15. Mai 2026
Herr Gott, bitte gib uns Frieden./ Wir haben es satt mit den Kriegen./ All der Hunger um Brot,/ Gib es ihnen, den Menschen in Not./ Amen
Meike Waechter, Berlin
14. Mai 2026
Himmelfahrt - Gottes Wort verlässt die Erde und lässt uns sprachlos zurück?! / Gott, so fühlte es sich diesmal an. / Sprachlos verfolge ich Nachrichten aus Kriegsgebieten, / höre von ermordeten Grundschulkindern, / lese Berichte über Rassismus, / sehe den Prozessausgang / nach menschenverachtenden Worten eines Pfarrers. / Sprachlos macht mich all das. //
Ich will aber nicht sprachlos sein. / Ich will gegen den Krieg anschreien und vom Frieden singen. / Ich will erzählen von Vielfalt, Liebe und Toleranz. / Ich will reden für die, die sich nicht trauen, und die, die nicht mehr können. / Ich will, dass Schweigeminuten nicht mehr nötig sind / und wir stattdessen Kinderlachen, Greisenkichern, Liebeslieder in allen Sprachen hören. //
Gott, du sagst, dein Wort war und ist und bleibt in Ewigkeit. / Daran ändert Himmelfahrt nichts. / Daran ändert auch unsere Sprachlosigkeit nichts. / Erinnere uns daran, / wenn uns die Worte fehlen / und das Elend in der Welt uns die Sprache verschlägt: / Dein Wort bleibt und damit auch unsere Hoffnung. // Amen.
Carolin Springer
13. Mai 2026
Gott! // Ein Schutz bist du uns, wenn andere uns drängen, / ein Schirm, ein Schild, eine Burg, / wenn Arges naht, / wenn Schlimmes kommt, / wenn Böses droht. // Du gibst Acht auf uns, / das kann keiner wie du. / Führe uns nur nicht in Versuchung / und lass nicht zu, / dass andere es tun. // Und dann, wenn wir weitergehen müssen, / raus aus der Burg, wenn wir den Schirm verlassen / und aus deinem Schatten treten müssen, / dann werden uns deine Engel tragen, / wohin du willst. // Amen.
Jürgen Kaiser
12. Mai 2026
Gib uns Ruhe vor Dir, Herr. / Wir schaffen das oft nicht. / Darum sind unsere Seele und unser Herz unruhig. / Darum scheucht uns so vieles auf und bekümmern uns kleinste Unstimmigkeiten. // Lass uns aus Verzagtheit zum Mut finden,/ aus einem Uns-Verrennen zur Nüchternheit, / aus Menschen, die Dich immerzu verlieren, / zu Menschen, die wieder glauben. / Wie es weitergeht – mit uns selbst, mit den Unseren, / mit Kirche und Gemeinde, mit unserer Welt? / Wir wissen es nicht. // Du aber weißt es. / Gib, dass uns das frei macht. / Und segne uns. // Amen.
Klaus Bröhenhorst
11. Mai 2026
Allmächtiger Vater, /wir wünschen uns, dass es auf der Welt keinen Rassismus gibt. /Wir beten für die Menschen in der Türkei, die ohne Grund eingesperrt wurden./Bitte hilf allen Menschen, ihre Freude am Leben nicht zu verlieren.
Gütige Herrin, Schöpferin der Welten,/wir wünschen uns, dass es keine Radikalisierung mehr gibt und keine Terroranschläge mehr verübt werden.
Unser Vater, Gott,/wir bitten dich für andere Menschen z.B. die Armen, die kein Geld haben, um richtiges Essen zu kaufen und für Kinder und Erwachsene, die auf der Straße wohnen. /Bitte zeige uns Menschen den richtigen Weg. /Bitte kümmere dich um die Kinder, dass sie ein zuhause haben, wo sie sich wohl fühlen. /Bitte pass auf die Kranken auf./Ich liebe und lobe dich.
Allmächtige Mutter,/wir wünschen uns, dass jeder Mensch ein zuhause hat, in dem er sich wohl fühlt./Wir wünschen uns auch, dass jeder zu seiner eigenen Meinung stehen kann, ohne sich dafür zu schämen./Amen
Meike Wächter
10. Mai 2026
Gott – du unsere Familie // Wie spüren wir Geborgenheit in deinem Arm. / Wie fühlen wir uns von dir allein gelassen. / Wie vertrauen wir den Wurzeln, aus denen du uns wachsen lässt. / Wie vertrocknen wir in starren Konventionen. // Wie hilfreich sind für uns deine Weisungen. / Wie unsicher treffen wir unsere Entscheidungen. // Wie vielfältig hast du uns begabt und gebildet. / Wie überfordert tappen wir in Fehler. // Wir kreativ lässt uns deine Geistkraft handeln. / Wie angstvoll blicken wir in die Zukunft. // Gott – du unsere Familie // Zeitlebens bleiben wir sehnsüchtige Gotteskinder. / Zeitlebens sind wir Menschengeschwister in Verantwortung füreinander. / Hilf uns, dankbar und mutig und mitmenschlich zu leben. // Gott – du alles in allem / Unsere Mutter und unser Vater im Himmel – geheiligt werde dein Name. // AMEN
Gudrun Kuhn
Wochenrückblick
Gütiger Gott! // Zum Glück / ist das Leben keine Bilanz, / in der meine Stunden und Tage / als Gewinn oder Verlust erscheinen. //Zum Glück/ muss ich mein Leben nicht ausrichten / an den Notwendigkeiten der Bankrottvermeidung / oder Gewinnmaximierung. //Doch manchmal brauche ich eine Erinnerung. / Angesichts der erbarmungslosen Macht- und Existenzkämpfe unserer Zeit, / im Ringen um Perspektiven, / gegen meine Angst / brauche ich einen Weckruf, / eine Ermutigung, / ein Gebet. // Ich bin frei! / Wir sind frei! / Frei zu leben. / Frei, den Reichtum des Lebens zu genießen und zu teilen / Frei zum Miteinander und zum Füreinander. // Zum Glück? / Gott, Dir sei Dank! // Amen!
Simon Froben
8. Mai 2025
Schön ist das Wort / Schön wie der Same der schon die duftende Blume verspricht / Schön ist der Mund der das Wort ausspricht / Das Wort darin die Versöhnung keimt / Es wächst in der Erde / Ja / Die Erde ist schön / Danke / Himmel
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
7. Mai 2026
Gott, gute Mutter, lieber Vater, / unter deinem Schirm kann ich die Masken fallen lassen, / brauche mich nicht zu verstecken, / muss nicht mehr aus mir machen, als ich bin. // Denn da ist nicht viel, / nichts, das der Rede wert wäre, / nichts, was ich mir zugutehalten könnte. // Ich kann nichts aus mir machen, / das muss ich dir bekennen. / Du wirst mich darum nicht verdammen, / das glaube und das weiß ich. / Du wirst mehr aus mir machen, / das glaube und das hoffe ich. // Erneuere mich, / erneuere uns, / mach aus uns bessere Menschen, / mach aus uns neue Menschen, / die dich loben und preisen. // Amen.
Jürgen Kaiser
6. Mai 2026
Herr des Himmels und Erden. / Mache dich auf und eile uns zur Hilfe. / So viel Gewalt, / so viel Krieg, / so viel Zerstörung. // Tod gebiert Tod. / Herrenlose Gewalten sind am Werk, / denen wir das uns menschenmögliche entgegenstellen. // Aber unsere Kräfte sind zu klein HERR. / Die lebensfeindlichen Kräfte sind stärker als wir. / Allein Du kannst ihnen Einhalt gebieten. // Komm in unsere Mitte, / gieß deinen Geist aus. / Vertreib die Mächte der Finsternis. / Und leite unser Denken und Handeln auf deine Wege. // Unsere Mütter und Väter haben dich so erlebt: / als Retter, als Friedefürst, als Heiland. / Wir würden diese Erfahrung gerne auch machen. // Amen
Klaus Bröhenhorst
5. Mai 2026
Danke, Gott, dass du Menschen für dich begeisterst. / Sie feiern mit uns den Sonntag. Sie helfen uns, die Schrift zu verstehen. Sie begleiten Sterbende und versuchen, Trauernde zu trösten. Sie setzen sich öffentlich für verantwortungsvolle Mitmenschlichkeit ein. Sie helfen Gestrauchelten – nach der Flucht oder im Großstadtdschungel. / Sie machen die Hoffnung stark. / Zeige uns allen den Ort, an dem du uns brauchst und brauchen kannst. AMEN
Gudrun Kuhn
4. Mai 2026
Lieber Gott, / ich bitte dich, / auf die Menschen aufzupassen, / die in Not sind. / Gib ihnen genügend zu essen / und einen sicheren Halt. / Amen
Meike Waechter
3. Mai 2026
Barmherziger Gott, / wir singen dir / dankbar für deine große Güte / und glücklich über diesen Tag. / Wir stimmen mit ein / in den Gesang des Universums / zu deiner Ehre. // Wir klammern uns an den Trost der Lieder, / wenn unser Herz schwer ist, / und wir protestieren / mit dem Lob deiner Barmherzigkeit / gegen die Unbarmherzigkeit / unserer Welt. // Gott, höre alles, / was wir uns vom Herzen singen / und in unsere Töne legen. / Nimm unsern Gesang / als Zeichen unserer Liebe / zu dir. // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick
Guter Gott,
wir leben in einer Welt, / in der sich viele nach politischer Führung sehnen, / nach Ordnung, nach Sicherheit und nach Menschen, / die wissen, wo es langgeht. / Doch dein Wort erinnert uns an die Gefahr, / wenn wir Menschen die Krone aufsetzen, / die allein dir gebührt. / Wir bringen vor dich unser Misstrauen gegenüber der Macht: / Wir sehen, wie schnell Menschen hochmütig werden, / wenn sie über andere bestimmen können. / Wir sehen die Versuchung, / den eigenen Vorteil über das Wohl aller zu stellen. / Wir sehen, / wie leicht Gerechtigkeit der Gier nach Besitz und Prestige weicht. //
Gott, wir fragen dich: / Wie sieht eine Herrschaft aus, / die dir gefällt? / Wo ist der Platz für die Schwachen, / wenn sich die Mächtigen verabreden? / Wo bleibt die Freiheit, / wenn wir uns in Abhängigkeiten begeben, / die uns schleichend zu Knechten machen? //
Bewahre uns davor, / Heil von Menschen zu erwarten, / die sich wie Götter gebärden. / Erinnere uns daran, / dass jede Macht auf Erden nur geliehen ist und sich vor dir verantworten muss. / Schenke uns den Mut, / dort zu widersprechen, / wo Menschen unterdrückt werden. / Schenke uns die Weisheit, / Strukturen zu schaffen, / die dem Leben dienen und nicht dem Ego der Herrschenden. / Und lass hin und wieder einen König aufstehen, / der seine Lektion gelernt hat, und der dem selbsternannten Gold-Held, Ewig-Regent und Friedefürst mit Witz und Ironie die Leviten liest. //
Denn wir blicken auf Jesus, den König ohne Thron und ohne Schwert. / Er zeigt uns: / Wahre Größe liegt im Dienen, / und wahre Macht erweist sich in der Liebe. / Lass sein Reich unter uns wachsen – / ein Reich der Gerechtigkeit, / des Friedens und der Würde für jeden Menschen.
Amen
Achim Detmers, Hannover
1. Mai 2026
Gott // Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit dir sprechen? / Und wie kann ich Antwort erwarten? / „Lust“ soll ich „haben an deinem Wort“. / Glauben, dass du durch die Heilige Schrift zu uns sprichst. / Aber wie finde ich dein Wort / zwischen den vielen Wörtern? // So schwer zu übersetzen ist die Sprache / der biblischen Autoren. / So selten passt sie auf unsere Fragen und Ängste. //
Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit anderen von dir sprechen? / Und wie kann ich ihnen deine Antwort versprechen? / „Lust“ sollen sie kriegen „an deinem Wort“. // Glauben und Weisung und Trost bekommen. / Aber wie finden sie dein Wort / zwischen den vielen Deutungen? / So schwer zu übertragen sind die Bilder / der biblischen Autoren. / So oft fordern sie unseren Widerspruch heraus. //
„Fröhlich“ und „fruchtbar im Geist“ soll ich sein. / Aber mein „finstres Herz“ / fühlt sich leer und ausgetrocknet. / Ach lass doch deinen Mai aufblühen in unser aller Herzen! AMEN
30. April 2026
Bild von Gott / Was immer ich mir auch einbilde / Du passt nicht / Du willst nicht passen / Wie gut / Dass du nicht willst / Das gibt mir den Mut / Auch mein Bild aus dem Rahmen zu lösen / Mich von meiner Einbildung zu erlösen / Ich will Mensch werden / Nach deinem Bild / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
29. April 2026
Natur / Gott / Deine Schöpfung / Handarbeit / Mit grosser Kelle geschöpft aus dem Nichts / Oder hast du nur gerade die Zelle des Lebens erfunden / Und wunderst dich selber / Wie es sich entwickelt vom Wasser aufs Land // Wir sind Teil davon / Zugeordnet zu den Säugetieren / Wir erforschen und reflektieren die Natur und uns / Nehmen sie auseinander und setzen sie neu zusammen //
Wir staunen / Milliarden von Jahren lebt und webt sie schon / Entfaltet sich frisst und kotet / Blüht auf und verwelkt / Wächst und verrottet / Duftet und stinkt / Lebt leidet vergeht und sprosst //
Und in allem drin wesen wir und fragen nach dir / Wir tragen deine Gene in uns / Die Leidenschaft für das Leben / Wir suchen dich / Und fragen: Wie weiter mit uns allen / Gott
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
28. April 2026
Liber Gott, / du tust uns ser gut beschützen, / alle anderen Menschen bitte auch. / Amen
Lea, 9 Jahre
27. April 2026
Du lebendiger Gott – / deine Jüngerinnen und Jünger sind in die Nachfolge aufgebrochen. / Uns aber fällt das schwer. Hilf uns, aufzustehen. // Gegen die eigene Trägheit und Mutlosigkeit. / Gegen die Angst und Resignation. / Gegen die öffentlichen Beschönigungen. / Gegen die allgemeinen Vorurteile. / Gegen die Blindheit angesichts von ungerechten Verhältnissen. / Gegen die Neigung von uns allen zu Verschwendung und Besitzgier. // Hilf uns, aufzustehen. / AMEN
Gudrun Kuhn
26. April 2026
Gott, / wir sind hier, / um uns an dich und deine Taten / erinnern zu lassen. / Was wir heute hören / soll uns tragen / über die Abgründe unserer Sorgen, / soll uns Halt geben / im Strudel unsrer trüben Gedanken, / soll uns bewahren, / in unserm Selbstmitleid zu versinken. // Du, unser Gott, / hast schon früher / die tiefen Kerker der Trauer geöffnet, / hast die Meere der Angst geteilt / und Menschen in die Weite / neuen Freiheit geführt. / Gott, was du früher getan hast, / das tu auch an uns, / damit das Jubellied von früher / auch zu unsrem Jubellied wird. // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick
Puh – ist das schon ein Gebet, Gott? / Ein lautes "Puh" stoße ich gen Himmel, wenn mir die Worte fehlen für das, was ich sehe. / Für das, was ich nicht verstehe. / Puh – wenn Schicksale gegeneinander ausgespielt werden. / Puh – wenn Angst lauter wird als Mitgefühl. / Puh – wenn Menschen sich selbst größer machen und andere kleiner. / Und mit jedem Puh geht mir mehr die Puste aus. / Gib mir deinen Atem, Gott. / Dass ich nicht nur ausstoße, was mich beschwert, sondern auch empfange, was mich stärkt. // Amen
Carolin Springer, Leer
24. April 2026
Großer Gott! / du hast geredet mit Abraham, mit Isaak und mit Jakob. / Du hast geredet durch Mose und die Propheten und durch Jesus mit uns. / Du gabst dein Wort und du hieltst dein Wort. Halte weiter Wort! // Mein Kopf ist so voll mit Wörtern, von überall dringen sie auf mich ein, / leere, nichtssagende, hohle Wörter, falsche Worte, / halbwahre und verwirrende Worte, so wenig Worte, die stimmen und tragen. // Deine Stimme, Herr, lassen wir untergehen, können sie kaum mehr hören. / Uns fehlt die Kraft und manchmal auch die Lust, deinem Wort zu folgen. // Komm uns zu Hilfe und hilf unserer Unlust auf durch deinen heiligen Geist, / der die Freude und die Lust an deinem Worte ist. // Amen.
Jürgen Kaiser
23. April 2026
Ich bete für dich / Gott / Dass dein Verstummen gehört werde / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
22. April 2026
Du lieber Gott / Kannst du auch böse werden / Ich muss dir beichten / Ich habe mein Selbstbild zeitlebens auf Hochglanz poliert / Die Meinung über mich sollte gut sein und auch du solltest lieb sein // Nun bin ich alt geworden und das Polieren ermüdet mich / Ich mag nicht mehr / Mein Bild hat Risse bekommen / Ich brause auf / Ich schimpfe / Mein Ton ist ungehalten / Wo ist die liebe Liebe hin / Du lieber Gott / Was ist aus mir geworden // Ich bin kein Held ich bin verletzlich / Ich sehe ein dass ich nicht so bin wie ich schien / Ich bin unbarmherzig und sogar böse // Diese Wahrheit schmerzt / Jammern und Klagen bringt wenig / Einsichtiger will ich werden denen gegenüber / deren Geduldfaden brüchig ist / So brüchig wie meiner / Weil wir Menschen sind und es bleiben bis zum Ende // Darum Gott / Ich verzeihe mir / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
21. April 2026
Guter und gerechter Gott, / wir danken dir für die Freiheit, / die du uns schenkst: / die Freiheit im Denken, / das uns von falschen Urteilen befreit / und uns die Augen und Ohren öffnet; / die Freiheit im Handeln, / für das du uns Mut schenkst, / damit wir Grenzen überwinden / und Schritte auf Menschen zugehen können. // Amen
Georg Rieger