Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Du Gott der Fülle, / warum lassen wir uns immer wieder / so sehr von anderen Menschen beeindrucken, / warum machen wir uns abhängig / von ihrem Einfluss / und versuchen um jeden Preis, / ihnen zu imponieren! / Wir könnten doch wissen, / wie wenig beständig / der Erfolg unserer Gefallsucht ist, / und sollten uns lieber an dich halten. / Du bist verlässlich, / Du verleihst uns Ansehen / trotz unserer Mängel, / und lässt uns nicht fallen, / wenn wir dich enttäuschen.
Gott, mach uns los / von falschen Idolen. / Stärke unser Selbstbewusstsein / und gründe uns / allein in dir.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
9. September 2023
Barmherziger Gott, / Du kennst unsere ›Jugendsünden‹: / unser Suchen nach uns selbst / und unseren mühsamen Weg, / den Bevormundungen zu entwachsen. / Viel Energie haben wir damals aufgewendet, / um aufzufallen und uns abzusetzen. / Zum Glück ist nicht alles dokumentiert und vieles vergessen. / Nicht vergessen sind Verletzungen, / die wir anderen im Überschwang zugefügt haben. / Solche Dinge beschämen uns noch Jahrzehnte später. //
Barmherziger Gott, / Du weißt um unsere Wege und Irrwege. / Und indem wir sie gehen, / schenkst Du uns Weisheit und Verantwortung, / künftige Fehler besser einzuschätzen. / Und doch sehen wir, / wie schwer es uns immer wieder fällt, / die Jugendsünden nicht zu wiederholen. //
Uns erschüttert, / wenn Millionen Opfer auf Flugblättern verhöhnt / und die mühsamen Versöhnungsbemühungen mit Füßen getreten werden, / wenn sich die Täter als Opfer stilisieren / und für eventuelle Gefühlsverletzungen entschuldigen, / nicht aber für die Taten, / die sie zu verantworten haben. //
Uns erschüttert, / wenn demokratisch gewählte Minister / sich die »Demokratie zurückholen« wollen, / wenn sie im Bierzelt die »schweigende Mehrheit« mobilisieren, / um andere Opfer zu verhöhnen, / die vor einem Krieg aus ihrem Land fliehen mussten. //
Uns erschüttert, / wenn verantwortliche Minister / die Bekämpfung von Klimawandel und Pandemie verweigern / und sie als Aushöhlung der Demokratie und Apartheid brandmarken. //
Barmherziger Gott, / beschütze uns vor denen, / die aus ihren ›Jugendsünden‹ nichts gelernt haben. / Bewahre uns vor der ›schweigenden Mehrheit‹, / die sich im Bierzelt johlend auf die Schenkel klopft. // Amen.
AD
Meike Waechter, Berlin
God of the spirit of kindness
God of the spirit of kindness, / in the glory of earth and sea and stars, / in the kaleidoscope of colour and shade and shapeliness, / in the patterns of humour and tenderness and touch, / we celebrate your generosity.
Forgive us when we forget the gift in our every breath, / the care that sustains our every moment, / that grace that can transform our every day.
Set us free from the prison of grudging hearts, / mean desires, / resentful spirits, / give us the courage to act with justice and generosity, / and draw us into love that does not calculate / or keep scores.
The Iona Community
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Georg Rieger, Nürnberg
Erhabener Gott, / du liebst die Armen und wohnst im Elend, / da, wo die meisten von uns nicht hingehen, / weil uns die Hässlichkeit der Armut abstößt: / der Dreck, der Gestank, / die Verrohung des Umgangs. / Wir sehen oft nicht die Tapferkeit derer, / die mit wenigem auskommen müssen. / Wir würdigen nicht, / wie großherzig und hilfsbereit sie trotzdem oft sind, / und ihre Lebensleistung stößt bei uns auf wenig Beachtung.
Gott, lass du uns nicht verrohen! / Lehre uns, genau hinzusehen / und uns anrühren zu lassen, / von schweren Schicksalen. / Verbinde uns mit den Bedürftigen / in solidarischem Respekt / und in gerechtem Teilen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
2. September 2023
Ach Gott, ich brauch mal wieder Zeit zum Träumen.
Zu träumen einen Traum, der bewegt und Mut macht.
Ich brauch mal wieder Zeit zum Träumen von neuen Wegen und neuem Sein.
Ich brauch mal wieder Zeit zum Träumen und auch um manchen Traum noch mal zu träumen - Die Träume der grossen Träumenden nach Frieden und Gerechtigkeit, nach Liebe und Toleranz.
Ich brauch mal wieder Zeit zum Träumen, Zeit für den einen Traum, der wachrüttelt!
Carolin Springer, Leer
Manuela, Rainau-Dalkringen
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Karl Barth (1886-1968)
Annegret Lambers, Osterwald
Wortschatz
Auf Schatzsuche / Ich suche das richtige Wort / Eines das zutrifft / Kein scharfes kein verletzendes / Ein wahres / Wahre Worte befreien / Sie beglücken / Sie stärken das schwache Ich / Deine Worte Gott sind nährend / Wir können sie einander zumuten / Sie sind heilend auch wenn sie manchmal wehtun / Dein Wort auf meiner Zunge / Mein Wort in dein Ohr / Mein Gebet / Dein Wortschatz verbindet / Ich weiss mich dir verbunden /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Meike Waechter, Berlin
Großer Gott, / unser Vater / und unsere Mutter im Himmel, / Du begleitest unsere Wege, / trägst uns durch die Zeit / und füllst deine Erde mit Segen, / dass sie uns Nahrung gibt / und ein Lebensraum ist, / der Mensch und Tier Heimat geben kann. / Dafür danken wir Dir!
Wir bitten für die Stolzen und Überheblichen, / dass sie die Gnade der Bedürftigkeit erleben.
Wir bitten für die hoffnungslos Reichen, / dass all ihre Habe sie nicht hindert, / zu sein und zu werden, / was sie in deinen Augen sind: / Deine hilfsbedürftigen, / wertvollen / und geliebte Kinder.
Wir bitten für die, / die in ihrem Leben nichts finden, / an dem sich Hoffnung entzünden kann, / dass Du den Funken schlägst / und die Gewissheit schenkst, / dass das Dunkel endlich, / dein Licht / und deine Liebe / aber ewig sind.
Wir bitten für die Geschlagenen, / dass sie von ihren Peinigern befreit, / die Gabe der Vergebung leben können.
Wir bitten für die Gewalttäter, / dass sie von ihrem Irrtum befreit, / beschämt die Folgen ihres Tuns erkennen / und umkehren.
Wir beten für die Mächtigen, / dass sie ihrer große Verantwortung / gewachsen sind.
Wir bitten für die, / die in den Stürmen des Lebens / zu kentern drohen – / lass sie Ruhe finden in dir!
Wir bitten für die Glücklichen, / dass sie die Dankbarkeit nicht verlernen, / die uns an dich / und unseren Mitmenschen verweist.
Wir beten für die Trauernden – / sei ihnen besonders nah.
Wir beten für die Sterben – / trage sie auf Mutterhänden zu dir. / Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
26. August 2023
"Ach, Sie haben noch nicht/Wir müssen aber noch/Ich habe gedacht, Sie melden sich früher bei mir zurück/Der Superintendent hat angerufen, Düsseldorf wegen der Abgabefrist/Früher hatten wir ja irgendwie mehr/Die Austritte liegen in ihrem Fach, zwei diese Woche, auch der Vater von dem einen Konfirmanden vom Mai. Gehen Sie da eigentlich immer noch jedesmal hin?"
Ach, Herr, lass mich fröhlich ein und bleiben, vergnügt, erlöst, befreit, gelassen, getragen - und das auch ausstrahlen.
Dann will ich gerne noch ein paar Jahre tun, was ich kann. Dazu hilf mir, mein Gott. Durch Jesus Christus, Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Catherine McMillan, Schweiz
Gnädiger Gott, / du hast uns zu deinem Volk gemacht / und nicht wir selbst. / Wenn wir nicht wissen, / was wir noch machen sollen, / um die Menschen in der Kirche zu halten, / dann lass uns getröstet werden durch die Zusage, / dass du selbst deine Gemeinde sammelst und erhältst.
Wenn wir meinen, / wir könnten die Probleme unserer Kirche / aus eigener Kraft in den Griff bekommen, / dann lass dein Wort uns eine Mahnung sein, / dass nicht wir dich erwählt haben, / sondern du uns.
Wenn wir zu zweifeln beginnen, / ob wir selber wirklich zu dir gehören, / dann mach uns in dem Vertrauen gewiss, / dass du uns zu deinem Volk gemacht hast / und nicht wir selbst. Amen.
RefLit
Jürgen Kaiser, Berlin
Meike Waechter, Berlin
"Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. / Seid aber klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!" Mt 10,16
Gott, immer wieder sendest du uns aus, im Sinne deines Sohnes Jesus Christus zu wirken.
Wir danken dir, dass wir dabei auf dich vertrauen dürfen, wie Schafe ihren guten Hirten. Sei bei uns, auch wenn du uns unter Wölfe schickst - und hilf uns, zu erkennen, welche Aufträge du uns anvertraust.
Klug wie die Schlangen sollen wir sein. Und wir bekennen: Manchmal halten wir uns selbst für klüger, als wir sind. Hilf uns zu erkennen, was klug ist und was nicht - und hilf uns, Möglichkeiten zu erkennen und kluge Entscheidungen zu treffen.
Gott, verleih uns auch die Aufrichtigkeit der Tauben: anderen und vor allem uns selbst gegenüber. Dass wir uns nicht irgendwo herum winden, dass nicht giftig wirkt, was wir sagen und tun - also, dass wir in deinem Geist und bei deinem Auftrag bleiben.
Friederike Ursprung, Leipzig
Heiliger Gott, / Wir haben viel Grund, / deinen Namen zu loben. / Auf dich ist Verlass. / Du bleibst uns treu. / Vieles andere ist ins Wanken geraten: / Menschen haben uns enttäuscht, / Werte haben sich geändert / und wir stehen oft so unter Druck, / dass wir schon mit Angst aufwachen.
Gott, du weißt, / wie verunsichert wir im Innersten sind, / an wie vielen Verletzungen wir leiden / und wie viel Scham und Wut / wir hinter Masken von Coolness verbergen. / Behüte uns vor allem, / was uns krank macht. / Hilf uns, wenn wir zu zerbrechen drohen. / Sei uns gnädig / und leite uns mit deiner Güte / durch unser wechselhaftes Leben.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
19. August 2023
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist,
was ist nur los mit uns, dass wir ein so seltsames Land sind?
Warum dauert Vernünftiges so lange, wenn es denn überhaupt gewollt wird?
Woher kommt die allseitige Bedenkenträgerei?
Warum braucht selbst das, was dringend ist, so viel Zeit?
Warum werden – sobald irgendetwas passiert: der Angriff auf einen Politiker, zum Beispiel – abstrakte Werte beschworen: Demokratie, etwa?
Wo doch jedem Menschen, der außerhalb der Parlamente sein Geld verdient, klar ist: Dieses Beschwören nützt nichts und nährt nur den Verdacht:
Vom Alltagsärger haben die, die uns regieren, keinen Schimmer. Schlimm, dass es so mit uns steht.
Wir sind nicht in Form. Und das: wo man hinschaut. Im Endspiel der Frauen-WM stehen England und Spanien.D eutschland schied in der Vorrunde aus. Nicht clever genug.
Gewiss: Alltagsfreude gibt es auch. Aber fast nur noch im Privaten. Was die große Öffentlichkeit angeht, nehmen die Sorgen zu.D er Einfluss Russlands in Afrika wächst. Donald Trump scheint nicht zu bremsen. Von Lukaschenko bis zu Assad muss einem angst und bange werden.
Man müsste sich einmischen. Aber ohne Mut und ohne funktionierendes Flugzeug geht das nicht.
Nein, uns bleibt nicht nur Galgenhumor. Uns bleibt das Flehen zu Dir. Und das tun wir.
Wir flehen zu Dir. Um unserer selbst und der nachwachsenden Generationen willen.
Sieh, was so sehr lähmt: Das Sich-Verstecken im Formalen, das Nicht-mehr-Unterscheiden-Können von wichtig und unwichtig, der Verlust von Selbstverständlichkeiten des Anstands. Dass der Ehrliche der Dumme ist.
Gib uns Menschen, die wie das Kind im Märchen von des Kaisers neuen Kleider, die Wahrheit erkennen und aussprechen. Gib eine gedeihliche Zukunft. Gib eine Umkehr zum Leben. Zu Dir.
Wir bitten Dich. Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Georg Rieger, Nürnberg
