Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Ewige/r / Dein Sommer flirrt und ich in ihm, / durch heisse, dicht besetzte Tage. / Zum Glück bist du bist da, / stärkst mir den Rücken, birgst mich – / im Schatten deiner Flügel – / Schickst Wind um durchzuhalten, / loslassen zu lernen und eben – / damit wir einander hier auf Erden gegenseitig schützen, stärken, beistehen. / Du kennst meine Schwächen und schenkst mir Mut zu ihnen. / So ist alles ein Werden zu Dir hin im Wechselspiel von Straucheln und Gelingen. / Zum Glück lachst Du gelegentlich mit. Und kennst die bitteren Tränen.
Kathrin Rehmat, Zürich
O Lord, you love us! / Why aren’t the bells pealing? / The victory’s won! / Why aren’t the drums beating? / And you forgave us! / Why aren’t the harps resounding / to your good news music? / Why aren’t the feet stomping / and the doves flying / and the bands marching / and the fingers snapping / and the tongues praising / and the trumpets blaring / and the choirs singing / and the cymbals clashing / and the children laughing?
Ann Weems, Good News Music 1980
24. Juli 2021
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / vor Dir denken wir an die, die Hilfe brauchen.
Deine Hilfe. / Unsere Hilfe. / / Wir selbst brauchen auch Hilfe. Hilfe zum Standhalten. / Denn wir spüren, wie sehr uns die Ereignisse überrennen. / / Jetzt weise sein – das wär´s. / / Weise darin, die zu unterstützen, die in den Hochwasserfluten alles verloren haben. / Und dabei ihnen nicht zu nahe zu treten. / Weise darin, die politischen Ränkespiele in die Pflicht zu nehmen, um die menschlichen Tragödien zu lindern. In Syrien. In Afghanistan. / Weise darin, das Naheliegende nicht zu übersehen hier bei uns: Die Frau, die schon lange niemand mehr besucht hat. Die Familie, die eine böse Nachricht getroffen hat. Der Schüler, der sitzen geblieben ist.
Hilf uns zu zeigen, dass wir an Dich glauben und nicht an den Mammon. / / Hilf uns, dass wir stark machen, was nicht mit Geld zu bezahlen ist: Gute Nachbarschaft; denen zuhören, die ihr Herz ausschütten wollen; Zeit haben für die, denen langweilig ist; die Traurigen trösten; die Übermütigen zurechtweisen; jedem sagen, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und dass auch Diktatoren, Folterer und Menschenschinder sterben werden. / Alle werden vor Deinem Richterstuhl erscheinen. / Alle. Wir auch. / / Lass das den Ernst unseres Lebens sein, unsere Freude und die Kraft zum Standhalten. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
RefLit
Du Gott Israels,
Herr der Welt,
durch deinen Sohn
hast du uns dein Haus geöffnet,
und weist uns ein
in deine Regeln des Zusammenlebens.
Aber es fällt uns oft schwer zu ertragen,
dass wir dich nicht für uns allein haben,
dass noch andere zu dir gehören
mit älteren Rechten,
dazu auch Menschen,
die ganz anders sind als wir,
und die uns mit ihrer Fremdheit verstören.
Wir stehen deiner Freundlichkeit oft im Weg,
schließen uns gegen andere ab
und stoßen sie mit unserem Gehabe
auch ungewollt manchmal vor den Kopf.
Gott, hilf, dass wir im Geist deiner Liebe
mit allen zusammenfinden,
die du zu dir eingeladen hast
mach unsere Gemeinschaft
offen und gastfrei für viele Neue.
Segne dein Weltenhaus mit Frieden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gerhard Tersteegen (1697-1769)
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gott, du Gnädiger, in kleinen Dingen wie in großen ist es nicht unterschiedlich: Wir können uns darauf verlassen, dass du unsere Fehler verstehst und unsere Boshaftigkeit durchschaust. Gerechtigkeit bedeutet bei dir, dass du uns die Augen öffnest.
Georg Rieger, Nürnberg
Be silent. / Be still. / Alone, / Empty / Before your God. / Say nothing. / Ask nothing. / Be silent. / Be still. / Let your God / Look upon you. / That is all. / God knows. / And understands. / God loves you with / An enormous love, / Wanting only to / Look upon you / With love // Quiet. / Still. / Be. // Let your God / Love you.
Edwina Gateley, There Was No Path So I Trod 1996
17. Juli 2021
Gott, wir sind bestürzt über die Todesopfer und die Schäden, die die Wassermassen angerichtet haben. Die Angehörigen haben unser Mitleid. Die Helferinnen und Helfer unsere Bewunderung. / Gerne möchten wir mehr als nur Mitleid zeigen. Doch für die meisten von uns ist die Katastrophe weit weg. Andernorts scheint die Sonne und alles ist friedlich. Wir machen uns Gedanken über die Ursachen und sehen sogar, dass wir mit unser aller Verhalten zum Klimawandel beitragen. / Doch alles Sortieren unserer Gedanken ist gleichzeitig unangemessen angesichts der chaotischen Zustände und des Leids, von dem wir sehen und hören. / Deshalb bitten wir dich um Orientierung, Gott! Lass uns das finden, was wir beitragen können. Mach uns mutig, wenn es darum geht, Ignoranz zu widerstehen. Bewahre uns aber auch vor Besserwisserei! / Schenke uns den Zusammenhalt, dass wir miteinander reden können und die Probleme gemeinsam angehen. Wir haben gerade sehr das Gefühl, dass das ohne deine Hilfe nicht geht. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Kathrin Rehmat, Zürich
Light
Shining God
even the darkness is not dark to you
shine in our darkness, light of our lives
When we walk in the grey gloom of confusion
when pain drains all the colour out of live
when we are paralysed by the darkness of fear
shine in our darkness
The Iona Community
Jürgen Kaiser, Berlin
Gott, du siehst mich./ Siehst du auch den kranken Mann unter der Brücke? Siehst du auch die einsame Frau auf dem Friedhof? Siehst du auch das schreiende Kind inmitten der Trümmer? Sieh hin! Sieh genau hin!/ Sieh das Elend und die Not, die Angst und den Schmerz und hilf! Amen
Meike Waechter, Berlin
Geheimnisvoller,
unbegreiflicher
ewiger Gott,
wir sehen Dich nicht
und doch umgibt uns Deine Gegenwart
wie die Luft, die wir atmen,
die Wärme der Sonne,
das Licht des Tages.
Wir sehen Dich nicht
Und doch hältst Du unser Leben,
wie die Liebe der Mutter
die Treue des Vaters,
die Geduld eines guten Freundes.
Wir loben Deinen Namen
Du bist da für uns
barmherzig und gnädig
und mit Deinem Wort
erleuchtest Du unsere Wege.
Großer Gott,
wir malen kleine Karos
und Du entwirfst ein Kaleidoskop
an Farben und Formen
Wir machen alles billig, käuflich und belanglos
Du verleihst jedem Deiner Geschöpfe
Würde, Leben und Einmaligkeit.
Vergib uns unsere Achtlosigkeit
Löse uns von Sehnsucht, alles im Griff zu haben.
Erlöse uns von der Gewalt,
die selbstgemachte Götzen über uns haben.
Dein Wort bleibt in Ewigkeit
Ihm wollen wir unser Vertrauen schenken.
Wir glauben, Herr,
hilf unserem Unglauben auf.
Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
I am your servant God. / When there is chaos around me, help me stay centered. / When those around me argue and fight, let me be your peacemaker. / Show me what’s important. / Help me keep an open mind. Help me soothe the anger of others. / Help me remember what is truly important. / Help me resolve the conflicts in my life. / Stay with me God. / Enter into the hearts of all those with whom I cannot find common ground. / Fill their hearts and fill mine. Let us stop fussing and find peace. / I am your servant, God. / Amen.
Presbyterian Church, Fredericksburg VA, Homepage 10.3.20
10. Juli 2021
Gott der Stille!
Ich suche einen Halt.
Während in den Stadien Fußballfans zu Tausenden feiern,
an den Flughäfen die Urlauber strandwärts drängen,
in den Impfzentren die Nachfrage stockt.
Ich suche einen Halt.
Während weiterhin Flüchtlinge zur Abschiebung gesammelt werden,
Bundes- und Landespolitiker auf Zuständigkeiten verweisen,
in Afghanistan die Taliban weiter vorrücken.
Ich suche einen Halt.
Während in Talkshows Parteiprogramme schöngeredet werden,
die Zukunft unserer Kinder auf Autobahnen verheizt wird,
Unwetter und Hitze ganze Landstriche verwüsten.
Ich suche einen Halt.
Für die Menschlichkeit.
Für ein Miteinander in Vielfalt.
Für den Frieden.
Für ein nachhaltiges Wirtschaften.
Für die Schöpfung.
Für ein Leben in Gerechtigkeit.
Für die Zukunft.
Ich halte inne.
Ich bete zur Dir
in der Stille.
Simon Froben, Bayreuth
Karl Barth (1886-1968)
wie reich ist dein Wort
und wie lebendig deine Wahrheit!
Unerschöpflich ist, was du uns zu sagen hast.
Gib, dass wir das erkennen,
uns freuen an der Buntheit deiner Gnade.
Wir bitten dich für alle Traurigen und Bedrückten:
Lass sie Trost schöpfen aus deiner Nähe.
Wir bitten dich für die,
denen ihre Welt zusammenbricht
durch Gewalt, Krankheit oder schmerzhafte Abschiede:
Lass sie Beistand erfahren
von dir und von Menschen, die mit ihnen tragen.
Wir bitten auch für die,
die voller Hass sind,
denen nichts heilig ist,
die andere quälen, morden oder vergewaltigen:
Rufe sie zur Besinnung
und lass sie umkehren von ihrem bösen Weg.
Gott, schütze die Liebenden.
Gib den Friedensstiftern Kraft.
Segne dein Volk Israel
und erbarme dich über deine Kirche in ihrer Not.
RefLit
Kathrin Rehmat, Zürich
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Dass wir leben,
verdanken wir dir,
unsere Stärken sind deine Gaben,
unser Glück ist dein Geschenk,
und der Halt im Unglück Gnade.
Wir nehmen vieles zu selbstverständlich,
bilden uns ein,
wir hätten uns alles selbst verdient,
und urteilen gnadenlos über andere.
Gott, schärf uns ein,
dass wir alles deiner Güte verdanken,
hol uns herunter vom hohen Ross
und weck in uns Achtsamkeit
für andere Menschen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Make this Sabbath moment, O God, as your people come to your table. / We especially commend these little children who come to you in innocence. / Thank you for our church family. / We cherish the love and acceptance that we share here. / Keep us close to one another in Christ Jesus. / Asccept the love we offer and use it to bring in the Kingdom. / Amen.
Ann Weems, This Cup i give to You 1980
Barmherziger Gott, /
in Kanada steigen die Temperaturen ins Unerträgliche, / bei uns kommen die Fluten aus dem Nichts und spülen alles fort. / Der Sommer hat begonnen, / die Ferien stehen vor der Tür. / Endlich – nach so vielen Monaten – wollen wir raus aus unserem abgeschlossenen Leben. / Wollen die übriggebliebene Natur genießen, / bevor die nächste Welle uns zurückspült / in das Leben mit Abstand, Masken und Tests? / Was ist das für ein Leben, das wir uns da bereitet haben? / Können wir dahin ernsthaft zurückwollen? //
Barmherziger Gott, /
vieles hat sich in den letzten Jahren zum Schlechteren entwickelt. / Wo ist die Hoffnung hin und die Einsicht, die Veränderung möglich macht? / In unseren abgeschlossenen Leben denkt jeder nur an sich selbst. / Nur Du denkst das alles vom Ende her, das Du schon kennst, weil Du den Anfang gemacht hast. / Führe uns heraus aus dieser Gefangenschaft, / aus der Ungleichheit und Gleichgültigkeit. / Erlöse uns von diesem Zustand, der ohne Hoffnung ist. // Amen.
Achim Detmers
Jürgen Kaiser, Berlin
