'Ich bin mit dir' - oder: 'You'll never walk alone'

Predigt zu Jes 43,5


┬ę Pixabay

Von Marco Hofheinz

Liebe Gemeinde,

ich weiß nicht, ob Sie sich auch das letzte Heimspiel von Jürgen Klopp als Trainer beim FC Liverpool angeschaut haben. Am Pfingstsonntag stand der Kult-Trainer „Kloppo“ ja zum letzten Mal an der Seitenlinie des englischen Traditionsvereins. Ich durfte mir das Spiel bei der Familie meines Bruders anschauen, die allesamt Fans der „Reds“ sind und in ihren roten Trikots mit mir am Fernseher saßen und ihre roten Schals in die Höhe rissen und aus voller Kehle mitsangen, als die Vereinshymne erschall: „You'll never walk alone“: „ Walk on, walk on / With hope in your heart / And you'll never walk alone“ – „Geh weiter, geh weiter, / Mit Hoffnung im Herzen / Und Du wirst niemals alleine gehen.“

Dieses Lied gilt als die berühmteste Hymne der Fußballgeschichte. Für viele, viele Menschen ist sie der Inbegriff des Trostes. Zur Erinnerung: Seit der Hillsborough-Zuschauerkatastrophe im Jahr 1989, bei der 97 Liverpool-Fans ums Leben kamen, steht in Anlehnung an den Song der Schriftzug „You’ll Never Walk Alone“ im Vereinswappen des FC Liverpools. Es waren damals in Sheffielder Hillsborough-Stadion viel zu viele Karten an Liverpool Fans verkauft worden, so dass deren Block förmlich auseinander zu bersten begann: „Wegen der zunehmenden Enge im Stadion versuchten die Liverpooler Fans verzweifelt, sich aus der Enge zu befreien. Der Ausgang, der aus einem einzigen Tunnel bestand, war bald völlig verstopft, weswegen die Fans versuchten, auf das Spielfeld zu gelangen. Indem sie versuchten, die Fans wieder zurückzudrängen, verschärften die Polizisten im Stadion die Gefahrenlage deutlich.“1 Am Ende waren 97 Liverpool-Fans gestorben.

Die Tragödie brachte eine beispiellose Anteilnahme in Liverpool mit sich und immer wieder stiftete die Vereinshymne Trost. Sie verwies die Angehörigen der Opfer darauf, mit ihrer Trauer nicht allein und einsam zu sein, sondern sich als Teil einer großen Gemeinschaft zu begreifen, die gemeinsam unterwegs ist, die sich trägt und wechselseitig stützt. Es ging um Beistand, den Menschen sich untereinander geben, ein solidarisches Unterhaken, das es ermöglicht, trotz widrigster Umstände die nächsten, so unendlich schweren Schritte zurück ins Leben zu gehen, es ermöglicht, wie es in der Vereinshymne heißt: „Hold your head up high / And don't be afraid of the dark“ – „Halte den Kopf hoch / Und fürchte Dich nicht vor der Dunkelheit.“

Dass wir nicht alleine sind, dass das jemand bei uns ist, an unserer Seite steht, darum geht es auch bei unserem Predigttext: „So fürchte dich nun nicht, denn ich bin mit dir.“ Hier ist freilich nicht der Beistand von irgendjemandem, einer x-beliebigen Person, auch nicht der von einem anderen Fan meines Lieblingsclubs oder einem anderen Bewohner meiner Herzensstadt gemeint, und möge sie auch Liverpool heißen. Nein, es geht nicht um einen allgemeinen Beistand, sondern um den besonderen Beistand Gottes. Gottes Beistand, sein „Bei-uns-Sein“ ist der Grund dafür, warum wir uns nicht zu fürchten brauchen, vor nichts und vor niemandem. Dass es nicht um den Beistand von irgendjemanden geht, sondern von Gott als dem besonderen Jemand, als dem lebendigen Gegenüber, das zeigt sich darin, dass Gott einen Namen hat, der ihn damit ansprechbar, anrufbar, identifizierbar macht.

Wenn wir fragen, was es mit dem Namen Gottes auf sich hat, dann gibt es für das Volk Israel eine Geschichte, die von „grundlegender Bedeutung“2 ist. Ich meine die Geschichte von der Berufung des Mose, die Geschichte vom brennenden Dornbusch (Ex 3,1–4,17). Sie ist auf das Engste mit unserem Predigttext verknüpft. Sie handelt nicht nur von dem Namen Gottes, sondern auch von der Furcht, von der in unserem Predigttext die Rede ist, der Furcht, gegen die nur Gottes Beistand, sein Mit-uns-Sein, sein Name hilft.

Es wird uns in dieser Geschichte davon berichtet, wie der Schafhirte Mose, der einstige Prinz Ägyptens, der zum Todschläger an einem ägyptischen Aufseher wurde und vor Pharao fliehen musste, am Berg Horeb eine merkwürdige Erscheinung hat. Ein Dornbusch ist in Brand und wird „doch nicht verzehrt“ (Ex 3,2). Als Mose näher herantritt, hört er eine Stimme: „Zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig“ (Ex 3,5). Und die Stimme spricht weiter: „ Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie aus diesem Lande hinaufführe in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt“ (Ex 3,7f.). Und dann ertönt der Satz, der Mose in allergrößte Furcht versetzt: „Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst“ (Ex 3,9f.).

Er, Mose, soll zum mächtigen Pharao gehen und das Volk aus Ägypten führen. Er, Mose, dieser Totschläger und Hirte, soll an entscheidender Stelle in der Geschichte seines Volkes mitwirken und mithelfen, das jahrhundertelange Schicksal seines Volkes in der ägyptischen Knechtschaft zu wenden. Kein Wunder, dass er in größte Furcht gerät. Er hat nicht einfach nur Angst. Angst ist unbestimmt, sie kennt kein konkretes Objekt. Doch Mose empfindet Furcht. Der Pharao, den er persönlich ja nur allzu gut kannte, er war schließlich sein Opa (vgl. Ex 2,10), ist eine reale Gefahr. Sein System basiert auf Sklaverei, auf der Unterdrückung und Ausbeutung der Israelitinnen und Israeliten und nun soll er, Mose, dieses System zu Fall bringen, indem er Israel befreit und aus dem Land führt. Ein wahres Himmelfahrtskommando!

Liebe Gemeinde, kennen Sie solche Situationen aus ihrem Leben? Situationen nicht nur der Angst, sondern der konkreten Furcht, wo einem das Blut in den Adern stockt? Die Furcht vor einem konkreten gefährdenden Objekt, das uns in unserer Existenz bedroht? Vielleicht vor einer Person, die uns in der Hand hat, vielleicht von einer bestimmten Krankheit, deren Diagnose unmittelbar droht, vielleicht vor einer konkreten Situation, die uns sehr klar vor Augen steht?

Die Bibel erzählt von Furcht einflößenden Situationen. Es sind vor allem die Berufungsgeschichten3, in denen uns die Furcht der Berufenen ganz anschaulich vor Augen tritt, wie bei Mose, der sich vor dem mächtigen Pharao fürchtet und zurückfragt: „ Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten?“ (Ex 3,11). Oder denken wir an die Berufung des Richters Gideon, der Israel aus der Hand der Midianiter erretten soll und den die Furcht ergreift: „Ach, mein Herr, womit soll ich Israel erretten? Siehe, mein Geschlecht ist das geringste in Manasse, und ich bin der Jüngste in meines Vaters Hause“ (Ri 6,15). Oder denken wir an den Propheten Jeremia, der zum „Propheten für die Völker“ (Jer 1,5) gesandt wird: „Ach, Herr, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung“ Doch es heißt weiter: „Der Herr sprach aber zu mir: Sage nicht: ‚Ich bin zu jung‘, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir und will dich erretten, spricht der Herr“ (Jer 1,7f.).

Nicht wahr, liebe Gemeinde, bei all diesen Geschichten ist eines auffällig, nämlich, dass in ihnen jene Stimme hörbar wird und zu den sich Fürchtenden spricht, die auch Mose zu hören bekommt, jene Stimme, die Mose, wie Gideon und Jeremia und auch uns auf den Kopf zusagt: „Ich bin mit Dir“ – „You never walk alone“. „Weil ich mit Dir bin, darum gilt dieser Satz.“

Auch Mose erhält genau diese Antwort Gottes: „Ich werde mit dir sein“ (Ex 3,12).4 Doch Mose hakt nochmals nach: „Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen?“ Und Gott antwortet Mose mit jenem rätselhaft anmutenden und geheimnisvollen5 Satz: „Ich werde sein, der ich sein werde“ (Ex 3,14). Wie ist dieser Name zu verstehen? Gewiss am ehesten im Sinne der Beistandzusage, die Mose soeben von Gott zu hören bekommen hat: „Ich werde mit dir sein“.6 Das heißt: „Gott sagt seine machtvolle, hilfreiche Gegenwart beim Menschen zu“.7 Dabei greift diese Zusage weit über diese Situation hinaus. Sie „schließt nicht nur das eine Ereignis, sondern auch die folgenden ein und verbindet so die Verheißung göttlicher Gegenwart mit der Offenheit für die zukünftige Geschichte“.8 Sein Name „enthält die Verheißung des Daseins, ja des Mitseins Gottes […] in jeder neuen Gegenwart.“9 Der Name Gottes ist sein Versprechen, seine gnadenvolle Zusage, dass er uns niemals alleine lassen will, im Leben nicht und im Streben auch nicht. Mit diesem, seinem Namen bindet Gott sein Gottsein an uns Menschen, ohne die er nicht Gott sein möchte: Er will eben nicht anders Gott als „Gott mit uns“ sein. Er bleibt damit nicht in Distanz, gleichsam unberührt von menschlichem Leid und menschlicher Freude.10 Gott bindet sich vielmehr an uns Menschen. Er will den Bund. Ausweislich seines Namens ist „Gott“ gleichsam ein Wort der Verheißung – der Verheißung eines Lebens unter seinem Beistand. Der Theologe Helmut Gollwitzer hat den schönen Satz geprägt: „Gott ist biblisch – nicht auch, sondern zentral – identisch mit der Verheißung des Lebens, mit Einbruch des Lebens in die Todeswelt.“11

Halten wir fest: Gott hat einen Namen. In ihm teilt er sich mit und macht er sich bekannt. In ihm tut sich zugleich Hoffnung stiftend die Zusage seines Beistandes kund.12 In seinem Namen tritt uns bereits „die Grundbotschaft der Bibel entgegen, nämlich Gottes unbedingte Zuwendung zu seinen Menschen. Man kann sagen: das pure Evangelium.“13

Freilich droht hier, was die Beistandsbekundung Gottes betrifft, ein Missverständnis. Für dieses Missverständnis lassen sich leider, bei Lichte betrachtet, viele Beispiele aus der Geschichte des Christentums anführen. Denken wir nur an das „Gott mit uns“ auf den Koppelschlössern der deutschen Soldaten in den Weltkriegen des letzten Jahrhunderts. Wie selbstverständlich glaubte man sich im Besitz von Gottes Beistand! Gott ist jedoch in seiner Zuwendung nicht einfach unseren Wünschen und unserem Wollen unterworfen. Er bleibt gegenüber unseren Vereinnahmungsbestrebungen der Freie und Souveräne.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin davon überzeugt, dass Gott auch bei den Soldaten war, als sie in den Krieg zogen, sowohl bei denen, die gerne in den Krieg zogen und Gott am liebsten gar nicht dabei gehabt hätten, als gewiss auch bei denjenigen, die ganz und gar nicht gerne in den Krieg zogen, dies aber mussten, wenn sie es nicht riskieren wollten, wegen Kriegsdienstverweigerung erschossen zu werden. Doch auf welche Art Gott bei ihnen allen war und auch in all dem Kriegsgrauen präsent blieb, das hatten sie ganz gewiss nicht in der Hand. Darüber konnten sie nicht verfügen. Gott kann auch in seiner scheinbaren Abwesenheit anwesend sein. Anders gesagt: „Wir können Gott bei Nennung seines Namens nicht einfach festnageln, so als habe er gefälligst, sobald wir ihn anrufen, für uns ‚da‘ zu sein. Wenn Gott sich uns zuwendet, bleibt das seine freie Entscheidung, die unbedingten Respekt verlangt.“14 Der niederländische Theologe Kornelis Heiko Miskotte hat deshalb den Gottesnamen in Ex 3,14 übersetzt mit: „Ich werde bei euch sein, so wie ich bei euch sein werde“15. Und das heißt: nicht unbedingt so, wie ihr es gerne hättet. Damit betont Miskotte die „überlegene, freie Macht des Namens“16.

Miskotte schreibt in seinem „Biblischen ABC“: „Auch und gerade insofern er kraft seines Namens und laut der Namen, mit denen wir ihn nennen, sich als Immanuel (= mit uns ist Gott) erweist, bleibt er der Herr, der Andere, sich selbst genügend, in sich selber herrlich.“17 Miskotte verweist damit noch auf etwas anderes, besser gesagt: auf den Anderen, mit dem wir es im Neuen Testament zu tun bekommen. Direkt zu Beginn des Neuen Testament wird uns Jesus noch vor seiner Geburt angekündigt mit seinem Beinamen „Immanuel“: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns“ (Mt 1,23). Hier geschieht das Unerhörte, dass Jesus von Nazareth mit dem Gott Israels identifiziert wird. Der Gott Israels tritt in Jesus Christus in Erscheinung. Er ist die Präsens Gottes in Person. Die Stimme, die Mose aus dem brennenden Dornbusch hört, spricht sich „in der Geschichte Jesu von Nazareth […] endgültig und für all aus“.18 Wer die Stimme Gottes vernehmen will, der muss auf Jesus hören. Miskotte kann sagen: „Der Name hat Gestalt angenommen in einem Menschenleben; ein ganzes Menschenleben ist restlos zur Offenbarung geworden.“19

Lassen Sie mich, liebe Gemeinde, abschließend noch einen Bogen zurück zu unserem Predigttext und dem Einstieg mit dem „You never walk alone“ des FC Liverpool schlagen. Dabei will ich mich gewiss nicht über all diejenigen echauffieren, für die sonntags der Dornbusch an der Anfield Road und nicht etwa in einer Kirche brennt,20 schon gar nicht über den Trost, den Menschen durch zwischenmenschlichen Beistand etwa in einer fußballerischen Fangemeinde erleben. Nein, es geht mir vielmehr schlicht darum, die biblische Grammatik zu entdecken und zur Sprache zu bringen, die hinten solchen Geschichten, wie der vom brennenden Dornbusch steckt. Der Name Gottes, der Mose am brennenden Dornbusch offenbart wird, ist in diesem Zusammenhang entscheidend. Er ist entscheidend für unser Gottesverständnis. Er ist auch entscheidend für das Verstehen unseres Predigttextes: „So fürchte dich nun nicht, denn ich bin mit dir.“ Der Name Gottes bewahrt uns nämlich davor, das „You never walk alone“ zu einer Banalität werden zu lassen. Was heißt das?

Der Name Gottes beinhaltet gewiss die Zusage „You never walk alone“. „You never walk alone“ meint aber im biblischen Sinne nicht bloß die Banalität, dass wir Menschen nun einmal Herdentiere sind und von daher nur selten ganz isoliert als Einzelgänger auftreten. Nein, dass wir niemals allein unterwegs sind, gilt deshalb, weil Gott sich an uns gebunden und dieser Bindung in seinem Namen Ausdruck verliehen hat. In seinem Namen sagt es uns Gott auf den Kopf zu: „Weil ich, Gott, mit dir bin, deshalb gilt: ‚You never walk alone‘. Und weil ich, Gott, mit dir bin, deshalb gilt nun auch: ‚Du musst dich nicht fürchten‘. Du darfst aufrecht gehen – auch als krummes Holz, das ihr Menschen nun einmal seid“.21 Wie heißt es gleich noch in der Liverpooler Vereinshymne: „Hold your head up high / And don't be afraid of the dark.” Lasst uns, liebe Gemeinde, mit dieser Haltung das Leben leben: „Halte den Kopf hoch / Und fürchte dich nicht vor der Dunkelheit.“ „You never walk alone.“

Amen

1 https://german-reds.de/history/ (Zugriff: 22.5.2024).

2 Okko Herlyn. Das Vaterunser. Verstehen, was wir beten, Neukirchen-Vluyn 2017, 50.

3 Diesen Hinweis verdanke ich Rainer Albertz, Exodus 1 – 18, ZBK.AT 2/1, 2. Aufl., Zürich 2017, 83: „Auch solche Beistandszusagen gehören zum Schema des Berufungsberichts hinzu (vgl. Ri 6,16; Jer 1,8–19). Sie sind Ausdruck dafür, dass Gott sich auch um das Ergehen seiner Beauftragten kümmert.“

4 Vgl. Walter Brueggemann, Theology of the Old Testament: Testimony, Dispute, Advocacy, Minneapolis 1997, 172: „This promise of presence in vv. 11–12, is what makes possible the daunting task of confronting pharaoh. The same promise of presence is given in the Emmanuel (Isa 7:14; 8:8; cf. Matt 1:23), which belongs to the same promissory trajectory.”

5 Vgl. Kornelis Heiko Miskotte, Biblisches ABC. Wider das unbiblische Bibellesen, übers. von Hinrich Stoevesandt, Neukirchen-Vluyn 1976, 47: „Dieser Name [scil. der Gottesname; M.H.] ist ein geheimnisvolles Zeichen, mit dessen Bedenken wir nie an ein Ende kommen.“

6 So u.a. auch Rainer Albertz, Religionsgeschichte Israels in alttestamentlicher Zeit. Teil 1: Von den Anfängen bis zur Königszeit, GAT 8/1, Göttingen 1992, 81f.: „Falls mit diesem paronomastischen Relativsatz [scil. „ich bin, der bin“; Ex 3,14] wirklich mehr gemeint ist als eine abweisende Tautologie, dann ist ein möglicher Sinn am ehesten in Richtung auf die Zusage ‚Ich werde mit dir sein‘ V.12 zu suchen: Jahwe ist der Gott, der bei seinem Volk und für es wirksam ist.“ Ähnlich Jörg Jeremias, Theologie des Alten Testaments, GAT 6, Göttingen 2017, 98.

7 Werner H. Schmidt, Alttestamentlicher Glaube, 11. Aufl., Neukirchen-Vluyn 2011, 82.

8 A.a.O., 83.

9 Magdalene L. Frettlöh, Gott nicht einfältig predigen. Das Bekenntnis Gottes zum dreieinen Gott als Schärfung der Israelverbindlichkeit christlicher Verkündigung, in: dies., „Mutuum colloquium…“ Gehörige Wechsel- und Widerworte Gottes und der Menschen, Erev-Rav-Hefte / Biblische Erkundungen Nr. 17, Uelzen 2016, (78–89) 83.

10 Treffend formuliert Ellen E. Davis, Getting Involved with God: Rediscovering the Old Testament, Lanham u.a. 2001, 49: „The way gods used to be – distant figures, not touched in any essential way by human pain – that path is closed forever to the God who calls to Moses out of the burning bush.”

11 Helmut Gollwitzer, Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens, München 1970, 284.

12 Vgl. Helmut Gollwitzer, Befreiung zur Solidarität. Einführung in die Evangelische Theologie, München 1978, 217: „Versprechungen gehen immer auf Zukunft. So war Israels Deutung des Gottesnamens, des Tetragramms JHWH: ‚Der ‚Ich werde dabei sein‘ hat mich zu euch gesandt‘ (2. Mose 3,14).“

13 Herlyn, Das Vaterunser, 52.

14 A.a.O., 51.

15 Miskotte, Biblisches ABC, 48.

16 Ebd.

17 A.a.O., 132.

18 Helmut Gollwitzer, Der Sinn der biblischen Rede von Gott, in: ders., Mensch, du bist gefragt. Reflexionen zur Gotteslehre, Helmut Gollwitzer AW 3, hg. von Peter Winzeler, München 1988, (269–273) 273.

19 Miskotte, Biblisches ABC, 47. Dort z.T. kursiv.

20 Vgl. Martin Nicol, Einander ins Bild setzen. Dramaturgische Homiletik, Göttingen 2002, 65f.; ders., Zwischen Kaffeehaus und Kanzel. Praktische Theologie im Wechselspiel mit den Künsten, Leipzig 2023, 225.

21 Die Metapher ist entliehen von Helmut Gollwitzer, Krummes Holz – aufrechter Gang. Als „krummes Holz“ bezeichnet Immanuel Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784), A 398 (Werke, ed. Weischedel VI, 41), den Menschen.


Marco Hofheinz