Gebet
Tagesaktuelles Gebet
9. Oktober 2021
Gerade passiert es ziemlich oft, lieber Gott, dass uns Ereignisse ratlos machen. Manches, was wir hören, hinterlässt uns sprachlos. Wir wundern uns, dass Andere nicht die Dringlichkeit sehen, die uns so deutlich scheint.
Aber genau so, wie wir das bei Anderen sehen, geht es uns selbst: Wir sind schlicht überfordert. Es gibt keine naheliegenden Lösungen mehr für so viele Probleme. Wir geben uns Mühe, aber wir wissen oft nicht mehr, was gut und was schlecht ist.
Und wenn wir es wissen – oder jedenfalls ahnen – dann sind wir immer noch zu bequem. Kann nicht einfach alles so weitergehen, wie es noch vor kurzem war? Wir sehnen uns nach der Unbeschwertheit zurück.
Wir bitten dich, Gott, dass du uns frei davon machst zu glauben, wir müssten alles schaffen. Nimm uns die Schuld für unser Versagen und Versäumen bitte ab und schenke uns die Kraft, weiter mitzudenken und mitzutun.
Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Lieber Vater im Himmel,
Dir nahe zu sein, ist gut.
Deine Nähe suchen wir
heute Morgen.
Sich von Dir sagen zu lassen,
wer Du bist und wie Du zu uns stehst, ist gut.
Auf Deine Stimme wollen wir hören
heute Morgen.
Unsere Wege sind oft dunkel
und wir wissen nicht weiter –
dass Dein Licht uns das Dunkel erhellt
erbitten wir heute Morgen
Du bist der Gott allen Trostes
ihn suchen und erhoffen wir
heute Morgen.
Aus deiner Hand empfangen wir alles Gute,
um Dir dafür zu danken
und dich zu loben sind wir hier
heute Morgen.
Lass Dir unser Lob gefallen!
Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
aber auch deine Leutseligkeit und Güte, / auf daß wir ehrerbietig und auch zuversichtlich dich als unsern Gott verehren.
Gerhard Tersteegen (1697-1769)
Herr, der du mich geschaffen und es gefügt hast, dass ich getauft wurde, / Du kennst mich. Gut kennst Du mich, nur zu gut, besser als ich selbst mich kenne, weißt alle Worte auf meiner Zunge. / Doch erst das Wort aus deinem Munde bringt mich zurück zu mir selbst. Am Morgen bringt es mich zurück aus den Träumen der Nacht, die mich entführt haben, am Abend bringt es mich zurück aus der Arbeit des Tages, die mich entfremdet hat. / Es ist wunderbar, von dir, lieber Gott, geliebt zu werden. Sag es mir in tausend Worten durch Jesus Christus. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
RefLit
Lieber Gott, bitte hilf mir in der Matheschulaufgabe, denn ich habe den Stoff nicht verstanden. Lieber Gott, bitte hilf auch den Lehrern, daß sie nicht alles so ernst nehmen sollen, was wir sagen. Amen. Barbara, Nürnberg (12 J.)
aus: Regine Schindler
Ann Weems, Celebrate the Children 1980
2. Oktober 2021
Treuer Gott! / Wie gut, / dass ich mit Dir nicht verhandeln muss / um die Zukunft, / um eigene Vorteile und Kompromisse!
Du kennst ja meinen Wankelmut, / meine Halb- und Hartherzigkeiten, / meine Hoffnungen genauso wie meine Hoffnungslosigkeiten. / Du bist nicht Partei / und hast Dich doch schon ganz auf meine Seite gestellt.
„Ich bin da!“ ist Dein Name, / „Fürchte Dich nicht!“ ist Dein Wahlruf, / „Ich habe Dich erlöst!“ ist Dein Versprechen. / Um diesen Bund muss ich nicht handeln / und doch ist mir alles gegeben.
Ach, wenn nur ich / auch immer wüsste, / vertraute und bedächte: / `Gott sitzt im Regimente!` / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Georg Rieger, Nürnberg
Barmherziger Gott, der du Leben schenkst, wir danken dir für alle neugeborenen Kinder, diese kleinen zarten, wunderschönen, hungrigen Wesen. Wir bitten dich, beschütze sie. Lass sie vom ersten Tag ihres Lebens geliebt, versorgt und behütet werden. Lass sie in Frieden aufwachsen und deine Herrlichkeit kennenlernen. Amen
Meike Waechter, Berlin
Ach Gott – / Nimm dich unserer Schwermut an! / Erhelle unsere finsteren Gedanken!
Ach Gott – Durchbreche unsere Resignation! / Lass uns nicht in Gleichgültigkeit versinken!
Ach Gott – / Mäßige unsere Selbstvorwürfe! / Zeige uns Wege der Veränderung!
Ach Gott – / Ende unsere Erstarrung! / Begleite unsere zaghaften Schritte nach vorne!
Ach Gott – / Enthülle uns dein Für-uns-Sein! / Bleib nicht verborgen!
Ach Gott – / Ruf uns auf den Plan! / Lass uns unsere Stimme erheben angesichts von Unrecht! / Lass uns gegen den Strom schwimmen. / Lass uns das Menschenmögliche tun, wo du uns hinstellst und brauchen kannst.
Und wenn wir selbst müde und einsam und krank werden, dann lass uns deine Nähe spüren. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Barmherziger Gott
wir alle leben von deiner Vergebung
und von deiner Großherzigkeit.
Aber wie kleinlich rechnen wir anderen oft vor,
was sie alles falsch gemacht haben!
Wie lange tragen wir ihnen ihre Schuld nach
und sind nicht bereit,
ihnen eine neue Chance zu geben.
Unser Urteil ist oft so endgültig,
und unser Verhalten so unversöhnlich!
Gott, befrei uns von dem Aufrechnen!
Nimm uns die Angst,
durch Nachsicht und Entgegenkommen
das Gesicht zu verlieren,
und lass uns das Glück der Versöhnung mehr schätzen
als das eigene Rechtbehalten.
Erweiche unser hartes Herz
durch dein Erbarmen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Tischgebet
Ein Tisch voller Köstlichkeiten / Grünzeug neben dem Forellenbach gepflückt / Tomaten vom Hof Specie rara / Karotten Randen Gurken Erbsen Bio aus dem Garten / Eier von den eigenen Hühnern / Vollkornbrot vom Bäcker um die Ecke / Ravioli gefüllt mit Frischkäse selbstgefertigt / Kirschen heute vom Baum geerntet / Alles mit essbaren Blüten überstreut
Die Tafel ist bereit für uns / Wir Auserwählten danken dir für die Vielfalt deiner Schöpfung / Gütiger Vater im Himmel / Und wir bitten dich / Speise auch die Hungernden in Afrika und Indien / Amen.
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
God of all glory, / on this first day you began creation, bringing light out of darkness. / On this first day you began your new creation, raising Jesus Christ out of the darkness of death. / On this Lord’s Day grant that we, the people you create by water and the Spirit, may be joined with all your works in praising you for your great glory. / Through Jesus Christ, in union with the Holy Spirit, we praise you now and forever. / Amen.
Presbyterian Church U.S.A., Book of Common Worship, Opening Prayer
Barmherziger Gott, / am Sonntag gehe ich ins Wahllokal, / vorbei an Plakaten mit Slogans. / Ich kann "Zukunft" wählen, "Freiheit", "Respekt", "Sicherheit" und noch vieles mehr. / Ob ich dann auch das bekomme, / was ich gewählt habe, / entscheiden wir alle: / WählerInnen, Abgeordente, Koalitionen und Kabinette. // Dabei weiß ich: / Nichts wird so heiß gegessen, / wie es im Wahlkampf gekocht wird. / Keine Partei kann alles durchsetzen, / was sie versprochen hat. / Und doch ärgert es mich, / wenn die Mehrheiten anders ausfallen als erhofft / und wenn Wahlversprechen schnell wieder vergessen sind. //
Barmherziger Gott, / das ist das politische Spiel. / Das kenne ich. / Und doch ist mir diesmal nicht nach Spielen zumute. / Zu viel ist ins Wanken geraten: / Wohin entwickelt sich Europa? / Welche Kräfte enstehen auf den Weltmärkten? / Wie verändert sich das Klima? / Wer kümmert sich um die Verarmten und Entrechteten – / weltweit und bei uns zuhause? //
Guter Gott, / wir tun so, / als könnten die Frauen und Männer in der Politik alles richten, / wenn sie nur wollten. / Dabei liegt so wenig in ihrer Hand allein. / Fehler sind schnell gemacht, / Entwicklungen werden oft falsch eingeschätzt. / Und mancher Alleingang rächt sich schneller als gedacht. //
Treuer Gott, / da ist es gut zu wissen, / dass wir Dich nicht erst wählen müssen. / Du bist schon da von Anbeginn an, / Du lenkst und regierst diese Welt, / seitdem Du sie erschaffen hast. / Darauf kann auch die neue Regierung vertrauen, wenn sie zur Einführung spricht: "Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe." Amen.
Achim Detmers, Hannover
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele. Gütiger Gott, manchmal muss ich meiner Seele gut zureden und sie beruhigen. Denn manchmal kann ich es nicht ertragen, dass du mir so fern und weit weg erscheinst. Manchmal kann ich es nicht ertragen, dass wir dich, dass wir Jesus Christus oder den heiligen Geist nicht sehen können. All das Gute, das du getan hast, wird von dem Bösen, den Ängsten, den vielen Schrecken dieser Welt überlagert. / Gott, wie können wir wieder zu dir finden? Wie können wir uns beruhigen? Wie können wir dich wahrnehmen? / Gütiger Gott, komm zu uns mit deinem Segen. Amen
Meike Waechter, Berlin
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Georg Rieger, Nürnberg
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
The great Bishop of our souls, Jesus our Lord, so strengthen and assist your troubled hearts with the mighty comfort of the Holy Spirit, that neither earthly tyrants, nor worldly torments, may have power to drive you from the hope and expectation of that kingdom, which for the elect was prepared from the beginning, by our heavenly Father, to whom be all praise and honour, now and ever.
John Knox, in: Biblia Work, Netz am 12.3.20
18. September 2021
Müde bin ich geh zur Ruh / Schließe beide Äuglein zu. / Ach Gott, diese Worte, die ich schon so oft am Abend sang und sprach, / diese Worte sind heute mein Bußgebet. / Gott, ich bin schwach, bin müde von schlechten Nachrichten und / bewegenden Bildern, fühle mich überfordert von dem, was ich tun muss, / ändern kann, helfen soll.... / Will meine Ruh, meine Augen schließen und in meinen weichen Kissen in / eine pastellige Traumwelt versinken. / Gott, hör mein Bußgebet: Ich bin müde und schließe meine Augen. / Du Gott bist wach, du hältst aus. / Stärke mich, rüttle mich wach, öffne mir mein Herz, dass ich sehe, / was du siehst, dass ich mitleide, bete, mahne, helfe, gebe, aushalte. / Und hoffe. Auf Frieden in den Herzen, Frieden in der Welt. AMEN.
Carolin Springer, Berlin
Gott, / wir beten zu dir und du hörst, was wir beten und bitten. Und dann hörst du auch, dass unser Beten manchmal nur ein Stammeln oder Jammern, ein Seufzen oder Zagen ist. Lege unsere Worte bitte nicht auf die Goldwaage. Verwirf nicht unsere Gebete, wenn sie schlecht sind. Sie kommen doch von Herzen. Hilf uns beten, bring uns bei, mit dir zu reden, ehrlich und offen, wie mit einem Freund. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Gott, woher wir kommen
und wohin wir gehen,
beides ist ein Stück des Wegs,
den du bereitet hast für uns.
Wir danken dir
und bitten dich,
gib Demut dafür, was wir müssen,
und Frohmut dafür, was wir dürfen,
und stärke uns mit deinem Geist
durch Jesus Christus. Amen.
Walter Wickihalder, Winterthur, Schweiz
Vater unser, ich möchte alle meine Freundinnen behalten. Im 6. oder 5. Schuljahr müssen wir umziehen, weil wir unser Haus nur gemietet haben. Ich möchte so gern meine Freundinnen behalten. Jetzt möchte ich mich für die Tage bedanken. Janika, Nordhorn (3. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
