Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Wochenrückblick 31. Dezember 2022
Barmherziger Gott, / das Eine wünschen wir für das beginnende Jahr: / dass wir unsere verlorene Hoffnung wiederfinden - / Hoffnung für den Fortbestand unserer Erde, / Hoffnung für das Ende dieses grausamen Krieges. / Hilf uns, die Hoffnung neu zu buchstabieren:
H wie Himmel – zu dem wir aufschauen, wenn es auf der Erde dunkel wird.
O wie Optimismus – der uns Kraft gibt, das Unmögliche zu wagen.
F wie Freude – die ansteckend ist, wenn wir sie weitergeben.
F wie Friede – der möglich wird, wenn wir etwas für ihn tun.
N wie Nachsicht – mit der alles Verstehen beginnt.
U wie Umdenken – mit dem neue Wege begehbar werden.
N wie Nähe – die dem Missverstehen vorbeugt.
G wie Gemeinschaft – mit der vieles leichter geht.
Gott, Du bist der Grund unserer Hoffnung. / Erfülle uns mit Deinem Frieden. Amen.
Achim Detmers, Hannover
Jürgen Kaiser, Berlin
Weihnachten
Freu dich / Der Himmel ist auf die Welt kommen / Freu dich / Engel sind Hirten geworden / Freu dich / Gott Säugling in einer Futterkrippe bei den Tieren / Wundere dich / Gott klein / Herrscher wird Diener kniet nieder / Wäscht Füsse / Dienst Gottes an Menschen / Wir singen laut / Auch für uns ist der Heiland geboren / Wir müssen ihn nicht selbst gebären / Das hat Maria für uns getan / Dafür danken wir Maria / Die schräge Welt ist im Lot / Halleluja
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Georg Rieger, Nürnberg
Gott – / du hast das Universum und unsere kleine Erde darin geschaffen / du hast dich in Jesus anschaubar gemacht.
Fließ aus den Wolken / Spring aus der Erde / Leucht in die Finsternis / / Mach dich sichtbar / Lass uns deine Spuren erkennen / Auf den umstrittenen politischen Wegen. / Mach dich hörbar / Lass uns deine Stimme vernehmen / Unter den Mitmenschen, die nach Hilfe rufen. / Mach dich fühlbar / Lass uns deinen Trost spüren / In unseren Seelen.
Mach unsere müden Hände wieder stark / und unsere weichen Knie wieder fest. / Gib uns die Gewissheit deiner Nähe. / Nimm uns unsere Angst. / / So viel fernes Leid macht uns traurig und bestürzt. / So viele eigenen Nöte belasten uns. / Komm und lass uns nicht damit alleine! AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Mitten im Dunkel / feiern wir das Licht, / das Jesus in die Welt gebracht hat. / Mitten in schlechten Nachrichten / feiern wir die gute Botschaft / von Gottes Menschenfreundlichkeit. / Mitten im Seufzen der Kreatur / feiern wir die Hoffnung, / dass Leid und Tod nicht das letzte Wort behalten. / Mitten in unseren Abhängigkeiten / feiern wir die Freiheit, / zu der uns Christus befreit hat / durch seine bedingungslose Liebe. / Aller Welt Enden sollen sich in dieser Nacht / freuen an der Herrlichkeit / unseres Gottes!
Großer Gott, / richte unseren Blick / auf das Kind in der Krippe / und lehre uns deine Herrlichkeit sehen / im Unscheinbaren. / Öffne unsere Ohren / für die Worte der Himmelsboten, / die unserer geschundenen Erde / Frieden ansagen. / Füg uns zu denen, / die sich aufmachen, / den Christus zu finden / in Menschengestalt. / Füll unser Herz / mit den Lobgesängen / der heiligen Nacht, / und tauche unser Leben / in dein gnädiges Licht.
Du Gott der Fülle: / in schäbige Armut / wurde dein Sohn hineingeboren, / bedroht war sein Leben / von Anfang an. / Das Los eines Flüchtlings / musste er teilen / schon als kleines Kind. / Fremden war er ausgeliefert / auf Gedeih und Verderb. / Nichts Menschliches ist ihm also fremd. / Aber du schenkst uns die Gewissheit: / nichts kann uns scheiden / von der Macht seiner Liebe, / die Böses mit Gutem überwindet, / die mitten im Elend Hoffnung eröffnet / und die Schatten des Todes vertreibt / aus unseren Herzen / und aus unserer Welt. / Dafür danken wir dir, Gott, / und preisen den Namen deines Sohnes, / voller Lebensfreude / im heiligen Geist.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Ich gebe mich mit Hand und Mund / Dir, dem ich zugehöre, / Und suche, wie ich jedes Pfund / Nach deinem Sinn vermehre. / Lass aber meine Seele nie / Aus deinen treuen Armen, / Und thu nichts andres spät und früh, / Als meiner dich erbarmen.
Liederschatz 2574,4
24. Dezember 2022
Da ist sie nun also wieder da, die Nacht der Nächte. / Und ich bin müde. / Ich bin müde von den Friedensgebeten und Friedenspredigten, die in den Ohren der Kriegstreiber ja doch nicht ankommen. / Ich bin müde von dem Blick auf den Hoffnungsstern, der spürbar nicht über allen scheint. / Ich bin müde von der Sehnsucht nach Gemeinschaft, die auch in dieser Nacht nicht bei jedem Menschen gestillt wird. / Ich bin müde von der Botschaft der Liebe, die in manch verletztem Herzen wie billiger Trost klingt. / Ich bin müde, Gott. / Hilf mir, wach zu bleiben. / Wach in der Nacht der Nächte. / Wach im hier und jetzt. / Wach für die, die mich brauchen. / Wach für das, was ich brauche. / Wach für dich!
Carolin Springer, Leer
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Bleibe bei uns durch die langen Nächte, Herr, und erleuchte uns mit deinen Verheißungen!
Unsere Kerzen sind verbrannt und verglüht, unsere Batterien sind am Ende, wir haben keinen Empfang und kein Internet – wir beten, bis uns die Dunkelheit einschließt. Wir erinnern uns an den früheren Zustand einer aus den Fugen geratenen Welt. An die guten alten Zeiten, als das Wasser immer aus dem Hahn kam, der Lichtschalter in den Zimmern aufleuchtete, die Heizung funktionierte und wir nicht in ängstlicher Sorge aufwachen und zu Bett gehen mussten. Als du meine Hand hieltst, mich beim Namen nanntest, mir Versprechen gabst und mir eine Prüfung versprachst. Danke, dass du uns vorgewarnt hast.
Lange Tage und unbemerkt sind wir voll von Klagen und Spannungen, Herr. Einige von uns sind gestresst, andere haben abnormales Gewicht verloren. Viele erhoffen sich leichten Trost vom Alkohol und rutschen unbemerkt in die Sucht ab. Unsere Ehemänner werden von stiller Verzweiflung in die Selbstzerstörung getrieben, ihre Frauen von Angst. Der Tod erwartet diejenigen, die weder Seelsorger noch Hoffnung haben. Bleib bei uns in den langen Nächten, Herr, finde und führe die Verlorenen, die Verlassenen zurück.
Unsere Kinder sitzen in feuchten, dunklen Kellern unter Luftangriffen. In unseren Kirchen zünden wir Kerzen an, wärmen unsere Hände an ihrer Flamme. Wenn wir singen, schmelzen die Buchstaben vor uns, so singen wir das Vertraute. Mehr aus dem Herzen als aus einem Gesangbuch. Unsere Augen und Seelen sind müde von der Anstrengung, Wir hören leichtgläubig den düsteren Nachrichten zu. Wir glauben Dinge zu wissen, die wir nicht wissen können, wir warten ängstlich auf die ersten Schneeflocken, die fallen. Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr, denn der Winter kommt! Wir warten auf dich, Herr, wie die Wächter auf den Morgen warten, wie die, die im Dunkeln sitzen, auf die ersten Lichtstrahlen. Wir warten darauf, dass du sprichst, dass du handelst, dass du uns leitest.
Wir danken dir, dass deine Verheißungen nichts von ihrer Kraft verloren haben, wir vertrauen auf sie. Wir danken dir, dass wir von unseren Vorfahren Beharrlichkeit gelernt haben und dass wir unsere Nachkommen Beharrlichkeit lehren können. Wir danken dir für die Familien, die zusammengeführt werden, Herr, schenke, dass die Prüfung die Menschen einander näherbringt!
Danke, dass wir Reserven haben, dass unser Haus nicht zerstört ist und dass wir für die Zukunft planen können. Danke, dass in deiner Hand Zeiten und Anlässe sind, die Könige aufrichten und Könige stürzen. Auf dich vertrauen wir, denn du hast Gnade und kannst erlösen – du erlösest von aller Sünde. / / Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr, und die Nacht wird enden, sie wird sicher enden / / Amen
Zoltán Laskot, Reformierten Kirche in der Karpato-Ukraine
Jürgen Kaiser, Berlin
Annegret Lambers, Osterwald
Barmherziger Gott, Vater und Mutter im Himmel, / um deines Sohnes Jesus Christus willen.
Die Blätter fallen von den Bäumen und es ist kalt geworden, / nicht nur in der Natur, auch in mancher Wohnung, / ganz handfest, einfach weil das Geld für Brennstoff fehlt. / Und den Tafeln gehen die Lebensmittel aus. / Wenn Du uns die Menschen zeigst, die unsere Hilfe brauchen, / werden wir helfen, heimlich, still und leise. / Wenn sich in dieser Krise und nach dieser Krise die Verhältnisse ändern sollen, / brauchen wir deine Hilfe, deinen Geist, der uns Ideen gibt und Hoffnung macht, / Lust auf einen Lebensraum, in dem die Menschen zusammenarbeiten / und zusammenhalten, / Lust auf einen Lebensraum, in dem wir uns an deine Gebote halten.
In vielen Häusern leuchten seit einigen Tagen die Advents-Kerzen, / Weihnachten kommt uns entgegen. / Lehr uns neu das staunen über dein Kommen / und mach uns zu einer Gemeinde und zu einer Kirche, / die das – wie die Hirten damals – glaubt und der Welt bezeugt: / euch ist der Heiland geboren, der Retter. / / Wer das glaubt, wird nicht enttäuscht, / wer das glaubt, wird selig.
Unser Vertrauen und unsere Hoffnung setzen wir auf dich, HERR. Amen
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Liederschatz 2429,7-8
17. Dezember 2022
Treuer und Barmherziger, Ewiger im Advent!/ So viel zu tun in / dieser Zeit. Einiges kommt dabei heraus und wird dankbar angenommen. / Aber daneben wächst der Berg von dem, was ich nicht geschafft habe / und nicht mehr schaffen werde. Und die dunklen Schatten von dem, was / ich überhaupt nicht schaffe und nicht von ferne im Griff habe. / Enttäuschung und Streit, Unfriede und großes Unrecht, die eigene / Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit. // Treuer und Barmherziger, Ewiger / im Advent! / Zeit gerade jetzt, einiges zu lassen? Vor allem den Wahn, / selbst alles zu können, zu schaffen, zu müssen? Sprich du und öffne / meine Ohren für deine Rede, erfreue, bewege und verändere mich - in / deinem Advent! // Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Lieber Gott im Himmel, ich danke dir, daß es geschneit hat. Ich liebe den Schnee auch und das Eis auf dem Kanal. Wir gehen Schlitten fahren und machen sonst noch etwas. Danke für den Schnee und das Eis. Kind aus Nordhorn (3. Kl.)
aus: Regine Schindler
Gott, / wie viele Bitten musst du täglich hören, / wie viele Wünsche, wie viele Klagen. / Mit allem, was uns das Herz schwer macht, / kommen wir zu dir / und drängen auf Hilfe. / Aber wann hören wir dich, / deine Bitten an uns, / deinen Schmerz / und deine Sehnsucht!
Gott, / öffne uns Ohren und Herz / für deine Stimme. / Mach uns bereit, / dir Antwort zu geben / mit Worten und Taten. / Lass dich erfreuen durch unser Lob.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
O Gott – / / wie eisig die Erde / wie kristallfern der Himmel / wie schwer die Riegel und Schlösser / / wie finster die Welt / wie verschlossen der Himmel / wie jammervoll das Tal unserer Tränen
Krieg mitten in Europa / und wir / unversehens herausgerissen / aus unserer Sorglosigkeit / in die Verantwortung genommen / mit den Folgen unseres Handelns konfrontiert / hilflos Helfende / ratlos Planende / unschuldig Schuldige / / wie eisig unsere Herzen / wie gefroren unser Glaube / wie nebelverhangen die Zukunft.
O Gott – hervor das Blümlein bring! AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Gewinnen
Die den Krieg gewinnen / Zerren dich Gott+ auf ihre Seite / Sie glauben / Dass du immer auf der Seite der Gewinner seist / Verlieren kannst du nicht / Sonst wärst du doch nicht Gott+ / Das hat seine Logik / Dass du diese Logik durchbrochen hast / Haben sie nicht verstanden / Dass deine Logik Liebe heisst / Und du diese hochhältst / Und keine Panzer für sie einsetzt / Auch keine anderen Heerscharen / Dass du den Verlierer im Arm hältst / Und ihm zuflüsterst: / Du bist mein geliebter Sohn / Meine Freude / Gott+ / Das ist mein Trost im Leben und im Sterben /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Georg Rieger, Nürnberg
Liederschatz 2425,1
10. Dezember 2022
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / es geht auf Weihnachten zu. / Die Weihnachtsmärkte laden ein. / Die Geschäfte ebenso. / Man feiert. Man trifft sich. Man plant. / Manche schauen die Fußball-WM. / Wenn die deutsche Mannschaft auch aus- / geschieden ist – andere sind wirklich gut. / Darf das alles nicht sein? Müsste Protest / sein? Kritik? Warnungen? / Ist das alles eine große Betäubung nur? / Ein Sich-Ablenken von dem, was droht? / Ein Nicht-Hören-Wollen auf die SOS-Rufe / in unserem Land, in der Ukraine, in Syrien? / Kann sein. Vermutlich ist das so. / Aber wer kann vollmächtig mehr verlangen? / Wie scheinheilig wäre das, wenn wir das täten. / Denn wie unbrauchbar sind wir doch für Dein Reich, / das kommt. Und wie wenig gelingt es uns, Deinen / Namen so auszusprechen, dass er Hoffnung schenkt / und Wege zum Guten ebnet. / Aber vielleicht übersehen wir auch etwas: / Die eine Aufgabe, die wichtig ist und die zu schaffen / für uns kein Problem ist. / Die eine Hand, die zu füllen / uns nicht schwerfällt. / Den einen Menschen, der auf uns wartet und / der bereits schon neben uns ist. / Lass uns sehen, was wir übersehen. / Lass uns sehen, was wir können. / Lass uns nicht aufs böse Ende schauen, sondern auf / den Anfang, der möglich ist. / Dazu segne uns. Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
RefLit
Sylvia Bukowski, Wuppertal
