Aktuelle Termine


UEK: 200 Jahre Union zwischen lutherischen und reformierten Kirchen
Veranstaltungen in den Jahren 2017, 2018 und 2021
Im Jahr 2017 wird nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch 200 Jahre Unionen zwischen lutherischen und reformierten Kirchen gefeiert.


"Die Welt schlägt Purzelbaum"
15.+16. Oktober 2019, München, Symposion
Was Theologie, Kunst und Kirche heute von Karl Barth un den Künstlern der Moderne lernen können?


»Der Christ in der Gesellschaft«
27.-29. September 2019, Tambach-Dietharz
Einsichten aus Karl Barths Tambacher Vortrag von 1919.


»Glauben bekennen«
26.-29. September 2019, Paris, Foyer le Pont
Ein Seminar der Ev. Studierendengemeinden Köln und Saarbrücken zu Karl Barth.


50 Jahre Karl Barth-Tagung
15.-18. Juli 2019, Leuenberg/CH
Leuenberger Barth-Tagung




Karl Barths Römerbriefkommentar - 100 Jahre später
5.-7. Juni 2019, Universität Genf


Karl Barth heute - Relecture und Kritik
15. Mai 2019 - Universität Bonn
Dies academicus der Ev.Theologischen Fakultät.


Barth und die Ökumene - Tagung
3.-5. April 2019, Universität Münster, Universitätsstraße 13-17
Die Ev.-Theol. Fakultät der Universität Münster führt diese mehrtägige Tagung durch.


»... und damit Gott die Ehre geben« - Karl Barth und der christlich-islamische Dialog
21. und 22. März 2019 in Köln
Gemeinsames und Irritierendes im Gespräch zwischen Christen und Muslimen heute.


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Taufen im Jordan

Nes Ammim - aus dem Alltag in einem nicht-alltäglichen Dorf in Israel. 72. Kapitel

Von Tobias Kriener

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Inhalt Tagebuch

Nun ist passiert, was ich nie angestrebt habe: Ich habe zwei junge Männer im Jordan getauft. Und es war sogar OK.

Diese Wallfahrtsstätte der Evangelikalen beim Kibbuz Jardenit am Oberlauf des Jordan, die in der Zeit zwischen 1948 und 1967 eingerichtet wurde, als die traditionelle Taufstätte in der Nähe von Jericho für Pilgergruppen von Israel aus nicht zugänglich war, mit ihrem riesigen Souvernirladen, wo man u.a. völlig überteuerte Plastikfläschchen kaufen kann, um sie mit Jordanwasser zu befüllen, und auf den  Namen von biblischen Figuren getaufte Smoothies vertrieben werden und noch viele andere Auswüchse schlimmsten religiösen Kitsches zu erstehen sind, ist nun wirklich nicht mein Ding.

Aber ich kann es nicht anders sagen: Es war einfach wirklich schön. Katja und ich hatten bei einer Erkundungsfahrt vor ein paar Wochen eine hübsche Stelle etwas abseits gefunden, ein kleines, schattiges Amphiteather. Eigentlich ist es da aus versicherungstechnischen Gründen verboten zu taufen, aber Katja in ihrer bekannten "Widerstand-ist-völlig-sinnlos"-Art ließ sich von der Dame, die uns das mitteilte, nicht irritieren und setzte den Plan durch.

Es war dann ein richtig schöner Gottesdienst, in dem Jakob Trompete spielte und Christian Geige und Kevin und Katja die Lesungen hielten und die Täuflinge die Fürbitten hielten und alle richtig lautstark mit sangen, und dann eben auch die weißen Kleidchen und das ins-Wasser-Steigen und dreimalige Untertauchen einfach passten. Ich hab versucht, mit meiner Predigt (für die Interessierten im Anhang) die "Andacht" von der Lokalität ab- und auf die Täuflinge hinzulenken und  möglichst keine große Rührseligkeit  aufkommen zu lassen - ihr kennt mich ja. Ich denke, das ist mir auch gelungen, ohne von der Gewichtigkeit des Ereignisses für die Täuflinge und der heiter-feierlichen Stimmung unserer Nes-Ammim-Gemeinde etwas zu nehmen.

Jedenfalls sind wir anschließend richtig beglückt zum Picknicken und Baden noch ans Ostufer des Sees gefahren. Die Stelle, an der wir sonst immer fast ganz für uns sind (bei dem Spaßbad "Luna Gal"), war völlig überfüllt: Id al Fitr! Heerscharen von arabischen Familien, die da der Lieblingsbeschäftigung von Juden wie Arabern an Festtagen, dem massenhaften Garen von Fleisch auf dem Holzkohlengrill, nachgingen.

Aber ein paar Meter weiter war dann nicht viel los und wir fanden einen Platz im Schatten und teilten, was wir mitgebracht hatten.

Der Tagesausklang - an dem wir unsererseits den Grill in Nes Ammim noch anwarfen - war dann leider nicht so perfekt, weil "unsere Jungs" mit einem 0-1 gegen Mexiko in die WM starteten. Kleine Genugtuung immerhin, dass die Brasilianer gegen die Schweiz anschließend über ein 1-1 nicht hinauskamen. Als ich Amit - unseren israelischen Chef des TS (Technical Service) und seines Zeichens Brasilien-Fan - schadenfreudig fragte, was denn mit "seinem" Team los sei, konterte er: "They learned from the Germans ..." Das ist doch mal ne Aussage: Von Deutschland lernen heißt: Verlieren lernen. Wunderbar!


Tobias Kriener
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