Kirchenbibliotheken aus Mitteldeutschland gehen online

EKM: Digitalisierungsprojekt für historische Pfarrbibliotheken


© Margit Scholz

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Erfassung von über 23.000 historischen Drucken und Handschriften.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) startet zum 1. Juli 2026 gemeinsam mit der Staatsbibliothek zu Berlin die Online-Katalogisierung von 17 historischen Pfarrbibliotheken zwischen Salzwedel und Zeitz. Insgesamt werden mehr als 23.000 Titel erfasst.

In den nationalen Verzeichnissen (VD 16, VD 17 und VD 18) werden die entsprechenden Titel nachgewiesen. Zudem digitalisiert die Staatsbibliothek rund 5.000 unikale oder bislang nicht online verfügbare Werke und übernimmt Präsentation sowie Langzeitarchivierung. Ziel ist die Nutzbarmachung bislang schwer zugänglicher Bestände vom späten Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts für Forschung und Öffentlichkeit.

Die ausgewählten Bibliotheken zeichnen sich durch ihre besondere Überlieferungsgeschichte aus. Zu den herausragenden Objekten zählen Handschriften, Wiegendrucke und frühe Drucke. Besonders bedeutend ist die Bibliothek von St. Michaelis in Zeitz mit einem der weltweit drei erhaltenen Exemplare des Plakatdrucks der 95 Thesen Martin Luthers von 1517.

Dr. Jan Lemke betont die Bedeutung des Projekts für die Identität der evangelischen Kirche und die Sicherung schriftlicher Überlieferung. Auch Prof. Dr. Achim Bonte hebt hervor, dass das Vorhaben kulturelles Erbe bewahrt, digital zugänglich macht und für kommende Generationen sichert. Dr. Margit Scholz dankt den beteiligten Kirchengemeinden für ihr Engagement.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 1,3 Millionen Euro gefördert und von Archiv und Bibliothek der EKM in Magdeburg koordiniert.


Quelle: EKM