Gebet
Tagesaktuelles Gebet
O Heiland, reiß die Himmel auf –
Bist du auch eingeschlossen im Lockdown?
Dürfen wir uns dir nicht nähern?
Müssen wir selber eingeschlossen bleiben?
In unserer Angst
In unserer Ratlosigkeit
In unserer Trauer.
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt –
Unser kleiner Glaube reicht nicht einmal aus,
Uns selbst zu trösten.
Was sollen wir anderen sagen,
wenn sie uns nach dir fragen?
In unseren Zweifeln
In unserer Sprachlosigkeit
In unserer Ohnmacht.
O Heiland, aus der Erden spring –
Lass dich sehen, wo wir es nicht vermuten!
Lass dich hören, wo wir nichts mehr hoffen!
Lass dich spüren, wo wir Begegnung scheuen!
Sprich in unser Herz dein „Fürchtet euch nicht!“
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Georg Rieger, Nürnberg
Guter Gott, unsere Zeit steht in deinen Händen. / Wieder ist ein Jahr vergangen. / Wir bringen vor dich, was es uns gebracht hat: / Unsere schönen Erlebnisse, / das Glück, das du uns geschenkt hast, / gelungene Begegnungen, / neue Freunde, / alte Weggefährten, / neugeborene Kinder / und was immer unser Herz froh gemacht hat.
Wir bringen dir auch unsere Traurigkeit, / den Schmerz über das Sterben lieber Menschen, / die Angst vor dem was kommt / und die Unsicherheit, ob wir damit zurechtkommen werden, / auch den Zweifel, ob du denn wirklich alles in deiner Hand hast.
Wir bringen dir unser Versagen und unsere Schuld, / die vielen Gelegenheiten Gutes zu tun, / die wir ungenutzt gelassen haben.
Wem sollten wir unseren Dank bringen / und wem unsere Klage – / wenn nicht dir, dem Herrn aller Herren / und Vater von uns allen / der täglich seine Hand nach uns ausstreckt, / um uns zu tragen, zu heben und zu erretten. / Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
2. Januar 2021
Ach Gott,// so viel auf Zahlen geguckt in den letzten Tagen.// Auf Ansteckungszahlen, Sterbezahlen, Impfzahlen. Und versucht, etwas über das neue Jahr zu wissen. Wie wird es Mitte Januar sein? Wie wohl der April? Wie der Sommer? Die Zahlen verraten das nicht.// Treuer Gott, Vater, Bruder, Trösterin,// aber dich will ich bitten: um Genesung für unsere Kranken, um Trost für die Trauernden. Um Einsicht, das wahrscheinlich Notwendige zu tun. Um das richtige Wort im Gespräch. Um gute Ideen für meine Arbeit. Um eine Brücke über einen Graben dann und wann. Dass mein Blick nicht eng wird, sondern reicht bis zu denen, die bitter leiden und auch auf mich und mein Eintreten warten.// Und um einen guten Mut bitte ich. Ich weiß die Zukunft nicht. Aber ich muss den den Weg doch nicht ohne dich gehen.// Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Gott, Ursprung und Ziel unseres Lebens,
wir wünschten,
mit dem neuen Jahr
könnte auf einen Schlag
vieles neu werden:
wir kämen los von schlechten Gewohnheiten,
könnten unseren Ärger hinter uns lassen
und unbeschwert von vorn beginnen.
Aber wir wissen,
wir nehmen die Vergangenheit mit
und müssen uns auch im neuen Jahr
mit vielen alten Problemen abplagen.
Im Namen Jesu bitten wir dich:
Gib uns die Kraft,
das zu verändern,
was möglich ist,
und zu ertragen,
was wir nicht verändern können.
Dazu gib die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
RefLit
Gott, was immer uns bewegt,
im Auf und Ab der Welt -
auf dich vertrauen wir
und bitten dich um alles, was wir brauchen,
für die,
die krank sind und im Sterben liegen,
lass sie Geborgenheit erfahren;
wir bitten dich: erhöre uns!
für die,
die leiden, wie die Welt und wie das Leben ist,
lass sie vertrauen, dass du hilfst;
wir bitten dich: erhöre uns!
für die,
die auf der Flucht sind
vor den Kriegen,
vor den Katastrophen dieser Welt,
lass sie Zuflucht finden;
wir bitten dich: erhöre uns!
für die,
die zu bestimmen haben
in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik,
lenke du ihr Herz und ihren Sinn;
wir bitten dich: erhöre uns!
Gott, wir danken dir,
dass du uns hörst
und gibst, was wir brauchen,
durch Christus Jesus. Amen.
Walter Wickihalder, Winterthur, Schweiz
O Gott, du bist unser Morgenstern und unsere Finsternis. / Wie leicht fiel es uns, dich fröhlich zu preisen / in anderen Zeiten. / Wie schwer fällt es uns jetzt, / überzeugt und überzeugend von dir zu reden
Gott, du bist unsere Hoffnung und unsere Verzweiflung. / Wie leicht fiel es uns, dich dankbar zu preisen / In anderen Zeiten. / Wie schwer fällt es uns jetzt, / an dein heilsames Wirken in der Welt zu glauben.
Manchen von uns gelingt es dennoch, / Trost aus der Weihnachtsbotschaft zu gewinnen. / Anderen ist so vieles dunkel geworden, / was in anderen Zeiten hell und klar erschien.
Zeig dich uns – / Wenn wir dich nicht in himmlischen Palästen / ohne Leiden und Ohnmacht suchen, / sondern im hilflosen Kind im Stall, / das in Leiden und Ohnmacht hinein geboren wurde.
Schenk uns – trotz allem, was dagegen spricht – / Freude über deine Nähe / mitten in unserer heillosen Welt. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Ich habe in meinem Leben zwei wichtige Dinge gelernt: dass ich ein großer Sünder bin und daß Christus ein noch größerer Retter ist. (Isaac Newton, geb. am 25.12.1642)
Und wenn ich alle Erkenntnis der Welt hätte –
und hätte den Retter nicht…
So hätte er wohl sagen können
mit dem Apostel Paulus
Er, Isaac Newton
der so viel an Erkenntnis hatte
über das, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Und doch ist es nicht Mathematik mit Differential und Infinitesimal
nicht Gravitation
nicht Optik
nicht Bibelerforschung
nicht Alchemie
(weiß Gott, all das hat ihn umgetrieben).
Nicht das, worauf es im Letzten ankommt.
Es ist der Vater,
der uns durch den Sohn
rettet.
Die Bewegung des Kosmos,
die auf uns zuläuft
Wider alle Vernunft
Quer durch jede Vernunft
„Den aller Welt Kreis nie beschloss,
der liegt in Marien Schoss“
so sprach es ihm Martin Luther nach.
Ich der Sünder
ergreife das.
Muss dazu von keinem tief gestörten Genie wissen.
Nur von mir.
Das reicht.
Von mir tief unten,
der sich das sagen lässt:
Christ der Retter ist da!
Für mich.
Der ich mir das in all den Äußerlichkeiten
und unerträglichen Banalitäten
dieser Tage
sagen lasse:
Er macht das recht.
Er macht mich recht.
Albrecht Thiel, Castrop-Rauxel
Karl Barth (1886-1968)
26. Dezember 2020
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / Du bist in Jesus von Nazareth Mensch geworden. / Du bist uns in Ihm nahe. Hast durch Ihn unser Verderben auf Dich genommen. / Hast uns für Seine Zukunft bestimmt. / Dafür danken wir Dir von Herzen. / Was immer uns an Weihnachten geschenkt wird, / Du selbst bist das größte Geschenk. / Gib uns Stille genug, / dass wir in die Weihnachtsfreude hineinfinden / und durch sie stark werden. / Wir bringen vor Dich die, die uns auf der Seele liegen: / Menschen, deren Herz eng geworden ist wegen der Pandemie. / Menschen, die eine böse Nachricht getroffen hat. / Menschen, die trauern. / Kinder, die Angst haben vor Erwachsenen, die ihnen Böses tun. / Was ist das nur für eine Quäl-Welt! / Und warum haben wir nicht die Kraft, das Böse zu überwinden / durch Gutes? / Wir ahnen, dass wir verstrickter sind, als wir meinen. / Lass uns dennoch Werkzeuge Deines Friedens sein. / Gib, dass die Vernunft Raum gewinnt im Irrsinn, / dass die Lüge entlarvt wird / und die Wahrheit frei macht. / Früher wurden Kriege unterbrochen wegen Weihnachten. / Lass Zerstörung und Selbstzerstörung unterbrochen sein. / Und gib, dass unsere Welt gleichnisfähig bleibt für Dein Reich, das kommt. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
RefLit
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gott, ich danke dir, daß du alles erfunden hast. Gabriele, Adlingenswil (3. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Jürgen Kaiser, Berlin
Ach Gott, geh doch mit, / wenn wir jetzt / durch die leeren Straßen / hasten. / Das Alleinesein wird uns so schwer. / Und so vielen anderen / in den Heimen und Kliniken / noch viel schwerer.
Ach Gott, gib uns einen Anstoß, / wenn wir jetzt / die Freude am Schenken / verloren haben. / Die Angst vor der Zukunft wird uns so schwer. / Und so vielen anderen / ohne sichere Einkünfte / noch viel schwerer.
Ach Gott, bleib doch bei uns, / wenn wir jetzt / keine frommen Gedanken / mehr haben. / Die Zweifel werden uns so schwer / Und so vielen anderen / Die Tote betrauern / Noch viel schwerer.
Wir brauchen Vertrauen in dich, / damit wir wieder Vertrauen / in uns setzen können. / Sei uns nicht ferne. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
in den letzten Wochen ist klar geworden,
dass unsere Adventsroutinen ins Leere laufen:
die last-minute-Käufe in den Innenstädten,
die Reisen und das Festessen in den Familien.
Und auch die Gottesdienste zu den Feiertagen
werden in diesem Jahr ganz anders sein oder gar nicht stattfinden.
Und dennoch singen wir:
»Freut Euch, freut Euch, der Herr ist nah.«
Wir müssen in den nächsten Tagen von Vielem absehen:
von gewohnten und austarierten Abläufen
von Kindheitserinnerungen, die damit verbunden sind.
Und es werden Viele einsam sein über Weihnachten.
Auch unsere Zuversicht für das Neue Jahr wird brüchig.
Wie wird das alles weiter gehen?
Wie lange noch? Wie schlimm wird es noch?
Und dennoch singen wir: »Freut Euch, freut Euch, singt Halleluja.«
Barmherziger Gott, gib uns die Zuversicht zurück
und schenke uns den Blick auf das Wesentliche.
Lass uns entdecken, wie viele kleine Dinge uns Freude bereiten können.
Und lass uns um die kümmern, die es schlimmer trifft.
Lass Deinen Morgenstern hell leuchten
in unserer dunklen Nacht.
Lass uns Bethlehem wiederfinden,
wo alles begann.
Georg Rieger / Achim Detmers
19. Dezember 2020
Lieber Gott,
diese Woche war geprägt
von der Vorschau
auf die nächste
auf Weihnachten
und wie es werden soll.
Die Vorfreude ist getrübt
von Vorsicht und Angst.
Wie spreche ich es an,
was mir zu nah und zu viel wird?
Sind es die Regeln
oder meine Befürchtungen?
Bin ich spießig,
wenn ich darauf bestehe?
Gestehe ich mir und anderen
meine Angst nicht ein?
Was ist Weihnachten für mich?
Wie will ich es feiern?
Mich treiben Fragen um,
die ich mir noch nie gestellt habe.
Manchmal fühle ich mich
in diesen Gedanken nah bei dir
aber fern von den Menschen
um mich.
Es wird hoffentlich
am Ende heilsam sein.
Das wünsche ich mir von dir.
Das vor allem.
Georg Rieger, Nürnberg
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
RefLit
Jochen Denker, Ronsdorf
Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jes 40,3.10)
Ja, Gott, ich möchte dir den Weg bereiten, möchte mich auf dein Kommen vorbereiten. Ich möchte nicht überrascht werden, sondern bereit sein, wenn du kommst. Ich möchte dich nicht verpassen, sondern für dich da sein. // Was soll ich tun? Wie kann ich dir den Weg bereiten? Amen
Meike Waechter, Berlin
Jürgen Kaiser, Berlin
Sylvia Bukowski, Wuppertal
12. Dezember 2020
„Bleib behütet!“
Mit diesen Worten nehmen wir Abschied,
immer wieder in diesen Wochen.
„Bleib behütet!“
vor Ansteckung und Krankheit,
in Angst und Leid.
"Bleibt behütet!"
Auf Euren Wegen,
in Euren Familien,
in Eurem Vertrauen auf Gott.
Dass ER diese Welt
und meine kleinen Wege als Mensch
und unsere Wege als Kirche
und sogar all unsere Irrwege
lenkt und bedenkt.
Dieses Vertrauen möge Euch nie verlassen,
davon lasst Euch künden zum Fest der Geburt.
"Bleibt behütet!"
unter Gottes Schutz und Segen!
Simon Froben, Bayreuth
