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26. Oktober 2017

Ach, dass DU den Himmel zerrissest und führest herab!1 /
Mit Deinem Licht, / dass uns die Augen aufgehen, /
dass wir über unseren Horizont sehen können, /
über das hinaus, was uns Angst macht. / 

Dass wir lernen, / mit dem Tod von J. zu leben. /
Der nicht so recht glauben konnte, /
aber seinen Friedhof / (und Deinen Friedhof) /
Hütete wie einen Augapfel. /
Der einmal ganz allein im Meer schwimmen wollte /
Und dem der Sog des Meeres den Atem nahm. / 

Bist Du der Gott, /
dem aus der Entfernung alles gleichgültig ist? /
Aus dem Abstand erscheint die Welt blau und grün, /
die schneebedeckten Berge weiß. /
Aus dem Abstand treffen sich Meer und Fluss, /
und der Adler fliegt hoch und weit.2 / 

Oder wie leben mit dem Tod von F.? /
Der erst knapp über 20 war /
So aufrecht, / wie nur einer mit einer Behinderung leben kann. /
Hast Du gesehen, Gott, /
wie seine Fußball-Familie in den großen Stadien / um ihn trauerte? /
Oder kennst Du die nicht, /
die Dich so wenig kennen wollen? / 

Aus dem Abstand sind wir Instrumente /
In einer gemeinsamen Band. /
Spielen Hoffnungslieder / Friedenslieder /
Es sind Lieder von uns allen. /  

Ach, dass Du den Himmel zerrissest und führest herab! /
Sei uns nahe /
Richte uns auf mit Deinem Trost. /  

Gott hat sein Auge auf uns, /
hat sein Auge auf uns. /
Aus dem Abstand.

(1Jes 64,1 und 2 From a Distance. Von Julie Gold • Copyright © Universal Music Publishing Group, A Side Music LLC D/B/A Modern Works Music Publishing)


Albrecht Thiel, Castrop-Rauxel