Heimbucher: 'Wir suchen das Gemeinsame der verschiedenen Konfessionen'

Reformationstag wird in Niedersachsen zum Feiertag


┬ę Pixabay

Der 31. Oktober wird damit bereits in diesem Jahr arbeitsfrei sein.

Der Landtag in Hannover entschied sich mit einer Mehrheit von 100 von insgesamt 137 Stimmen für einen entsprechenden Gesetzentwurf der rot-schwarzen Landesregierung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Kirchenpräsident Martin Heimbucher hat die Einführung des Reformationstags als gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen begrüßt. Heimbucher sagte nach der Entscheidung des Landtags am Dienstagnachmittag (19. Juni 2018): „Alle haben wir nun in Niedersachsen und ganz Norddeutschland frei an diesem Tag. Unverdient frei.“ Er freue sich, dass zukünftig am 31. Oktober nicht nur Evangelische, sondern auch Katholiken, nicht nur Christen, sondern auch Juden und Muslime, nicht nur religiöse Menschen, sondern auch Menschen ohne Konfession frei hätten.

Er wolle nun allen evangelisch-reformierten Gemeinden vorschlagen, den neuen Feiertag überkonfessionell zu gestalten. Heimbucher sagte: „In der kritischen Erinnerung an die Reformation suchen wir das Gemeinsame der verschiedenen Konfessionen.“ Es solle kein Einzelfall bleiben, dass in den Gottesdiensten zum Reformationstag ein katholischer Prediger zu Wort kommt. So sei es auch schon im Reformationsjubiläumsjahr 2017 gewesen.

Wichtig sei es, so Heimbucher, auch mit den denjenigen „im Gespräch zu bleiben und nötigenfalls friedfertig zu streiten“, die sich gegen den Reformationstag ausgesprochen hätten. Heimbucher kündigte für den Reformationstag in diesem Jahr eine Veranstaltung mit den jüdischen Nachbarn an. Eine Frage könnte dabei sein: „Was ist eigentlich mit eurer Reformation und mit euren Reformatoren?“ Er denke dabei an Namen wie Moses Mendelssohn, der das Judentum mit der Aufklärung versöhnt hat, oder Martin Buber. Ort dieser Veranstaltung solle das ökumenischen Zentrum Kloster Frenswegen bei Nordhorn sein.

Der Reformationstag ist bereits gesetzlicher Feiertag in Ostdeutschland außer Berlin. Schleswig-Holstein und Hamburg hatten den 31. Oktober im Februar ebenfalls zum Feiertag erklärt.


Quelle: Evangelisch-reformierte Kirche

Komplette Stellungnahme zum Nachlesen