Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Gott Saras, Rebekkas und Rahels: / Vater dürfen auch wir dich nennen / und auch für uns bist Du wie eine Mutter. / Wo sollten wir Trost suchen und finden / wenn nicht bei Dir.
Vor Dir jetzt und hier das alles noch einmal aufzuzählen, / was tagaus, tagein auf allen Kanälen besprochen und gesendet wird, / würde vielleicht selbst dich ermüden. / Du weißt das alles und bist selbst mittendrin. / Und sprichst uns mit Namen an.
Wir danken Dir für eine handlungsfähige Regierung / in Stadt, Land und Bund. / Wir danken Dir für ein leistungsfähiges Gemeinwesen / und all die Menschen, die darin ihren Dienst tun. / Wir danken Dir für Wohnung und Brot, / für den anbrechenden Frühling, / für Licht und Wärme.
Wir bitten dich für die Menschen in den Regierungen, / die gerade entdecken welche Macht sie über uns haben. / Hilf Du selbst, dass sie den Versuchungen der Macht widerstehen.
Wir bitten dich für deine Kinder auf der Flucht und in den Lagern. / Auch sie haben Namen. / Wenn es unsere Kinder wären, / die sich ohne ihre Eltern auf den Weg in ein neues Land gemacht hätten / dann würden wir dir jetzt Namen nennen wie / Anna, David, Marielena, Sophie, Hannah, Jonas, Paul, Max / und wenn es unsere Eltern wären, die wir zurücklassen mussten / auf dem Weg in ein neues Land, / dann würden wir dir jetzt Namen nennen wie / Johannes, Andreas, Angela, Manuela, Armin, Markus, Ursula, Monika. / Die Menschen aus Syrien und Afghanistan und Eritrea und dem Tschad / tragen andere Namen, aber die kennen wir nicht. / Du aber kennst sie und du willst, / dass wir ihr Leid teilen und unser Herz und unsere Grenzen für sie öffnen / nach unseren Möglichkeiten; / aber dass wir vieles möglich machen können, erleben wir gerade.
Wir bitten dich für dein Volk Israel / und für deine Kirche. / Dein Volk Israel feiert in den letzten Wochen das Abendmahl zur Erinnerung daran, / dass Du und deine Gebote in die Freiheit führen. / Deine Kirche erinnert an deinen Tod auf Golgatha / und das leere Grab am Ostermorgen.
Meine Seele ist stille in dir, du allein bist der Gott der gerne hilft. / Auch im dunklen Tal der Angst bist du nah und gibst Geborgenheit. / Meine Seele ist stille in Dir. / / Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Uniting Church in Australia 1985
2. Mai 2020
Herr und Hirte der Welt und der Menschen, entscheiden und leiten bei so viel Ungewissheit, was kommt: schwere Aufgabe der Politikerinnen und Politiker in diesen Tagen. Was darf, wenn irgend möglich, nicht geschehen? Was muss dafür geschehen? Sich leiten lassen, Entscheidungen und Einschränkungen ertragen und mittragen oder das nicht mehr wollen, wovon hängt das ab? Von den Lasten, die nie gerecht verteilt sind? Aber selten tragen die Lautesten die schwersten. Vom Gefühl, dass es jetzt \"reicht\" mit Vorgaben und Einschränkungen? Und keine \"anderen\" Menschen mehr wichtig nehmen außer denen, die ich mir augesucht habe? Weil das, wovon \"die da\" reden, ja gar nicht so ist? Und die Maßnahmen eh die falschen? Es ist ein Elend. Aber ich soll doch nicht im Elend bleiben. Einen guten Hirten haben, seine Stimme hören und ihr folgen, dazu bin ich gerufen. Was sagst du, guter Hirte? Dasselbe wie immer. Die Armen! Die Leidenden! Die Trauernden! Die Gerechtigkeit-Hungrigen! Die Kinder! Mit dir, meinem guten Hirten, gehe ich einen Schritt nach dem anderen. Auch in Ungewissheit. Aber in deiner Richtung. \"Die Liebe wird uns leiten,/ den Weg bereiten/ und mit den Augen deuten/ auf mancherlei./ Ob etwa Zeit zu streiten,/ ob Rasttag sei.\" So soll es sein, und: Amen! (mit Versen nach N. L. Graf von Zinzendorf, 1700-1760)
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Jochen Denker, Ronsdorf
Herr, sei mein Hirte
Gebet zum „Hirtensonntag“ / nach Psalm 23 (Zürcher Bibel)
Herr, / sein mein Hirte, / lass mir nichts mangeln. / Weide mich auf grünen Auen. / Führe mich zur Ruhe am Wasser, / gib mir neues Leben. / Leite mich auf Pfaden der Gerechtigkeit / um Deines Namens willen. / Und wenn ich im finstern Tal wandere, / so lass mich kein Unheil fürchten. / Sei Du bei mir, / schon Dein Stecken und Stab werden mich trösten! / Ja! Du deckst mir einen Tisch / im Angesicht meiner Feinde, / Du salbst mein Haupt mit Öl / und mein Becher ist übervoll! / Ja! Güte und Gnade folgen mir alle meine Tage! / So lass mich zurückkehren / ins Haus des Herrn / mein Leben lang. / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Sylvia Bukowski, Wuppertal
25. April 2020
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, Du bist der Herr der Zeit. Und aus Deiner Hand kommt alles Leben. / Viele haben im Moment mehr Zeit, als ihnen lieb ist. / Sie spüren Leere und Ungeduld. / Sie sagen: Das ist doch kein Leben. / Verständlich, wenn man anderes gewohnt war / und der Rhythmus von Arbeit und Freizeit das Leben bestimmte. / Aber, wenn wir uns erinnern: / Deutschland vor 75 Jahren. / So viele Tote. / So große Angst. / So viel Entsetzen / über das, was geschehen ist: / in den Häusern, die der Willkür der Sieger ausgesetzt waren, / und in den Lagern der Menschenverachtung. / Dass es überhaupt weiterging. / Danke, dass es weiterging. / Danke, dass wir glauben dürfen: Auch jetzt geht es weiter. / Dazu gib Klugheit und Weitsicht. / Dazu gib Gelassenheit und Demut vor Dir. / Nein, wir sind nicht klüger als andere. / Wir teilen die allgemeine Ratlosigkeit. / Aber wir wissen um Dich. / Lass uns in diesem Wissen getrost sein. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Karl Barth (1886-1968)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Georg Rieger, Nürnberg
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Catherine McMillan, Dübendorf, Schweiz
Gott, reiß die Stricke des Todes entzwei (nach Psalm 116)
Der du die Toten auferweckst, / wir danken dir, / dass du uns schon jetzt neues Leben schenkst. / Wir erfahren die Macht der Auferstehung, / wenn jemand unsere Einsamkeit bemerkt / und uns behutsam aus ihr heraushilft, / wenn sich der eiserne Ring von uns löst, / den die Angst vor Versagen um uns gelegt hat, / wenn wir freikommen / aus dem Kerker der Depression / und die Welt wieder bunt wird. / / Gott, reiß die Stricke des Todes entzwei, / die uns umfangen. / Schenk uns neue Lebenskraft, / dass wir in Gemeinschaft mit vielen anderen / aufatmen und singen können / zu deiner Ehre.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
18. April 2020
Lieber Gott,
im Wortschatz meiner Gebete
kommt das Wort Lockerung nicht vor.
Doch in diesen Tagen, in der letzten Woche
und bestimmt auch in der nächsten Zeit
spielt es eine große Rolle,
dass sich bei uns manches wieder lockert.
Um Schlimmeres zu verhindern
verzichten wir auf Nähe und Kontakte,
auf Freundschaften und unsere Arbeit.
Mal fühlen wir uns dazu gedrängt,
mal tun wir es gerne –
einfach, weil es vernünftig ist.
Die Lockerungen freuen uns
doch wir bleiben auch skeptisch:
Wird das funktionieren?
Geht es am Ende doch alles wieder
von vorne los?
Können wir denen die Angst nehmen,
die am meisten gefährdet sind?
Können wir die beruhigen,
die aufbegehren gegen
die immer noch geltenden Regeln?
Können wir die unterstützen,
die wirtschaftlich in Not geraten?
Gott, ich danke dir dafür,
dass du uns durch diese
schwierigen Zeiten führst.
Und ich bitte dich,
dass du uns nun auch
durch diese Lockerungen begleitest
und uns den besten Weg
durch diese Krise finden lässt.
Amen!
Georg Rieger
Jürgen Kaiser, Berlin
Georg Rieger, Nürnberg
RefLit
Karl Barth (1886-1968)
Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. - Offbarung 1,18
Du, Auferstandener, lebendiger Christus! / Wir leben noch im Schatten des Todes, / leiden an der Vergänglichkeit / unseres Glücks, / unserer Gesundheit, / unserer Kraft. / Wir fürchten die Endgültigkeit des Abschieds / von unseren Weggefährten / und wollen nicht erinnert werden / an das Ende der eigenen Zeit, / weil wir nicht ergründen können, / was danach kommt. / Präge uns ein, / dass du uns am Ende alle erwartest, / und dass du schon jetzt / die Schatten des Todes / aus unserem Leben vertreibst / mit der Macht der Liebe, / die stärker ist / und ewig bleibt.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
RefLit
11. April 2020
Gebet vom Leben zwischen Hoffen und Bangen
Wie lange noch? / Vergessen bin ich, / dein Antlitz ist mir verborgen. / Keiner meiner Tage lebt ohne Ungewissheit, / keine Stunde ohne Angst. / Wie lange noch soll ich leben / in der Gefangenschaft meiner Ohnmacht? / Ein Licht bricht hervor aus der Dunkelheit. / Du Morgenstern aus tiefster Nacht. / Was nichtig ist, wird verrinnen. / Ich stehe im neuen Licht. / Ich bin nicht länger ausgeliefert, / ich wanke nicht. / Ob Tod, ob Feinde, / mich hält kein Dunkel mehr. / Gib, dass ich Dir vertraue / und Deiner Gnade / und mein Herz sich freut / über Deine Hilfe / dass ich einstimme / in den Klang der Glocken, / die mir neu erklingen. / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Ach Gott – wie viel haben wir uns doch einfallen lassen, um den Tod erträglich zu machen. / Die eigene Trauerfeier geplant / die Abschiede sorgfältig für andere gestaltet. / Was uns alles wichtig war – die Farbe der Blumen, die Ausstattung des Sargs, die schönste Musik und die passendsten Bibelworte. / Würdig und trostreich sollte alles sein. // Ach Jesus – wie viel haben wir uns einfallen lassen, um deinen Tod erträglich zu machen. / Karfreitagsruhe, Fastenspeisen, Palmzweige und Prozessionen, die großartige Musik von Bach und Haydn, Museen voller Passionsbilder. // Jetzt aber, jetzt müssen wir lernen, wie erbärmlich und unfeierlich der Tod ist – Sterben ohne Angehörige, Leichen auf Gabelstaplern, Totensäcke in Kühlzelten, vielleicht bald Massengräber. // So war dein Tod auf Golgatha. Keine frommen Sprüche, keine Maria und kein Johannes unter dem Kreuz, kein Trost aus der Höhe. / Verlassen von Gott und den Menschen. / Erst jetzt ahnen wir, wie das gewesen sein muss. // Ach Gott – kannst du uns so hoffnungsvoll machen wie die Jüngerinnen und Jünger? Sie haben doch aus der Verzweiflung herausgefunden. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
