29. Juli 2026
Ach Gott – / Unsere Kirchengeschichte ist mit Blut geschrieben. / Von Christinnen und Christen erduldet. / Von christlichen Herrschern und Klerikern verschuldet. // Unsere Gegenwart ist mit Blut geschrieben. / So viel fehlgeleiteter religiöser Fanatismus. / So viel Gewalt unter dem Vorwand der Religion. // Und wir? / Ratlos – mutlos – gleichgültig ... // Hilf uns, die Hoffnung nicht zu verlieren. / Hilf uns, die kleinen Schritte nicht gering zu schätzen. / Du hast auch uns berufen und für würdig geachtet, / an deiner gerechten Welt mitzuwirken. // Lass uns nicht müde werden. / Die Alten im Vertrauen. / Die in der Mitte des Lebens im Handeln. / Die Jungen in ihren Visionen. // Sei uns allen nahe mit deinem Geist. / AMEN
Gudrun Kuhn
28. Juli 2026
Weil kleinste Pflänzchen Asphalt / von unten her sanft und geduldig aufbrechen, / darum bin ich zuversichtlich. // Weil die Schöpfung im Sommer so wunderbar blüht, lebt, sich wandelt, / darum staune ich. // Eines Tages werden die Wunden der Völker / mit heilsamen Blättern geheilt werden. / Das glaube ich. / Lass uns Bäume pflanzen / und am Du zum Ich werden. / Lass uns wir werden, / komm bald wieder. / Tröste uns, es ist nötig. // Amen
Kathrin Rehmat
27. Juli 2026
Gott, mein Gott, / den ich suche, / Gott, mein Gott, / deine weiten Flügel, / und der Schatten darunter, / der mich schützt. / Gott, die Quelle, / aus der alle guten Worte sprudeln. // Sag sie mir, deine Worte, / die mir gut tun. / Pflanze sie meiner Seele ein. / Ich werde dir die Früchte bringen. // Amen.
Jürgen Kaiser
26. Juli 2026
Gott, / wenn wir an Jerusalem denken, / wird in uns alte Sehnsucht wach: / die Sehnsucht nach dem Ort der Erlösung, / an dem Leid und Geschrei endlich vergehen, / weil du aus deiner Verborgenheit trittst, / alle Tränen abwischst / und den Tod verbannst. // Aber du hast schon der irdischen Stadt / deine Treue geschworen auf ewig. / Du nimmst teil an / an den irdischen Nöten, / die ihr keine Ruhe lassen. // Dein Herz hängt immer noch an ihr. / Gott, lass uns das nicht übersehen, / wenn wir an Jerusalem denken. / Weck auch in uns liebevolles Interesse / an seinem irdischen Geschick, / und lass uns nicht müde werden, / für seinen Frieden zu hoffen. // Heile du selbst die Zerrissenheit, / unter der Jerusalem so leidet, / und mach deine Stadt bald zu einem Ort / an dem sich Menschen aus allen Völkern / ungebrochen an dir freuen können. // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, // wir hören nicht auf zu beten / und wir danken Dir, dass wir Deinen Namen anrufen dürfen. / Es tut uns gut, unser Herz auszuschütten vor Dir. //
Da ist ein rätselhaft früher Tod ganz in unsere Nähe. / Wir kennen die, um die es geht. / Wir waren befreundet. / Wir haben Menschenmögliches getan. / Aber tragender Trost will sich nur schwer einstellen. / Lass doch das Wort: „Selig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an“, erreichbar sein für die wunden Seelen. //
Da ist die Sommerpause mit ihren Turbulenzen. / Familien fahren in den Urlaub. / Kinder nehmen teil an Freizeiten. / Auf der Autobahn stauen sich die Autos. / Zugleich wird nach Zuschüssen für Benzin gerufen. / Politiker haben sich unmöglich gemacht und werden ausgetauscht. / Spanien feiert seine Weltmeister. / Die Landtagswahlen werfen ihre Schatten voraus. / Jürgen Klopp soll der neue Bundes-trainer werden. // Es ist wie auf einem Karussell, das sich dreht und dreht, aber nicht vorankommt. / Lass doch das Wort „Eins aber ist not“ ordnend und bestimmend sein in all dem. //
Da sind wir selbst. / In Sorge um vieles. / Immer näher an der Ohnmacht als an der Vollmacht. / Oft vom Alltag gebannt und irritiert davon, / dass die Frage nach unserem Geburtsjahrgang uns schon lange verlegen macht. // Was bleibt? / Wann ist es Zeit, das Haus zu bestellen? / Und was ist, wenn das, was wir fürchten, / über uns kommt wie ein Dieb in der Nacht? // Wir selbst können da keine Antworten geben. / Aber Du kannst das Wort „Alle eure Sorgen werfet auf ihn; / denn er sorgt für euch“ groß werden lassen in unserer Seele. / Und darum bitten wir Dich. // Amen.
Klaus Bröhenhorst
24. Juli 2026
Gebete sind zum beten da / Stehend sitzend liegend kniend / Wir sind da / Gott / Unter deinem Dach und Schutz / Wir muten uns dir zu / Das tut gut.
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
23. Juli 2026
Gott, du Quelle meiner Freude! / Ich bin manchmal so deprimiert. / Misanthropisch nennt sich das / glaube ich, / wenn mir alle Menschen / um mich herum auf die Nerven gehen. // Wenn ich in allem, was ich sehe, / Rücksichtslosigkeit, / Respektlosigkeit / und Lieblosigkeit erkenne. // Wer bin ich selbst in solchen Momenten? Und wie schaffe ich es, an anderen Tagen / unbeschwert zu sein? // Danke auch für diese Momente / und dass du sie wenige sein lässt. / Wahrscheinlich sind sie / für mein seelisches Gleichgewicht wichtig. // Amen
Georg Rieger
22. Juli 2026
Du Gott, / mütterlich und väterlich, / wir loben und preisen dich / und beten zu dir. // Hilf uns, / darauf zu hören / und das zu tun, / was deinem Willen entspricht. / Hilf uns, / barmherzig miteinander umzugehen. / Das ist gar nicht einfach / und wir brauchen deinen Zuspruch / immer wieder neu. // Amen
Meike Waechter
21. Juli 2026
Du Gott aller Menschen – / Verschieden hast du uns geschaffen. / Und jede und jeder von uns / hat seinen eigenen Platz in deiner Welt. // Wir wollen unsere Verschiedenheit akzeptieren. / Wir wollen einander wertschätzen. / Wir wollen – so viel wie möglich – gemeinsam tun. / Gib uns dazu deinen Segen. // Du Gott aller Menschen – / Füreinander hast du uns geschaffen. / Und jede und jeder von uns braucht auch die anderen. // Wir wollen geduldig miteinander sein. / Wir wollen Konflikte friedfertig lösen. / Wir wollen niemand alleine lassen. / Gib uns dazu deinen Segen. // Du Gott aller Menschen – / Zerbrechlich hast du uns geschaffen. / Wir können nicht alles leisten, / was wir uns vornehmen. / Wir fürchten uns vor vielem, / was uns die Zukunft vielleicht bringt. / Wir sind schwach im Glauben, Hoffen und Lieben. / Komm zu uns mit deinem Segen. // AMEN
Gudrun Kuhn
20. Juli 2026
Gott, du siehst mich. / Sieh mich bitte gnädig an. / Verzeih mir, was mir nicht gelingt, / was ich vergesse oder übersehe. / Hab Nachsicht, wenn ich dich aus dem Blick verliere./ Ruf mich zurück, wenn ich vom Weg abkomme. / Du siehst mich. / Dafür danke ich dir. / Ich weiß, du verlierst mich nicht. / Amen
Meike Waechter
19. Juli 2026
Gott, / unser Leben ist geprägt / von den Spuren deiner Güte. / Du hast uns aus Notlagen gerettet, / uns Wünsche erfüllt / und immer wieder Freude gemacht. / Es geht uns gut, / und wir können eigentlich wirklich nicht klagen. // Und trotzdem gibt es Tage, / da verdüstert sich plötzlich unsere Seele, / überzogene Ansprüche rauben uns die Ruhe / und Nichtiges baut sich vor uns auf wie ein Berg. // Wir werden sie manchmal nicht los, / diese trüben Geister, / die uns die Freude am Leben nehmen. / Sie spinnen uns ein / in ihr klebriges Netz / und legen uns ihre grauen Schleier / über die Augen, / dass wir deine Güte nicht mehr erkennen. / Gott, befrei uns aus den Gespinsten des Überdrusses, / Erlöse uns von unsrer Tristesse // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick
Ach Gott, / ich spüre das kühle Meer an meinen Füßen / und die warme Sonne auf meiner Haut. / Mir geht es gut. / Ich bin glücklich. / Und doch zieht sich mein Herz zusammen. /Denn in diesem Moment / kämpfen Menschen im Meer um ihr Leben. / In diesem Moment / leiden Menschen unter der glühenden Hitze, / vertrocknen Felder, / brennen Wälder. / Halte in mir diese Gleichzeitigkeit.
Carolin Springer
17. Juli 2026
Ewiger und gütiger Gott! / Du rufst uns zu dir. / In deiner Nähe, / im Hören deines Wortes, / in Reichweite deiner Weisung, / im Raum deiner segnenden Hand sollen wir leben. // Hör nicht auf, uns zu rufen, / bis wir endlich kommen. / Du hast uns erwählt / mit deinem Volk Israel / durch Jesus Christus. // Bewahre uns, deine Erwählung zu verspielen. / Hilf, ihrer würdig zu werden. // Amen.
Jürgen Kaiser
16. Juli 2026
Im Anfang / War das Ende schon da / Immer nah // Der Augenblick dazwischen aber reich / Voller Anfänge und Enden unendlich reich // Du Gott des Anfanges und des Endes / Du lässt uns Neues beginnen und Altes beenden / Wir lassen uns und alles zurück / In deinen Händen // Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
15. Juli 2026
Gott, / du weißt um die Unbarmherzigkeit der Sprache. / Hüte unsere Zungen, / damit wir nicht Menschen verletzen. / Gib denen die Reden halten und Nachrichten verfassen / den Mut zur Wahrheit / und bewahre sie vor Überheblichkeit. // Amen
Georg Rieger
14. Juli 2026
Gott, / es gibt so viele Menschen, / die auf ein Wunder hoffen, / auf Heilung, / darauf, dass alles anders wird, / dass sie die Zeit zurückstellen können, / um Dinge ungeschehen zu machen. // Gott, hilf uns / und sei bei uns, / auch wenn keine Wunder geschehen. / Es soll uns Wunder genug sein, / dass du für uns da bist / und dein Angesicht leuchten lässt über uns. // Amen
Meike Waechter
13. Juli 2026
Wir danken dir, Gott, wir danken dir. / Vater von uns allen, in Jesus Christus deinem Sohn, unserem Bruder. / Wir danken dir für die Erfahrungen deiner heilsamen Nähe, / für die Wunder, die du immer wieder tust. // Paulus fordert uns auf zu prüfen, / das Gute zu behalten und zu tun, / und uns auf das Böse nicht einzulassen. / Er fordert uns auf zu unterscheiden zwischen / Wahrheit und Irrtum. // Unser Vater im Himmel: / das ist alles andere als eine leichte Aufgabe, / das ist Arbeit, manchmal mühsam, / öfter mal mit streiten verbunden und Konflikt. / Du traust uns das offensichtlich zu. // Du traust uns das zu, / wenn wir darüber streiten wie Kirche sich ändern muss, /damit sie Salz und Licht bleibt und wird. // Amen
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
12. Juli 2026
Barmherziger Gott, / von allen Seiten umgibst du uns mit deiner Güte / und hältst deine Hand liebevoll über uns. // Warum können wir das nicht begreifen, / warum scheinst du uns manchmal so bedrohlich, / dass wir deine Nähe abschütteln / und uns losreißen wollen von dir. // Gott, du kennst unsere verborgensten Ängste. / Du verstehst, / was wir oft nicht einmal selber verstehen, / Du wirbst um uns, / bis wir zur Besinnung kommen, / bis wir dich suchen / und uns deiner Zärtlichkeit / endlich überlassen. // Hab noch Geduld mit uns, / gib uns nicht auf! / Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick
Der Eindruck diese Woche, der bedrückende, mehr als einmal:
Dass gar nichts mehr gilt und hält und verbindet.
Stattdessen Machtgehabe, Zynismus, Verachtung.
Hass, Eskalation, Manipulation und Eiseskälte an allen Enden.
Zerstörerisch und tödlich für die Schwächeren und Rechtlosen.
Was habe ich dagegen? Oh, eine Menge, denke ich.
Und dann ist das doch wieder so schwach, so unentschieden und wirkungslos.
Aber was ich wirklich habe, ist das Wort von deiner Gerechtigkeit und Treue,
deiner freien Gnade, Zuwendung ohne Voraussetzung, Gabe ohne Gegengabe.
Das trägt mich und davon lebe ich.
Lass mich das auch prägen und bewegen,
im Denken und Reden, in Begegnungen und Entscheidungen.
Dann kann das, was du beschlossen und getan hast, nicht ohne Wirkungen bleiben:
Gerechtigkeit, Frieden, Verbundenheit – und immer wieder Hoffnung.
Amen.
Stefan Maser
10. Juli 2026
Großer und ewiger Gott, / Vater von uns allen in den Himmeln, / wir sehnen uns nach einer gerechten Welt, / nach einem Ende von Krieg und Gewalt, / nach Frieden, der den Namen verdient. // Du hast uns Hoffnung gemacht, großer Gott. / Wie die Jungfrau zum Kind kam diese Hoffnung zu uns. // Dir verdanken wir unsere Sehnsucht. / Du bist es, den wir suchen. // Komm zu uns. / Sende Deinen Geist, / der die Brücke schlägt / von Dir zu uns / von uns zu Dir / und zwischen uns Menschen, / die wir, zerrissen und getrennt voneinander, / einander zu Wölfen werden. // Komm zu uns. / Sprich Dein Wort, / dass unsere Herzen erreicht / und unseren Geist belebt, / dass wir Deine Kinder werden / und bleiben. // Amen
Jochen Denker
9. Juli 2026
Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde! / Dich preisen alle deine Werke. / Der Kosmos erklingt voll himmlischer Harmonie. // Lass mich, Gott, / deine Ordnung erkennen, / lass mich auf den Klang deiner Stimme hören, / damit ich meines Lebens froh werde / und mich deiner Herrlichkeit erfreue. // Amen.
Jürgen Kaiser
8. Juli 2026
Gott / Du hast geschöpft / Daraus ist Leben entstanden / Wir haben übernommen / Dir nachgeschöpft / Wir haben uns übernommen // Gott / Daraus ist Chaos entstanden / Im Chaos ist Vieles zu Grunde gegangen / Es tut uns leid / Anderes ist schön geworden / Nach deinem Vorbild // Wir geben nicht auf / Wir bilden weiter dir nach / Wir denken dir nach / Und hoffen auf Leben // Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
7. Juli 2026
Herr / Wir brauchen in allem, was wir tun, das richtige Maß. / Darum bitten wir dich: / Wenn wir helfen wollen, / dann schenke uns das richtige Maß, / dass wir uns nicht verausgaben / oder den Empfängern der Hilfe auf die Nerven gehen. / Wir brauchen Engagement und Begeisterung, / müssen aber auch unsere und die Grenzen Anderer wahren. // Amen
Georg Rieger
6. Juli 2026
Gott, richte uns auf! / Richte uns auf, / dass wir nicht verzagt sitzen bleiben. / Richte uns auf, / dass wir aufrecht stehen können / und sich unsere Blicke weiten. // Hilf uns, / mit dir und durch dich einander anzusehen, / auf Augenhöhe, / in gegenseitigem Respekt, / mit wachen Sinnen. / Hilf uns, / wahrzunehmen, / wer was braucht, / ein offenes Ohr, / ein gutes Wort, / Zuwendung, / Ansporn, / Rat oder Tat – / es gibt so viele Möglichkeiten füreinander da zu sein - / lass uns erkennen, was nötig ist. // Amen
Meike Waechter
5. Juli 2026
Gott, das fällt mir schwer nachzusprechen, / wenn mir das Leben wie ein Rätsel erscheint, / wenn eigenes oder fremdes Leid / alles in Frage stellt, / was einmal Halt bot, / wenn andere mir schnelle Lösungen / für alle Probleme versprechen. // Dennoch bei dir bleiben / gegen den Zeitgeist, / gegen die Zweifel, / gegen die Ungeduld, / Gott, das möchte ich versuchen. // Aber wenn ich damit scheitere, / dann bleibe du dennoch bei mir! / Amen
Sylvia Bukowski