Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Merkwürdig: Wir verlieren uns an die Dinge, / die nicht wichtig sind. / Prinz Andrew ist ein Thema. / Und die Royals allüberall. / Die Champions League und ihre angeblichen Dramen. / Der Medaillenspiegel, der enttäuschend war. / Und die Schuldzuweisungen danach. / Aber was ist mit dem Altersheim gleich nebenan? / Muss es auch schließen? / Und der kleine Betrieb zwei Straßen weiter? / Ist er auch pleite? / Und der Schulhof in Hörweite? / Ist der sicher vor Messern und Drogen? // Merkwürdig: Wie sehr Wichtiges und Unwichtiges bei uns durcheinander gehen. / Und wie sehr Unwichtiges wichtig wird. / Und Wichtiges unwichtig. / Merkwürdig: Wie schwer es die Vernunft bei uns hat. / Weil Emotionen hochkochen./ Weil es um Macht und Einfluss geht. / Weil Menschen gewählt werden wollen. / Weil Schlagwörter herrschen. //
Und die Wahrheit, Herr? / Deine Wahrheit? / Gib, dass sie es nicht schwer bei uns hat. / Gib, dass sie uns freimacht. / Gib, dass wir sie so bezeugen können, / dass Menschen getröstet sind. / Gib, dass sie viele zusammen mit uns auf dem Weg zu Dir hält. / Noch ist das Jahr nicht alt. / Noch kann in den nächsten Monaten vieles geschehen. / Und vor manchem, was geschehen kann, / haben wir Angst. / Da sei Du vor. / Darum bitten wir Dich. / Amen.
Klaus Bröhenhorst
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Meike Waechter, Berlin
Jürgen Kaiser
Kathrin Rehmat
Georg Rieger
Sylvia Bukowski
Ewiger Gott,
ich kann es nicht mehr hören!
Diese Klagen, wie schlecht es uns geht
Dass wir vor dem Abgrund stehen
Dass uns alles genommen werden soll
Dass wir nur noch an uns denken dürfen
Dass uns Andere ausnutzen
Dass wir uns wehren müssen
Ja, wir müssen uns einschränken
Wenn wir unsere Welt nicht weiter zerstören wollen
Wenn wir Menschen in anderen Weltgegenden nicht alleine lassen wollen
mit den Folgen, die sie für unseren Wohlstand tragen
Wenn wir auch in unserem Land an alle denken
Wenn wir großzügig statt egoistisch sein wollen
Aber wir könnten das – gemeinsam
Wir könnten aufeinander achten
Wir könnten andere Lebensinhalte entdecken als Reichtum
Wir könnten glücklich miteinander sein
Konflikte achtsam austragen
Dir vertrauen
Uns selbst vertrauen
Amen
Georg Rieger RefApp
Gudrun Kuhn
Meike Waechter
Nicht nur
Wir schreiben nicht nur Gebete / Auch wenn sie schön gelesen werden / Wir meinen die Gebete / Wir beten sie / Und du Gott / Wir meinen dich / Wir verbinden das Leben mit dir / Verbinde dich mit uns
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott // Viele Menschen interessieren sich leider nicht oder nicht mehr für dich. / Die Gottesdienste sind zunehmend schlecht besucht. / Vielleicht ist das ein Nebenprodukt unseres Wohlstand / und der vielen anderen Alternativen, die sich uns bieten. // Dennoch haben die Menschen auch Hunger nach Sinn, / nach Angenommensein, nach Halt. // Hilf uns als deine Botschafter so zu leben, / dass wir genau das ausstrahlen. / Hilf uns, unsere Gottesdienste so zu feiern, / dass sie einladend wirken / und die Menschen dort Antworten finden auf ihre Fragen, / Sicherheiten finden in allen Unsicherheiten, / Ruhe finden in aller Unruhe. // Mögen die Menschen erfahren, / dass du unser Hirte bist / und uns bei dir nichts mangeln wird. // Amen
Annegret Lambers
Mein Schöpfer, / Erlöser und Quelle der Lebensfreude, / mit jedem Atemzug empfange ich das Leben von dir. / Mit jedem Seufzer gebe ich dir von meiner Last ab. // Öffne mich für diesen Tag. / Öffne mich für dein belebendes Wort. / Öffne mich für deine Berührung, / auch in den Menschen, dir mir heute begegnen. / Danke für deine Gegenwart. // Amen.
Catherine MacMillan
Barmherziger Gott, / Nicht nur Feinde von außen bedrohen uns, / der schlimmste Feind / verbirgt sich manchmal in unserem Innern, / flüstert uns Angst ein, / untergräbt unser Selbstbewußtsein, / und verbietet uns die Sehnsucht nach Glück. // Du bist nichts wert, / macht er uns glauben, / du kannst nichts, / du taugst nichts, / du hast kein Recht, / stolz zu sein auf deine Erfolge. // Mit vielen Stimmen / redet er uns unsere Lebensfreude kaputt, / und fromme Sprüche benutzt er gerne, / um unsere Seele niederzuhalten. / Gott, wir sind diesem Feind so wenig gewachsen! / Wir schaffen oft nicht einmal, / ihn zu enttarnen, / geschweige denn, / ihn zu besiegen. // Bis in die Träume verfolgt er uns, / und selbst in Augenblicken des Glücks / gelingt es ihm manchmal, / uns zu überfallen. //
Gnädiger Gott, wir bitten dich: / befrei uns aus seinem Würgegriff. / Lass unsere Seele aufatmen / unter deinem Zuspruch. / Denn du sagst doch ja zu uns. / Dir sind wir recht / auch mit unseren Schwächen, / du vergibst uns unsere Schuld, / damit wir leben können / aufrecht und frei. / Gott, stärke uns / durch dein Erbarmen. // Amen
Sylvia Bukowski
Innehalten. / Wenn das Leben ins Stocken gerät, / Pläne zerfallen / und neue Wege gefunden werden müssen. // Witterung oder Streik können mich ärgern oder verunsichern, / doch schenken mir Ruhepausen auch unverhofft Kraft. / Um wie viel mehr die Sonntage, / ein einziger Gottesdienst, / manchmal nur ein Wort oder Lied. // Kraft schöpfen. / Neue Gedanken ausprobieren. / Zuspruch erfahren. // Inmitten des Chaos / eine Zeit der Ruhe. / Mitgehen auch im Leid. / Beistand geben und erfahren. / Dich suchen, Gott, / der Du doch auch im Dunkel wohnen willst. / Deinen Schalom finden / in dieser Welt, / in meinem Leben. // Erfülle meinen Weg / zur Passionszeit. // Amen!
Simon Froben
Jürgen Kaiser
Georg Rieger
Meike Waechter, Berlin
Ach Gott – / wie schnell hat uns der Alltag wieder im Griff. / Wo sind all die guten Vorsätze für das Neue Jahr geblieben? / Wohin sind meine Hoffnungen auf Veränderung verschwunden? // Bitte lass die Sehnsucht in mir nicht aufhören! / Bitte hilf mir, nicht alles hinzunehmen, / was so ist und bleibt wie immer! / Bitte sei du mein ständiger Neuanfang! // AMEN
Gudrun Kuhn
Hilfe / Ich gehe verloren / Verliere Wörter / Vergesse mich / Suche ohne Ende // Hilfe / Sehe Gesichter verschwommen grau / Namen sind Fähnchen für nichts / Stuhl ist Stuhl sei Stuhl wofür / Stoff ist Stoff sei was // Und du / Wer wo bist du / Lass mich nicht / Da da bin ich / Halt mich fest // Hilfe / Wir gehen unter / Jesus Gott / Hilf, Herr Gott, hilf in dieser Not! // Amen
(Nach H. Zwingli, 1525)
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Sylvia Bukowski
Barmherziger Gott, / bei den täglichen Nachrichten wird uns schwindelig. / Heute greift 'König Goldfinger' nach Venezuela, / morgen gelüstet ihm nach Kuba, Kolumbien, Grönland. / Nato-Staaten fangen an, sich zu misstrauen. / Der blutbadende Zar reibt sich derweil die Finger, / während jeden Tag eine neue Enthüllung aus der Epstein-Hölle die Komplizen des Bösen enthüllt. / Wie weit sind wir gekommen in diesem irrsinnigen Spiel, / dem wir jetzt in der Verlängerung zuschauen müssen? / Der Ostflügel des Weißen Hauses liegt in Trümmern, / er ist den Plänen einer Prunkhalle gewichen, / und auch ein Trumplügenbogen ist jetzt im Plan. / Wir können es kaum noch ertragen, / wie Goldfinger und seine Schergen Kapital schlagen aus dem Feldzug gegen die Vernunft und Gerechtigkeit. //
Barmherziger Gott, / lass uns standhaft bleiben, / wenn uns die Macht des Stärkeren gepredigt wird, / wenn Gewalt auf den Straßen zur Normalität zu werden droht, / wenn Algorithmen das Schlechte im Menschen nach oben spülen
und Wendehälse zu spät erkennen, / wem sie ihre Medaillen um den Hals hängen. //
Barmherziger Gott, / wir denken an die Menschen, die es nicht verdient haben, / immer weiter unter dem zu leiden, / was die Komplizen der Macht angerichtet haben. / Wir denken / an hungernde Menschen in aller Welt, /denen die Nahrungsmittelhilfen gestrichen wurden, / an Händler, / die unter immer neuen Zolldrohungen verzweifeln, / an junge Menschen, / die beim Kampf gegen den Klimawandel keine Hoffnung mehr sehen / an Männer, Frauen, Kinder in der Ukraine, / die nach fast 4 Jahren Krieg erschöpft sind, / an Menschen auf den Straßen, / die wegen ihrer Hautfarbe aufgegriffen und verbracht werden. //
Barmherziger Gott, / wisch Du ihre Tränen ab, / lass sie wieder Hoffnung schöpfen, / wenn Du verheißt: / »Siehe ich mache alles neu!« (Jahreslosung 2026). / Amen.
Achim Detmers
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gott, du bist grösser / als unser Sorgen und Verstehen, // darum anvertrauen wir dir, / was war, / und bitten dich für das, was kommt, // rüste uns / mit deinem Wort / für alles, was wir zu bestehen haben // durch Jesus Christus. / Amen.
Walter Wickihalder
Friederike Ursprung
