Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Gott – du zeigst mir in Jesus dein Bild. / Aber ohne Brille kann ich nichts sehen. / Von deinem Licht bin ich geblendet. / Von deiner Fremdheit bin ich verunsichert. / Von deiner Vielfalt bin ich verwirrt. / Und ich weiß nicht, ob meine Brillengläser stimmen.
Gott – du zeigst mir Jesus in den Bildern / seiner Evangelisten und Apostel. / Aber ihre Brillen passen oft nicht zu meinen Augen.
Gott – du willst, dass wir dich in unseren Mitmenschen erkennen. / Ich will sie ohne Brille wahrnehmen, / die fremden und die vertrauten, / die schwierigen und die liebenswerten, / die fernen und die nahen.
Gib uns dazu / aufmerksame Augen und Ohren / mitfühlende Gedanken / solidarische Haltungen / aufmunternde Worte / helfende Hände.
Und wenn unsere Sehkraft nachlässt, / dann lass uns im Herzen Trost finden / in den alten Liedern und Geschichten, / die wir nicht sehen, aber glauben. / / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
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Verstummt
Ich hatte einen Hirnschlag / Nachts / Der Krieg hat mir die Sprache verschlagen / Ich finde die frommen Worte nicht mehr / Also kann ich nicht mehr beten / Wie es sich gehört / Ich bete nicht mehr / Gott / Es klafft eine Wortlücke / Sie ist hässlich / Kannst du damit klarkommen / Ich könnte sie mit meinen Worten füllen / Ganz normalen alltäglich banalen / Ich wünschte / Du hörtest ihren bittenden Klang / Wir möchten dich hören
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Sylvia Bukowski, Wuppertal
28. Januar 2023
Ach Gott, einen Monat schon neues Jahr. Und so wenig ist neu bei mir. Ich lasse mich treiben und, noch viel öfter, antreiben. Von Altgeplantem und Terminen im Kalender, von beunruhigenden Nachrichten und Anforderungen. / / Ewiger, Herr der Jahre und meiner Zeit, lass es doch neu werden bei mir! / / "Sprich du wie an dem Tage, da du die Welt erschufst. Dann schweigen Angst und Klage, nichts gilt mehr als dein Ruf. Das Wort der ewgen Treue, die du uns Menschen schwörst, erfahre ich aufs neue, so, wie ein Jünger hört." / / Durch Jesus Christus, Amen. / / (nach Jochen Klepper, eg 452)
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
God, you creator of all life, / We know that one day the strong will join the weak, / a light will shine on the dark squares, / the curtains will be open.
We ask You: / Let us see those who are still in the dark, / infect us with your fire of love, / that our warmth also warms others.
Let us see what you have created, / the moon and the stars that tell us about your light, / the seasons that remind us of our limited lifetime, / and the people you entrust to us.
We ask You: inflame your light in us – / the light of your kindness and goodness.
Achim Detmers, Hannover
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott, an diesem dunkeln Januarmorgen mach mich dankbar. / Hilf mir, im Herzen und im Kopf, alles aufzulisten, was mir Freude macht, was Farbe ins Leben bringt, was das Herz erwärmt.
Führe mir vor Augen die vielen Zeiten in meinem Leben, / in denen etwas gerade noch gut ging. / Der Unfall wurde abgewendet. / Die Krankheit führte nicht zum Tod. / Der andere hat mir vergeben. / Ich konnte mich versöhnen.
Danke für jeden Menschen, der etwas in mein Leben hineingegeben hat, / der an mich geglaubt hat. / / Gott, an diesem dunklen Januarmorgen mach mich dankbar. / Amen /
Catherine McMillan, Schweiz
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21. Januar 2023
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / Mitte Januar. Und doch ist das Jahr schon alt. / Was wir alles erlebt haben, erleben mussten: / Abschiede –zum Teil erwartet, zum Teil plötzlich – / und Begegnungen, angenehme und unangenehme. / Und dazu der Krieg in der Ukraine, der so schwer / lastet. Das Töten dort. Das Morden dort. Das Böse. / Ob der neue Verteidigungsminister das Richtige zu / tun in der Lage ist? / Wir hoffen das. Wir bitten Dich darum. / Um der Elenden willen. / Und dazu die Gewalt im Innern. Die Respektlosigkeit. / Die Verrohung. Die Unfähigkeit, Grenzen zu setzen. / Und die Gewissheit, dass hartes Durchgreifen vermut- / lich die Falschen trifft. / Gib denen, die öffentliche Verantwortung tragen, die / Fähigkeit und die Freiheit, ihrer Verantwortung gerecht / zu werden. / Gib ihnen eine glückliche Hand und segne ihr Tun. / Bewahre uns vor Kindereien. / Und hilf Deiner Kirche, Deinen Namen groß zu machen. / Dass Menschen aufatmen und forthin Dir zu leben von / Herzen willig und bereit sind. Amen. /
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Auferstehen
Mit Gottes Hilfe auferstanden / Um zusammen mit uns den Karren aus dem Dreck zu ziehen / Dabei erlöscht die Frage / Wer den Karren in den Dreck gefahren hat / Das ist auch ein Gebet /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Du treuer Gott, / wir danken dir, / dass du durch Jesus noch einmal bekräftigst, / was du Abraham verheißen hast. / Wir zweifeln manchmal an deiner Treue, / haben Angst, du könntest uns vielleicht übersehen / oder schon längst vergessen haben / mit unseren Sorgen. / Gott, hilf uns im Gedenken an Abraham hoffen zu lernen / auch da, wo nach menschlichem Ermessen / kein Grund zur Hoffnung mehr besteht. / Präge uns deine Verlässlichkeit ein, / wenn wir uns verlassen glauben. / Mach uns mit allen Nachkommen Abrahams / zu Zeugen deiner Barmherzigkeit und Güte / und lass Gerechtigkeit und Frieden wachsen auf der ganzen Erde.
Gott, Freundin des Lebens, / wir danken dir für alles Glück, / das du uns geschenkt hast. / Viele von uns können sagen: / Du hast uns von Kindheit an umgeben mit Menschen, / die uns mit Liebe begegnet sind, / die uns Raum gaben / uns zu entfalten, / Zeit, unsere Sorgen anzuhören, / und die ein Herz hatten / auch für unsere Fehler und Schwächen. / Bis heute genießen wir Freundschaft und Liebe / und viele sind dankbar, eine Familie zu haben. / Gott lass uns in allem Glück, das uns widerfährt, / Spuren deiner Güte erkennen / und daraus in Zeiten von Verlust und Trauer / die Hoffnung schöpfen, / dass du weiter Gutes mit uns vorhast.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Georg Rieger, Nürnberg
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Du, den Jesus Vater nannte, unser Vater – Lehre uns geschwisterlich zu leben. / Das ist schwer in einem Land, in dem nur die so genannten Leistungsträger zählen. / Das ist schwer für die, die auf der Gewinnerseite stehen und an ihren gehobenen Lebensstandard gewöhnt sind. Das ist schwer für die, die zu kurz gekommen sind und sich ihren Anteil erkämpfen müssen. //
Wir sehen das weltweite Unrecht, dass die einen im Überfluss leben und die anderen nicht satt werden. Aber weder unser schlechtes Gewissen noch unsere Kritik an einer falschen Politik helfen weiter. / Du, den Jesus Vater nannte, unser Vater – / Hole uns heraus aus Resignation und Tatenlosigkeit. Lass uns die kleinen Schritte nicht gering achten, die vielleicht möglich sind. Hilf uns, Misserfolge und Versagen ohne Verhärtung zu ertragen. Gib uns den Mut, deine Zeugen in gottferner Zeit zu werden. / AMEN /
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
14. Januar 2023
Ich frage dich Gott
und die Klage schwingt mit
du verzeihst mir
das Mischen
der so ungleichen Töne.
Es ist schwer zu ertragen
was da täglich passiert
und wie es grad läuft
mehr zurück als nach vorn:
Voll Verachtung zu sprechen
soll normal wieder sein,
damit Wahlen gewonnen
und Reihen geschlossen.
Wer Gutes tun will,
eckt an überall;
Argumente verzerren,
die nicht wissen wollen,
was alle längst wissen
Die Sorge um das,
was die Umwelt zerstört,
wollen viele nicht hören
wollen leben als wär‘ nichts
Wie gut ist es, Gott,
dass ich nicht an die Magie
des wechselnden Jahres
sondern an dich
glauben darf.
So ist noch Raum
für den Schimmer,
der Hoffnung gebiert.
Und für mich
Zeit zum demütig werden
vor dir und dem Plan
den du hast.
Georg Rieger, Nürnberg
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Selma Dorn, Jerusalem
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Ewiger und einziger Gott, / am Beginn des neuen Jahres stehen wir vor Dir.
Dich HERR fragen wir: / wie lange willst Du die Leute noch machen lassen, / die Männer und Frauen, die dich mit ihren Taten verhöhnen? / Wie lange?
Wir bitten dich für dein Volk Israel, / für die, die mitten unter uns leben / trotz all dem Hass, der ihnen entgegenkommt, / den wir viel zu oft achselzuckend hinnehmen. / Und wir bitten dich für dein Volk in Israel. / Bring es zu Recht – Bitte.
Wir richten uns aus auf das, was uns entgegenkommt: / viel Zeit mit all ihren Chancen, Möglichkeiten und Hoffnungen; / und fragen was Du von uns erwartest, / was Du mit uns vorhast / im neuen Jahr.
Gieß deinen Geist über uns aus, / damit wir erwachen, aufstehen und dort zugreifen, / wo Du uns gebrauchen kannst, / damit Neues entsteht, / Hoffnung aufblüht, / unser Denken, Reden und Handeln Frucht bringt, / reiche Ernte.
Der du allein der Ewge heißt / und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten: / Bleib du uns gnädig zugewandt / und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten. / vom Alten in das Neue. / AMEN
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gott, wie eine Mutter / bietest du uns Geborgenheit, / wenn wir uns klein und hilflos fühlen. / Aber du nimmst uns auch ernst / als erwachsene Frauen und Männer, / mutest uns Verantwortung zu / für unser Leben / und für die Zukunft unserer Erde. / Wir möchten dich nicht enttäuschen, Gott, / aber oft bleiben wir hinter unseren guten Absichten zurück, / nutzen unsere Gaben nicht sinnvoll, / sondern lassen uns von Bequemlichkeit treiben.
Vergib uns, Gott, / und belebe uns zum Handeln in deinem Geist, / dem Geist der Besonnenheit, der Kraft und der Liebe.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Jürgen Kaiser, Berlin
