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19. Januar 2022

Ach Gott –  / die Lieder und Psalmen meiner Vorfahren / machen mich oft hilflos und stumm. / Der Kontrast zu den täglichen Nachrichten. / Ist nur schwer auszuhalten. / Wie soll ich einstimmen  / In das Jauchzen und Rühmen und Frohlocken und Anbeten?

Ach Gott – / Die Meere und Ströme und Berge – sie künden nicht von deiner Herrlichkeit, / sondern vom Raubbau der Menschen. / Jauchzen höre ich nicht, aber Weinen und Seufzen, / Wahrheit vernehme ich nicht, sondern Lüge und Falschmeldungen, / Zusammenhalt der Völker sehe ich nicht, sondern Aggression und Kriegsgefahr. / Sieg der Gerechtigkeit – Keine Rede davon!

Ach Gott –  / Bitte erwarte keine großen Gefühle und Worte von mir. / Bitte höre meine halbherzigen stummen Gebete. / Bitte vernimm meine wacklige Stimme im großen Chor meiner Vorfahren. / Ich will sie für mich sprechen lassen. / Ich will mir von ihnen sagen lassen: / So könnte es sein, so soll es sein, so wird es sein: Der Herr erscheint. / / Ach Gott –  / komm zu uns! / / AMEN / 


Gudrun Kuhn, Nürnberg