkeit und die Armut. / Der Klimawandel und der nicht vorhandene Weltfrieden bereiten uns Sorgen. / Wir möchten dich um eine bessere Welt bitten. // Amen
Jugendgruppe Französische Kirche Berlin
Meike Waechter
Sylvia Bukowski
Flugrouten müssen bedacht werden, / Spritpreise wollen berechnet werden und die Sorge um das Budget wiegt schwer im Gepäck. / Einige Länder fallen in diesem Jahr als Urlaubsziele aus; / Unruhe und Angst sind dort eingezogen, / wo wir eigentlich Erholung suchten. //
Wir bringen dir unsere Enttäuschung, / wenn die lang ersehnte Auszeit zur Rechenaufgabe wird. / Wir bringen dir unsere Unsicherheit, / wenn der Blick auf die Weltkarte uns mehr Sorgen als Vorfreude bereitet. / Schenke uns die Gelassenheit, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. / Lass uns Orte der Ruhe finden – ob in der Ferne oder ganz nah –, / an denen nicht der Preis den Wert bestimmt, / sondern die Begegnung und das Durchatmen. //
Beschütze alle, die unterwegs sind, / und weite unser Herz für jene, die gar keine Wahl haben, wohin sie gehen. / Lass uns dankbar sein für das, / was möglich ist, / und schenke uns einen Frühling, / der uns trotz allem mit neuer Hoffnung erfüllt. // Amen.
Achim Detmers
Jürgen Kaiser
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
