Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Jürgen Kaiser, Berlin
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
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Segen
Mensch
Tritt aus
Aus den Wirren der Angst
Tritt ein
In den Segen Gottes
Und zieh in Frieden
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gerhard Tersteegen (1697-1769)
Liederschatz 572,8
5. Februar 2022
Versöhnender Gott! / / Lass mich getrost sein / in einer Welt der Ängste. / Vor dem Virus oder der Impfung. / Vor der Aufspaltung unseres Miteinanders / durch faule Lügen und einen Extremismus, / dem nicht widersprochen wird. / / Lass Menschen Trost erfahren / in einer Welt des Leides. / Nach Gewalt und Übergriffen. / Nach Verschweigen und Vertuschen / durch Rechtfertigungen und Relativierungen, / die Schmerz und Demütigung erneuern. / / Lass uns alle die Hoffnung nicht verlieren / in einer Welt des Unfriedens. / Mit Krieg als einer Option der Macht. / Mit der Ausweitung des Konfliktes / durch militärische Drohgebärden und eine Rhetorik, / die Menschen zu Feinden werden lässt. / / Versöhnender Gott! / Überwinde die Ängste, das Leid, den Unfrieden dieser Welt, / lass uns in Deinem Frieden leben. / Amen! /
Simon Froben, Bayreuth
Jürgen Kaiser, Berlin
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Richte uns auf, damit wir verstehen, dass du es gut mit uns meinst und gut mit uns machst. In unserem Alltag halten wir uns für die „Macher“. Wir müssen so vieles bewältigen und sehen doch noch so viel, was unerledigt bleibt. Der Druck ist manchmal kaum auszuhalten. Mach uns genügsam, aufmerksam für die wirklich wichtigen Dinge im Leben und bewahre uns davor, uns zu wichtig zu nehmen.
Georg Rieger, Nürnberg
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
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Liederschatz 529,2
Barmherziger Gott, / jetzt hat es auch uns erwischt. / Zuerst unsere schulpflichtige Tochter, / dann wurde ich krank und nun meine Frau. // Das Warten auf den letzten PCR-Test ist nur noch eine Formsache, / die Quarantäne ist seit Tagen Realität. / In der Wohnung begegnen wir uns mit Maske, / bringen dem anderen das Essen an die Tür. / Nachbarn kaufen ein, wenn es nötig wird. //
Nach den vergangenen zwei Jahren ist das nun eine nächste Stufe der Selbsteintrübung und Lebensverlangsamung. / Wenn es nicht die Hoffnung auf ein 'Danach' gäbe, / bliebe jetzt nur die wütende Resignation. //
Ach ja, das 'Danach'. / Wie wird es aussehen? / Nie gekannte Infektionszahlen? / Schulschließungen und Stillstand in neuen Bereichen? / Weitere Lieferengpässe? / Schmerzhafte Preissteigerungen? / Steigender Hass auf den Plätzen? //
Barmherziger Gott, / bist Du gerade ansprechbar oder wegen der Vergehen Deiner Hirten selbst in Quarantäne? / Oder wie schützt Du Dich vor der Durchseuchung Deiner Kirche? / Trotzdem, es wird Zeit, das Handeln nicht dem Virus und den überforderten Systemen zu überlassen. / O.k., wenn wir Glück haben, wird das Virus an seinem Erfolg ersticken. / Aber was ist mit den Systemen, in denen wir uns eingerichtet haben? / Selbsteintrübung und Lebensverlangsamung sind keine guten Bedingungen, / um hier neue Wege zu finden. //
Barmherziger Gott, / Du hast das Elend Deines Volkes längst gesehen. / Drum steig' herab, / Führe uns heraus (2. Mose 3,7-10)! / Amen.
Achim Detmers, Hannover
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Karl Barth (1886-1968)
Gott – du zeigst mir in Jesus dein Bild. / Aber ohne Brille kann ich nichts sehen. / Von deinem Licht bin ich geblendet. / Von deiner Fremdheit bin ich verunsichert. / Von deiner Vielfalt bin ich verwirrt. / Und ich weiß nicht, ob meine Brillengläser stimmen.
Gott – du zeigst mir Jesus in den Bildern / seiner Evangelisten und Apostel. / Aber ihre Brillen passen oft nicht zu meinen Augen. / Gott – du willst, dass wir dich in unseren Mitmenschen erkennen. / Ich will sie ohne Brille wahrnehmen, / die fremden und die vertrauten, / die schwierigen und die liebenswerten, / die fernen und die nahen.
Gib uns dazu / aufmerksame Augen und Ohren / mitfühlende Gedanken / solidarische Haltungen / aufmunternde Worte / helfende Hände. / Und wenn unsere Sehkraft nachlässt, / dann lass uns im Herzen Trost finden / in den alten Liedern und Geschichten, / die wir nicht sehen, aber glauben. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Jürgen Kaiser, Berlin
Kann der arme Schächer glauben, / Dass sein Nachbar Christus sei, / Und der Priester wildes Schnauben / Treibet mit ihm Spötterei? / Ja, für seine Qualen sorgen / Sie bis an sein Ende noch. – / Ist den Klugen Gott verborgen, / Sehen ihn die Kinder doch.
Liederschatz 522,1
22. Januar 2022
Ach Gott, was soll ich sagen. Bin müde. / Hier ist seit Tagen alles grau in grau. / Kalt und ungemütlich. / Wenn wir wenigstens Schnee hätten. / Die Welt durch die kleinen Flöckchen heller, leiser, verträumter werden würde. / Eine dicke, weiche Schneedecke würde ich der Welt gerne überziehen. Sie mir selbst bis über die Ohren ziehen. / Ja, ich weiss, Gott, ich jammer. Und ja, / ich weiss auch, dass weder Schneedecke noch flauschig warme Daunendecken die Lösung sind. Weder für meine kleine Schwermut, noch für die ernsten Probleme der Welt. / Aber es tut gut, zu jammern und zu träumen. Danke, dass ich auch das bei dir darf. Amen.
Carolin Springer, Berlin
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Du treuer Gott, / wir danken dir, / dass du durch Jesus noch einmal bekräftigst, / was du Abraham verheißen hast. / Wir zweifeln manchmal an deiner Treue, / haben Angst, du könntest uns vielleicht übersehen / oder schon längst vergessen haben / mit unseren Sorgen. / Gott, hilf uns im Gedenken an Abraham hoffen zu lernen / auch da, wo nach menschlichem Ermessen / kein Grund zur Hoffnung mehr besteht. / Präge uns deine Verlässlichkeit ein, / wenn wir uns verlassen glauben. / Mach uns mit allen Nachkommen Abrahams / zu Zeugen deiner Barmherzigkeit und Güte / und lass Gerechtigkeit und Frieden wachsen auf der ganzen Erde.
Gott, Freundin des Lebens, / wir danken dir für alles Glück, / das du uns geschenkt hast. / Viele von uns können sagen: / Du hast uns von Kindheit an umgeben mit Menschen, / die uns mit Liebe begegnet sind, / die uns Raum gaben / uns zu entfalten, / Zeit, unsere Sorgen anzuhören, / und die ein Herz hatten / auch für unsere Fehler und Schwächen. / Bis heute genießen wir Freundschaft und Liebe / und viele sind dankbar, eine Familie zu haben. / Gott lass uns in allem Glück, das uns widerfährt, / Spuren deiner Güte erkennen / und daraus in Zeiten von Verlust und Trauer / die Hoffnung schöpfen, / dass du weiter Gutes mit uns vorhast.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Ach Gott – / die Lieder und Psalmen meiner Vorfahren / machen mich oft hilflos und stumm. / Der Kontrast zu den täglichen Nachrichten. / Ist nur schwer auszuhalten. / Wie soll ich einstimmen / In das Jauchzen und Rühmen und Frohlocken und Anbeten?
Ach Gott – / Die Meere und Ströme und Berge – sie künden nicht von deiner Herrlichkeit, / sondern vom Raubbau der Menschen. / Jauchzen höre ich nicht, aber Weinen und Seufzen, / Wahrheit vernehme ich nicht, sondern Lüge und Falschmeldungen, / Zusammenhalt der Völker sehe ich nicht, sondern Aggression und Kriegsgefahr. / Sieg der Gerechtigkeit – Keine Rede davon!
Ach Gott – / Bitte erwarte keine großen Gefühle und Worte von mir. / Bitte höre meine halbherzigen stummen Gebete. / Bitte vernimm meine wacklige Stimme im großen Chor meiner Vorfahren. / Ich will sie für mich sprechen lassen. / Ich will mir von ihnen sagen lassen: / So könnte es sein, so soll es sein, so wird es sein: Der Herr erscheint. / / Ach Gott – / komm zu uns! / / AMEN /
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Herr der Stunden und der Jahre. Wenn jeder neue Tag, wenn die Zeit die kommt und vergeht Chancen, Möglichkeiten und Hoffnungen enthält, die wir nicht ungenutzt verstreichen lassen sollen und dürfen. Wenn wir erwachen und aufstehen, zugreifen und etwas Neues schaffen dürfen, dann öffne mir die Augen dafür, HERR. Und stärke meine müden Glieder und heile meine beschädigte Existenz. Und Zuversicht brauche ich von Dir. Neue Zuversicht, dass aus dem, was ich schaffe Frucht wächst. Frucht, die nährt und Frucht, die heilt und Frucht, an deren Schönheit man sich erfreuen kann. Frucht, die Dir Ehre macht. Darum bitte ich dich heute. Und Morgen. Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
