Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Simone, Simmersdorf
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Barmherziger und gerechter Gott, / Liebhaber des Lebens, / Täglich hören wir / von Krieg und Gewalt, / täglich sehen wir / Bilder von Hunger und Zerstörung, / und immer wieder erschüttern uns Terroranschläge. / Wir sehnen uns nach Hoffnungszeichen. / Wir brauchen Menschen, / die uns stärken in dem Vertrauen, / dass unsere Welt veränderbar ist.
Deshalb danken wir dir für alle, / die sich für Versöhnung einsetzen, / die verfeindete Menschen zusammenführen / und ihnen helfen, / mit den erlittenen Wunden zu leben, / ohne Rache zu nehmen, / ohne in Feindschaft zu verharren. / Lass sie nicht müde werden durch Rückschläge. / Ermutige sie durch dein Wort / und durch wirksame Unterstützung.
Wir danken dir für alle, / die sich um Recht und Gerechtigkeit mühen, / die für die sprechen, / deren Stimme nicht zählt / im Kampf um Macht und um Profit. / Lass sie standhaft bleiben / gegen Einschüchterung und Verleumdung, / und bestätige sie / durch Erfolge in ihrer Arbeit.
Gott, wir danken dir für alle, / die die Demokratie verteidigen, / die Korruption aufdecken, / Unrecht anprangern / und einschreiten, / wenn Menschen ausgegrenzt werden, / weil sie anders denken, anders leben oder anders lieben. / Erhalte ihnen ihre Wachsamkeit / und schenk ihnen einen langen Atem.
Gott, es gibt viele Menschen, / die sich nicht lähmen lassen / von den täglichen Schreckensmeldungen, / Männer und Frauen, die empfindsam sind / für das Leid anderer Menschen / und für das Seufzen der Kreatur. / Sie stehen mit ihrem Leben ein / für deine Verheißung von Schalom. / Sie verbreiten Hoffnung / und sie machen Mut zum handeln. / Wir möchten zu ihnen gehören, / und bitten wir dich / um die Kraft dazu.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
12. August 2023
Gott, wie sollen wir damit umgehen, dass es wieder "normal" wird, Menschengruppen verächtlich zu machen? Diese Woche waren es im Sommerinterview "die Behinderten", letzte Woche im Hörsaal "die Jugendlichen". Täglich wird gegen "die Ausländer" gehetzt und eine Politik gemacht, der das Leben von Fliehenden nicht viel wert ist. Müssen wir wirklich keine Angst haben, dass solche Meinungen wieder mehrheitsfähig werden und der Wert eines Lebens unterschiedlich beurteilt wird?
Gott, wie sollen wir dieser Täter-Opfer-Umkehr umgehen, die uns ständig begegnet: Da wollen Menschen eigentlich nur ihre verächtlichen Meinungen unwidersprochen hinausposaunen, aber sie behaupten, ihnen würde das Wort verboten. Was hilft gegen diesen giftigen Trick? Müssen wir für die Wut Verständnis haben, die hinter solchen Verdrehungen steckt?
Gott, wie sollen wir mit den Lügen umgehen, die immer ungenierter erzählt werden – einzig und alleine um Stimmung zu machen. Das war während Corona schon schlimm, macht aber jetzt, wenn es um das Klima geht, jede vernünftige Diskussion um die wichtigsten Schritte kaputt. Wie kann es sein, dass nicht einmal mehr bei den Themen, bei denen es um aller Zukunft und die unserer Nachkommen geht, die Vernunft und die Ehrlichkeit die Oberhand behalten?
Gott, wie sollen wir mit der Resignation umgehen, die sich zunehmend breit macht? Woher sollen wir die Kraft nehmen, wenn nicht von dir? Woher sollen Veränderungen kommen, wenn nicht mit deiner Unterstützung?
Regiere uns Gott! Schenke uns Vernunft, Geduld, Ideen, Kraft und Mut! Amen
Georg Rieger, Nürnberg
Catherine McMillan, Schweiz
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Kathrin Rehmat, Zürich
Jürgen Kaiser, Berlin
Georg Rieger, Nürnberg
Gott, Geber aller Gaben, / du hast uns reich gemacht / an Erfahrungen und Möglichkeiten, / an Beziehungen und auch an Besitz. / Wir möchten anderen Anteil geben / an dem, was wir haben und was wir können, / aber wir sind oft ratlos, / auf welche Weise. / Wir haben Sorge, / dass unser Geld / nicht bei den Richtigen ankommt. / Wir wollen wir niemanden / mit unserer Hilfe beschämen, / nicht lästig fallen / mit klugem Rat.
Bewahre uns davor, / uns aus übertriebener Vorsicht / lieber aus allem herauszuhalten. / Gib uns Weisheit, / richtig zu entscheiden / und unseren Reichtum / sinnvoll zu teilen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
5. August 2023
Gütiger Gott!
Aus dem siebten Tag rufe ich zu Dir:
Reiß mich aus meiner Gewöhnung!
Lass mich Empörung spüren
über Unrecht und Unfrieden,
über Ausbeutung und Egoismus
und über "Freiheit", die keine Verantwortung mehr kennt.
Gib mir die Kraft und die Weisheit,
mit meiner Empörung umzugehen
zur Gerechtigkeit
zum Frieden
zum Miteinander.
Öffne mich für das Eigentliche:
Trost und Dankbarkeit,
Anteilnahme und Vertrauen,
Hoffnung und Liebe
so dass ich mit Mut und Freude
in den neuen Tag gehen kann.
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Gott, / Warum bist du eigentlich in den entscheidenden Momenten so weit weg? / Warum fühle ich mich dir so fern?
Das ist unfair. / Du hast versprochen, da zu sein. / Vor allem wenn es hapert.
Lass mich nicht allein. / Ich will ja auf dich vertrauen. / Ich versuche es. / So wie der Beter des Psalms 42.
Aber komm mir doch auch ein Stück entgegen. / Amen.
Selma Dorn, Stuttgart
Kathrin Rehmat, Zürich
Karl Barth (1886-1968)
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Demut
Zu tausenden schlüpfen die Termiten / Nach dem grossen Regen / Nach der grossen Dürre / Emsig bauen sie ihre Türme / Um dann Futter zu werden für viele / Die sie lustvoll verspeisen / Ohne sie gäbe es kein Leben in der Savanne / Durch sie werden andere satt und vermehren sich / Und werden ihrerseits wieder Futter im Lebenslauf / Wie ich es betrachte: / Es ist ein grausamer Automatismus des Lebens / Oder es ist das pulsierende Grundmuster / Wir leben alle von anderen / Wer gibt sich hin für andere / Die Anfrage kommt vom Leben selbst / Aus Demut wird Mut /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Du freundlicher Gott, / wir danken dir. / In aller Not hilft deine Gnade. / In aller Angst tröstet dein Wort. / In aller Verzweiflung schenkst du Mut und Zuversicht.
Du starker Gott, / der du mächtig bist / über alle Herrscher und Gewalten / im Himmel und auf Erden, / wir bitten dich: / lass uns allein dir vertrauen; / gib Mut zu Versöhnung und Frieden; / erleuchte, die in deinem Namen reden.
Du barmherziger Gott, / der du die Schwachheit kennst, / den Tod und das Leiden, / wir bitten dich: / für die Einsamen und Alten, / für die Kranken und Sterbenden, / für die Arbeitslosen und die Hungernden, / für die Gefangenen, / für die von Krieg und Katastrophen Bedrohten, / für diese Erde und alle Kreatur: / erhalte das Leben, / errette aus Leiden, / sei gnädig im Sterben.
Du, ewiger Gott, / warst vor aller Zeit, / und du wirst bleiben, / wenn unsere Namen vergessen sind. / Dich loben wir. / Dir danken wir. / Dich beten wir an: / den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, / Gott jetzt und immerdar / und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
RefLit
29. Juli 2023
Barmherziger Gott, / wir erschrecken beim Lesen der Worte aus Micha 3: / Die ›Mächtigen aus dem Haus Israel‹ sollten das Recht kennen, lesen wir da. / In der Zeit des Propheten haben sie Dein Volk aber bedrängt und das Recht missachtet (V. 1-4) / Und auch die Berufstheologen haben Dein Volk nur in die Irre geleitet. / Darum hast Du sie ins Dunkle geführt und sie mit Schweigen gestraft (v. 5-7). / Nur Micha war mit prophetischer Kraft erfüllt, in ihm hast Du das Recht wieder stark gemacht und Israel seine Vergehen aufgezeigt (V. 8). //
Auch in unseren Tagen führst Du in Israel Menschen gegen die Missachtung des Rechts auf die Straße. / Hilft, dass ihre Stimme nicht vergeblich erklingt. / Hilf, dass die Botschaft des Micha (V. 9-12) wieder gehört wird. / Denn es steht so viel auf dem Spiel: der Frieden im Land und der zerbrechliche Frieden im Nahen Osten. / Amen
AD
Barmherziger Gott, / Du hast uns erlaubt und geboten, / mit allem zu Dir zu kommen, / was uns auf dem Herzen liegt.
Wir spüren, dass unsere Welt im Umbruch ist. / Wir wissen nicht, wohin sie treibt. / Viele machen sich Sorgen, / dass Mitmenschlichkeit und Toleranz auf dem Rückzug sind. / Der Ton in den Diskussionen verschärft sich / eine Atmosphäre von Wut und Angst macht sich breit. / Wir können darin Deinen Geist nicht mehr erkennen, / der zur Wahrheit führt / und doch ein Geist der Versöhnung und Liebe bleibt.
Wir brauchen Dich, gnädiger Gott. / Schon immer war das so, / aber es gibt Zeiten, / in denen wir uns noch mehr danach sehnen, / dass Du uns und unsere Welt zurechtbringst.
Wir beten für die Verfolgten dieser Welt. / Für unsere Geschwister, / die das Bekenntnis zu Jesus Christus / Freiheit und manchmal sogar das Leben kostet. / Wir reden von dem Kreuz, das wir auf uns nehmen, / wenn wir Dir folgen. / Sie tragen die echten Kreuze! / Wir bitten Dich / um Kraft und Trost und Gnade für sie.
Wir beten für die Heimatlosen. / Für die, deren Hoffnung in seeuntüchtigen Booten / im Meer versinkt. / Für die Kinder, / deren Augen schon sehen mussten, / was keine Seele erträgt. / Schütze, heile und berge sie. / / Wir beten für die Kranken und Schwachen / um Hilfe, Kraft und Geborgenheit.
Wir beten für Deine Kirche / und alle, die in ihr Verantwortung tragen / um Glaubensmut, Demut und Deinen Geist. / Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
Karl Barth (1886-1968)
Georg Rieger, Nürnberg
Sonja aus Neuß (2. Kl.)
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Peter Marshall (1902-1949)
Du Gott Israels, / Herr der Welt, / durch deinen Sohn / hast du uns dein Haus geöffnet, / und weist uns ein / in deine Regeln des Zusammenlebens. / Aber es fällt uns oft schwer zu ertragen, / dass wir dich nicht für uns allein haben, / dass noch andere zu dir gehören / mit älteren Rechten, / dazu auch Menschen, / die ganz anders sind als wir, / und die uns mit ihrer Fremdheit verstören.
Wir stehen deiner Freundlichkeit oft im Weg, / schließen uns gegen andere ab / und stoßen sie mit unserem Gehabe / auch ungewollt manchmal vor den Kopf.
Gott, hilf, dass wir im Geist deiner Liebe / mit allen zusammenfinden, / die du zu dir eingeladen hast / mach unsere Gemeinschaft / offen und gastfrei für viele Neue. / Segne dein Weltenhaus mit Frieden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
