Abendmahl

Biblische Grundlagen, reformatorische und ökumenische Erkenntnis


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Das Abendmahl feiern die Christen im Gedenken an und aus Dankbarkeit (Eucharistie = Dankesfeier) dafür, dass Jesus Christus für uns Menschen gestorben und auferstanden ist. Grundlage sind Berichte der Evangelien und des Apostels Paulus von einem gemeinsamen Abendessen Jesu mit seinen Jüngern am Abend vor seiner Kreuzigung (Gründonnerstag).

Das Abendmahl ist nach der Taufe die symbolträchtigste Handlung in einem christlichen Gottesdienst. Schon früh in der Geschichte des Christentums gibt es verschiedene Auffassungen, was während des Abendmahls geschieht. Die Interpretationen reichen von einem stark mystischen Geschehen (aus Brot und Wein wird tatsächlich Fleisch und Blut) bis zu einem rein symbolischen Gedächtnismahl. Zwischen der römisch-katholischen Kirche und den protestantischen Kirchen gibt es bis heute keine offizielle Abendmahlsgemeinschaft.

Reformiertes Verständnis

Das Verständnis des Abendmahls ist in der reformierten Tradition unterschiedlicher als es oft dargestellt wird. Während der Reformator Ulrich Zwingli ein eher symbolisches Verständnis vertrat (und sich deswegen mit Martin Luther nicht einigen konnte), hatte Johannes Calvin mit der Abendmahlauffassung Luthers kein Problem. Trotzdem blieb das Abendmahlsverständnis über Jahrhunderte das (angeblich) Trennende zwischen Lutheranern und Reformierten. In der Leuenberger Konkordie von 1973 wurden diese Unterschiede als nicht länger kirchentrennend beurteilt.

Ein bis heute andauernder Unterschied dürfte in der Abendmahlspraxis liegen. Gefeiert wird das Abendmahl von Reformierten allerdings auch auf ganz unterschiedliche Weise:

  • Je zwölf Gottesdienstbesucher sitzen mit der Pfarrerin / dem Pfarrer um den Abendmahlstisch (der ausdrücklich nicht als „Altar“ bezeichnet wird)
  • Brot und Wein werden durch die Bänke gegeben (von den Herrnhutern übernommene Form)
  • Die Gemeinde stellt sich in Gruppen um den Abendmahlstisch und gibt Brot und Wein durch die Reihe.

Die Häufigkeit der Abendmahlsfeiern und deren Stellung im reformierten Gottesdienst haben sich über die Jahrhundert und zum Teil auch regional sehr unterschiedlich entwickelt. Während Calvin noch die wöchentliche Abendmahlsfeier forderte, gab es in Zeiten des reformierten Pietismus eine regelrechte Abendmahlsscheu und entsprechend seltene Gelegenheiten (bis hin zur nur einmal jährlichen Feier am Gründonnerstag). Inzwischen hat sich die Regelung der einmal monatlichen Abendmahlsfeier im Gottesdienst eingebürgert.

Unverzichtbar ist für eine reformierte Abendmahlsfeier, dass alle Beteiligten Brot und Wein (heute oft auch Traubensaft) zu sich nehmen und dass die biblischen Einsetzungsworte (nach 1. Brief des Paulus an die Korinther 11, Verse 23-26) gelesen werden.

Aspekte für eine Problemanzeige

Kann das Abendmahl auch digital angemessen gefeiert werden? Fünf theologische Überlegungen von Michael Weinrich.

Positionen zum Abendmahl

Was die katholische Kirche, Luther, Zwingli, Calvin und andere zum Abendmahl zu sagen haben
An der Frage der Benutzung des Kelchs entzündete sich schon vor der Reformation der Streit um das richtige Verständnis der Eucharistie.

Die Liturgie des Abendmahls

Einleitender Text aus der Reformierten Liturgie
Die Formenvielfalt reformierter Abendmahlsfeiern ist spannend und lehrreich. Wie oft Abendmahl feiern? In welcher Form? Und was hat es mit der immer noch verbreiteten reformierten Abendmahlsscheu auf sich?

Calvin grüßt Luther

Johannes Calvin über Martin Luther: Der Streit um das wahre Verständnis des Abendmahls
Calvin ging über seinen „Meister“ Luther einen Schritt hinaus. In der Frage nach dem Abendmahl gingen die Meinungen zwischen Zürich und Wittenberg deutlich auseinander.

Abendmahl und Verrat

Predigt zu Markus 14,17-28 (Gründonnerstag)
Warum ist Jesus trotz Verrat aus den eigenen Reihen nicht gescheitert - wie Politiker heute -, sondern geistlich auferstanden?

Solches tut zu meinem Gedächtnis

Die Bedeutung des Abendmahls in der evangelisch-reformierten Theologie
Nur, wenn das Gedenken richtig interpretiert wird, kann es als leitendes Motiv für die Feier des Abendmahls herhalten: Wir werden hineingenommen in die Geschichte Gottes.

Abendmahl – Tisch oder Altar?

Predigt zum Heidelberger Katechismus Frage 76, 78-80 und Lk 22, 14-20
Das gebrochene und für uns gegebene Brot ist kein austauschbares Sinnbild - sondern ein Realsymbol, das die Hingabe Christi unter uns vergegenwärtigt.
Martin Luther und Ulrich Zwingli konnten ihren schon lange schwelenden Streit über die Bedeutung des Abendmahls auch bei einem persönlichen Treffen nicht überwinden.

Arnoldshainer Thesen

Übereinkunft zum Abendmahl lutherischer und reformierter Kirchen
Mit den Arnoldshainer Abendmahlsthesen wurde der jahrhundertealte innerprotestantische Streit um das Verständnis des Abendmahls beigelegt. Bis heute gelten sie als das gemeinsame Fundament der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).
Am ersten Weihnachtstag 1613 feierte Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg das reformierte Abendmahl im Berliner Dom. In einem Toleranzedikt verbot er 1614 alles Lästern und Schelten anderer Glaubensüberzeugungen.

Den Abendmahlskelch teilen - geht das jetzt noch?

EKHN: Corona-Virus hat auch Einfluss auf Gemeindeleben
Das Coronavirus hat auch Hessen-Nassau erreicht. Die evangelische Kirche gibt hier Tipps zur Vorbeugung und Orientierungshilfen für Gemeinden und Einrichtungen. Auch für die Ansteckungsgefahr beim Abendmahl.
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