Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Sylvia Bukowski, Wuppertal
8. Juli 2023
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / es geht uns so gut. Die Bundesregierung beschließt einen Haushalt mit einem Sozialetat, von dem andere nur träumen können. / Ansprüche auf Krankengeld sind rechtlich geregelt. / Niemand muss Schulgeld zahlen, um lernen zu können. / Und doch allenthalben ein Gemaule und Gezerre und eine große Unzufriedenheit. / Es ist wohl so: Wer nicht mehr um Dich weiß, muss das Leben zu seinem Gott machen. Offenbar ist das geschehen. / Und es wird für normal gehalten. / Gib doch den Kirchen eine Stimme, die anderes sagt und die gehört wird. Gib Einsicht darin, dass Du allein unser Leben human machst und niemand sonst. / Auch das Recht kann das nicht. Es wäre überfordert, wenn es Dich vertreten müsste – mitten im Leben und auch an dessen Ende. / Viele Menschen sind jetzt unterwegs in den Urlaub. Gib, dass sie finden, was sie erwarten. Gib Ihnen eine Dankbarkeit fürs Lebendürfen. / Und hilf ihnen zu begreifen, dass alle Zeit in Deinen Händen steht. / Dass alles kompliziert und komplex sei, ist das Mantra unserer Tage. / Das mag tatsächlich so sein. Die Folge freilich ist, dass kaum jemand denen, die öffentliche Verantwortung tragen, noch etwas zutraut. Das Gefühl ist: Wir drehen uns im Kreise und verzetteln uns im Klein-Klein. / Gib, dass es wieder voran geht: in Staat und Gesellschaft und vor allen Dingen auf dem Weg zu Dir. Amen
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Janika, Nordhorn (3. Kl.
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Morgengebet
Du Gott des Lichts, wir preisen dich, / der du der Morgen bist und der Abend, / der Anfang und das Ende der Welt. / Wir danken dir für die Ruhe der Nacht / und das Licht eines neuen Tages. / Von dir kommt alles, was geschieht. / Du lebendige Kraft, / gib deine Kraft uns, damit wir erwachen. / Du alles umfassende Weisheit, / lehre uns verstehen, wohin unser Weg führen soll. / Du schaffst Freude in den Traurigen, / Trost in den Schwermütigen, / Klarheit in den Verwirrten, / Lebenskraft in den Schwachen. / Schaffe Licht auch in uns / in der Frühe deines Tages. Amen
RefLit
Unbegreiflicher Gott und uns doch nah / in Jesus, deinem Sohn. / / Wir danken dir für den Reichtum in unserem Land, / für frisches, kühles und trinkbares Wasser, / für das Licht am Morgen und die Dämmerung am Abend, / die Farben des Himmels und der Erde, / für bewohnbare Dörfer und Städte; / für das Glück, die Kinder und Kindeskinder beim Entdecken der Welt begleiten zu dürfen; / für die Abwesenheit staatlicher Willkür, für Krankenhäuser und Feuerwehren. / DANKE! /
Jenseits des Danks für dieses Geschenk, bringen wir dir unsere Verwirrung, / unsere Ratlosigkeit angesichts dessen, was unter dem gleichen, strahlend blauen, Himmel, / ein paar 100 km von uns entfernt geschieht: / die Gewalt des Kriegs, die Skrupellosigkeit und Hybris der Kriegsherren / im Kampf mit sich selbst und um die Macht. / das Elend auf den Fluchtrouten, / das Unvermögen der Regierenden, Wege des Ausgleichs der Interessen zu beschreiten. / Ganze Gebirge voller Schuldgeschichten türmen sich auf, / wer soll diese Trümmerhaufen wieder abtragen? / und wie lange wird das dauern? / Finden wir, findet deine Kirche / die Kraft und die Möglichkeiten das zu organisieren?
Bei Dir ist doch die Vergebung, bei Dir verliert auch die Schuld ihre Macht über uns. / Wir bitten dich für deine Kirche HERR! / Auch hier so viel verstörendes, soviel Ratlosigkeit / und leerdrehende Betriebsamkeit. / Hören wir die Prophetenworte so, wie du sie gemeint hast? / Öffne uns Augen und Ohren, Herz und Verstand für das, was Du von uns erwartest. / und leite uns an in der Tat, führe uns ins handeln / BITTE!
Komm in unsre stolze Welt, Herr, mit deiner Liebe werben. / Überwinde Macht und Geld, lass die Völker nicht verderben. / Wende Hass und Feindessinn auf den Weg des Friedens hin. / Komm in unser festes Haus, der du nackt und ungeborgen. / Mach ein leichtes Zelt daraus, das uns deckt kaum bis zum Morgen; / denn wer sicher wohnt, vergisst, dass er auf dem Weg noch ist. / Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Jürgen Kaiser, Berlin
Noch nicht Mond / Noch nicht Mars / Noch nicht Galaxien / Wir können dir die Weite des Himmels bei weitem überlassen / Vorerst ist die Erde unsere Wohnung unsere Arbeit / Wir wollen uns nicht um die Verantwortung drücken / Wir haben uns als Menschheit an ihr gütlich getan / Sie braucht jetzt Fürsorge / Sie braucht uns alle / Wenn sie sich erholt haben wird / Gott der Erde und des Himmels / Dann mögen Mond und Mars und die Galaxien unser Planen ausschöpfen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott, es gibt so viel ungestillte Sehnsucht, / Sehnsucht nach Beachtung, / nach Anerkennung, nach Liebe, / Sehnsucht nach dir.
Es gibt so viele unbeantwortete Fragen, / Fragen nach dem Sinn des Lebens / und nach dem Sinn unbegreiflichen Sterbens, / Fragen nach unserer Zukunft, / Fragen nach dir.
Es gibt so viel Schuld, / Schuld, die wir kennen, / Schuld, die wir verdrängen, / Schuld, die uns verzweifeln lässt, / weil sie uns trennt / von anderen Menschen / und von dir.
Gott, wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, / so schreit unsere Seele zu dir. / Still unsere Sehnsucht. / Lass uns nicht ohne Antwort / und vergib uns unsere Schuld.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Carolin Springer, Leer
Kathrin Rehmat, Zürich
RefLit
Jürgen Kaiser, Berlin
Das Wagnis
Du Gott / Hast du es dir so gedacht / Dass wir zurückgewandt leben sollen / Immer mit dem Kreuzestod Jesu im Blick / Ängstlich keine Fehler zu machen / Unseren Jesus als Christus verehren / Ihn in die Religion einbauen / Recht haben / Oder hast du gehofft / Dass wir mit Jesus nach vorn schauen / mutig unterwegs sind / Mit der Landkarte der Liebe unterm Arm / Froh die Richtung zu kennen / Aber dann los / Trotz Angst mit Lust und Vertrauen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Jesus, unser Bruder, / such uns, / wenn wir uns verlieren / an Nichtigkeiten, / wenn wir uns verstecken / vor unserer Verantwortung, / wenn wir fliehen / aus der Realität.
Finde uns, / hinter unseren Fassaden, / in unseren Ängsten, / in unserem geheimen Schmerz.
Bring uns zurück / in deine tröstliche Nähe, / führe uns / in heilende Gemeinschaft / mit anderen Menschen. / Begleite uns / in neue Freiheit.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
24. Juni 2023
Allmächtiger Gott! / / Zu Deinem Ebenbild hast Du den Menschen geschaffen. / Doch diese Ebenbildlichkeit / versinkt in Meeresfluten. / Vor der Küste Griechenlands. / Im Nordatlantik. / Sie versinkt mit der unterlassenen Hilfe für Geflüchtete / ob im Meer oder an Land oder an den Verhandlungstischen. / Sie versinkt mit dem Traum der Beherrschung des Lebens / durch Technik und Geld. / Sie versinkt auch mit der Wahrnehmung, / dass beides alltäglich und alternativlos erscheint / - "so ist das Leben".
Allmächtiger Gott! / Lass uns nicht gleichgültig werden / gegenüber dem Wert und der Würde / eines jeden einzelnen Lebens. / Erfülle uns mit Dankbarkeit und Achtsamkeit, / so dass wir uns in der tätigen Liebe zum Leben und für den Nächsten / als Dein Ebenbild erweisen. / / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Gott, / du bist unser Vorbild für die Liebe. / Alles, was wir für Andere empfinden und was wir mit uns selbst spüren dürfen, ist ein Geschenk von Dir. / Dafür wollen wir Dir in diesem Gottesdienst danken. / Auch für die körperliche Liebe wollen wir Dir danken, dass Du uns diese schönen Empfindungen schenkst, die wir bei Berührungen haben. Die Glücksgefühle, die uns dabei begleiten. Dass wir uns für eine Zeit lang selbst vergessen dürfen, uns unseren Gefühlen hingeben.
Das Reden darüber fällt uns schwer – schon gar in einem Gottesdienst. Und so sind wir gespannt auf das, was du uns durch das Hohelied mitgeben willst. / Wir sind es gewohnt, Gott, von dir mit uns selbst konfrontiert zu werden. Doch du machst das behutsam, so dass wir etwas gewinnen. Auch dafür danken wir dir. / So lass uns die richtigen Worte finden, das richtige Maß und die nötige Achtsamkeit. / Mach uns offen für Ungewohntes und bewahre uns vor Verletzungen. / Sei mit deiner Liebe bei uns. / Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Dreieiniger Gott! Du wohnst in deiner Herrlichkeit / und bist doch allen nahe, die mutlos und zerschlagen sind. / In deiner Liebe hast du uns gesucht, / hast dich mit deinem Namen bekannt gemacht / als der Gott, der für uns eintritt. / Uns und alle Welt hast du ins Dasein gerufen / und umgibst uns Tag für Tag mit deiner Treue.
In Jesus Christus, deinem ewigen Sohn, / bist du sichtbar unter uns getreten und Mensch geworden. / Er hat unser Leben geteilt, hat unser Leid, unsere Schuld, / unseren Tod auf sich genommen und / durch seinen Tod am Kreuz / und durch seine Auferstehung überwunden.
Unbegreiflich nahe kommst du uns in deinem Heiligen Geist, / um in uns zu wohnen, uns zu trösten und zu stärken. / So bist du der Dreieinige Gott, der Vater, der Sohn / und der Heilige Geist.
Wir aber sündigen gegen dich, / weil wir unser Leben nicht aus deiner Hand nehmen / und dir den Dank schuldig bleiben. / Wir gehen nicht den Weg Jesu Christi. / Wir verschließen uns vor dem Reden deines Geistes / und hören nicht auf dein Wort. Wir bitten dich: / Vergib uns unsere Schuld.
Komm in unsere Mitte in der Kraft deines Heiligen Geistes. / Wir sind hier in deinem Namen versammelt. / Gewähre uns deine Gegenwart / und verbinde uns mit dir und deiner ganzen Kirche. Amen.
RefLit
Heute Morgen
Lieber Vater im Himmel, / Dir nahe zu sein, ist gut. / Deine Nähe suchen wir / heute Morgen.
Sich von Dir sagen zu lassen, / wer Du bist und wie Du zu uns stehst, ist gut. / Auf Deine Stimme wollen wir hören / heute Morgen.
Unsere Wege sind oft dunkel / und wir wissen nicht weiter – / dass Dein Licht uns das Dunkel erhellt erbitten wir / heute Morgen.
Du bist der Gott allen Trostes / ihn suchen und erhoffen wir / heute Morgen.
Aus deiner Hand empfangen wir alles Gute, / um Dir dafür zu danken / und dich zu loben sind wir hier / heute Morgen.
Lass Dir unser Lob gefallen! / Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
zu Psalm 8
Gott – Wie herrlich hast du die Welt geschaffen / Wir bewundern das entstehende Leben / Wir genießen die Schönheit der Natur / Wir fühlen die Erhabenheit der Gestirne.
Gott – Wie schrecklich hast du die Welt geschaffen / Stürme und Regenfälle bedrohen uns / Erdbeben vernichten Leben in weiten Regionen / Fressen und Gefressen werden bestimmt alle Lebewesen.
Gott – Wie herrlich hast du den Menschen geschaffen / Von Musik und Kunst lassen wir uns tief berühren / Die Wissenschaft verdient unsere Bewunderung / Die Liebe erfüllt uns mit Glück.
Gott – Wie schrecklich hast du den Menschen geschaffen / Wir fürchten Dummheit, Selbstsucht und Gewalt / Wir sind fassungslos, dass Kinder missbraucht und misshandelt werden / Wir wissen nicht, wie wir die Natur noch retten können.
Herr, unser Schöpfer, wie unbegreiflich bist du im endlosen Kosmos.
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Damals wie heute dort wie hier
Der Himmel unendlich / Die Erde voll Leid / Damals wie heute ist das Gute am Wachsen denn / Euch sind die Sünden vergeben steht auf / Wir wenden uns ab vom Kreisen um uns selbst wir wenden uns dir zu / Wo immer wir sind / Was immer wir tun / Damals wie heute entlarven wir das Lügen / Umarmen die Wahrheit / Verzeihen hebt sich weit über Grenzen hinweg / Und will Frieden / Damals wie heute / Dort wie hier / Gilt dein Wort
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Barmherziger Gott,
seit Wochen blicken wir gebannt an die ukrainisch-russische Front: / Wann wird die ›Gegenoffensive‹ starten? / Wie gut sind die westlichen Waffen? / Während jede Seite ›Erfolge‹ vermeldet, / dröhnt über unseren Köpfen die größte NATO-Luftwaffenübung hinweg. / Wo fängt die Propaganda an? / Wo endet sie? / Wer weiß das schon? //
Nur Du kennst die Opfer und Täter*innen. / Du siehst die Angst und das unzählige Leid auf beiden Seiten. / Du hört ihre Gebete und spürt das unterdrückte Weinen der Kinder. / Hältst Du Dir die Ohren zu, / wenn sie auf beiden Seiten für den Sieg beten? / Viele sind da unschuldig hineingeraten / und werden nicht ohne Schaden wieder herauskommen. //
Dass Du um alles weißt, das sei jedem verstörten Herzen Trost. / Dass Du am Ende sprechen wirst: "Es ist genug!", das ist unsere Hoffnung. / Amen.
AD
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Ich faste nicht / Ich teile / Nur meine Seele bleibt ungeteilt / Du Gott / Hast sie mir anvertraut / Ich sorge für sie / Willst du sie zurück / Nimm sie gelebt / Nimm sie ganz / Nimm mich ganz
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott, Quelle des Lebens, / himmelweit ist deine Güte, deine Liebe nah auf Erden. / Sieh herab auf mich heute Morgen, sieh mich gnädig an und höre gern dein Lob und meinen Dank. / Breite deine Flügel aus über alle, die bei dir ihre Zuflucht suchen, mach uns satt mit deinen Gütern, mit Hoffnung, mit Liebe, mit Wahrheit. / Dich lobe und dich preise ich und ich danke dir für die Güte, auf die wir hoffen. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
