Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Jürgen Kaiser, Berlin
zum Volkstrauertag
Gott, / wie sollen wir bestehen, / wenn du kommst, / über uns zu richten? / Wir denken zurück an das Unheil der Kriege, / die von unserem Volk ausgegangen sind, / an das zertretene Glück / und das zerstörte Leben / so vieler Menschen. / Wir versuchen, / der Schuld unseres Volkes ins Auge zu sehen, / sie nicht zu verharmlosen oder wegzureden. / Aber wir trauern auch um unsere Gefallenen / und um die Opfer der Bombennächte. / / Gnädiger Gott, / wir bitten dich: / richte uns mit Barmherzigkeit. / Lass Versöhnung wachsen, / wo Feindschaft war / und Trost einkehren, / wo Menschen noch leiden. / Breite den schönen Glanz deines Friedens aus / über Zion / und über die Völker unserer Welt.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
14. November 2020
Gütiger Gott,
es gibt in diesen Tagen
nicht nur Grund zum Klagen,
sondern auch Grund
dankbar zu sein.
Der Verzicht
steht im Rampenlicht.
Aber wir gewinnen auch
wichtige Erkenntnisse
über uns und unser Verhalten.
Wir lernen uns neu kennen,
und auch viele Mitmenschen,
die sich kümmern,
die achtsam sind
und aufmerksam.
So viele Menschen
verhalten sich verantwortungsvoll.
So viele Menschen
jammern nicht,
sondern bleiben gelassen.
So viele Menschen
beeindrucken uns.
Wir danken dir, Gott,
für alles,
was du uns in dieser Zeit schenkst,
für die Momente,
in denen du uns Mut machst.
Danke, Gott! Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Meike Waechter, Berlin
Gott, wir möchten uns dir öffnen. Wir sehnen uns danach, dass du in unser Leben trittst und Vieles anders wird bei uns. Sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir das rechte Maß finden für Ruhe und Aktion, für Reden und Stille und für die Zeit, die wir brauchen für uns und für dich.
Georg Rieger, Nürnberg
Tie the strings to my life, my Lord,
Then I am ready to go!
Just a look at the horses-
Rapid! That will do!
Put me in on the firmest side,
So I shall never fall,
For we must ride to the Judgment,
And it´s partly down hill.
But never I mind the bridges,
And never I mind the sea;
Held fast in everlasting race
By my own choice and thee.
Good-by to the life I used to live,
And the world I used to know;
And kiss the hills for me, just once;
Now I am ready to go!
Emily Dickinson (1830-1886)
Selma Dorn, Leipzig
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
RefLit
7. November 2020
Lebendiger Gott!
Du veränderst mein Leben.
Wie gut, dass es Dich gibt!
Ich möchte nicht verharren
an der Oberfläche der großen Aufregungen fern und nah,
und nicht erstarren
in der Tiefe meiner Ängste und Sorgen.
Ich möchte mich nicht abfinden
mit Krankheit, Unrecht und Leid
und nicht abfinden lassen
mit falschen Versprechungen und Lügen.
Lebendiger Gott,
Du veränderst mein Leben.
Ich kann neu anfangen!
Simon Froben, Bayreuth
Georg Rieger, Nürnberg
Karl Barth (1886-1968)
Kinder aus dem kirchlichen Unterricht im 3. Schuljahr, Weisslingen, Schweiz
Du schweigender Gott –
Lass mich deine Stimme hören aus Predigten ohne leere Floskeln.
Lass mich deine Stimme hören aus der Zuversicht der jungen Familie, die dir ihr Kind in der Taufe anvertraut hat.
Lass mich deine Stimme hören, aus den Hinterbliebenen, die Trost finden im Angesicht des Todes.
Lass mich deine Stimme hören aus den Zeugnissen meiner Vorfahren im Glauben.
Lass mich deine Stimme hören aus der Musik, die einst zu deiner Ehre komponiert wurde.
Lass mich deine Stimme hören aus vernünftigen und mitfühlenden Worten meiner Mitmenschen.
Lass mich deine Stimme hören, wo ich es nicht erwarte.
Lass mich deine Stimme hören.
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gott, du Versöhner und Friedensstifter, / Menschen können so gemein, so rücksichtslos, / so böse sein! / Das macht uns wütend, / und erfüllt uns manchmal / mit Rachegelüsten / und brutalen Fantasien. / Wir lassen uns leicht / vom Bösen anstecken, / und drehen mit an der Spirale / der Gehässigkeiten. / / Gott, das soll nicht so bleiben! / Leite uns an, / im Geist deiner Liebe / aus üblen Mustern auszuscheren / und im Denken und Handeln / Böses mit Gutem zu überwinden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Barmherziger Gott, / In diesen Tagen bitten wir für die Männer und Frauen an den Wahlurnen, / die ihre Hoffnung auf einen Kandidaten setzen / und nicht selten bitter enttäuscht werden - / entweder durch den Ausgang der Wahl / oder durch die Politik des Gewählten. //
Gerechter Gott, / wir erleben, dass die Teilung der Gewalten missachtet wird, / dass Amtszeiten ins Unendliche verlängern werden, / dass Wahlen manipulierbar sind. / So oft haben wir das schon gesehen, / und kaum einmal hat das einem Land gutgetan. //
Hilf uns, dass wir da nicht mittun, / dass wir unsere Wahl gut treffen / und da, wo es nötig ist, dem Missbrauch von Macht ein Ende setzen. //
Um so mehr bitten wir für die aufrechten Frauen und Männer, / die in dieser Zeit regieren. / Gib ihnen Wahrhaftigkeit und Mut, / die nötigen Schritte zu tun. / Lass sie Worte finden, / die Vertrauen schaffen. Amen
Achim Detmers, Hannover
RefLit
Jesus – du ganz Anderer // Sorgt euch nicht, sagst du. Wir aber sind voller Zukunftsangst. / Liebt eure Feinde, sagst du. Wir aber wissen nicht, wie wir mit den Unvernünftigen und Gewalttätigen umgehen können. / Übt Verzicht, sagst du. Wir aber hängen an unserem Besitz. / Strebt nach Gerechtigkeit, sagst du. Wir aber sehen auf unseren Vorteil. / Fürchtet euch nicht, sagst du. Wir aber haben Angst. / Folgt mir nach, sagst du. Wir aber haben deine Spuren verloren. / Bleibt in mir, sagst du. // Jesus – du ganz Anderer // Wir möchten so gerne ein wenig anders werden. Mit Gottes Hilfe. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
Gerhard Tersteegen (1697-1769)
Fast täglich werden wir mit empörenden Aussagen konfrontiert. Wir lesen sie, wir hören sie. Im Internet, im Fernsehen und gelegentlich sogar im direkten Gegenüber mit Menschen. / Woher kommt die Menschenverachtung, der Hass? Wie kommen Menschen dazu, mutwillig Lügen zu verbreiten, nur um Anderen zu schaden? / Ist unsere Empörung berechtigt? Bringt sie etwas? Gibst du uns Kraft dazu oder bremst du uns? Lass es uns spüren und mutig darin sein, auf Menschen zuzugehen – so oder so.
Georg Rieger, Nürnberg
Gebet zu Micha 6,8
Ach Gott – // So viel ist uns gesagt. So viele reden von dir und deinen Geboten. Aber machen oft nur ihre eigenen Regeln daraus. / Wir sollen dein Wort halten. Aber es bleibt oft stumm. Wir finden uns darin nicht wieder mit unserer Situation. / Wir wollen Liebe üben. Aber in uns streitet sich Gegensätzliches. Wir denken an den Schutz vieler und vernachlässigen die Rechte der Schulkinder. Wir denken an den Schutz vieler und vernachlässigen die Rechte der Menschen in Altenheimen. Wir denken an den Schutz vieler und vernachlässigen die Rechte auf Arbeit und Einkommen. Oder umgekehrt. / Demut steht uns an. Aber was wir brauchen, ist vor allem Mut. Mut Entscheidungen zu treffen, auch wenn wir keine Garantie haben, dass wir das Richtige tun. // Ach Gott – // Stärke unseren Mut. Beschwichtige unsere Angst. Lass uns in der Schrift Impulse für unseren schwierigen Alltag finden. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
24. Oktober 2020
Jesus Christus, du bist das Licht der Welt./ Und du hast Lichter für deine Welt, noch über den Kreis deiner Gemeinde hinaus./ In diesen Tagen spüre ich, wie sehr wir dein Licht und deine Lichter brauchen. Darum bitte ich um Lichter des Verstandes gegen die Dummheit, die glaubt, was sie will und was ihr passt./ Um Lichter des folgerichtigen Verhaltens, dass Menschen auch tun, was mit größter Wahrscheinlichkeit richtig und wichtig ist./ Um die wunderbaren Lichter der Belastbarkeit, denn es sind Lasten und Härten zu tragen, und viele tragen sie ganz selbstverständlich und oft für andere./ Und um die schönsten Lichter. Sie leuchten, wo mit anderen gefühlt wird und beim Tun und Lassen an sie gedacht wird, sogar mehr als an sich selbst. Jesus Christus, du bist das Licht der Welt./ Und du hast Lichter für deine Welt, noch über den Kreis deiner Gemeinde hinaus./ Du bist am Werk, dass nichts und niemand verdirbt./ Und dafür sei dir Lob und Dank. Amen.
Stefan Maser, Hoerstgen
Meike Waechter, Berlin
