Gebet
Tagesaktuelles Gebet
24. September 2022
Die Woche einer Beerdigung, wie es vielleicht nie eine gab. Was für Leben im Dienst durch den Wandel der Zeiten! Was für eine Achtung, was für eine Anteilnahme weltweit!/ Andere Tote und Begrabene in derselben Woche, gestorben nach ihrem Leben mit und für andere, wie viele durch Hunger, Krieg und Gewalt,/ in engen Grenzen, nur im eigenen Kreis wahrgenommen oder ganz unbeachtet geblieben. // Gott, Quell und treuer Grund meines Lebens, lehre mich bedenken, dass auch ich sterben muss. Aber bis dahin lass mich dankbar leben mit meinen Möglichkeiten und Grenzen, dem Profil, Gesicht, Charakter und Zuschnitt, mit denen du mein Leben kostbar, unverwechselbar und einmalig gemacht hast. / Und hilf mir, zu dienen und nützlich zu sein, so wie du´s für mich gemeint hast. // Das bitte ich durch Jesus Christus. Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Aufrecht
Freie Menschen gehen aufrecht / Gedemütigte taumeln den Blick nach innen gerichtet als möchten sie verschwinden / Du gingst aufrecht auf dieser Erde mit offenen Sinnen auf Menschen zu / Du liessest dich ansprechen als Rabbi Jesus / Du hast viele angesprochen / Du hast gebückten Frauen zum aufrechten Gang verholfen mit Wirkung bis in die Gegenwart / Wir Buckligen und Gedemütigten alle wir danken dir / Wir wollen einander aufrichten aufrecht begegnen / Wir wollen niemanden demütigen und kein Leben entwürdigen / Wir alle die wir uns auf dieser Erde bewegen lernen Rücksicht, weil wir Rücksicht erfahren / Wir schauen uns an und ahnen was dich ausmacht / Gott /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott – du immer gleich / Fels und Burg und Hort / Zuversicht unserer Vorfahren / lass uns nicht einknicken / nimm uns an der Hand / stell uns auf sicheren Boden.
Gott – du immer anders / Wolke und Feuer und Brausen / Zuversicht unserer Vorfahren / lass uns nicht erstarren / zwinge uns umzukehren / führe uns ins Unbekannte.
Gott – du alles in allem / wir haben so viel zu bewältigen / wir brauchen deinen Geist, / der uns sehend macht.
Nimm uns und anderen die Schuppen von den Augen. / Zeige uns und anderen die Möglichkeiten einer Kehrtwende. / Schenke uns Menschen, die uns bei der Verwandlung helfen. / Gib uns die Zuversicht, anderen eine Verwandlung zuzutrauen.
Im Vertrauen auf dich / sind wir bereit zwiefach aufzubrechen / aus der Aufgeregtheit in die Besonnenheit / aus der Bequemlichkeit ins Ungewisse. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Ich hab’ es an mir wahrgenommen, / Zu deiner Stunde ist’s geschehn; / Da bin ich meinem Feind entkommen, / Da hab ich in dein Licht gesehn; / Da ward als köstliches Geschmeide / Mir angelegt das Heilsgewand, / Und meinem Geist als Kindschaftspfand / Von dir beschert des Geistes Freude.
Liederschatz 1805,3
17. September 2022
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / vorbei der Sommer. / Vorbei die Ferien. / Vorbei das Draußen-Sein im T-Shirt. / Vorbei die Parkplatzsuche ohne Mühe. / Alle wieder da. / Aber alle auch beschwert: / Was wird demnächst ein Brot kosten? / Und bei wem wird es zu kaufen sein? / Wie warm wird es in den Wohnungen sein? / Und wie sollen es die über den Winter schaffen, / bei denen es immer schon knapp war? / Wir spüren, dass die fetten Jahre vorbei sind und / dass die mageren kommen. / Und dass es ungeheuer schwierig ist, diesen mageren / Jahren mit Wirklichkeitssinn zu begegnen. / Da schauen wir lieber nach England. / Denen dort geht es nicht besser. Aber sie hatten / die Queen. Und jetzt haben sie einen neuen König. / So etwas hält zusammen. / Was hält uns zusammen? / Gib Wirklichkeitssinn, der in der Ehrfurcht vor Dir gegründet ist. / Werde vielen groß als weiter Raum und feste Burg, / als Halt in Not und als Gebot der Stunde. / Und bleibe bei uns in den mageren Jahren. / Damit auch die einst vorbei sind. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Gott – deine Treue ist alle Morgen frisch und neu / aber wir haben Angst vor wieder aufflammender Gewalt: / einen heißen Herbst künden uns die Demokratiefeinde an.
Zahlreiche sind unzugänglich für Argumente / Manche sind voller Hass gegen Andersdenkende / Die meisten sind ohne Bereitschaft zu Kompromissen / Viele sind für unabhängige Informationen nicht erreichbar / Einige sind ohne Scheu vor Unrecht.
Gott – deine Treue ist alle Morgen frisch und neu / aber wir fürchten uns vor Veränderung und Verzicht: / einen verlustreichen Winter künden uns die Regierenden an.
Zahlreiche finden sich nicht zurecht im Wirrwarr der Ratschläge / Manche wissen nicht, wie sie ihre Existenz sichern können / Die meisten klammern sich an verlorene Gewissheiten / Viele sind in Sorge um die Menschen im Krieg / Einige ziehen sich in ihre Ängste zurück.
Gott – mach uns frisch und neu. / Gib der verdorrten Hoffnung wieder Wasser. / Wir haben es dringend nötig. / / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Erhabener Gott, / du liebst die Armen und wohnst im Elend, / da, wo die meisten von uns nicht hingehen, / weil uns die Hässlichkeit der Armut abstößt: / der Dreck, der Gestank, / die Verrohung des Umgangs. / Wir sehen oft nicht die Tapferkeit derer, / die mit wenigem auskommen müssen. / Wir würdigen nicht, / wie großherzig und hilfsbereit sie trotzdem oft sind, / und ihre Lebensleistung stößt bei uns auf wenig Beachtung.
Gott, lass du uns nicht verrohen! / Lehre uns, genau hinzusehen / und uns anrühren zu lassen, / von schweren Schicksalen. / Verbinde uns mit den Bedürftigen / in solidarischem Respekt / und in gerechtem Teilen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Jürgen Kaiser, Berlin
Ich will keine großen Worte machen, Herr. / Es ist wahr, dass ich oft vergesse, dass du da bist. / Es ist wahr, dass ich dich oft erst dann anrufe, wenn es schon fast zu spät ist. / Es ist wahr, dass ich nicht immer verstehe, warum du untätig bist, / wenn alles in Bewegung ist in der Welt und in meinem Leben.
Aber du bist da, / und das ist es, was wichtig ist. / Nichts könnte dich von hier losreißen, / nichts könnte uns dir entreißen, / nichts könnte dir die Welt entwinden.
Du bist da, Herr. / Mehr als mein Glaube oder meine Angst oder meine Torheit.
Christoph Landré, Berlin
Liederschatz 1799,17
Georg Rieger, Nürnberg
Allmächtiger Gott, / wir danken dir für dein Wort. / Es ist gesagt, es ist geschrieben, / es ist gedruckt, als wäre es ewig unveränderlich. / Doch Du bist anders. / Du bist lebendig. / Lass uns das nie vergessen! / Daraus erwächst uns Hoffnung!
Immer wieder neu eröffnest Du uns Dein Wort. / Immer wieder neu rufst Du uns als Deine Gemeinde zusammen. / Lass uns auf der Suche bleiben, jeden Tag neu. / Lass uns die Gemeinschaft suchen, / im Hören und Sprechen, jeden Tag neu. / Daraus erwächst uns Orientierung und Halt für unser Leben.
Mit Deinem Wort rufst Du uns auch in den Widerspruch. / Gegen das Unrecht und Leiden dieser Welt, / gegen Fremdenhass und Antisemitismus, / gegen Gewalt und Kriege, / Habgier und Hunger. / Lass uns Deinen Ruf hören und / gib uns Kraft und Mut, / und immer wieder neu die Achtsamkeit / zum genauen Hinhören und Hinsehen, / dass wir einstehen für unseren Nächsten in der Not.
Und wo wir zu verzweifeln drohen / an der Unabänderlichkeit der Dinge, / an Krankheit und Katastrophen, / an Einsamkeit und verworrenen Beziehungen, / Unglück und Schmerz. / Da schenke uns Trost / und lass unser Vertrauen nicht sinken, / dass Du uns jeden Tag zu einem neuen Anfang rufst / durch Dein Wort / und durch das Mahl der Versöhnung.
Simon Froben, Bayreuth
Selma Dorn, Jerusalem
RefLit
Catherine McMillan, Schweiz
Der Fluss vertrocknet
Sein Bett liegt bar in der Sonne / Wir wünschten Regen Regen ist nicht in Sicht / Wolken lösen sich auf sobald sie erscheinen / Wenn Fische weinen könnten sie würden weinen / Wir stehen am Fluss mit unseren Angeln und den Würmern in kleinen Büchsen / Wir sind entsetzt am falschen Ort so hilflos / Was können wir jetzt für die Fische tun / Unser Duschwasser ins Flussbett leiten / Unsere Wäsche nicht mehr waschen / Unsere Tränen nicht mehr weinen / Was kannst du tun Gott / Für die Fische und für uns / Und für das Leben das eben austrocknet / Du weinst mit den Fischen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Liederschatz 1797,2
Allmächtiger Gott!
Die große Welt bedroht / mein kleines Leben: / Krieg und Hunger, / Klimawandel und Katastrophen. / Das große Wechselspiel / von menschlicher Allmacht und Ohnmacht / legt dunkle Schatten auf meine Tage.
Rüttle mich auf, Gott, / wecke mein Vertrauen neu: / Mit dem Genießen des ersten Sonnenstrahls am Morgen, / mit der Dankbarkeit für die Lebensfülle am Mittag / mit dem Staunen beim Zählen der Sterne am Abend. / So groß und wunderbar ist diese Welt, / die Du geschaffen hast! / Du kennst auch all meine Sorgen / und die Schatten unserer Tage. / Du bist nicht fern, / schenke mir Zuversicht!
Amen!
Simon Froben
Georg Rieger, Nürnberg
Mein Trauergewand lösen -
mich mit Freude gürten -
Klage in Lob verwandeln -
Zorn durch Güte mildern
Du kannst das.
Du hilfst mir dabei.
Heute und Morgen.
Danke dafür.
Kathrin Rehmat, Zürich
Brigitte Wedderburn, München
