Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Johannes Calvin (1509-1564)
Ewiger Gott, /wir bitten dich, zähle deine Menschen,/zähle die Menschen, die sich vor Gewehren und Bomben verstecken./Zähle die Menschen, die über das Mittelmeer kommen auf der Suche nach einem besseren Leben,/Zähle die Kinder, die nicht zur Schule gehen dürfen./Zähle die, die kein Dach über dem Kopf haben./Du kennst sie alle und leidest, hungerst und frierst mit ihnen.
Meike Waechter, Berlin
Glaubensbekenntnis
Wir glauben an den einen Gott,
der Himmel und Erde geschaffen hat
und uns Menschen zu seinem Bild.
Er hat Israel erwählt, ihm die Gebote gegeben
und seinen Bund geschlossen zum Segen für die Völker.
Wir glauben an Jesus von Nazareth,
den Nachkommen Davids, den Sohn der Maria,
den Christus Gottes.
Mit ihm kam Gottes Liebe zu allen Menschen,
heilsam, tröstlich und herausfordernd.
Er wurde gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
aber Gott hat ihn auferweckt nach seiner Verheißung,
uns zur Rettung und zum Heil.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der in Worten und Zeichen an uns wirkt.
Er führt uns zusammen aus der Vielfalt des Glaubens,
damit Gottes Volk werde aus allen Völkern,
befreit von Schuld und Sünde,
berufen zum Leben in Gerechtigkeit und Frieden.
Mit der ganzen Schöpfung hoffen wir
auf das Kommen des Reiches Gottes.
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
RefLit
Barmherziger Gott,
Du versprichst uns neue Zukunft.
Zukunft, in der aufrecht geht,
was heute niedergetreten wird,
in der lacht und singt,
was heute weint und klagt.
Du versprichst uns Todgeweihten
einen neuen Anfang und neues Leben.
Ach, wenn wir das nur glauben könnten,
wenn wir es nur wagten,
alles auf diese Hoffnung zu setzen.
Wenn wir Deinem Wort nur mehr vertrauten
als allem anderen,
was sich den Schein der Allmacht
und der Unausweichlichkeit gibt.
Wie anders sähe unsere Gegenwart aus!?
Der Schleier der Trauer
wäre schon heute zerrissen,
die Hoffnungslosigkeit,
bekäme Risse.
Wir bitten dich,
vergib uns unsere Trägheit
und unseren Kleinglauben.
Leg uns das Lied der Erlösten
schon mitten in unserer Unerlöstheit auf die Lippen
Damit der Tod
und alle seine Helfershelfer
es hören
und erschrecken,
weil wir nicht mehr Ihnen gehören,
sondern Dir.
Schenk uns einen neuen und beständigen Geist,
der uns nahe bei Dir hält,
dem Gott des Lebens
und der uns hören lässt auf deine Stimme,
die uns aus der Todeswirklichkeit herausruft
in das Leben der Kinder Gottes.
Amen.
Jochen Denker, Ronsdorf
Gott, woher wir kommen
und wohin wir gehen,
beides ist ein Stück des Wegs,
den du bereitet hast für uns.
Wir danken dir
und bitten dich,
gib Demut dafür, was wir müssen,
und Frohmut dafür, was wir dürfen,
und stärke uns mit deinem Geist
durch Jesus Christus. Amen.
Walter Wickihalder, Winterthur, Schweiz
Judith L. Watt, Fourth Presbyterian Church, Chicago, Homepage 10.3.20
10. April 2021
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wenn wir aufzählen, wer uns lieb ist, wen wir schätzen, welche Begegnungen / uns erfreuen, dann kommen viele Namen zusammen. / Wir machen uns das oft nicht klar. / Nachrichten und Protestler tun so, als lebten wir in einem Jammertal. / Sie vergreifen sich dabei im Ton. / Sie halten ihr Selbstmitleid für wichtig. / Lass uns davon nicht angesteckt sein. / Lass uns im Blick behalten, wofür wir Dir dankbar sind. / Denn da ist vieles. Und da sind viele. / Das Jammertal gibt es. Ja. In Syrien gibt es das. Und in Nigeria. Und im / Jemen. In Weißrussland auch. Und in Myanmar. / Auch da viele Namen. Viele Namen einer Elendsspur. Und so viele, die auf / Freiheit warten – und nicht nur auf ihren Impftermin. / Schenke uns, dass wir über den Tellerrand hinausblicken. / Lass uns Dich allein fürchten. / Und lass diese Furcht der Anfang unserer Weisheit sein. / Auf dass nicht die Elenden gegen uns auftreten am Jüngsten Tag. / Auf dass wir zusammen mit ihnen an Deinem Tisch sitzen. Als Brüder und Schwestern. / Die wir doch jetzt schon sind. / Dazu hilf uns. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Glaubensbekenntnis
Wir sind nicht allein.
Wir leben in Gottes Welt.
Wir glauben an Gott, der geschaffen hat und noch schafft,
der in Jesus Christus gekommen ist,
das Wort, das Fleisch wurde,
um zu versöhnen und neu zu machen,
der in uns und anderen wirkt durch den Geist.
Wir vertrauen auf Gott.
Wir sind berufen, Kirche zu sein:
Gottes Gegenwart zu feiern,
zu lieben und anderen zu dienen,
Gerechtigkeit zu suchen und dem Bösen zu widerstehen.
Wir verkündigen sein Reich.
Im Leben, im Tod,
nach dem Leben, nach dem Tod
ist Gott mit uns.
Wir sind nicht allein.
Wir glauben an Gott.
Gott sei Dank.
Église unie du Canada
RefLit
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Meike Waechter, Berlin
Lieber Gott, bitte, ich möchte so gern in den Himmel kommen. Mein Bruder möchte es bestimmt auch. Meine Eltern möchten es glaube ich auch. Lieber Gott, bitte, ich möchte, daß unsere Familie gesund lebt und meines Vaters Rückenschmerzen sollen auch wieder weggehen. Amen.
Arne, Oldenburg (2. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Im Morgengrauen meiner Gedanken suche ich dich,
aber ich finde dich nicht.
Ratlos stehe ich am Ort des Versagens, am Ort meiner Ohnmacht und Trauer.
Ich weiss nicht weiter.
Die Vergangenheit haftet an mir, zieht mich hinunter.
Ja, ich selber bin in diesem Grab gefangen.
Mein Verlangen nach Leben ist nicht stark genug.
Es vermag nicht den schweren Stein zu wälzen, der mich vom Leben trennt.
Doch ohne dass ich selber irgendetwas tue,
beginnt sich der Stein zu lösen. Er wird von aussen zur Seite gerollt.
Das Licht des neuen Tages strömt hinein.
Du lässt mich aus dem Grab steigen und ins neue Leben hineintreten, wie neu geboren.
Ich danke dir, Herr Jesus Christus, dass du meine Schuld und mein Verzagen überwunden hast.
Wie ein älterer Bruder nimmst du mich an der Hand und sagst:
„Ich lebe und du sollst auch leben!“
Catherine McMillan, Dübendorf, Schweiz
Gather up / In the arms of your pity / The sick, the depraved, / The desperate, the tired, / All the scum / Of our weary city // Gather up / in the arms of your pity. / Gather up / In the arms of your love - / Those who expect / No love from above.
Langston Hughes, Prayer 1926
Vieles bleibt stehen
Es geht nicht voran
wie wir es gerne möchten
trotz der vieler Zeit
sind wir wie gelähmt
Wir wünschen uns das Alte zurück
und gleichzeitig alles anders
und besser
Hilf uns aufstehen
und loslegen
uns umeinander kümmern
widersprechen wo nötig
die Vernunft hochhalten
die Leidenschaft wiederentdecken
Fehler gestehen
uns in die Augen schauen
und frei sein
Mit dir auferstehen
wäre schön
unser Leben neu kennenlernen
uns mit dir einlassen
mutig sein und achtsam
uns nicht mehr bewerten lassen
und uns nicht selbst bewerten
sondern menschlich sein
und leben
Amen
Georg Rieger, Nürnberg
RefLit
Karl Barth (1886-1968)
Jürgen Kaiser, Berlin
Georg Rieger, Nürnberg
Allmächtiger Gott / Vater und Mutter von uns allen / um Jesu willen gehören auch wir zu deinen Kindern.
Wenn wir mit unverstelltem Blick in die Welt schauen / wird uns Angst und Bange: / Fukushima und die Maschine, die Mensch und Wirtschaft mit Energie versorgen sollte; / ein Bürger- und Stellvertreterkrieg in Syrien, der sprachlos macht; / verbrannte Erde in Australien und Kalifornien. / Mächtige und Möchtegerne in allen Erdteilen, die jedes Maß verloren haben. / Unverschämter Reichtum bei den einen – himmelschreiende Armut bei den anderen. / Und seit einem Jahr diese Plage, dieses Virus. / Ein unsichtbares Lebewesen, das den einen den Atem, den anderen die Existenz nimmt.
Wohin sollen wir uns wenden, HERR? / Ist es dein Zorn, der uns nun trifft? / Ist es die Frucht unserer Art zu leben? / Keiner von uns kann die Welt retten, / Wir haben keine Möglichkeit dem Leiden in Syrien ein Ende zu bereiten, / oder Naturkatastrophen aufzuhalten. / Aber auf den Weg zu Dir können wir uns machen. / Die kleinen Schritte können wir tun. / Liebe üben und Barmherzigkeit. / Dem, der geflüchtet ist vor Krieg und Hunger / können wir Wohnung geben und Nahrung / und unsere Freundlichkeit. / Dem Obdachlosen aber auch. / Deiner Schöpfung mit der notwendigen Achtung vor dem Leben begegnen, / anbauen anstelle von ausbeuten, / das können wir auch. / Maß und Mitte suchen, finden und einüben. / Wir können anders sein, / weil Du es uns zutraust. / Wenn du uns, in der Begegnung mit dir, / von uns selbst befreist / und wir in dieser Begegnung zum Menschen werden, / führst du uns so auf die Wege, die uns aus Angst und Tod / in die Weite deiner Liebe führen.
Dann sind wir Salz der Erde und Licht der Welt. / Wenn du deinen Sohn für diese Welt gibst, / dann gibt es doch Hoffnung für diese Welt. / Wie die kleinen Kinder nach der Hand ihrer Eltern greifen, / so suchen wir deine Hand, die uns mitnimmt auf den Weg ins Leben. / AMEN
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Blessed are you, Lord God of all creation, / to you be glory and praise for ever. / Raised to your right hand on high / the ascended Christ shows the prints of love / and bestows on us the gifts of grace. / As your Spirit renews the face of the earth, / may we bring forth the fruit of the Spirit / and reveal your glory in all the world. / Blessed be God, Father, Son and Holy Spirit. / Amen.
Church of England, Prayer 2005, Evening Prayer after Ascension until Pentecost
Barmherziger Gott!
Von wegen ein Jahr,
die „Krise" währt ein Leben lang:
Mein Leben ist brüchig.
Mein Erkennen ist Stückwerk.
Mein Handeln kann fehlen.
Und genauso sehe ich es auch bei anderen
und wie schwer es fällt,
mit alledem umzugehen.
Wie schwer erst recht,
auch eigene Fehler
- was befreien sollte -
offen einzugestehen.
Lass uns vertrauen
auf Deine Barmherzigkeit
und Halt finden
an Deiner Liebe.
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Catherine McMillan, Dübendorf, Schweiz
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Richter der Welt:
Du bist unbestechlich in deinem Maßstab,
doch voller Erbarmen
in deinem Urteil.
Du verdammst das Böse,
aber eröffnest den Schuldigen neues Leben.
Wir bitten dich:
Vergib uns,
dass wir so leicht Kompromisse schließen;
dass wir aus Sorge um unseren Vorteil
das Unrecht oft nicht klar benennen,
dass wir nicht handeln
wie du es uns lehrst.
Wir schieben unsere Schuld am liebsten auf andere,
reden uns heraus mit Sachzwängen,
die wir alternativlos nennen.
Wir nutzen unsere Möglichkeiten zu wenig,
um etwas zu ändern
an unserem Leben
und an den Verhältnissen unserer Welt.
Gott, dir können wir nichts vormachen.
Du siehst auch das Versagen,
für das wir selbst blind sind.
Gott, sende dein Licht und deine Wahrheit,
dass sie uns leiten
zu neuer Klarheit
und zu mutiger Konsequenz.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Karl Barth (1886-1968)
