Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Gott – mannigfaltig und grenzenlos
Wir danken dir für die Vielfalt deiner Menschenwelt.
An vielen Orten wirst du angerufen
in ganz unterschiedlicher Weise.
Wir danken dir für die Überwindung von Grenzen.
An vielen Orten wächst die Bereitschaft,
die Konfession oder Religion der jeweils Anderen
kennenzulernen und anzuerkennen.
An vielen Orten. Nicht an allen.
Das erschreckt uns sehr und
lässt uns am Fortschritt der Menschlichkeit verzweifeln.
Gott – mannigfaltig und grenzenlos
Mach uns tolerant und gesprächsbereit.
Schärfe unsere Fähigkeit
unseren eigenen Glauben verständlich zu machen
und andere Haltungen zu verstehen.
Schütze uns vor Resignation.
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Georg Rieger, Nürnberg
Gott, Du verstehst meine Seufzer, / das Herzklopfen und jede Regung / Kennst mich besser als ich mich selbst. / In deiner Erkenntnis liegt die Erlösung unserer Beziehungen in der Welt. / Du hilfst, das Ego zu relativieren, / ohne dass es verleugnet werden muss. / Die unverwechselbare Einzigartigkeit eines jeden Menschen / ist Teil von deiner Kreativität. / Dass wir sie nicht immer sehen, / würdigen und anerkennen, / ist menschlich. / Wir sind fehlbar. / In der Verallgemeinerung geht die Liebe leider oft verloren. / Sie lebt, atmet, realisiert sich / und erfüllt ganz und gar persönlich oder manchmal auch überpersönlich. / Besonders, wenn unser grundsätzliches auf einander angewiesen sein verinnerlicht ist. / Durch einander kommen wir weiter, / ohne einander leider nicht. / Hilf uns dabei, lass uns den ersten Schritt tun, / lass uns aufeinander zugehen. / Lass uns die Strassenseite zueinander wechseln, / statt voneinander weg. / Hilf uns, einander zu erkennen / und so dir näher zu kommen. Amen
Kathrin Rehmat, Zürich
O Lord, free us to thank God for each other! / Free us to click orange juice glasses clear across your Kingdom / In every family and in the larger family of the gathered church. // Here’s to you, saints who remembered to love! // Here’s to those who heal, teach, listen, comfort; / Who feed the hungry, clothe the naked, give a cup of cold water, / Weep with those who weep, rejoice with those who rejoice, / And stand by to pick us up and brush us off! // Here’s to the peacemakers and the prophets – / Their justice, their mercy, their humility, / Their strength that does not falter! // Here’s to those who have been freed to free us, / To their song that never ends, / To the saints who keep on dancing! // Here’s to you! / Amen.
Ann Weems, To You! 1980
26. Juni 2021
So vieles \"geht\" wieder in diesen Tagen, und ich gehe so richtig mit, innerlich und äußerlich. Ich lade die Konfis und die Gemeinde ein, wenigstens \"Freiluft\". Ich sitze vor dem Eiscafé und umarme die Freundin, die ich nach langer Zeit in unserer gemeinsamen Heimatstadt treffe, herzlich und noch etwas länger als sonst. Ich mache Pläne für Reisen, lasse mich einladen und sage Dienste zu. Und ich merke, wie gut mir das alles tut - und den anderen auch./ \"Geht\" das alles? Nach so vielen Beerdigungen von Erkrankten und von der Krankheit Geschädigten und dann Gestorbenen? Und die Krankheit ist noch lange nicht \"aus der Welt\"!/ Ist das weise? Bin ich weise? War ich es jemals?/ Weisheit ist nicht nur, die FFP2-Maske noch etwas länger zu tragen oder Menschen mit dem Ellbogen zu begrüßen./ Weisheit ist, nach der Schrift, die Erkenntnis Gottes, seiner Werke und seiner Wege. Das echte Mitfühlen mit den anderen und wie sie dran sind. Die echte eigene Rücksicht auf sie. Das erkennen, was anderen fehlt, was sie brauchen und worauf sie dringend warten. (Nicht bloß möglichst \"normale\" Sommerferien, wie sie sich ein gutgestellter Europäer für seine Familie erhofft.) Damit Shalom wird, etwas von dem Frieden, der das große Projekt unseres Gottes ist./ Herr, mein Gott, verlass mich nicht, wenn jetzt wieder so viel \"geht\". Gib mir von dieser Weisheit und diesem Frieden! Das bitte ich durch Jesus Christus. Amen.
Stefan Maser, Hoerstgen
Großer, ewigreicher Gott,
zu Dir kommen wir mit unserer Armut,
an Liebe
an Hoffnung
an Glauben –
und bitten Dich:
schenk uns aus Deiner Fülle.
Barmherziger Gott,
voller Gnade und Wahrheit bist Du.
Und wir kommen zu Dir
mit unserer Hartherzigkeit
mit unsere Angst,
unseren Lebenslügen –
und bitten um Deinen Geist,
der all diese bösen Gespenster vertreibt.
Liebender Vater von uns allen,
zu Dir kommen wir mit
unserem kleinen Glück
mit unseren Kindern
mit dem Wunder der Liebe,
die wir schenken und empfangen –
und danken Dir für diese guten Gaben.
Komm Du mit Deinem heiligen Geist nun zu uns.
Segne diese Stunde,
in der wir Dir stille halten
und pflanze Dein Wort in unser Herz,
dass es Frucht bringt
zu Deiner Ehre
und uns allen zum Wohl.
Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
RefLit
Ewige/r
Du säuselst im Wind
blühst in den Blumen
schnurrst in Katzen
leuchtest in Sternen
und erfrischst im Regen.
Du zeigst dich tausendfältig in liebevoller Zuwendung. / Lässt uns zusammen reden, schweigen, lachen und weinen. / Lass mich Sorge tragen zum Leben auf Erden, / das über mich hinausgeht. Schenk mir Mut zu werden, / wie Du mich siehst und wie ich möchte. / Lehr mich zu teilen. Ich danke Dir dafür. / Amen
Kathrin Rehmat, Biel, Schweiz
zu Psalm 103
Barmherziger Gott,
du handelst nicht mit uns nach unserer Sünde
sondern überwindest das Böse mit Gutem.
Du vergiltst uns nicht nach unserer Missetat,
sondern schenkst uns neue Anfänge.
Mach uns auch miteinander barmherzig,
nachsichtig mit Fehlern,
geduldig mit Schwerfälligen,
großherzig, einander Schuld zu vergeben.
Lehre uns,
auch mit uns selbst barmherzig zu werden,
dass wir unsere Grenzen erkennen,
und uns nicht überfordern;
dass wir loskommen
vom ständigen Grübeln über unsere Mängel.
Befreie uns dazu,
glücklich zu sein über Erfolge,
und um Hilfe zu bitten,
für unsere Schwächen.
Schenk uns Freude an unserem Leben,
auch wenn darin vieles nicht perfekt ist.
Gott, unser Vater,
umgib uns mit deiner Liebe.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gott – unser Anfang und Ziel
Paulus sagt:
alles ist gut,
wenn es in Liebe geschieht.
Dann kann es auch
Streit und Meinungsverschiedenheiten,
unterschiedliche politische Haltungen,
gegensätzliche Lebensweisen geben,
ohne dass das Gemeinwohl Schaden leidet.
Hilf uns, das zu berücksichtigen
in unseren Familien,
in unserer Stadt,
in unserer Kirchengemeinde.
Paulus sagt:
alles ist gut,
wenn ihr euch um Verständlichkeit
und Verständigung bemüht.
Dann können wir auch
Nicht-Glaubenden
das Evangelium anbieten,
ohne dass wir verlacht werden
oder andere abschrecken.
Hilf uns, das zu berücksichtigen
im Gespräch mit der nachfolgenden Generation
in den Diskussionen mit Andersdenkenden
im Ringen um die richtige Form der Verkündigung.
Paulus sagt:
Ihr werdet mehr als genug bekommen.
Gott –
Wir wollen darauf vertrauen. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Blessed are you, creator God, / to you be praise and glory for ever. / As your Spirit moved over the face of the waters / bringing light and life to your creation, / pour out your Spirit on us today / that we may walk as children of light / and by your grace reveal your presence. / Blessed be God, Father, Son and Holy Spirit. / Amen.
Church of England, Prayer 2005, Morning Prayer after Ascension until Pentecost
19. Juni 2021
Es werde, heißt es in der Geschichte der Schöpfung.
Und es wurde.
Aus dem Nichts ist Leben entstanden.
Und es wird.
Du lässt deine Schöpfung nicht los, Gott!
Für dieses Werden danken wir dir.
Es wird heiß.
Die Temperaturen steigen von Tag zu Tag.
Schon sehnen wir uns nach einem kühlen Wind
und sogar nach Regen.
Und machen uns Sorgen um das Klima,
weil das Wetter immer extremer wird.
Es wird besser.
Wir können uns wieder treffen,
Essen gehen und zusammen etwas trinken.
Doch es bleibt die Unsicherheit, wie es weitergeht.
Ob uns die Pandemie wieder einholt?
Es wird gut.
Wenn du uns die richtigen Ideen,
das rechte Maß und das nötige Vertrauen
an die Hand gibst,
dann können wir etwas bewirken.
Es wird anstrengend.
Wir brauchen viele von diesen neuen Ideen, Gott.
Politik muss sich verändern und Vertrauen zurückgewinnen.
Wir müssen Gewohnheiten ändern und Einstellungen.
Es braucht Gnade und Geduld.
Darum bitten wir dich, unser Gott!
Georg Rieger, Nürnberg
Karl Barth (1886-1968)
Lieber Gott, / wir danken Dir, / dass wir die Liebe so umfänglich erleben dürfen, / dass du uns die vielen Sensoren geschenkt hast, / dass wir Liebe geben und nehmen können. / Wir bitten dich auch um die nötige Sensibilität, / wenn wir darüber ins Gespräch kommen. / Wir bitten dich um Mut / und die richtigen Worte. / Wir bitten dich auch für die, deren Erfahrungen / mit Liebe und Sexualität nicht gut waren und sind. / Wo es nicht zur Sprache kommen kann, sei du ein Gegenüber. / Wo es um Schuld und Vergebung geht, hilf du mit deiner Vergebung. / Wo Unverzeihliches geschehen ist, schenke die Möglichkeit, es zu verarbeiten. / Gott, wir brauchen dich in der geistigen Liebe wie in der körperlichen. Wir brauchen deine Hilfe, um offen und ehrlich sein zu können. / Wir brauchen dich, damit wir tolerant sein können und mit uns selbst im Reinen. / Deshalb lass uns damit nicht alleine. Misch dich in unser Leben und in unseren Umgang miteinander ein – indem du uns mit deiner Liebe großzügig und achtsam umgibst. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Annegret Lambers, Osterwald
Gott, es gibt so viel ungestillte Sehnsucht,
Sehnsucht nach Beachtung, nach Anerkennung, nach Liebe,
Sehnsucht nach dir.
Es gibt so viele unbeantwortete Fragen,
Fragen nach dem Sinn des Lebens
und nach dem Sinn unbegreiflichen Sterbens,
Fragen nach unserer Zukunft,
Fragen nach dir.
Es gibt so viel Schuld,
Schuld, die wir wissen,
Schuld, die wir verdrängen,
Schuld, die uns verzweifeln lässt,
weil sie uns trennt von anderen Menschen
und von dir.
Gott, wir bitten dich,
sieh uns an,
sieh hinter die Masken, die wir tragen,
und trenne dich nicht von uns. Amen.
RefLit
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
We thank you, O God for your love for us. / Love that reaches out to accept us, wherever we are, whoever we are. / Love that demands a lot, but at the same time, somehow, amazingly, enables us to meet those demands. / Love that reassures, affirms, prompts, challenges, and overwhelms us with the completeness of its response. / Help us, your people, held within the security of your love, to risk showing that same love to others. / May our love, too, be known for its abundance, its readiness to speak out and its healing power. / Amen.
Presbyterian Church of Aotearea, Prayers of Thanksgiving, Homepage 10.3.20
12. Juni 2021
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wir brauchen Geduld. / Die Eltern mit ihren Kindern. Die Kinder mit ihren Eltern. Das Volk mit denen, die politische Verantwortung tragen. Die öffentlich Verantwortlichen mit denen, die sie stören, ärgern und enttäuschen. / Geduld heißt: tragen und ertragen können. / Wir können das kaum noch. / Andere Meinungen werden skandalisiert. Fehler nicht verziehen. Ecken und Kanten misstrauisch beäugt. / Trotz der allherrschenden Individualität sind Abweichler unerwünscht. / Geduld heißt: tragen und ertragen können. / Ob wir das noch schaffen: darunter bleiben? / Wir müssten ja ausscheren aus der Diktatur des „Über“: Überforderung, Über-Information, Überorganisation, Übermaß, Übermut, Überfluss. / Das „Über“ prägt uns. / Wie schwer ist es da, geduldig zu sein. / Lehre uns diese Kunst. / Die Kunst der kleinen Schritte. / Die Kunst des Schweigens. / Hilf uns, dass wir auf Dich warten und uns dafür Zeit nehmen. / Vielleicht tut das anderen gut, wenn wir unaufgeregt sind. / Wenn wir die Pausenlosigkeit nicht mitmachen. / Wenn wir Dir stille halten. / Vielleicht finden sich Menschen neben uns ein dazu. / Ja, das gib. / Und segne uns. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Gott, gute Mutter, lieber Vater,
unter deinem Schirm kann ich die Masken fallen lassen, brauche mich nicht zu verstecken, muss nicht mehr aus mir machen, als ich bin. Denn da ist nicht viel, nichts, das der Rede wert wäre, nichts, was ich mir zugutehalten könnte. Ich kann nichts aus mir machen, das muss ich dir bekennen. Du wirst mich darum nicht verdammen, das glaube und das weiß ich. Du wirst mehr aus mir machen, das glaube und das hoffe ich. Erneuere mich, erneuere uns, mach aus uns bessere Menschen, mach aus uns neue Menschen, die dich loben und preisen. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Unser Vater!
Wir wollen glauben, aber das ist nicht leicht.
Wir wollen vertrauen, das aber fällt uns unglaublich schwer.
Wir möchten im Glauben zuversichtliche Schritte gehen,
aber unsere Beine sind manchmal bleischwer.
Ob es an dem „WIR“ liegt? WIR wollen, WIR möchten…
Hilf uns, uns beschenken zu lassen. Nicht WIR, sondern DU!
DU schenkst und DU gibst umsonst!
DU gehst so wunderbar behutsam auch mit unserem Unglauben,
mit unserem Unvermögen und mit unserem Zweifel um – fast zärtlich.
Danke. Wir stehen leer vor dir und bitten dich: Fülle du uns neu!
Amen
Annegret Lambers, Osterwald
Vater im Himmel, du hast die Welt erschaffen und uns erschaffen, aber wir machen die Welt kaputt. Da ist der Gott nicht zufrieden. Christian, Hünenberg (8 J.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Komm, du lebendiger und lebenschaffender Geist –
Hilf unserer Schwachheit auf, wenn wir beten.
Komm du liebender und liebestiftender Schöpfer –
Sei unser Atem, wenn wir beten.
Komm du menschlicher Christus –
Mach uns zu wahren Menschen.
Wir wollen es akzeptieren, Gott,
dass wir dich nicht begreifen.
Du fehlst uns oft so sehr.
Du scheinst taub für unsere Bitten
um das Wohl aller
um Frieden
um eine gerechtere Welt.
Wir wollen es akzeptieren, Gott,
dass du uns so viel Verantwortung übertragen hast.
Wir versagen oder verzagen oft.
Dabei sollen wir doch das Unsere tun
für das Wohl aller
für den Frieden
für eine gerechtere Welt.
Wir wollen uns hineinnehmen lassen
in die Zuversicht Jesu,
der seinen Weg im Einklang mit dir ging.
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig, hast Du zu Paulus gesagt. Wenn Du soviel Geduld mit meiner Schwachheit und meinem Versagen hast, dann kann ich das wohl auch etwas gelassener nehmen? Bleib in meiner Nähe und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Dann wird so etwas entstehen wie Frucht, oder Segen. Für meine Lieben, meine Nächsten und auch für mich. Darum bitte ich für heute, mein Herr und mein Gott. Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
