Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Jochen Denker, Ronsdorf
Guter Gott!
Ich brauche die Erinnerung an Deine Liebe. / Ich will achtsamer leben. / Geduldiger. / Erfüllter, hoffnungsvoller, dankbarer. / Aus dem Wissen um Deine Liebe.
Und dann lese ich von dem Hass, / der Menschen erfüllen kann. / Menschen, die mitten unter uns wohnen, / angestachelt von Lügen und Verschwörungstheorien, / die sich in all ihrem Irrsinn mitten unter uns ausbreiten.
Und ich sehe Menschen, / die nur um sich selbst kreisen. / Ein Leben im Stumpfsinn geltungssüchtiger Egomanie. / Auf der Bühne medialer Inszenierungen und virtueller Ersatzwelten / werden verlogene Siege über die Wirklichkeit gefeiert.
Und dann höre ich Dein Wort. / Und ich frage mich, wo ich selbst stehe. / Wie ich lebe. / Was mich ausmacht. / Wofür ich mich einsetze. / Was wirklich zählt im Leben. / Und worauf ich vertraue.
Schenk mir die Erinnerung an Deine Liebe. / Immer wieder neu. / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
aus
"Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid aber klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!" Mt 10,16
Gott, immer wieder sendest du uns aus, im Sinne deines Sohnes Jesus Christus zu wirken. / / Wir danken dir, dass wir dabei auf dich vertrauen dürfen, wie Schafe ihren guten Hirten. Sei bei uns, auch wenn du uns unter Wölfe schickst - und hilf uns, zu erkennen, welche Aufträge du uns anvertraust. / / Klug wie die Schlangen sollen wir sein. Und wir bekennen: Manchmal halten wir uns selbst für klüger, als wir sind. Hilf uns zu erkennen, was klug ist und was nicht - und hilf uns, Möglichkeiten zu erkennen und kluge Entscheidungen zu treffen / / Gott, verleih uns auch die Aufrichtigkeit der Tauben: anderen und vor allem uns selbst gegenüber. Dass wir uns nicht irgendwo herum winden, dass nicht giftig wirkt, was wir sagen und tun - also, dass wir in deinem Geist und bei deinem Auftrag bleiben.
Friederike Ursprung, Leipzig
Gott, du siehst mich./ Manchmal möchte ich mich verstecken, vor den Blicken anderer, vor den Erwartungen und auch vor dir./ Ich möchte nicht gesehen werden./ Ich möchte ganz allein sein./Doch du siehst mich und kennst mich. / Ich vertraue dir. / Du lachst mich nicht aus. / Du bist mein Versteck und meine Zuflucht. / Amen
Meike Waechter, Berlin
Jürgen Kaiser, Berlin
Gebet zu Micha 7,18f.
Du zorniger Gott – Ja, vor dir müssen wir unsere Verantwortung ernst nehmen. Du öffnest uns die Augen für Unrecht. Du erwartest unseren tätigen Einsatz. Aber der Aufgabe sind wir oft nicht gewachsen. / Viele wissen nicht, wie und wo sie aktiv werden können. Viele bräuchten selbst mehr Schutz und Zuwendung. Viele leiden unter dem Unverständnis anderer. Viele sind resigniert durch Misserfolge. Viele fühlen sich hilflos. / Wir fürchten, dass wir oft versagen. // Du verzeihender Gott – Ja, unsere Vorfahren haben auf deine versöhnende Vergebung gehofft. Du lässt uns aufatmen durch deine liebende Gegenwart – trotz unserer Schwächen. Aber gerade darum erwartest du viel von uns. / Mach uns Mut, Verletzungen und Fehlentscheidung anderer anzumahnen. Gib uns die Stärke, eigene Fehler zuzugeben. Hillf uns, bei all dem nicht in der Vergangenheit steckenzubleiben. Zeige uns, wie wir hinwegschreiten können in eine gemeinsame Zukunft. / Wir bekennen unsere Sünden – wirf sie ins Meer. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Barmherziger Gott, / nach fünf Monaten Corona-Krise sind wir der Nachrichten müde. / Und ein Ende ist nicht in Sicht; / der Sommer schafft uns gerade Zeit zum Atemholen. / Wie wird unsere Welt nach dem Sommer sein? / Neue Corona-Fälle, Kurzarbeit, Insolvenzen? / Home-Office? / Schulbetrieb? / Gottesdienste? / Lauter Fragezeichen versperren uns den Blick nach vorne. / Und wie mag es erst in anderen Ländern sein? //
Treuer Gott, / Du siehst sehr vieles, was wir nicht sehen. / Du weißt vieles, was wir nicht wissen. / Du denkst viele Dinge, an die wir noch nie gedacht haben. / Das zu beten, tröstet und erschüttert uns. / Wie klein ist doch unsere Welt, um die wir uns kümmern, / und wie groß die Welt, die Deinen Beistand braucht. //
Gnädiger Gott, / bleibt mit Deiner Sorge bei denen, / die in eine leere Zukunft blicken, / die nicht wissen, wohin mit ihren Fragen, / die nach Zeichen der Hoffnung suchen. / Denn Du allein bist die Hoffnung für unsere aus den Fugen geratende Welt. // Amen.
Achim Detmers, Hannover
Georg Rieger, Nürnberg
Meike Waechter, Berlin
RefLit
Annegret Lambers, Osterwald
Gerhard Tersteegen (1697-1769)
Georg Rieger, Nürnberg
11. Juli 2020
Urlaub und heraus und ab von allem nach Monaten, in denen alles war und immer noch einmal anders. / Entspannung und anderer Rhythmus. Danke dafür, mein Herr und Gott, der mich kennt und für mich sorgt! / Aber da geht was mit. / Wie tief gespalten die Welt bis in meine nächste Umgebung ist. Der Fleischarbeiter mit Coronainfektion und Familie und der Fernreise-Vermisser. / Die einsichtige alles-zu-tragen-Bereite und die schrille jetzt-reichts-mir-aber-Vertreterin. Und ich zu oft sprachlos dazwischen. / Dir sei es geklagt, mein Herr und Gott, der uns alle kennt! Ich will`s wieder aufnehmen nach dem Urlaub. / Zuhören, zu verstehen suchen, nicht vergessen. Worte suchen, finden und sprechen. Geld besorgen und schicken für die zehn Familien in Peru, die hungern und verzweifeln. Die noch lange kein Ende von \"Corona\" sehen und mir ans Herz gelegt wurden. / Dazu hilf mir, mein Herr und Gott, der für uns alle sorgt! Durch Jesus Christus, Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Kathrin Rehmat, Biel, Schweiz
Selma Dorn, Leipzig
Guter Gott! / Es ist Sommer. Die Sonne zaubert wohlige Wärme und sauberhaft bunte Blumen. Wir sind von so vielen Wundern umgeben und nehmen sie doch oft nicht wahr. Vergib uns unsere Unaufmerksamkeit und Undankbarkeit. Oftmals sind das auch selbst geschossene Eigentore, denn es tut so gut, bewusst wahr zu nehmen, in welcher wunderbaren Welt wir leben und wie reich wir gesegnet sind. Danke du kreativer, lebensbejahender und Leben schenkender Gott.
Annegret Lambers, Osterwald
Jürgen Kaiser, Berlin
Ach Gott – „Lass uns nicht verhärten in dieser harten Zeit!“ // Wie schwanken zwischen Erleichterung und neuer Sorge. Wir sind dankbar, dass es uns gut geht. Und wir sehen mit Entsetzen, wie Menschen auf der ganzen Welt hilflos Gefahren ausgeliefert sind. // Wir möchten endlich gute Nachrichten hören. Stattdessen werden uns durch Corona die Augen geöffnet, wie viel auch in unserer Gesellschaft im Argen liegt. // Manchmal steigt Wut gegen andere in uns auf. Manchmal gelingt uns Verständnis für andere. / Wir möchten nicht zu denen gehören, die Hass säen. Wir möchten nicht zu denen gehören, die nach vermeintlichen Schuldigen suchen. // Was können wir tun, dass unser Land nicht zerreißt – und wir mittendrin? // Ach Gott, hilf uns! Gib uns weiterführende Gedanken! Mach uns Mut! AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Sylvia Bukowski, Wuppertal
4. Juli 2020
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wir brauchen Geduld. / Geduld mit uns selbst. Geduld mit anderen. / Oft fehlt uns diese Geduld. / Dann greifen wir zu Rezepten, die wir parat haben. / Anstatt zu warten, was geschieht. / Möge aus Deiner Hand kommen, was geschieht. / Dass die Autokraten ihre Macht verlieren. / Dass der Handel fair ist. / Die Natur intakt. / Europa gut aufgestellt. / Dass die Schere zwischen Arm und Reich sich schließt / und die Ehrfurcht vor dem Leben bis in die Ställe und Schlachthöfe reicht. / Dass Dein Name kostbar wird denen, die meinen, mit Dir fertig / zu sein. / So viele, die der Kirche den Rücken kehren. / Wir erschrecken und haben keine Antwort. / Dabei bist Du doch der Herr aller. / Vor Dir werden alle erscheinen am Jüngsten Tag. / Und von uns wird das Blut derer gefordert, die wir in ihr Verderben / haben laufen lassen. / Unsere Versagen sei Dir geklagt. / Wir sind nicht das Licht der Welt. / Entzünde uns neu. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete. EG 382,3
Komm, Gott – sei unser Atem, wenn wir beten. // Unsere Gedanken können dich nicht fassen. Unsere Gefühle treiben uns um: wir schwanken zwischen Hoffnung und Zweifel. Mit unserem Selbstwertgefühl ist es nicht weit her: wir sind nicht immer so, wie wir sein sollen und wollen. / Sei unser Atem, wenn wir beten. // Nimm alles von uns mit und trag es zu dir. / Unsere Traurigkeit und unsere Freude, unsere Angst und unsere Zuversicht, unsere Unausstehlichkeit und unsere Freundlichkeit. / Sei unser Atem, wenn wir beten. // Senke dich in unsere Gedanken, dass sie Resignation und Sorge loslassen. Senke dich in unsere Worte, dass wir andere nicht verletzen, sondern aufbauen. Senke dich in unser Tun, dass wir nach Kräften mitwirken, wo wir gebraucht werden. / Sei unser Atem, wenn wir beten. // Wenn wir überschwänglich reden / Und wenn wir verstummen. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
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