Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Christus Jesus. Ich danke dir für den Kaffee am Morgen und das Wasser dazu, das einfach so aus dem Hahn läuft, den Duft der Aprikosenmarmelade, das unbeschädigte Dach über dem Kopf, die geheizte Wohnung. Und klage dir meine heillosen Beziehungen, meine verkorkste Existenz, meine kläglichen Versuche ein wenig Ordnung in mein Leben zu bringen. Sprich mich an, so wie du Petrus angesprochen hast, damals am See, am Kohlenfeuer, kurz nach Ostern. Und hilf mir zu verstehen, was da geschehen ist. Hilf mir zu verstehen. Mit Leib, Seele und Verstand. Sprich nur ein Wort und ich werde heil. Amen
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Es ist Ostern. / Der Stein ist weggewälzt und der Weg ins Leben ist frei. / Du sagst nein zum Tod. / Unsere Angst, unsere Ausweglosigkeit, unsere Verstrickungen in Schuld und Not, alles das, was wie ein Stein so schwer auf uns lastete und lastet, es ist weggewälzt, weil Jesus den Tod überwunden hat und auferstanden ist. / Schon Martin Luther sagte: „Wer den "stillen Freitag" und den Ostertag nicht hat, der hat keinen guten Tag im Jahr.“ / Wir aber haben den „stillen Freitag“ und auch den Ostertag und wir danken dir von Herzen dafür. / Hilf uns, dieses Geschenk zu erspüren und dann davon weiterzugeben. / Denn es ist genug für alle da. / Wir sind aufgerufen, deine Liebe zu leben. / Wir sind aufgerufen, dich in unserem Nächsten zu sehen. / Wir müssen nicht die Welt retten, das hast du längst getan. / Aber wir dürfen und sollen nach unseren Möglichkeiten kleine Dinge tun, die deine Liebe und deine Barmherzigkeit ein wenig durchschimmern lassen. / Mehr nicht. Aber weniger auch nicht. / Bitte, hilf uns dabei. / Amen
Annegret Lambers, Osterwald
Im Morgengrauen meiner Gedanken suche ich dich, / aber ich finde dich nicht. / Ratlos stehe ich am Ort des Versagens, am Ort meiner Ohnmacht und Trauer. / Ich weiss nicht weiter.
Die Vergangenheit haftet an mir, zieht mich hinunter. / Ja, ich selber bin in diesem Grab gefangen. / Mein Verlangen nach Leben ist nicht stark genug. / Es vermag nicht den schweren Stein zu wälzen, der mich vom Leben trennt.
Doch ohne dass ich selber irgendetwas tue, / beginnt sich der Stein zu lösen. Er wird von aussen zur Seite gerollt. / Das Licht des neuen Tages strömt hinein.
Du lässt mich aus dem Grab steigen und ins neue Leben hineintreten, wie neu geboren. / Ich danke dir, Herr Jesus Christus, dass du meine Schuld und mein Verzagen überwunden hast. / Wie ein älterer Bruder nimmst du mich an der Hand und sagst: / „Ich lebe und du sollst auch leben!“
Catherine McMillan, Schweiz
Gott, nimm mich an deine Hand.
Ich möchte in diesen Tagen
so gerne mit dir gehen
mit dir unterwegs sein
von der Dunkelheit ins Licht
Ich bringe meine Probleme mit hierher
die mein Leben überschatten
Ich mache mir Sorgen
über den Lauf der Welt
und ich sehe das Licht am Horizont nicht.
So gerne möchte ich
mit dir gehen
den Aufbruch schaffen
vom Tod ins Leben
Gestorben bin ich zwar nicht
aber meine Hoffnung habe ich begraben
und der Stein ist schwer
der meine Seele gefangen hält
So gerne möchte ich mit dir gehen
auf dem Trampelpfad
von der Lüge zur Wahrheit
Es ist so mühsam
dass Lügen und Betrügen
normal zu werden scheinen
und unser Zusammenleben
unglaubwürdig macht
schenk mir Hoffnung
mach mich lebendig
und bestärke mich in der Wahrhaftigkeit.
Amen
Georg Rieger, Nürnberg
Kathrin Rehmat, Zürich
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Jürgen Kaiser, Berlin
All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu // Wir aber leben in Finsternis / weil wir gleichgültig und leichtfertig sind / weil wir voller Zweifel und Resignation stecken / weil unser Wollen erfolglos bleibt // Wir leben in gnadenlosen Zeiten / weil wir so viele Erwartungen nicht erfüllen können / weil uns so viele Erwartungen nicht erfüllt werden / weil wir einsam und hilflos sind // Wir brauchen Tag und Nacht deine Hand / weil es unserem Herzen an Glauben mangelt / weil wir uns von dir getrennt fühlen / weil wir nach dem Sinn unseres Singens und Betens fragen // Komm in unsere Dunkelheiten. / Gib dich zu erkennen. AMEN<
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Sylvia Bukowski, Wuppertal
1. April 2023
Menschgewordener Gott! / / Wie gern ließe ich mich anlocken / vom weltenweiten Jubel über Deine Ankunft. / Doch mein Glaube wird auf die Probe gestellt. / / Ich hoffe auf Verwandlung / auch wenn ich noch nicht verstehe. / / Ich halte Ausschau nach Zeichen der Liebe / inmitten des Wütens in dieser Welt. / / Ich bereite mich auf darauf vor / Unglaubliches zu hören, / Unverhofftes zu erleben, / Miteinander neu wachsen zu sehen. / / Lass mich, lass uns aufstehen / zu einem neuen Leben! / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
God of light and warmth / O God, star kindler / kindle a flame of love within us / to light our path in days of darkness / O God , sun warmer / warm us with your love / to melt the frozen hand of guilt / O God, moon burnisher / burnish the shield of faith / that we may seek justice / and follow the ways of peace
The Iona Community
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Annegret Lambers, Osterwald
Georg Rieger, Nürnberg
Sylvia Bukowski, Wuppertal
25. März 2023
Barmherziger Gott, / am Montag soll alles still stehen in Deutschland. / Die Gewerkschaften rufen zum Streik. / Beschäftigte gehen auf die Straßen. / Alles soll still stehen, / weil es so nicht weitergeht: / der Krieg, / die Inflation, / die dunklen Bankgeschäfte, / das Gerangel in der Koalition. / Ach, würde es doch einmal still stehen, / dass wir Zeit hätten, Luft zu holen. //
Dein Ruhetag ist uns schon lange genommen, / und an diesem Wochenende fehlt auch noch eine Stunde. / Zeitungen raten, jetzt noch schnell zu tanken, / bevor am Montag alles auf die Straßen drängt. /
Ach, würde dieses Karussell doch wirklich einmal still stehen, / und der Kampf, wer oben bleibt, ein Ende finden. / Wir wissen doch, wo das alles hinführt. / Mehr müssen wir gar nicht sehen. //
Hilf uns da heraus, / barmherziger Gott, / alleine schaffen wir es schon lange nicht mehr. / Amen
Achim Detmers, Hannover
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Gott, Ewiger, von dem wir kommen und zu dem wir gehen, / bleibe bei uns am Anfang und am Ende. Bleibe uns in den Gedanken, in den Worten, in der Seele und in den betenden Händen, wenn wir jung sind, und bleibe dort auch, wenn wir alt geworden sind. / Wir bitten dich für die Jungen: Wecke ihr Interesse an allem, was du uns an Gutem von Dir, großer Gott, hinterlassen hast, an deinem Wort, an der Musik, die von dir singt und dich preist.
Wir beten für die Älteren: nimm die Krankheitsfurcht, nimm die Todesängste, bewahre sie vor der Schwermut, gib frohen Mut und Gelassenheit. / Wir bitten dich für die Alten, die nicht mehr denken können und nicht mehr sprechen können, aber lachen können sie noch und Gesichter lesen: Gib ihnen was zu lachen und lachende Gesichter. / Wir bitten dich für Pflegekräfte in den Heimen: bewahre Sie Überforderung, gib ihnen Mut und Ausdauer, Geduld und Kraft.
Wir bitten dich für die Kranken um Gesundung und für die Sterbenden um Erlösung. Nimm alle, die in dieser Woche zu dir zurückkehren, in Gnaden auf, und geh mit allen, die in dieser Woche geboren werden.
Gott, Ewiger, von dem wir kommen und zu dem wir gehen, gepriesen seist du für die Schöpfung, für das Leben, für die Erlösung, gepriesen für deine Treue und deine Liebe. Danke, dass du uns trägst bis ins hohe und immer höhere Alter. Danke, denn du tust uns gut. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
RefLit
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Sylvia Bukowski, Wuppertal
18. März 2023
Moin Gott! / Vielleicht hast du es schon mitbekommen: Ich übe mich im Beten. Mal wieder. / Mal wieder probiere ich es, suche nach Formen des Gesprächs mit dir und irgendwie ja auch mit mir selbst. / Jeden Morgen starte ich momentan mit einem winzigen Gebet. / Jeden Morgen nur ein paar wenige Worte, ein Stammeln, ein Versuch. / Jeden Morgen ein kleines bisschen DU und ICH. / Aber ist dir das vielleicht nicht doch zu viel? Zu viel Ohr, das ich von dir erwarte? / Ich frag mich manchmal, wie unendlich groß dein Ohr eigentlich ist. Oder hast du so viele Ohren, wie wir Stimmen haben? Vermutlich ist es eh ganz anders, als ich mir vorstellen kann. Und vielleicht braucht es für ein Gebet überhaupt nicht unsere Stimmen, unsere mühsam gestammelten Worte. / Weißt du nicht eh längst Bescheid - Über mich und über all die Anderen? / Weißt du nicht längst Bescheid über all den Schmerz, die Sorgen und auch Freuden? / Und schon wieder stammle ich und rede wohl mehr mit mir als zu dir. / Ach, mir wäre das zu viel. Aber ich habe ja auch nur zwei kleine Ohren.
Carolin Springer, Leer
