Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Lieber Gott, danke, daß mein Papa eine Arbeitsstelle hat. Ich danke, daß ich gesund bin und mit meiner Schwester spielen kann. Sibylle, Erbach (3. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Gnädiger Gott, wir danken dir, / dass wir deine Güte nicht nur durch Worte erfahren, / sondern schmecken und sehen können / in unserem täglichen Brot / und in Brot und Wein des Abendmahls. / Lass uns daraus Kraft schöpfen, / wenn wir uns aufreiben an den Lasten des Alltags, / wenn der Tag schon am Morgen wie ein Berg vor uns steht / oder wir müde und ausgelaugt sind von dem täglichen Stress. / Gott, mach uns bei jedem Bissen Brot bewusst, / wie bedürftig wir sind. / Brich die Überheblichkeit derer, / die meinen, sie hätten niemanden nötig. / Gib, dass wir uns nicht gegenseitig behindern, / sondern einander beistehen. / Lass uns lernen, einander um Hilfe zu bitten, / ohne uns dafür zu schämen. / Herr, deine Güte ist alle Morgen neu, / und dein Erbarmen hat kein Ende, / darum lass uns jeden Tag aus deiner Hand nehmen – / als Chance zu Umkehr und Erneuerung.
RefLit
Grant unto us, O God, / the fullness of thy promises; / Where we have been weak, / grant us thy strength; / Where we have been confused, / grant us thy guidance; / Where we have been distraught, / grant us thy comfort; / Where we have been dead, / grant us thy life. / Apart from thee, O Lord, / we are nothing, / In and with thee, we can do all things. / Amen.
United Church of Canada 1969
5.Oktober 2019
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, wir müssen Dir stille halten. Länger als wir das gewöhnlich tun. Länger als uns das gewöhnlich gelingt. / Gib uns diese Stille. Lass uns Dich als Anfang, Mitte und Ziel finden, in Dir aufatmen, von Dir her Mut gewinnen und Weisheit und Prophetie. /
Wir tragen in uns eine Krankheit zum Tode, die uns weder zu Dir noch zu uns selbst kommen lässt, und die uns anzusprechen, zu begrenzen oder gar auszutreiben nicht gelingt. / Vor 30 Jahren fiel die Mauer. Wie gut, dass ein System, das Angst, Druck und Lüge brauchte, um existieren zu können, zusammenbrach. Und das ohne einen Schuss. Und ohne, dass Menschen sterben mussten. Ein Wunder vor unseren Augen. /
Aber wir sind immer noch nicht ein Volk. Und schon gar nicht sind wir Dein Volk. / Wir wissen, dass es in dieser Welt keine Patentrezepte gibt. Und wir haben Respekt vor den Menschen, die die mühselige Last öffentlicher Verantwortung auf sich nehmen. Wir bitten Dich, dass Du sie in allem, was dem Recht und dem Frieden dient, gesegnet sein lässt. /
Aber wir sehen sie auch oft in Kameras lächeln zusammen mit Machthabern, die mit Angst, Druck und Lüge ihre Herrschaft ausüben. Und wir denken: Darauf kann kein Segen liegen. Das geht über Leichen. Das ist selbstmörderisch. /
Wir haben lange gemeint, dass Europa irgendwie ein Selbstläufer ist – nach all dem Schrecken und dem Wahnsinn des Gegeneinanders. Versöhnung, Partnerschaft, Verlässlichkeit, ja Freundschaft sogar hielten das Tor für eine gemeinsame Zukunft offen.
/ Wir sehen, wie das Tor wieder ins Schloss fällt. Wir fassen das kaum. Aber es ist so. Wie kann man nur sehenden Auges dermaßen in sein Unglück rennen? Woher kommt dieses Schlangengeflüster, das auch in den Parlamenten der Angst, dem Druck und der Lüge Gehör verschafft? /
Ist es Dein Zorn, dass es so mit uns steht? Hängen wir unser Herz nicht genug an Dich? Müssen wir schon wieder sagen: „Wir sind in die Irre gegangen“? / Davor bewahre uns. Uns und die vielen, von denen Du Dir auch in Zukunft Lob zubereiten mögest. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Herr unser Gott! Wenn wir Angst haben, dann laß uns nicht verzweifeln! / Wenn wir enttäuscht sind, dann laß uns nicht bitter werden! / Wenn wir gefallen sind, dann laß uns nicht liegen bleiben! / Wenn es mit unserem Verstehen und mit unseren Kräften zu Ende ist, / dann laß uns nicht umkommen! Nein, dann laß uns deine Nähe und deine Liebe spüren, die du ja gerade denen verheißen hast, deren Herz demütig und zerschlagen ist / und die sich fürchten vor deinem Wort. Zu allen Menschen ist ja dein lieber Sohn / gekommen als zu solchen, die so dran sind. Eben weil wir Alle so dran sind, / ist er im Stall geboren und am Kreuz gestorben. Herr, erwecke uns Alle / und halte uns Alle wach zu dieser Erkenntnis und zu diesem Bekenntnis!
Karl Barth (1886-1968)
Unbegreiflicher Gott, Du bist für uns Vater und Mutter im Himmel. Wenn wir nicht mehr weiterkönnen, schaffst Du Raum in dem wir ausruhen dürfen. Du schickst deine Engel, die uns versorgen bis wir wieder bei Kräften sind. Öffne uns Augen und Ohren für dein Handeln an uns, wenn wir nur Nebel und Wände sehen. Du hilfst uns wieder auf die Beine. Von Dir kommen Hoffnung und Lebensmut. Du wirst die Türe öffnen, durch die wir zurück ins Leben finden. Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Ach Gott – ich rufe zu dir und weiß nicht, wo du bist / ich klage dir mein Leid und weiß nicht, ob du mich hörst / ich hadere mit dir und weiß nicht, ob es dich gibt. // Manchmal zweifle ich am Sinn meiner Gebete. Aber wie Hiob möchte ich nicht ohne dich leben. // Ach Gott – meine Vorfahren versichern mir / dass sie deine Nähe gerade in schweren Tagen erleben durften / dass du in Jesus unser Leid geteilt hast / dass alle, die in seinen Spuren gehen, anderen beistehen. // Ich will ihrem Zeugnis vertrauen. Denn wie sie möchte ich nicht ohne dich leben. // Darum will ich nicht aufhören / nach dir zu fragen / auf dich zu hoffen / zu dir zu beten. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Lieber Gott, / Danke, dass wir Essen haben und Wasser. / Viele Menschen haben kein Essen und Wasser. / Darum bitte ich dich, den Menschen zu helfen. / Bitte gib ihnen auch zu essen und zu trinken. / Amen. /
Nathalie 9 Jahre
Kinder aus dem kirchlichen Unterricht im 3. Schuljahr, Kanton Graubünden, Schweiz
Gott des Lebens und des Friedens, / du versorgst uns mit allem, was wir zum Leben brauchen. / Wir bitten dich: / Befreie uns davon, dass wir Geld, Reichtum und Macht verehren, / damit du allein unser Gott bist / und wir uns nicht selbst zugrunde richten. / Dies bitten wir dich, weil du möchtest, dass wir zu dir beten. / Du, Gott, regierst. Du, Gott, befreist. / Du, Gott, bist unsere Stärke. Du lebst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
RefLit
It is not fair, O God! / Everybody knows we belong to you. / We declared it in the sanctuary. / Why, O God of mercy / do we sit at the table of death? / Move us, O God of power; move us / to the table of life! / Give us bread and give us wine / in the name of your son / let us live again! / If I would just / break the bread of life / over our heads, / the crumbs would be sufficient. / If you would just pour the wine / close to us, / the splash would revive us. // O God of glory, / our dead hearts beat again. / The hosannas rush out of our mouths, / and we bow down / in the presence of God / who is life eternal. Amen.
Ann Weems, St. Louis 1995
28. September 2019
Gott, ich möchte dir dafür danken, dass du mich wieder an Wunder glauben lässt. Ich erlebe gerade, dass du uns Menschen nicht aufgibst, sondern uns aufrüttelst.
Du hast eine Jugendliche ermutigt, den Ängsten vieler und den Argumenten der Wissenschaft eine Stimme zu geben. Und tatsächlich passiert jetzt etwas, was bis vor kurzem noch undenkbar war.
Greta Thunberg hat Jugendliche in aller Welt zum Protest angestiftet. Was jahrzehntelang allen Rufern und Mahnern nicht gelang, ist ihr mit mit ihrer besonderen Begabung und Hartnäckigkeit gelungen.
Nun wird sie von den einen gefeiert und von den anderen gehasst. Es geht ihr wie den Propheten, von denen ich in der Bibel lese. Hast du sie uns als eine Prophetin geschickt? Manches spricht dafür, aber ich traue es mich nicht zu denken.
So oder so möchte ich dich bitten, dass du sie behütest. Vor dem Hass der Leugner und den Verdächtigungen, aber auch vor der übertriebenen Verehrung. Lass sie ihren Weg weitergehen und schenke ihr Menschen, die sie respektieren und deshalb ganz normal mit ihr umgehen.
Ich wünsche mir slbst ein Stück von diesem Mut und dieser Klarheit. Und für viele Andere wünsche ich mir das auch. Mit denen möchte ich, dass wir unser Leben gemeinsam verändern, dabei Freude haben und diesen Planeten erhalten, der uns versorgt.
Ich möchte dir dankbar sein können in jedem Moment meines Lebens, denn diese Dankbarkeit gibt mir Kraft. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Herr unser Gott! Du hast dich erniedrigt, um uns zu erhöhen. / Du wurdest arm, damit wir reich würden. / Du kamst zu uns, damit wir zu dir kämen. Du wurdest ein Mensch wie wir, / um uns aufzunehmen in die Teilnahme an deinem ewigen Leben. / Das Alles aus deiner freien, unverdienten Gnade. / Das Alles in deinem lieben Sohn, unserem Herrn und Heiland Jesus Christus.
Karl Barth (1886-1968)
Gott, ich erwarte etwas von Dir. Halte, was Du versprichst, gib, was Du verheißen hast: Nimm mich mit auf deinen Weg, der mich heraus führt aus der Enge meiner eigenen Mauern in die Weite Deiner Menschlichkeit. Nimm mich mit auf den Weg zu Dir. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Wir bitten für die Suchenden, dass sie bei dir finden, was sie suchen./ Wir bitten für die Unterdrückten, dass sie Gerechtigkeit erfahren. / Wir bitten für die Hilfsbereiten, dass sie in schwerer Zeit selber Hilfe finden. / Wir bitten für alle Menschen, dass sie Gottes Paradies erblicken. / Wir bitten für Gerechtigkeit für alle Menschen. Amen
Jugendgruppe Französische Kirche, Berlin
Lieber Gott, ich möchte ganz dir gehören. In dieser Welt ist es so schrecklich. Wenn ich Mutti und Vati nicht hätte, wollte ich nicht mehr leben. Lieber Gott, ich danke dir ganz herzlich für meine Eltern und auch dafür, daß du immer bei uns bist! Kind aus Freiburg
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Gott, Quelle des Lebens, / wie reich ist dein Wort / und wie lebendig deine Wahrheit! / Unerschöpflich ist, was du uns zu sagen hast. / Gib, dass wir das erkennen, / uns freuen an der Buntheit deiner Gnade. / Wir bitten dich für alle Traurigen und Bedrückten: / Lass sie Trost schöpfen aus deiner Nähe. / Wir bitten dich für die, / denen ihre Welt zusammenbricht / durch Gewalt, Krankheit oder schmerzhafte Abschiede: / Lass sie Beistand erfahren / von dir und von Menschen, die mit ihnen tragen. / Wir bitten auch für die, / die voller Hass sind, / denen nichts heilig ist, / die andere quälen, morden oder vergewaltigen: / Rufe sie zur Besinnung / und lass sie umkehren von ihrem bösen Weg. / Gott, schütze die Liebenden. / Gib den Friedensstiftern Kraft. / Segne dein Volk Israel / und erbarme dich über deine Kirche in ihrer Not.
RefLit
Gracious God, perhaps I should quit this habit of reading two newspapers before I go to work. The world I read about seems to get worse each day. It’s enough to make me throw in the towel and to leave it to the rascals to finish it off. // But then, I remember it is this world you love, not another, and I begin to re-focus. There is hope for the world and for me, after all. Your love is at work, even in the midst of violence and death. I know it because your dear child Jesus was not overcome by either violence or death, but overcame them both by the power of your love. That’s all I need to know. // Help me, then, not to flinch away from the daily news, to serve the world truly well, and to do it with all the gifts you have given me, the greatest of which is love. Amen.
Jorge Lara-Braud, Texas (1931-2008)
21. September 2019
Barmherziger Gott, // an der Zapfsäule spüren wir den Irrsinn dieser Welt. / Die Preise sind gestiegen / für jeden gefahrenen Kilometer Bequemlichkeit. // Denn die Ölfelder brennen, / Rauch steigt in den Himmel bis zu Dir, / dazu Säbelrasseln und Kriegsgeschrei. // Die Zeichen stehen auf Sturm, / Verträge zählen nicht mehr, / Waffen finden ihren Weg. // Siehst Du das, / hörst Du das, / riechst Du das? // Der Zähler an der Zapfsäule surrt, / und erzählt sein Lied. / Die Rechnung zahlen viele. // Darum höre unsere Gebete, / die leisen, verzagten Worte / gegen den Irrsinn dieser Welt! // Amen.
Achim Detmers
Wir wissen wohl, daß nur Eines dich freuen und dir Ehre machen kann: / ein ernstliches Bitten um deinen Geist, ein ernstliches Suchen / nach deiner Wahrheit, ein ernstliches Begehren nach deinem Beistand / und deiner Leitung. Wir wissen aber, daß auch das nur dein Werk in uns sein kann. / Herr, wecke du uns auf, so sind wir wach! Amen
Karl Barth (1886-1968)
Erhabener Gott, / du liebst die Armen und wohnst im Elend, / da, wo die meisten von uns nicht hingehen, / weil uns die Hässlichkeit der Armut abstößt: / der Dreck, der Gestank, / die Verrohung des Umgangs. / Wir sehen oft nicht die Tapferkeit derer, / die mit wenigem auskommen müssen. / Wir würdigen nicht, / wie großherzig und hilfsbereit sie trotzdem oft sind, / und ihre Lebensleistung stößt bei uns auf wenig Beachtung. / / Gott, lass du uns nicht verrohen! / Lehre uns, genau hinzusehen / und uns anrühren zu lassen, / von schweren Schicksalen. / Verbinde uns mit den Bedürftigen / in solidarischem Respekt / und in gerechtem Teilen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Lieber Gott! / Danke für die Welt, für die Tiere und für die Menschen. / Du hast etwas, was andere nicht haben. / Lieber Gott, / ich danke dir für mein Leben und dass du nett bist. / Ich danke dir, dass du unser Vater bist. / Bettina 9 Jahre
Kinder aus dem kirchlichen Unterricht im 3. Schuljahr, Weisslingen, Schweiz
Barmherziger Gott und Vater, / entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe, / dass wir einander lieben, wie du uns geliebt hast / in Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn.
RefLit
Come to us, God of love. / Come with your extravagant kindness and your goodness. / Come, that we may see you in the people of every race and culture; / that we may embrace you in the lonely, the bereaved, and the rejected; / that we may be an accepting and caring church; / Come to us, God of love. Amen.
Uniting Church in Australia 1985
14. September 2019
\"Das Drama geht weiter\", steht auf der ersten Seite meiner Zeitung. Im Innern lese ich von 25.000 Menschen auf einigen kleinen Inseln, eingepfercht in Lagern für wenig mehr als 6.000. Herr meines Lebens, was soll ich sein in dieser Welt? Kaum einer, der alles besser weiß. Aber ein Mensch, der etwas Besseres weiß. Kaum einer, der nur redet, bloß vielleicht etwas anders als andere. Aber ein Mensch, der auch handelt, wie es zu seinen Worten passt. Kaum einer, der nur diskutiert, wer denn unsere Nächsten sind. Aber ein Mensch, der ein Nächstenmensch wird und die Lage für andere ändert. Herr, du kannst mich verwandeln. Tu\'s doch an diesem Sonntag, an dem wir in vielen Kirchen vom Nächstensein hören. Tu\'s, damit das Drama nicht immer weiter geht, auch durch mein Reden, mein Tun und meine Veränderung. Das bitte ich durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn. Amen.
Stefan Maser
Herr unser Gott! Du wolltest nicht nur im Himmel, / sondern auch bei uns auf Erden wohnen - nicht nur hoch und groß, / sondern wie wir niedrig und klein sein – nicht nur herrschen, sondern uns dienen - / nicht nur Gott sein in Ewigkeit, sondern für uns als Mensch geboren werden, / leben und sterben. / In deinem lieben Sohn, unserem Heiland Jesus Christus, / hast du uns nicht weniger als dich selber geschenkt, / damit wir ganz und gar dir gehören sollten. Uns Alle geht das an, / wo doch niemand von uns das verdient hat. Was bleibt uns übrig, / als uns zu verwundern, uns zu freuen, dankbar zu sein, / uns fest an das zu halten, was du an uns getan hast?
Karl Barth (1886-1968)
