Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Georg Rieger, Nürnberg
Karl Barth (1886-1968)
18. Februar 2023
Allmächtiger Gott! / So viel Unglück und Leid, / das Menschen erfahren müssen! / Da ist der Vernichtungskrieg, / den Russland gegen die Ukraine führt: / Menschliche Willkür. / Menschliche Machtgier. / Menschliche Unmenschlichkeit. / Da ist das Erdbeben in der Türkei und in Syrien: / Eine Naturkatastrophe. / Und doch ist so viel menschliches Versagen zu sehen / und unmenschliches Handeln, / der Krieg in Nordsyrien wird fortgesetzt als ob nichts wäre. / Opfer werden zum Druckmittel für Machtinteressen. / Gott, wo soll das alles hinführen? / Lass uns nicht hilflos stehen / und entmutigt verzagen! / Wir bitten Dich für die Opfer und ihre Angehörigen. / Und wir bitten Dich zugleich für alle Menschen, / deren große Not im Schatten dieser Katastrophen / zu verschwinden scheint und doch weiter besteht: / Krieg und Gewalt, / Hunger, Unterdrückung, Entrechtung. / Im Jemen. In Äthiopien. Im Iran. / An so vielen Orten dieser Welt. / Und wir bitten Dich für alle Menschen, / auch uns selbst, mit allen Lasten, die zu tragen sind: / Hilf uns, zu einem neuen Wir zu finden. / Ein Wir, das die Freiheit des Einzelnen respektiert / und doch Verbundenheit, Geborgenheit und Trost geben kann. / Ein Wir, das stark ist gegen menschliche Willkür und Gewalt, / und stark ist für Gerechtigkeit und Frieden. / Amen
Simon Froben, Bayreuth
Mir selber treu
Ich lasse mich nicht/ Ich bleibe bei mir/ Ich verwerfe mich nicht/ Denn du hast mich entworfen/ Ich folge dem Plan/ Ich verkörpere ihn/ Ich entdecke mich/ Da steh ich entdeckt/ Nackt/ Was ein Makel wäre/ Wird mein Markenzeichen/ Neben die Norm geraten ist normal/ Das bin ich/ Ich bekleide mich/ Verkleide mich nicht/ Meine Freude jauchzt in mir/ Wie ein Bote/ Vom Himmel geflogen...
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Jürgen Kaiser, Berlin
Bernd, Aalen
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
RefLit
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Lehre uns, unsere Zunge zu hüten
Du, unser Gott, / niemals machst du leere Versprechen, / niemals redest du nur so daher. / Du tust, was du sagst, / und du sagst, was du tust. / Auf dein Wort ist Verlass! / Wie anders ist das bei uns! / Bei uns zählen Worte nur wenig, / was wir heute sagen, / ist oft morgen vergessen, / und wir denken wenig darüber nach, / was unser leeres Geschwätz / bei anderen anrichtet. / Gott, ruf uns zur Besinnung! / Lehre uns, unsere Zunge zu hüten, / und hilf, / dass auch unsere Worte / verlässlich werden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Guter Gott, / verlass uns nicht in diesen Zeiten der vielen Nöte und Katastrophen. / Bleib bei uns mit deiner Nähe und deiner Geduld. //
Wir fragen: / Die Menschen, / die es jetzt so getroffen hat, / wer tröstet sie? / Wer erklärt ihnen, / warum ihre Häuser eingestürzt sind, / warum ihre Hoffnung am Boden liegt. / Wer ist bei Ihnen, / wenn die Helfer wieder abgezogen sind? / Wo finden sie Zuflucht vor den bösen Erinnerungen? //
Guter Gott, / verlass uns nicht in diesen Zeiten der vielen Nöte und Katastrophen. / Bleib bei uns mit deiner Nähe und deiner Geduld. //
Wir zweifeln: / Die Bilder aus Syrien und der Türkei erschüttern uns. / Sie bringen unser Weltbild ins Wanken, / dass diese Erde ein sicherer Ort für uns ist, / dass wir Menschen klug genug sind, / technische Lösungen zu finden gegen die Kräfte der Natur. //
Guter Gott, / verlass uns nicht in diesen Zeiten der vielen Nöte und Katastrophen. / Bleib bei uns mit deiner Nähe und deiner Geduld. //
Die Menschen vor Ort sind erschöpft, / sie suchten Überlebende bis zuletzt, / sie kämpften gegen die Zeit. / Diesen Kampf konnten sie nur verlieren. //
Guter Gott, / verlass uns nicht in diesen Zeiten der vielen Nöte und Katastrophen. / Bleib bei uns mit deiner Nähe und deiner Geduld. // Amen.
Achim Detmers, Hannover
Heimweh
Nach dir
Gott
Immer vor mir
Immer Fernweh
Die Heimat selbst ist mir eng
Du aber bist Weite
Bist mir Schritte voraus
Ich eile dir nach
Um dir nahe zu sein
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Meike Waechter, Berlin
RefLit
Großer, liebevoller Gott,
Danke für deine Liebe, die uns umgibt wie die Luft zum Atmen. / Danke für alles Gute, das du uns und deiner ganzen Schöpfung schenkst, ohne zu fragen, ob wir es verdient hätten – seit langer Zeit und immer, immer wieder.
Gütiger Gott – wir hören deinen Auftrag, dich zu lieben, wie du uns liebst, und unsere Brüder und Schwestern genauso. / Und wir bekennen, dass es uns oft nicht gelingt. Vergib uns, wo wir diese Liebe schuldig bleiben – sei es aus Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit, oder weil uns Angst, Konflikte und Feindschaft im Weg stehen.
Gott, wir bitten dich: gib uns den Mut, für all die Brüder und Schwestern liebevoll da zu sein, die uns in der Nähe und Ferne als Geschwister brauchen: dass wir ihre Bedürfnisse und ihre Not sehen und das tun, was wir tun können / Und dass wir überwinden können, was trennt und verletzt. / Wir vertrauen darauf, dass deine Liebe uns dabei hilft. AMEN
Friederike Ursprung, Leipzig
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Du Quelle des Segens, / wenn wir sehen, / wie armselig das kirchliche Leben / in unserer reichen Gesellschaft ist, / denken wir manchmal, / du hast dich uns gegenüber verschlossen. / Mehr noch als unter kritischen Stimmen / leiden wir unter der Gleichgültigkeit, / die uns so oft entgegenschlägt. / Unsere kleinen Zahlen / machen uns manchmal furchtbar mutlos / und nur mit Sorge / blicken wir auf die Zukunft unserer Kirche.
Gott, bewahre uns vor Resignation. / Schenke uns Mut und neue Ideen, / um Menschen einzuladen / in unsere Gemeinschaft / und in deine Nachfolge.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
4. Februar 2023
Ach Gott, jetzt ist schon Februar! / Die Zeit rast! / Eben lag das Jahr doch noch so frisch und unbeschrieben vor mir. Mit Zeit zum Träumen, Füllen und Planen. / Im nächsten Moment ist Februar. / Die Zeit rast? / Nein, ich bin es, die rast. / Mal wieder habe ich mich mitreißen lassen. / Mal wieder bin ich mitten drin im grossen Rennen von Termin zu Termin, von Tag zu Tag. / Letztens dachte ich, ich wäre gerne eine Schnecke. / Würde gerne langsamer machen. / Doch dann, da dachte ich: vielleicht wäre es gut, wenn alle anderen auch Schnecken wären. Wir einfach alle zusammen entschleunigt durch deine Welt ziehen würden. Wir mehr Zeit hätten zum Staunen und um einander anzusehen - so dass wir die Zeit vergessen. / Kannst du uns nicht ein bisschen schneckiger machen?
Carolin Springer, Leer
Georg Rieger, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
Gott – du zeigst mir in Jesus dein Bild. / Aber ohne Brille kann ich nichts sehen. / Von deinem Licht bin ich geblendet. / Von deiner Fremdheit bin ich verunsichert. / Von deiner Vielfalt bin ich verwirrt. / Und ich weiß nicht, ob meine Brillengläser stimmen.
Gott – du zeigst mir Jesus in den Bildern / seiner Evangelisten und Apostel. / Aber ihre Brillen passen oft nicht zu meinen Augen.
Gott – du willst, dass wir dich in unseren Mitmenschen erkennen. / Ich will sie ohne Brille wahrnehmen, / die fremden und die vertrauten, / die schwierigen und die liebenswerten, / die fernen und die nahen.
Gib uns dazu / aufmerksame Augen und Ohren / mitfühlende Gedanken / solidarische Haltungen / aufmunternde Worte / helfende Hände.
Und wenn unsere Sehkraft nachlässt, / dann lass uns im Herzen Trost finden / in den alten Liedern und Geschichten, / die wir nicht sehen, aber glauben. / / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Verstummt
Ich hatte einen Hirnschlag / Nachts / Der Krieg hat mir die Sprache verschlagen / Ich finde die frommen Worte nicht mehr / Also kann ich nicht mehr beten / Wie es sich gehört / Ich bete nicht mehr / Gott / Es klafft eine Wortlücke / Sie ist hässlich / Kannst du damit klarkommen / Ich könnte sie mit meinen Worten füllen / Ganz normalen alltäglich banalen / Ich wünschte / Du hörtest ihren bittenden Klang / Wir möchten dich hören
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Sylvia Bukowski, Wuppertal
28. Januar 2023
Ach Gott, einen Monat schon neues Jahr. Und so wenig ist neu bei mir. Ich lasse mich treiben und, noch viel öfter, antreiben. Von Altgeplantem und Terminen im Kalender, von beunruhigenden Nachrichten und Anforderungen. / / Ewiger, Herr der Jahre und meiner Zeit, lass es doch neu werden bei mir! / / "Sprich du wie an dem Tage, da du die Welt erschufst. Dann schweigen Angst und Klage, nichts gilt mehr als dein Ruf. Das Wort der ewgen Treue, die du uns Menschen schwörst, erfahre ich aufs neue, so, wie ein Jünger hört." / / Durch Jesus Christus, Amen. / / (nach Jochen Klepper, eg 452)
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
God, you creator of all life, / We know that one day the strong will join the weak, / a light will shine on the dark squares, / the curtains will be open.
We ask You: / Let us see those who are still in the dark, / infect us with your fire of love, / that our warmth also warms others.
Let us see what you have created, / the moon and the stars that tell us about your light, / the seasons that remind us of our limited lifetime, / and the people you entrust to us.
We ask You: inflame your light in us – / the light of your kindness and goodness.
Achim Detmers, Hannover
