Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Lieber Gott, Hund und Katze, Hahn und Huhn, die ganze Welt hast du erschaffen. Ich kann dich zwar nicht sehen, aber danken kann ich dir trotzdem. Claudine, Heisdorf (8 J.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Ich hab mich verlaufen HERR. überall Wände. Keine Türe zu erkennen. Nirgendwo ein Ausweg. Du bist der gute Hirte, führ mich zurück auf deine Wege. Nur auf deinen Wegen wird dein Segen liegen. Mach der Dürre ein Ende. Ich bitte um deinen Segen für mein Tun und Lassen, damit Frucht wächst, von der ich und meine Nächsten leben können. Amen
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Prayer is the little implement / Through which men reach / Where presence is denied them. / They fling their speech // By means of it in God's ear; / If then He hear, / This sums the apparatus / Comprised in prayer.
Emily Dickinson, Prayer, vor 1886
8. Mai 2021
Lieber Gott, wir merken gerade, wie unangenehm es sein kann, in die Zielgerade einzulaufen. Große Anstrengung und Belastung liegen hinter uns. Jetzt ist es noch ein Stück, dann können wir wieder durchatmen – vielleicht sogar ohne Masken.
Die Ungeduld ist groß und wir können die Aufrufe zu Disziplin und Zurückhaltung nicht mehr hören. Und irgendwie liegen die Nerven blank. Es gibt immer neuen Streit, manche Meinungen werden noch radikaler.
Die guten Aussichten lösen gar nicht die Erwartung und Freude aus, die wir uns erhofft haben.
Kannst du uns da raushelfen, Gott? Wir wissen noch nicht einmal, was wir uns von dir erbitten sollen. Ist es Geduld, Verständnis, Gnade?
Wir wollen solidarisch miteinander sein, aber was ist solidarisch in dieser komischen Situation?
Wir wollen geduldig sein, aber was wird uns diese Geduld noch abfordern?
Wir wollen gnädig miteinander sein, verstehen aber manche unserer Mitmenschen einfach nicht mehr.
Lass uns deine Liebe spüren, Gott! Das ist die Quelle für alles, was wir brauchen. Erinnere uns jeden Tag, jede Stunde daran, wie nötig wir Gnade haben. Mach uns mutig, dass wir aus deiner Liebe leben, und gib uns Hoffnung, dass alles wieder mehr ins Gleichgewicht kommt. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Meike Waechter, Berlin
Selma Dorn, Jerusalem
Karl Barth (1886-1968)
When dawn’s ribbon of glory around the world returns / and the earth emerges from sleep – // The shadow of the dove is seen / as she flies across moor and city. / Over the warm breast of the earth she skims, / her shadow falling on / the watcher in the tower, / the refugee in the ditch, / the weary soldier at the gate. / The shadow of peace / falls across the all-night sitting of a council, / across the tense negotiators / around a table. // The shadow of hope / is cast across the bars of a hostage cell / filling with momentary light / rooms tense with conflict, / bringing a brief respite, / a sliver of gold across the dark. // She flies untiring / across flooded fields, / across a city divided by hate and fear, / across a town wreathed in smoke. // The shadow of reconciliation, / the dove of peace / with healing in her wings, / is felt and seen and turned towards / as she makes righteousness shine / like the dawn, / the justice of her cause / like the noonday sun. // Holy Spirit of love, / bring healing, bring peace.
Kate Mcllhagga, The shadow of the dove, Iona Community 2004
1. Mai 2021
Ach, guter Gott!
Ich sah in dieser Woche am Himmel ein Herz aus Wolken.
Ich wurde froh und habe es mir gut eingeprägt
als leuchtenden Schatz für dunkle Stunden.
Doch dann höre ich von der Lage in Indien
und den Kindersoldaten im Jemen;
vom Flüchtlingselend im Mittelmeer,
den Gefangenen in Myanmar, Belarus und Russland
und den unwürdigen Abschiebungen von Geflüchteten;
und ich sehe um mich herum
zermürbende Existenzängste, Vereinsamung und Trauer
dazu wachsende Intoleranz und Gewalt.
Ich brauche – o Gott – Deine Hilfe,
dass mir das Herz nicht versteinert
in ohnmächtigem Schrei,
sondern in Vertrauen und Zuversicht
neu lebendig werden
und meiner Seele Trost,
meinen Gedanken Halt
meinen Händen Tatkraft
geben kann.
Und ich möchte Dir – ach, guter Gott – schon jetzt „danke“ sagen!
Weniger kann ich nicht erbitten.
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Jürgen Kaiser, Berlin
RefLit
Gudrun Kuhn, Nürnberg
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Mein Trauergewand lösen -
mich mit Freude gürten -
Klage in Lob verwandeln -
Zorn durch Güte mildern
Du kannst das.
Du hilfst mir dabei.
Heute und Morgen.
Danke dafür.
Kathrin Rehmat, Biel, Schweiz
O Lord, there just aren’t enough choir boys to sing what I feel. / There aren’t enough trumpets to blow. / O Lord I want bells to peal! / I want to dance in the streets of Bethlehem! / I want to sing with the heavenly host! / For unto us a son was given / And he was called God With Us. / For those of us who believe, / The whole world is decorated in love! / Amen.
Ann Weems, O Lord, you were born! 1980
Barmherziger Gott, / in dieser Woche wurde unser Blick auf Brasilien gelenkt. / Es fehlt dort an fast allem, was gebraucht würde, / um die Folgen der Pandemie einzudämmen: / Menschen die bereit sind, Masken zu tragen, / Corona-Tests für die Verunsicherten, / Sauerstoffflaschen für die Erstickenden in den Krankenbetten, / Impfstofflieferungen für die geschundene Bevölkerung. //
Das alles fehlt. Neue Mutationen können so entstehen. / Es heißt, Brasilien wird zu einer Gefahr für die Weltgesundheit. / Und Brasilien ist nur ein Beispiel dafür, wie es in den geschundenen Ländern gerade aussieht. / Klein werden unsere Probleme, wenn wir uns das vor Augen führen. //
Barmherziger Gott, / inmitten solcher Nachrichten gab es auch diese: / Die USA verdoppeln ihr Klimaziel für 2030. / Lange haben wir auf so ein Signal gewartet. / Es hat uns nicht gutgetan, immer wieder von den schmelzenden Polkappen zu lesen und von den brennenden Urwäldern Brasiliens. / Schon zu lange müssen wir mitansehen, wie Regierende nur ihrem eigenen Vorteil verpflichtet sind. //
Barmherziger Gott, / nur wenn wir noch Hoffnung haben, dass sich etwas ändert, / gibt uns das die Kraft, die großen Schritte zu gehen, / die von uns jetzt verlangt werden. / Sei Du bei allen, für die die Schritte größer sind, als ihre Existenz es tragen kann. / Amen.
Achim Detmers, Hannover
„Jesu geh voran“ (EG 391), doch wir haben einfach nicht die Kraft, Dir zu folgen. Wir sehen hohe Anforderungen und ziehen uns auf unsere Hilflosigkeit zurück. Es ist halt so, wie es ist. Wir bitten dich, dass du uns zeigst, was der Tod Jesu und die Auferstehung für unser Leben bedeuten.
Georg Rieger, Nürnberg
du hast uns deinen Sohn gesandt:
Jesus, den guten Hirten,
der uns sammelt,
der uns den Weg weist,
der uns schützt in Gefahr.
Wir bitten dich:
Gib uns deinen Geist,
damit wir die Stimme des Hirten erkennen
und ihm folgen auf dem Weg ins ewige Leben.
RefLit
Jürgen Kaiser, Berlin
Hüter des Lebens
du siehst,
wie oft wir uns verloren fühlen
in einer Zeit,
in der alles möglichst schnell gehen muss,
in einer Gesellschaft,
die gnadenlos urteilt über Menschen,
in einer Welt,
deren Probleme uns oft überfordern.
Du weißt,
wie leicht wir uns verirren
in trübe Gedanken
in leeres Gerede,
in achtloses Tun.
Wir bitten dich:
Suche uns,
wenn wir nicht mehr wissen,
wohin wir gehören.
Finde uns auf den Irrwegen,
die uns von dir entfernen.
Rufe uns
wie ein Hirte
in deine tröstliche Nähe.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gott -
Bitte mach uns ‚frisch und neu‘.
Unsere Ängste und Sorgen haben sich
bereits wie eine alte Gewohnheit eingenistet.
Unsere Fragen und Zweifel kommen uns
von den Lippen wie eine alte Litanei.
Ja, wir haben auch dieses Jahr Ostern gefeiert.
Trotz Corona.
Ja, wir wollten mit den alten Liedern und Texten
der Resignation und Ungeduld etwas entgegensetzen.
Aber es ist schwer, die Botschaft lebendig zu halten.
Wir sind verzagte Zeuginnen und Zeugen.
Bitte mach uns ‚frisch und neu‘
heute und ‚alle Morgen‘.
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Ann Weems, The Lord of Life 1980
17. April 2021
Schreckliche Zahlen. Und hinter jeder Zahl ein Mensch, eine Familie, ein Schicksal. Oft sehe ich die Tränen, manchmal höre ich die letzten Worte./ Unklare Maßnahmen. Das jetzt? Oder doch nicht? Reicht das denn? Aber es muss doch wirksam gehandelt werden!/ Schreckliches Reden. Kalt, selbstsüchtig, dumm und böse. Und jede Woche eine oder einer mehr, die ich kannte, und die jetzt mitmachen. Und ich unterwegs im Altenpflegeheim und, aushilfsweise am früheren langjährigen Arbeitsplatz, im Krankenhaus der Nachbarstadt. Unterwegs vor diesem Sonntag mit Psalm 23.
"Mir wird nichts fehlen. Er führt mich auf rechter Straße. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal ... Ich fürchte kein Unglück. Ich werde bleiben.\" Herr, Hirte meines Lebens, Gastgeberin, Pflegerin, Trösterin, das sag mir neu in Herz und Kopf, dass ich mit den anderen umgeben, getragen, beschützt, regiert und erwartet bin/ von deiner ewigen Solidarität, die auf unserer Seite steht,/ mit uns leidet, für uns kämpft, sich für uns opfert und die Zukunft gewinnt./ Das ist unsere Wirklichkeit. Davon leben wir. Amen.
(mit Teilen von Helmut Gollwitzers Umschreibung des 23. Psalms)
Stefan Maser, Hoerstgen
