Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Jürgen Kaiser, Berlin
Gnädiger, gerechter Gott! / All unsere Sorgen befehlen wir in deine Hand, / damit wir sie loslassen können. / Wir sehnen uns nach deinem Frieden, / für uns selbst und für alle Menschen.
Wir bitten dich: Sei mit deinem Geist der Hoffnung dort, / wo Menschen aufgeben wollen / und nicht mehr auf Veränderung hoffen. / Nimm der Mutlosigkeit die Macht / und mache uns stark, neue Wege zu suchen.
Wir bitten dich: Sei mit deinem Geist des Friedens dort, / wo Menschen sich hassen und verachten / und aufgestachelt werden zu Terror und Mord. / Zerbrich den Kreislauf der Gewalt / und lass die Menschen den Weg deines Sohnes finden, / der zur Versöhnung führt / und zur Achtung der Würde jedes Menschen.
Wir bitten dich für uns selbst: / Lass unser ganzes Leben in deinen Händen aufgehoben sein. / Mache dein Wort unter uns lebendig, / damit wir uns sammeln als die Gemeinde, / die deiner Stimme folgt. / Lass dein Reich anbrechen unter uns.
RefLit
Du strenger Gott // Uns ist gesagt, was gut ist: dein Wort halten … Wir müssen zugeben: das gelingt uns nur schwer. / Wie können wir die Überlieferung mit unseren aktuellen Problemen zusammenbringen? Wie können wir im Streit der Meinungen das Richtige durchsetzen? Wie können wir unseren Egoismus überwinden? // Du gütiger Gott // Uns ist gesagt, was gut ist: Liebe üben … Wir müssen zugeben: das gelingt uns nur schwer. / Wir brauchen selbst viel mehr Liebe als wir hergeben. Wir können nicht alle Mitmenschen lieben.
Wir scheitern oft daran, Gefühle und tatkräftiges Handeln in Einklang zu bringen. // Du übergroßer Gott // Uns ist gesagt, was gut ist: demütig sein vor dir ... Wir müssen zugeben: das gelingt uns nur schwer. / Weil du uns so weit weg erscheinst, gehen wir eigenmächtig unsere Wege. Weil wir an dir zweifeln, verzweifeln wir am Sinn unseres Tuns. Weil wir uns klein und hilflos fühlen, vertrauen wir fremden Versprechungen. // Hilf uns, du unbegreiflicher Gott, dieses Leben zu meistern. Mach uns Mut, gib uns Vernunft, schenke uns deinen Geist, damit wir zu tatkräftigen Christinnen und Christen werden. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Walter Wickihalder, Winterthur, Schweiz
Diocese of Canterbury, Novena 2018, May 18, Jes 25,6-10
20. Februar 2021
Allmächtiger Gott!
Kein Tag ohne Ruhe
um den Frieden zu erspüren,
den Du in allem Schaffen in diese Welt legst.
Kein Tag ohne Dank
für eine winzige Kleinigkeit,
die mir an anderen Tagen selbstverständlich erscheint.
Kein Tag ohne Aufbegehren
gegen jedes große Unrecht,
weil Du mich von aller Ohnmacht befreist.
Kein Tag ohne einen ersten Schritt
zum Miteinander und Füreinander,
den ich noch vor meinem Nächsten selbst gehe.
Jeder Tag als Beginn des neuen Lebens
inmitten der zähen Ungewissheit und alter Ungeduld,
wenn ich mich von Dir auferwecken lasse.
Lass mich diese Tage nutzen
um neu zu Dir zu finden!
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Apostolisches Glaubensbekenntnis - Ökumenische Fassung
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
RefLit
Gott, der du uns die Augen öffnest für das Ende: Lass uns, wenn wir einen Menschen verloren haben, trauern, aber auch darauf vertrauen, dass das Ende, das du setzt nicht das ist, was wir sehen. Gib uns die Kraft, diesen Unterschied auszuhalten und deinem tröstenden Wort zu vertrauen.
Georg Rieger, Nürnberg
Lieber Gott, ich würde mich sehr freuen, wenn alle Menschen eine Arbeit haben. Wenn alle etwas zu Essen hätten. Wenn alle froh wären. Aber du hast deine Gesetze, in denen du regierst. Rolf, Aalen (9 J.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Barmherziger Gott,
Nicht nur Feinde von außen bedrohen uns,
der schlimmste Feind
verbirgt sich manchmal in unserem Innern,
flüstert uns Angst ein,
untergräbt unser Selbstbewußtsein,
und verbietet uns die Sehnsucht nach Glück.
Du bist nichts wert,
macht er uns glauben,
du kannst nichts,
du taugst nichts,
du hast kein Recht,
stolz zu sein auf deine Erfolge.
Mit vielen Stimmen
redet er uns unsere Lebensfreude kaputt,
und fromme Sprüche benutzt er gerne,
um unsere Seele niederzuhalten.
Gott, wir sind diesem Feind so wenig gewachsen!
Wir schaffen oft nicht einmal,
ihn zu enttarnen,
geschweige denn,
ihn zu besiegen.
Bis in die Träume verfolgt er uns,
und selbst in Augenblicken des Glücks
gelingt es ihm manchmal,
uns zu überfallen.
Gnädiger Gott, wir bitten dich:
befrei uns aus seinem Würgegriff.
Lass unsere Seele aufatmen
unter deinem Zuspruch.
Denn du sagst doch ja zu uns.
Dir sind wir recht
auch mit unseren Schwächen,
du vergibst uns unsere Schuld,
damit wir leben können
aufrecht und frei.
Gott, stärke uns
durch dein Erbarmen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Meike Waechter, Berlin
Jürgen Kaiser, Berlin
Barmherziger Gott, / Schnee hat sich übers Land gelegt. / Auf den Lockdown folgte der Flockdown. / Unsere Bewegungen sind eingefroren. / Vom Schreibtisch an den Kühlschrank und wieder zurück - / das ist der Radius unserer Freiheit. //
Was, wenn die Türen wieder offen stehen / und der letzte Schnee geschmolzen ist? / Was wird übrigbleiben von der Welt, / die wir zu kennen glaubten? //
Wie wird sich das anfühlen? / Der erste Schritt in die Freiheit? / Noch ahnen wir das nicht. / Noch glauben wir das nicht. //
Lass es nicht so sein wie das, / wovor wir eingesperrt wurden. / Lass die zweite Chance eine Welt sein / ohne Trumps willige Armeen, / ohne Putins zynische Giftmischer, / ohne Orbans höhnische Vettern / und Kaczyńskis getreue Frauenverachter. //
Darauf hätte es sich nicht gelohnt zu warten, / das kennen wir schon. / Wie wäre es mit einem Vorgeschmack Deiner Welt, / einer Kostprobe Deines Schaffens? / Denn ohne dem bleibt unsere Freiheit ohne Hoffnung. / Amen.
AD
Karl Barth (1886-1968)
Oh God of the new day, / your Son Jesus knew what it meant / to watch and wait through the dark silence of the longest night. / Teach us how to wait with heaven’s indrawn breath / on tiptoe with anticipation, / until all of our being reaches towards you, / all our desire is for you, / and all our onward movement is for your kingdom coming. / Amen.
Diocese of Canterbury, Novena 2018, May 19, Ps 130,5-6
Gott, Ursprung aller Güte, / du schenkst die Freiheit, dir alles zu sagen. / du schenkst die Zuversicht, dass du uns hörst und uns hilfst. / Wir bitten dich heute für die Menschen / in Krankenhäusern, Heimen oder zuhause, / die körperliche oder seelische Not leiden; / für alle, die in Einsamkeit allein gelassen sind, / für alle, die den Tod vor Augen haben.
Wir bitten dich für die Menschen, / die ohne Arbeit oder ohne Wohnung sind, / für die Flüchtlinge auf den Straßen dieser Welt, / für alle, die unter Unrecht und Gewalt leiden. / Sei du ihnen nahe, / schenke ihnen Zuversicht und Hoffnung, / sende Menschen zu ihnen, die ihnen deine Liebe bringen / und ihnen zum Leben helfen.
Wir bitten dich heute auch für alle Menschen, / die in pflegenden und betreuenden Diensten tätig sind; / für alle im Rettungsdienst, / für die Männer und Frauen, / die für die medizinische Versorgung verantwortlich sind.
Wir bitten dich für die Menschen in den Sozialämtern, / für die Fachkräfte in den Betreuungsstellen, / für alle, die in Kirche, Staat und Gesellschaft / besondere Verantwortung tragen / für soziale Hilfe und soziale Gerechtigkeit. / Und wir bitten dich für alle, / die in der Stille wichtige Dienste tun, / bei der Nachbarschaftshilfe oder als Freundschaftsdienst.
Segne du, Gott, allen guten Willen; / schenke das nötige Feingefühl, / wenn wir miteinander umgehen. / Lass unser Tun in der Liebe und Freiheit geschehen, / die du uns schenkst.
RefLit
Es tut gut, Gott, von dir zu wissen, dass wir in unserer Unvollkommenheit bei dir gut aufgehoben sind. / Lass uns spüren, was du von uns willst, aber mehr noch: lass uns spüren, was du für uns hast. / Lass uns deine Barmherzigkeit erfahren, die uns zu dankbaren und guten Menschen macht.
Georg Rieger, Nürnberg
Gott – du Anfang und Ende der Schöpfung
ich suche dich – ich brauche dich
Wie sehr würde ich mir wünschen,
dass du wie der König im Märchen
losziehen würdest,
gegen alles, was mir Angst macht.
Gegen alles und gegen alle.
Jesus – du Ebenbild ewiger Liebe
ich suche dich – ich brauche dich
Wie sehr würde ich mir wünschen,
dass alle so leben würden, wie du es gezeigt hast,
dass ich so leben würde
und alle, die mir Angst machen.
Heilige Geistkraft – du Vollendung von allem, was ist
Ich suche dich – ich brauche dich
Wie sehr würde ich mir wünschen,
dass du die Welt veränderst.
Überall. Und sofort.
Du Gott – vielfältig und unbegreiflich
Lass mich verstehen, dass du
dich dort finden lassen willst,
wo wir unsere Erwartungen sein lassen
und auf dein unvorhersehbares Kommen vertrauen.
Mitten im Alltag, wo wir gesucht und gebraucht werden.
Mit unserer Tatkraft oder mit unserer Geduld.
Oder mit beidem.
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Oh self-surrendering God, / you are glad for each gift we offer up to you. / As Hannah let go of everything she had prayed for, / everything she had longed for, / everything you blessed her with, / it seems her heart did not break / and that you blessed her more. / So in our letting go of everything we pray for, / and everything we long for, / may we too know your blessing / breaking in our lives. / Amen.
Diocese of Canterbury, Novena 2018, May 14, 1Sam 1,25b-28
6. Februar 2021
Alle warten, und Verzögerungen werden gemeldet. Alles soll noch länger dauern. Ich höre Ungeduld, Unmut, Schuldzuweisungen und Vorwürfe./ Ich bedenke die alten Worte für Geduld: Langmut, langer Mut. Und, in der Sprache des Neuen Testaments: Drunter-Bleiben. Unter der Last, die getragen werden muss. Und unter den Zusagen und Verheißungen.// Treuer Gott, Vater, Bruder, Trösterin, so will ich dich heute um Geduld bitten./ Wenn das noch dauert, was sich niemand ausgesucht hat, und die Härten durch Entscheidungen der Verantwortlichen. Wenn Menschen mir von ihren Sorgen und Belastungen erzählen wollen und es was mitzutragen gibt./ Um den Mut zum Widerspruch, wenn er einfach nötig ist, weil Ratlosigkeit und Kränkung sich mit alter und neuer Dummheit und Bosheit gemischt haben.// Treuer Gott, wenn\'s lang wird, bitte ich dich um Geduld, um langen Mut und um\'s Drunter-Bleiben unter deinem Schatten und Schirm. Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Du lieber Gott – ich möchte dich in meinem Leben spüren wie früher. // Mit tagtäglicher Selbstverständlichkeit. Mit unangefochtener Autorität. Mit staunenswerter Größe. Mit unendlicher Liebe. Mit beschützender Nähe. // Verlässt du auch deine erwachsenen Kinder nicht? // Bitte bleibe bei mir – wenn die Fragen zahlreicher werden als die Antworten – wenn die alten Gewissheiten schwanken – wenn die dunklen Erfahrungen mich im Griff haben – wenn meine Wege von dir wegzuführen drohen. // Bitte bleibe bei mir. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Kinder aus dem kirchlichen Unterricht im 3. Schuljahr, Weisslingen, Schweiz
zu Psalm 97
Gerechter Richter,
die Botschaft,
dass keine Macht der Welt
dir trotzen kann
oder deinem Urteil entgeht,
ist tröstlich für alle,
die unter korrupter Herrschaft leiden.
Du machst den Unterlegenen Mut
und lässt die hoffen,
die betrogen werden
um ein menschenwürdiges Leben.
Aber was ist mit uns,
die wir in vieler Hinsicht profitieren
von der Ausbeutung anderer Menschen?
Wie wirst du uns begegnen,
welches Urteil über uns fällen?
Weise auch uns
den Weg deiner Gerechtigkeit
und erbarme dich auch über uns!
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Jochen Denker, Ronsdorf
Barmherziger Gott, Herr des Himmels und der Erden / und um Jesus Christus willen auch für uns / Vater und Mutter in den Himmeln. / / Wir suchen deine heilsame Nähe im Gebet.
Wir vertrauen darauf, dass du nicht nur Wasser zu Wein machen kannst, / sondern dass Du alles, was wir dir auf deinen Befehl hin zur Verfügung stellen, / so verwandeln kannst, das etwas lebenswertes, heilsames entsteht. So bitten wir dich um ein hörendes Herz und offene Augen für das, / was du uns sagen und zeigen willst.
Wir danken Dir für ein funktionierendes System aus Pflegerinnen und Ärztinnen, / mit Krankenhäusern und Impfzentren, mit Feuerwehr und Rettungsdiensten. / und denken an alle, die nicht so versorgt sind wie wir hier. / / Wir danken Dir für ein dichtes Dach über dem Kopf, eine funktionierende Heizung / und einen gut gefüllten Kühlschrank / und denken an alle, die ihre Habseligkeiten in Plastiktüten verwahren, / weil nicht mal ein Zelt zur Verfügung steht.
Verwandle unsere Angst vor tödlicher Ansteckung, / in Mut das zu tun, was die Not wendet. / Verwandle unsere Angst vor dem was uns bedrohlich erscheint, / in Vertrauen auf dich und deine Möglichkeiten, / damit alle Leben können – es ist doch genug für alle vorhanden.
Wir danken Dir für die Möglichkeit Gottesdienst zu feiern / und denken an alle, die das nur unter Lebensgefahr tun können. / Wir danken Dir für Menschen, die sich in deinen Kirchen engagieren, / und bitten dich um den Mut alten Ballast abzuwerfen / und danach zu fragen, wie wir eine auf dich und dein Wort hörende Kirche bleiben / und immer wieder werden können. Amen
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
