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''Rechter Glaube'': Kontroverse Debatte über Kirche und Neue Rechte
Lippe: Symposium beleuchtet Schnittstellen zwischen christlichem Fundamentalismus und Neuen Rechten

Das Symposium „Rechter Glaube“ der Evangelischen Erwachsenenbildung, des Evangelischen Bundes Westfalen und Lippe sowie des Instituts für Evangelische Theologie der Universität Paderborn widmete sich den Schnittstellen zwischen christlichem Fundamentalismus und der Neuen Rechten. Grundlage war die Dissertation des Theologen Dr. Jan Christian Pinsch.
Pinsch betonte: „Es gibt nicht die Russlanddeutschen. Und die meisten Russlanddeutschen wählen auch nicht die AfD.“ Zugleich zeigte er, wie rechte Parteien gezielt konservative Christinnen und Christen sowie russlanddeutsch geprägte Freikirchen ansprechen – etwa über gemeinsame Positionen zu Familie oder Geschlechterrollen. Journalistin Kyra Funk ergänzte: „Wissenschaft und Journalismus sind dafür da, Dinge zu benennen, auch wenn es weh tut.“
Trotz Kritik im Vorfeld wurde die Veranstaltung bewusst durchgeführt. Das große Interesse mit rund 50 Teilnehmenden und weiteren Interessierten auf der Warteliste bestätigte diese Entscheidung.
Pinsch grenzte evangelikale Frömmigkeit klar von fundamentalistischen Strömungen ab und untersuchte Veröffentlichungen zweier Verlage aus Lage auf Anknüpfungspunkte an rechte Narrative wie Islamfeindlichkeit, Antifeminismus, Verschwörungserzählungen und Antisemitismus.
Kyra Funk stellte zudem ihre SWR-Reportage „Fromm und Radikal – Verfassungsfeinde im Namen Gottes“ vor. Ihr Fazit: Fundamentalistische Gruppen und die Neue Rechte seien zwar nicht ideologisch identisch, verfolgten aber teilweise ähnliche politische Ziele.
In der Diskussion warnten Mitglieder von Freikirchen vor einer Stigmatisierung Russlanddeutscher. Andere würdigten die Studie als differenziert. Moderator Horst-Dieter Mellies zog ein positives Fazit: „Wir haben gemeinsame Zielsetzungen erkannt und bleiben im Gespräch.“
Quelle: Lippe


